• Es ist vollbracht!

    January 18 in New Zealand ⋅ ☁️ 19 °C

    Als ich mich heute Morgen bei Sonnenschein aufmachen wollte, um die Ninty Miles zu beenden, merkte ich dass der Strand nicht mehr so schön fest war wie gestern. Es war unmöglich, im weichen Sand zu fahren. Die Ebbe ist noch zu lange hin. Deshalb dreht ich um und dachte, durch den Kiefernwald würde mich der Forstweg zum Highway 1 bringen, da Sonntag ist, gäbe es auch nicht so viele verrückte Autofahrer. Tja, alles richtig gedacht! Aber: als ich den tollen Forstweg raus kam, wo man sehr viel Wald gerodet hatte, blies ein so unglaublicher Wind, dass es mir das Fahrrad weg zog! Ich wusste nicht, ob ich es schieben und gleichzeitig halten könne oder ob ich fahren sollte. Der Wind war gigantisch! Das Fahrrad wiegt 13 kg, mein Gepäck 14 kg, 6 Liter Wasser und ich: dieses Gewicht wurde schier umgeweht!
    Irgendwie schaffte ich es für die 6 km nach 2 Stunden zu Straße. Da war es natürlich nicht viel besser, außer dass es auf dem Asphalt leichter ging. Ich fuhr 50 Meter, machte Pause, fuhr wieder 50 Meter und bräuchte wieder Pause...
    Also ich so stand und verschnaufen, sah ich hinter mir einen Radler ankommen. Er kämpfte ähnlich. Es war Sergey von gestern! Zusammen kämpften wir mit dem Wind und den Bergen. Sergey hat sich seinen langen Traum erfüllt und ist sieben Wochen lang um ganz Neuseeland geradelt. Dies ist seine letzte Woche und so ist er natürlich fit! Ich profitierte ordentlich und fuhr schön im Windschatten! Nach einer Pause verabschiedeten wir uns wieder. Er fuhr weiter, ich wollte es wieder am Strand versuchen, da es zeitlich nahe der Ebbe war und der Strand wieder genügend fest sein sollte.. Auf dem Weg zum Strand fuhr ich am Avocado-Plantagen vorbei. Es lagen welche am Straßenrand zum Verkauf. Ich bin mir sicher, dass ich noch nie eine Avocado so genossen habe und noch nie so viel Energie davon gespürt habe, wie von dieser einen Avocado!
    Jetzt musste es doch einfach nur easy gehen! Der Strand war wieder fest, der Wind kam in Böen, sodass ich immer zwischen den Böen Strecke machen konnte. Durch den Wind zeigten die Wolken ein Naturschauspiel mit den riesigen Wellen in der Ferne. Das schöne an dem riesigen Strand ist, ich kann auch einen Kilometer fahren und nur nach oben schauen!
    Als ich schließlich die 90 Meilen geschafft hatte, hatte sich der Wind auf die letzten Kilometer gedreht und ich fuhr ruhig und gleichmäßig ins Ziel. Dort wollte ich eine einfache Unterkunft suchen, die mir empfohlen worden war. Ich wünschte mir eine Dusche und das Wasser war auch wieder leer.
    Als ich die Unterkunft gefunden hatte, war alles verschlossen, keine Menschenseele um 20:00 noch auf den Beinen. Als ich so herum suchte, rief mich aus dem Nachbarsgarten jemand, was ich suchen würde. Ich sagte es. Er kam zu Straße, half mir suchen, fand auch niemanden und fragte, ob ich bei ihm übernachten wolle. Er ist Lance und bei ihm wohne sowieso gerade ein französisches Pärchen, die gerade gekocht haben.
    Cool! Na klar! Mir wurde eine warme Dusche angeboten, ein Zimmer und was Schönes zu essen, wo ich gleich noch die zweite Avocado beisteuern konnte.
    Wir saßen gemütlich im Garten und Lance erzählte, er sei der Präsident von "warmshowers.org" , sei früher selbst Radprofi gewesen und jetzt organisiert er diese Community. Noch nie davon gehört! Aber eine coole Sache und ich profitiere glänzend von der tollen Organisation, die nur unter Radlern funktioniert. Da habe ich doch wieder was gelernt und unglaubliches Glück für wieder einen wunderschönen Tag, mit dem lustigen Abend zum Schluss! Danke!
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