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¡Vamos, Südamerika!

Wir packen unsere Backpacks für das nächste Abenteuer - 6 Monate nach Südamerika! Laptops in den Schrank, Kisten packen und ab geht's. Hier wollen wir Euch von unserem Abenteuer berichten :) Read more
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    Pura Vida in Barra da Lagoa 🇧🇷

    Mar 5–12 in Brazil ⋅ ⛅ 28 °C

    Nach dem Trubel der 24 Stunden langen Anreise mit Nachtbus, weiterem Bus und dann 40 Minuten Uber haben wir in Barra da Lagoa genau das gefunden, was wir gesucht haben: Eine perfekte Mischung aus entspanntem Insel-Vibe und aktiver Erholung. 🌴

    Das kleine Fischerdorf im Osten von Florianópolis an der Küste Brasiliens ist bekannt für seinen entspannten Charme, die bunten Häuser und einen Strand, der sowohl für Surfer, Jogger, Strandstuhlultras und Caipi-Lover gemacht ist. Wir haben alles davon genossen:

    ​🏄‍♂️ Wellen, Wind und Weite
    ​Barra da Lagoa ist der ideale Ort, um das Surfen zu genießen – die Wellen sind hier oft sanfter als an anderen Ecken der Insel, was für uns puren Spaß bedeutet. Wenn wir mal nicht auf dem Brett stehen, nutzen wir die Weite des Strandes für Joggingrunden am Morgen. Es gibt nichts Besseres als morgens Salzwasser im Gesicht auf dem Brett oder Sand zwischen den Füßen beim Laufen!

    ​🏖️ Die Kunst des Nichtstuns
    ​Natürlich kommt auch die Entspannung nicht zu kurz. Nach einem ausgiebigen Frühstück verbringen wir die Nachmittage oft im Liegestuhl am Strand. Einfach nur das Rauschen der Wellen im Ohr, ein gutes Buch in der Hand und ab und zu eine Abkühlung im klaren Wasser. Und, was sie in Brasilien wirklich absolut besser können als irgendwo anders auf der Welt - Caipirinha!

    ​🏠 Küchenzauber und Balkonien
    ​Unsere Wohnung ist für die Woche einfach perfekt. Wir haben ein Schlafzimmer, eine vollausgestattete Küche, einen tollen Balkon und sogar noch ein weiteres Zimmer für all unser Zeug. Mit Blick auf die grüne Landschaft spielen wir stundenlang Rummikub und essen Eis. Aber das absolute Plus ist die Küche in Kombination mit dem frischen, günstigen Obst und Gemüse aus der Frutería. Kopfgroße Avocados, saftige Mangos, frische Tomaten, knackiger Brokkoli - hier gibt es alles um die Ecke. Wir sind total happy, das wir nach Monaten endlich Mal wieder frisch kochen können!

    ​Übrigens, wer wie wir laienhaft dachte, dass Portugiesisch ähnlich ist wie Spanisch und man es schon irgendwie versteht - überhaupt gar nicht! 😃

    ...Und so reisen wir entspannt mit Salz im Haar, Caipi Geschmack im Mund und einer Avocado im Gepäck nach Sao Paulo, unserer letzten Station. 🙂
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  • Ein Leben auf der Rambla 🌆

    Mar 1–4 in Uruguay ⋅ ☀️ 27 °C

    Von Colonia del Sacramento aus geht es in die Hauptstadt von Uruguay - nach Montevideo. Hier verbringen wir 3 schöne und entspannte Tage. Unser Leben spielt sich viel auf der "Rambla" ab, einer 30km langen Küstenpromenade mit Radwegen und kleinen Parks. Wir gehen dort morgens laufen, fahren mit dem Rad die Küste entlang und sehen uns abends den Sonnenuntergang an. Ähnlich wie wir machen es auch viele Einheimische, die auf der Rambla spazieren gehen, Sport machen, angeln oder sich, mit Mate Tee und Klappstühlen ausgestattet, mit Freunden und Bekannten treffen. Wie in Argentinien ist Mate Tee auch hier allgegenwärtig. Außerdem erkunden wir natürlich auch die schöne koloniale Altstadt von Montevideo. 🏙

    Für alle, die genauso viel über Uruguay wissen, wie wir zu Beginn, hier ein paar interessante Fakten:

    👨‍👩‍👧‍👦 Uruguay hat rund 3,5 Millionen Einwohner und ist damit eines der kleinsten Länder Südamerikas. Fast 40 Prozent der Bevölkerung leben in der Hauptstadt Montevideo und ihrem Großraum, was das Land stark urbanisiert macht. Das Bevölkerungswachstum von Uruguay ist gering, die Gesellschaft altert vergleichsweise schnell.

