• Mal wieder so viel Glück

    6 Mac, New Zealand ⋅ ☁️ 13 °C

    Mit dem Frühstück im Hostel verabschiedete ich mich von Michaela, ließ nochmal meine Reifen aufpumpen und kaufte für die nächsten Tage ein. Wie das immer alles auf das Fahrrad passen soll ...!
    Der Katamaran legte um 11:00 ab, sodass ich mal wieder ganz retro Postkarten schreiben konnte.
    Das mit den Postkarten ist ja irgendwie romantisch! Aber wie kompliziert es eigentlich geworden ist, muss man sich mal klar machen: der eine Laden verkauft die Karten. Dort kommst du sozusagen auf die Idee, welche zu kaufen. Dann musst du aber eine anderes Geschäft suchen, die internationale Briefmarken verkaufen. Dann schreibst du was nettes, aber unwichtiges auf die Karte, brauchst dazu einen geeigneten Stift, der auch noch geht! Und dann??? Wo gibt es noch Briefkästen!?
    Zum Glück bin ich mit dem Rad unterwegs gewesen für all die Strecken, bis die Postkarten dann endlich verschickt waren- um irgendwann fröhlich zwischen den Rechnungen aus dem Briefkasten gezogen zu werden :)
    So fuhr ich glücklich zum Pier am Stadthafen von Queenstown. Treppen hoch, Treppen runter mit dem schweren Rad: zum Glück gibt's doch überall nette Menschen, die fragen, ob man Hilfe brauche!
    Die netten Matrosen hängten dann mein Rad samt Gepäck auf und los ging die Fahrt über den Lake Wakatipu zur Walter Peak Farm aus der anderen Seite. Dort würden wir mit wundervollem Rosengarten empfangen und während die anderen Fahrgäste vorm Lunch in der Farm einen geführten Ausritt genossen, schwang ich mich auf meinen Drahtesel!
    Auweia! Ich hatte Gegenwind, - und zwar vom Feinsten! Ich kam kaum voran.
    Aber die Landschaft war bombastisch schön! Im Hintergrund blitzte blau der lange See und im Vordergrund das goldene dürre Gras umgeben von den Bergen.
    Ich war wieder in der Natur! Um mich herum nur das Rauschen des Windes, Schafe und Bullen.
    Ich spürte die Freiheit: wenn ich nicht voran komme, ist es egal. Ich habe genug Wasser bei mir, Essen und mein Zelt... Was soll schon passieren!?
    So fuhr ich 12 km mit direktem Gegenwind, auf dem See vor mir sah ich den Regen hinunter peitschen.
    Der Weg machte eine Biegung nach links in die Berge hinein und der Wind kam...
    von hinten!!
    Welch ein Glück ich mal wieder hatte- so viel mehr Glück als Verstand, denn ich hätte die Gegebenheiten ja auch vorher studieren können...!
    Aber so freute ich mich total und zischte auch die einzigen 300 Höhenmeter des Tages hinauf und konnte mich mehr als 25 km durch wunderschöne, einzigartige Landschaft einfach schieben lassen.
    Oben am Berg bei schönster Aussicht in die Bergwelt bereiteten zwei emsige Radler über den ganzen Tisch ihr bestens durchdachtes, gesundes Essen: Elisabeth und Alexander aus Wien!
    Es wurde ein sehr nettes und fröhliches gemeinsames Lunch. Was die beiden schon alles gesehen haben auf ihrer Weltreise seit zwei Jahren: unglaublich!
    Auf jeden Fall tauschten wir mal Nummern aus und siehe da, sie erinnern ihre footsteps auch bei den Pinguinen!
    Mir wurde da oben kalt und ich fuhr dann schon mal los. Wir würden uns ja eh irgendwo wieder treffen! Und was das Wetter noch mit uns vor hatte, war auch noch nicht so klar.
    Letztlich fuhr ich weiter durch diese einerseits Tal der ganz hohen Berge und andererseits durch diese Hochebene. Ich bin noch unklar, was es ist!
    Am Mavora Lake wollte ich mein Nachtlager aufstellen, obwohl ich noch nicht sonderlich müde war. Wenn ich aber vor dem Regen alles bereitet hatte, wäre das auch von Vorteil. Also fand ich einen schönen Platz am See und stellte gemeinsam mit den Sandfliegen das Zelt auf. Sie hatten jetzt gedacht, dass sie mit mir spielen könnten. Ich habe aber alles ins Zelt genommen und drinnen gekocht!
    Der Regen kam nicht- die Abendsonne schien über den See herein.
    Weil ich ja jetzt Zeit hatte und nicht müde war, las ich einfach mal die footsteps der beiden. Und es war total witzig, wie die fast gleiche Strecke so unterschiedlich erlebt und gesehen wird und gleichzeitig wie alle Probleme, Sorgen, Freuden und Lösungen immer wieder die gleichen sind! Es war sooo coool, die Berichte im Abendlicht zu lesen :)
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