• Gletscherwanderung "Big Ice Hike" 🧊

    25.–28. jan., Argentina ⋅ 🌧 1 °C

    Von Puerto Natales geht es zu unserem ersten Stopp in Argentinien - El Calafate.
    In der Innenstadt gibt es hauptsächlich Cafés, Outdoor-Shops und Grillrestaurants. Die Stadt am Lago Argentino lebt vom Rhythmus der Reisenden, die wegen eines einzigen Naturwunders hierherkommen: der Perrito Moreno Gletscher. Auch wir haben schon vor Monaten unsere Tickets gebucht und freuen uns ebenso lange wie kleine Kinder auf den Weihnachtsmann, endlich Gletschereis unter den Füßen zu spüren. 🥾

    Nach der Ankunft richten wir uns in unserer kleinen Ferienwohnung ein und verbringen den nächsten Tag hauptsächlich mit Einkaufen, Joggen und Packen - denn, an Tag 2 ist es endlich soweit. Auf geht's in den Nationalpark Los Glaciares 🏞

    Der Perito-Moreno-Gletscher gehört zum Südpatagonischen Eisfeld, der größten zusammenhängenden Eismasse außerhalb der Polarregionen. Er ist rund 30 km lang, bis zu 5 km breit und bedeckt eine Fläche von etwa 250 km² – mit Eiswänden von bis zu 70 Metern Höhe über dem Wasser. Der Gletscher bewegt sich kontinuierlich mit etwa 1–2 Metern pro Tag. Das Knacken und Grollen ist schon aus der Ferne hörbar. Noch beeindruckender ist es allerdings, wenn riesige Eisbrocken von der Wand ins Wasser stürzen, während man nur ein paar 100 Meter entfernt steht. 🥶

    Der " Big Ice Hike" 🧭
    Wir dachten uns: Wann sieht man nochmal ein Gletscher und vorallem, wann kann man mal auf einem wandern?! Genau jetzt und genau hier, also haben wir uns die Gletscherwanderung "Big Ice Hike" gebucht. Los geht es mit der Fahrt zu den Aussichtsbalkonen. Der erste Blick auf den Perito-Moreno-Gletscher ist überwältigend. Eine gewaltige Wand aus Eis, zerfurcht von Rissen, leuchtend in Blau- und Weißtönen. Das Wetter heute ist á la Patagonia - windig, Nieselregen und wechselhaft. Trotzdem freuen wir uns, weil sich vor uns ein Regenbogen über den Gletscher zieht. Ein magischer Anblick! 🌈

    Anschließend werden wir mit einem Boot entlang der Gletscherfront zum Einstiegspunkt der Wanderung gefahren. Vom Aussichtsbalkon sieht der Gletscher eher klein aus. Im Schatten der Eiswand merken wir erst wie hoch 70 Meter doch sind. Dann anlegen, ab durch den Wald, entlang der Felswand zur Grenze zwischen Land und Eis. Hier werden uns Steigeisen angelegt und letzte Anweisungen zur Wanderung gegeben. 🎿

    Die ersten Schritte sind wackelig und ungewohnt. Die Steigeisen scheinen so alt wie der Gletscher selbst zu sein, da sie einiges wiegen. Aber einmal auf dem Eis ist es ein unbeschreibliches Gefühl und vorallem ein einzigartiger Anblick. Wir gehen vorbei an tiefblauen Spalten, kleinen Lagunen und bizarren Eisformationen. Wir werden von einem Guide geführt, der wiederum den Weg auswählt, nachdem 2 Bergführer die Wege vor uns erspäht haben. Er sagt zu uns: "Der Weg auf dem Gletscher ist jeden Tag anders. Keiner weiß, wie es morgen aussieht. Der Gletscher lebt." 🧊

    Wir wandern insgesamt 3 Stunden über die weite Eisfläche. Diese Blautöne haben wir vorher noch nirgendwo gesehen. Die Blicke tief in Gletscherspalten direkt neben den Füßen faszinieren und machen gleichzeitig ein wenig Angst. Auf einem Eishügel halten wir für einen Blick über den gesamten Gletscher und wir kommen aus dem Staunen mit großen Augen nicht mehr hinaus. Nur der eisige Wind zwingt uns manchmal den Blick zu senken. Nach einer Mittagspause auf dem Eis und einem Schluck des heiligen Wassers aus einem kleinen Fluss gehen wir leider schon wieder zurück. 😲

    Immer wieder drehen wir uns auf dem Rückweg sehnsüchtig nach hinten. Wieder angekommen auf dem Boot fahren wir bei blauem Himmel in der Sonne vom Gletscher weg und schießen ein paar letzte Fotos. Zum Abschluss gibt es einen Whiskey auf Gletschereis im Glas und wir trinken ihn wie in einem Film auf dem Deck des Bootes. Was für eine Erfahrung! 😎
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