    📖 Die Alphabetisierungsrate liegt bei etwa 98 Prozent und ist damit im regionalen Vergleich sehr hoch. Uruguay hat eins der höchsten Pro-Kopf-Einkommen in Südamerika.

    📈 Die Wirtschaft basiert vor allem auf Landwirtschaft – insbesondere Rindfleisch, Soja und Milchprodukte – sowie auf Forstwirtschaft, Dienstleistungen und erneuerbaren Energien.

    🇺🇾 Im regionalen Vergleich gilt das Land als politisch stabil, institutionell stark und sozial relativ ausgeglichen, mit geringerer Einkommensungleichheit als viele andere Staaten Lateinamerikas.

    💸 An der Kasse im Supermarkt sind wir über den Preis der Lebensmittel etwas erschrocken - 30€ für 2 Mahlzeiten.

    🗣 Uns fallen hier sofort die vielen politischen Sticker zu Veganismus und die Wandbilder, die über den Imperialismus der USA schimpfen und die Freilassung Maduros verlangen, auf. Uruguay scheint verhältnismäßig wohlhabend und linksgerichtet zu sein.

    Insgessamt erleben wir die Stadt und das Land bei unseren 2 Stationen als unaufgeregt, entspannt und sehr lebenswert. Wir sind sehr gespannt auf Brasilien 🙂

    Mit der Abreise aus Uruguay ist mal wieder Zeit für ein Update zu den Honeymoon Highlights:
    38 insgesamt | 26 Highlights geschafft ✅️ | 12 Highlights noch offen

    25. Macht ein Sprung-GIF vor dem Fitz Roy (Anne) - Liebend gern vor dem Sunrise-Panorama 😍

    26. Zweigeteilte Aufgabe bestehend aus einem Selfie mit einem Lama und dem Besuch eines Heimspiels der Fußballmannschaft Boca Juniors (Sarah & Matze) - Das Lama Selfie hatten wir in Peru schon erledigt, der zweite Teil folgte nun in Buenos Aires. Natürlich haben wir uns den besten Fußball in Argentinien angeschaut, waren also nicht bei den Boca Juniors, sondern beim Tabellenführer Vélez Sársfield ⚽️
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  • Touchdown, Uruguay 🇺🇾

    Feb 28–Mar 1 in Uruguay ⋅ ☀️ 26 °C

    Nur eine kurze Fährfahrt von Buenos Aires entfernt liegt Colonia del Sacramento, die älteste Stadt Uruguays. 🏘

    Gegründet im 17. Jahrhundert von den Portugiesen, wechselte Colonia mehrfach zwischen portugiesischer und spanischer Herrschaft – und genau dieses Erbe prägt bis heute das Stadtbild. Besonders im historischen Viertel, dem Barrio Histórico, treffen schlichte portugiesische Architektur und spanische Kolonialelemente aufeinander. Kein Wunder, dass die Altstadt heute zum UNESCO-Welterbe gehört.
    ...soweit der Wikipedia Text mit ausschmückender Beschreibung. Im Endeffekt ist es eine kleine Landzunge mit kopfsteingepflasterten Straßen, alten Häusern, bepflanzten verkommenen Karosserien und blühenden Hauswänden. 😃

    Bei uns kommt ein wenig Flair von Cuba auf - so stellen wir uns es zumindestens vor. Mit Charme heruntergekommen und hergerichtet, alles aber irgendwie entschleunigt. Es ist kein Ort für große Sehenswürdigkeiten sondern einer zum Schlendern. Ein perfekter Zwischenstopp auf dem Weg nach Montevideo. 🙂
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  • Die Iguazú Wasserfälle 🏞

    Feb 22–25 in Argentina ⋅ ☁️ 25 °C

    Auf keiner Reise durch Argentinien dürfen die Iguazú Wasserfälle fehlen, denn sie sind die Größten der Welt. Sie liegen im Länderdreieck zwischen Argentinien, Brasilien & Paraguay und sind UNESCO Weltkulturerbe. Es gibt rund 275 einzelne Wasserfälle, die sich über etwa 2,7 Kilometer erstrecken, und die höchste Fallhöhe beträgt rund 82 Meter. 🌎

