Den Wind im Rücken
January 19 in New Zealand ⋅ 🌧 20 °C
Nach einem reichhaltigen Frühstück mit Omelett und Milchcafé verabschiedete ich mich von Lance und fuhr Richtung Süden nach Broadwood. Ordentlich viele Höhenmeter brachten mich letztlich in das verschlafene Kaff. Ich genoss erstmal den Sommerregen: das Gepäck war gut verpackt, die Klamotten waren genauso nass wie letzte Woche an der Ostküste mit 30°C. Die meiste Zeit hatte ich den Wind im Rücken oder von der Seite. Langsam spürte ich einen Hauch von wiederkehrender Grund-Kondition, die Berge waren nicht so schlimm. Im Gegenteil: die Landschaft des Northland ist so abwechslungsreich, dass es eine pure Freude war, einen Bergrücken nach dem anderen zu erklimmen und immer wieder eine neue Aussicht zu haben!
Obwohl es sicherlich schade ist und auch seine Konsequenzen nach sich tragen wird, dass so viel gerodet wird, empfinde ich die Landschaft als lieblich, ja fast bilderbuch-haft romantisch. Durch die Kultivierung der Schafe, Kühe und Pferde wird die Landschaft abwechslungsreich, die verbliebenen Bäume nehmen sich ihren Raum, um sich wunderschön auszubreiten. Ich hätte allein nur von den einzigartigen Bäumen tausende von Fotos machen können! Einerseits mutet die Landschaft europäisch an mit den vielen Hügeln, Sanddünen? Endmoränen?
Andererseits ist die Fauna so vielseitig dem pazifischen Raum subtropisch zuzuordnen, dass es sehr exotisch wirkt. Beispielsweise riesige Farne wachsen wie Bäume. Es gibt genug Wasser, sodass alles grün und saftig ist. Ebenso die Geräuschkulisse der fremdartigen Vögel und Zirpen und der Geruch sind völlig anders!
All das, Natur pur, genieße ich auf meinem Fahrrad! Beeindruckende Fotos zu machen ist bei Regen vom Fahrrad herunter eine unglückliche Idee...
Nach Broadwood, wo ich gleich erstmal wieder nach meinem Namen gefragt wurde und eine Unterkunft aufgrund des schlechten Wetter angeboten bekam, wurde die Straße flacher, die Natur blieb traumhaft-schön, ich ließ mich nicht vom Wetter beeindrucken. Ich fuhr so vor mich hin, als erst ein Radler, dann eine weitere mir in der totalen Natur entgegen kamen: hi, wir kennen uns doch! Ja klar, es waren Gesa und Uwe. Welch Überraschung, da sie doch eigentlich letzte Woche noch eine ganz andere Tour geplant hatten.
Tja, Pläne ändern sich!
Nachdem ich mit der Fähre für zwei Dollar nach Rawene übergesetzt, eine nette Unterkunft gefunden hatte, spürte ich die 75 km in den Beinen. Und das Wetter wurde zusehends ungemütlicher. Der Wetterbericht sagt zwei Tage mit Regen voraus: tja da sollte doch eine Pause zum Wäschewaschen eingelegt und eine neue Route entworfen werden. Denn bei der ursprünglichen Route muss eine Fähre genommen werden, die aus unklaren Gründen nur mittwochs ablegt.
So wird sich auch mein Plan ändern!Read more













