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  • Day28

    Im Kosakendorf Rogoshyn

    August 17, 2019 in Russia ⋅ ☁️ 25 °C

    Nach unserer ersten , freistehenden Übernachtung auf freiem Gelände, geht es heute weiter gen Westen. Immer schön auf der M6 mit Abwechslung ist zu rechnen, Schlaglöcher, aufgerissener Asphalt, umgekippte Lastwagen und kilometerlange Baustellen 🚧🚧 die wir teilweise befahren dürfen. Das heisst, man fährt durch aufgerissene , teilweise sandigen , unebenen Untergrund an fahrenden Baumaschienen vorbei. Man sucht sich den Weg durchs Gewühl.
    Oder man hat gerade Pech und steht vor einer Baustellenampel die gerade auf Rot springt, ..... welche Zeitschaltuhr haben sie wohl hier ? 10 Min, 30 Min oder wie heute, 60Min. ....... Eine Stunde lang darf der Verkehr nur in eine Richtung fahren und die andere Seite muss warten..... weiss aber nicht, das es über eine Stunde geht. Sonst könnte man ja gleich die Zeit von Abfang an nutzen, Kaffee kochen, lesen , Karten spielen , mit dem Hund an der Seite entlang gassi gehen, was ich dann auch gemacht habe.
    Am Anfang sind sie ja noch ruhig, mit der Zeit fängt der ein oder andere schon an mit dem Motor zu heulen, schert aus der Schlange aus und versucht nach vorne zu fahren, ..... da kommt auf der Gegenseite manchmal eine Weile kein Auto..... und gerade wenn die nach vorne preschen, kommen wieder welche. Jetzt wird’s spannend, da ist Fernsehen langweilig dagegen...... sie können nirgends sich in die geschlossene Autoschlange einfädeln, dann fahren die einfach das Bord oder den Abhang hinunter und bleiben teilweise stecken . Andere fahren auf dem Baustellenzufahrtsweg entlang und sauen sich ihre Autos ein, die sehen soooo was von dreckig aus , so was hab ich noch nie gesehen. Manche Szenen hätte ich Filmen sollen, da ich sowas aber nie erwartet hätte, was ich da alles erlebe in so einer Staupause, kam ich immer zu spät , Malt euch in eurer Fantasie die verrücktesten Sachen aus, was man in einem Stau machen könnte, um da raus zu kommen, dann seit ihr vielleicht der ein oder anderen Szene schon nahe dran!
    Kein Wunder , das denen ihre Autos so schäbig, klapprig und zerbeult aussehen.
    ........ Und wenn dann mal ein Auto den Geist aufgibt, wird es nicht etwa abgeschleppt und in eine Werkstatt gebracht, .... nein, es wird hier, genau an der Stelle , auf dieser Fahrspur repariert. Reifen gewechselt, die Kühlhaube geöffnet , die legen sich wagemutig unters Auto , als ob es der sicherste Platz auf der Welt wäre. Alle anderen müssen da bremsen, umfahren , ausweichen.... auch auf der Autobahn !!!!
    Ach ja, die Angehörigen sitzen entweder auf der Leitplanke und sehen zu oder überqueren die Strasse, auch Autobahn und warten bis die Karre wieder läuft.

    Was aber auch ganz schön ist, sind immer wieder die kleinen Stände , manchmal aber auch nur die Mamutschka die ihre paar Kartoffel oder Tomaten die sie aus ihrem Garten hat , als Zustupf verkaufen möchte. Frische Pfifferlinge sind momentan oft im Angebot und natürlich alle Arten von Melonen , viel Honig , aber auch Früchte.
    Habe mir heute eine Wassermelone, 4 gr. Tomaten, 5 Birnen und 3 Landgurken gekauft und dafür 150 Rubel bezahlt, da bekommt man ein schlechtes Gewissen..... das sind gerade mal 1.70 Fr.
    Wie die damit leben können, ist mir echt schleierhaft ?!?
    Als ich meine heutige Tour von 310 km zu Ende hatte, bin ich die letzten 8 km auf einer sandigen Schotterstrasse in das kleine Dorf von Rogozhin gefahren.
    Wir nächtigen heute Nacht auf der grossen Wiese neben der Schule des Dorfes.
    Als ich ankam, sah ich , das schon alles aufgebaut und vorbereitet worden ist.
    Für die paar Einwohner ist es jedes Jahr wie ein grosses Dorffest, wenn die Gruppe mit den fahrenden Häusern aus Deutschland 🇩🇪 & 🇨🇭 kommen.
    So standen die Männer und Frauen in ihren Uniformen und schicken Kleidern schon bereit und auch ein grosser Tisch mit vielen traditionellen Gerichten stand schon geschmückt mit Blumen da.
    Wir mussten nur noch Tisch und Stühle auspacken und in einem Halbkreis aufstellen , dann ging das Fest auch schon los.
    An dem Abend gab es Gesang, Tanz und fast alle wurden im Kreis der Kosaken aufgenommen, natürlich NUR mit Vodka.
    Selbstgebranntes und unbekanntes.... auf alle Fälle bin ich ins Bett gefallen und wusste nicht wie liegen. Auf der rechten Seite ging es gerade noch, auf dem Rücken liegend drehte sich alles und auf der linken Seite hätte ich wahrscheinlich mich übergeben. ..... dabei habe ich schon das ein oder ander Glas der Wiese gespendet. Es reicht schon , das unser Kapitän 👩‍✈️ Michael , von der Mosel Schifffahrt , einfach umkippte !! Der wurde vom vom „Obergiggolo“ des Dorfes so richtig abgefüllt und als ich zur Kosakin gekürt worden bin, warf sich der Kerl mir auch noch zu Füssen. ....

    Es wurde spät und wir hatten alle viel zu Lachen, die Dorfbewohner , ob jung oder alt, Kosaken wie auch die Sängerinnen und Sänger 👩‍🎤 👨‍🎤 und natürlich auch wir Gäste . Wir verstanden uns je später der Abend wurde, immer besser !
    Ohjee, wie wird wohl das morgige Aufstehen sein???
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