    Das Besondere ist außerdem, dass man sie von zwei Seiten bestaunen kann. Wir erkunden zuerst die argentinische Seite und besuchen am zweiten Tag mit einer Tour den brasilianischen Teil. Zwei Länder, zwei Blickwinkel – ein schönes Naturhighlight. 📸

    🇦🇷 Auf der argentinischen Seite führen kilometerlange Stege direkt über die Wasserkanten, dicht entlang der tosenden Kaskaden und teilweise sogar oberhalb der Fälle. Insgesamt 12 km gehen wir durch den Nationalpark. Höhepunkt ist die Garganta del Diablo – der „Teufelsschlund“. Gewaltige Wassermassen stürzen hier rund 80 Meter in die Tiefe. Die Gischt steigt meterhoch auf, feiner Sprühregen legt sich auf Haut und Kamera, und das Dröhnen des Wassers übertönt jedes Gespräch. Innerhalb weniger Minuten ist alles nass – aber genau das macht diesen Ort so eindrucksvoll. An einigen Stellen können wir schöne Schmetterling, kleine Monos (Affe) und wilde Nasenbären sehen.

    🇧🇷 Mit einer organisierten Tour geht es für uns am nächsten Tag auf die brasilianische Seite. Und das klingt nicht nur nach Grenzübertritt, sondern umfasst tatsächlich komplett Ausreise-Einreise Brasilien und wieder Ausreise-Einreise Argentinien mit Stempeln etc. an einem Tag. Aber das Panorama ist es wert! Die Wege sind kompakter, nur gut 1,5 km gehen wir durch den Park, doch der Blick reicht über nahezu die gesamte Breite der Fälle. Erst von hier wird deutlich, wie riesig dieses Naturwunder wirklich ist. Der abschließende Steg führt noch einmal ganz nah an die Garganta del Diablo heran – inklusive erfrischender Dusche und Selfie mit Regenbogen vor dem Wasserfall.

    Nach den 2 Tagen sind wir geschafft und gleichzeitig sehr glücklich. Wieder ein Haken in der Bucket List! ✅️

    Ab geht es zurück nach Buenos Aires! 🚀
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  • Samba-Karneval in Gualeguaychú 👯‍♂️

    Feb 21–22 in Argentina ⋅ ⛅ 30 °C

    Der Karneval in Gualeguaychú – offiziell bekannt als "Carnaval del País" – gilt als die größte Karnevalsfeier Argentiniens und ein Highlight des südamerikanischen Sommers. Er findet jedes Jahr in Gualeguaychú, einer charmanten Stadt in der Provinz Entre Ríos, statt und verwandelt diese in eine pulsierende Bühne aus Farbe, Musik und Rhythmus. Und mittendrin - wir. 🥳

    Das Herz des Karnevals pulsiert im Corsódromo – ein eigens gebautes Freiluft-Stadion, in dem bis zu 40.000 Zuschauer jede der 11 Nächte im Januar und Februar den Festzug verfolgen können. Dort finden die sogenannten Comparsas statt – professionelle Gruppen, die monatelang an ihren Auftritten arbeiten. Jede bringt eine eigene Geschichte, ein eigenes Thema und gigantische, bis zu 17 Meter hohe Wagen, funkelnde Kostüme, Tänzer und Musiker mit. 👯‍♂️

    Es gibt vier aktive Vereine - Papelitos, Marí Marí, O’Bahía und Ará Yeví. Im Zentrum des Carnaval de País steht die Präsentation ihrer Kostüme und Shows, weniger das Verkleiden an sich wie in Deutschland. Über 50.000 Federn werden allein für Kostüme und Dekorationen verwendet. Die Wägen sind gigantisch und haben teilweise ihre eigene Ton- und Lichttechnik, inklusive mitlaufender Techniker. Es geht um eine Art Wettbewerb, denn eine Jury bewertet Kostüme, Choreographie, Musik und Wagen, um am Ende die Königin des Carnavals zu küren. 👸

    Der Carnaval de País ist quasi die kleine Schwester des Straßenkarnevals in Rio de Janeiro. Und diesem Ruf macht der Abend alle Ehre. Wir tanzen, singen, klatschen und bejubeln vier Stunden lang die Tänzerinnen und Tänzer. Tatsächlich waren ähnlich viele Männer wie Frauen teil der Tanzgruppen. Wir haben uns extra Tickets direkt an der Bahn gebucht und feuern begeistert die Protagonisten auf unseren Plastikstühlen an. Natürlich essen die Argentinier fette Steakbrötchen vom Grill und deren Getränk der Wahl ist hier Fernetbranca gemischt mit Cola. 🥃

    An der Stelle einen großen Dank an Freddy für den Geheimtipp! Wir sind für einen Abend ganz tief in die Kultur des Samba-Karnevals eingetaucht und hatten ohne Ende Spaß! 🥳
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  • Que pasa, Argentinien? 🇦🇷

    Feb 19–21 in Argentina ⋅ ☁️ 27 °C

    Nach einer ausnahmsweise überraschend angenehmen Nachtbusfahrt kommen wir vormittags in Buenos Aires an. Wir werden die Stadt als Ausgangspunkt für einen Auflug zum Karneval und zu den Iguazu Wasserfällen nutzen, verbringen aber vorher erstmal 2 Tage in der Hauptstadt Argentiniens. 🏙

    Wir kommen im aufstrebenden Hipster-Viertel San Telmo im Osten der Stadt unter. Die Atmosphäre, das Flair der Cafés und die lebensfrohe Stimmung in den Straßen steckt uns sofort an. Wir besuchen die Markthalle, trinken leckeren Kaffee zu Kuchen, essen Empanadas und schlürfen Vermuth Tonic. Life is good! 🍸

    Was uns aber auch auffällt: Patagonien ist nicht wirklich repräsentativ für Argentinien beziehungsweise deren Bevölkerung. Es ist quasi das friedliche Outback des Landes und in der Hauptstadt schnuppern wir nach langer Zeit mal wieder die Realität. Sicherlich auch, weil an unserem Ankunftstag direkt ein Generalstreik stattfindet aufgrund der neuesten Kongressbeschlüsse von Milei, auch bekannt als der Kettensägenpräsident Argentiniens. Nach alter Tradition machen wir erstmal eine Free Walking Tour, um mehr über Stadt, Land, Leute und Politik zu erfahren. Da dies so interessant ist, wollen wir hier mal die prägendsten Infos festhalten - angefangen mit dem Unterhaltsamsten:

    👻 Argentiniens Präsident Javier Milei verbindet exzentrische Spiritualität mit Politik, indem er angeblich über ein Medium mit seinem verstorbenen Hund Conan und dessen 5 Klonen kommuniziert - einer davon heißt Lucas (finden wir spitze). Er sieht sich als von Gott beauftragt, Argentinien zu retten, und bezeichnete seine Klone als „strategische Berater“.

    🎸 In 2025 gab Milei ein Rockkonzert vor 15.000 Menschen - als Sänger. Er coverte bekannte Songs und beschwor sich als der Schöpfer des neuesten Wirtschaftswunders in Argentinien, um seine Wahlkampagne anzutreiben. Wirklich sehenswert auf Youtube! (https://youtu.be/2Ya5hMPkSnk?si=qXWmzz891iuXkyyj)

    👨‍👩‍👧‍👦 Die Bevölkerung Argentiniens ist überwiegend europäischer Abstammung (über 85-90%), geprägt durch massive Einwanderung zwischen 1860 und 1930, insbesondere aus Italien und Spanien. Zu Beginn dachten wir, dass viele Leute italienisch sprechen - aber sie sprechen einfach Spanisch mit italienischem Akzent, ausdrucksstarken Handbewegungen, plus natürlich dem portugiesischen Einfluss aus Brasilien ("y" & "ll" werden hier nicht "j" sondern "sch" ausgesprochen). Übrigens sind 7% deutscher Abstammung.

    ⚽️ Vereint wird die argentinische Bevölkerung über deren Religion - den Fußball. Es gibt nichts Größeres als ein Weltmeistertitel für die Nationalmannschaft. Diego Maradonna wurde eine eigene Religionsgemeinde gewidmet. Von Messi und Maradonna gibt es überall in Buenos Aires Grafittis, Bilder, Trikots und mehr. Man unterscheidet hier nicht nach Herkunft, Hautfarbe oder Partei - es zählt nur Boca Juniors, River Plate oder ein anderer Club.

    💱 Geldbeschaffung als Touri ist defintiv eine Sache für sich. Kartenzahlung kommt nicht wirklich in Frage, weil man dann nicht nur denn schlechtesten Wechselkurs bekommt, sondern auch noch ca. 7% Gebühren draufzahlt. Am Bankautomaten kann man oft nur maximal 60€ abheben zu umgerechnet 10€ Abhebegebühr. Also muss Bares von woanders her und dafür gibt es in Argentinien im Prinzip 3 Wechselkurse:
    1. Der offizielle Kurs, den jeder bei Google angezeigt bekommt (heute 1€ = 1.620 ARS)
    2. Der Blue-Dollar-Kurs, den man beim informellen Geldwechsel auf der Straße bekommt (heute 1€ = 1.674 ARS > also ca. 3% mehr)
    3. Den WesternUnion Zauberkurs, den wir bekommen, wenn wir uns Geld senden und dann in einer WU Filiale abholen (heute 1€ = 1.742 ARS).
    Da wir bei WestenUnion mal gut 7% mehr für unser Geld bekommen und das ohne Gebühr, ist das natürlich das Mittel unserer Wahl!

    👩‍⚕️👨‍⚕️ Kein Land der Welt hat mehr Psychotherapeuten als Argentinien. Hier gibt es über 200 Psychotherapeuten pro 100.000 Einwohner, in Deutschland sind es lediglich 55. Es gehört zum guten Ton, sich therapieren zu lassen. Unser Guide erzählt, dass es in Buenos Aires sogar als Red Flag beim Dating zählt, nicht in Therapie zu sein. Er mutmaßt, dass es an den vielen Krisen der Vergangenheit und Gegenwart liegt. Gleichzeitig werden die Argentinier auch resilienter in Umgang mit Krisen.

    👷‍♂️👷‍♀️ Der informelle Sektor in Argentinien ist riesig. Schätzungsweise arbeiten 40% der Menschen informell, also schwarz, zum Beispiel im Straßenverkauf oder im Tourismus.

    💸 Die Inflationsrate in Argentinien betrug in 2025 ca. 30%. Anfang 2024 war sie zeitweise auf 250%. Schon Jahrzehntelang geht die Wirtschaft durch Hochs und Tiefs. Im Prinzip ist die Bevölkerung daran gewöhnt, dass der Wert der argentinischen Pesos stetig sinkt. In Restaurants bekommen wir häufig mindestens 10% Rabatt, wenn wir in bar zahlen. Die Ladenbesitzer tauschen das Geld dann oft in stabilere Währungen wie den US Dollar ein, um sich abzusichern. Wenn sie es in bar bekommen, können sie es direkt umtauschen. Wenn jemand mit Karte zahlt, bekommen sie es erst später. Ein Monat kann dabei mal gut 3% oder mehr an Wertverfall ausmachen.

    💰 Genau wie die Ladenbesitzer spart auch die Bevölkerung nicht auf der Bank. Stattdessen tauschen sie beispielsweise ihre privaten Pesos für einen guten Wechselkursen gegen US Dollar mit Touristen auf der Straße. Wenn sie es dann nicht in ihre Matratze stecken, dann deponieren oder investieren sie es im Ausland. Laut unserem Guide betragen die Anlagen der Argentinier im Ausland ca. 400 Milliarden US Dollar, also mal locker das BIP von Kolumbien.

    🏛 Die Bevölkerung ist genervt von der wirtschaftlichen Situation sowie dem politischen Hin-und-Her. Aktuell regiert Milei das Land und zuletzt standen Midterm-Wahlen an. In Argentinien gibt es Wahlpflicht. Wenn jemand nicht wählt, wird die Person entgeltlich bestraft oder riskiert sogar, das Land nicht verlassen zu dürfen. Trotz dessen haben bei den Wahlen 30% der Bevölkerung lieber nicht gewählt.

    ...und damit kommen wir wieder zurück zu unserer Ankunft in Buenos Aires und dem Generalstreik. Der neueste Beschluss sieht vor, die tägliche Regelarbeitszeit von 8 auf 12 Stunden zu erhöhen und beispielsweise auch bezahlte Krankheits- und Urlaubstage abzuschaffen. Da hätten wir wohl auch getreikt. Ob das Mal nicht der Weg ist, den Merz für Deutschland auch vorsieht... 🙈

    Argentinien ist auf jedenfall anders als die anderen Länder, in denen wir bisher waren. Wir fühlen uns sehr wohl und sind auf super gespannt auf den Karneval, die Wasserfälle und weitere Tage in Buenos Aires! 🙂
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  • Endlich im Weinparadies 🍷

    Feb 16–18 in Argentina ⋅ ☀️ 28 °C

    Eine 20-stündige Nachtbusfahrt führt uns weiter nördlich ins schöne Weingebiet von Mendoza. Die Stadt liegt am Fuße der Anden und versprüht eine "Lebemann"-Stimmung gemischt aus entspannter Gelassenheit und Genuss. Nach der Zeit in der Natur und den vielen Eindrücken der letzten Wochen (und der ziemlich durchwachsenen Nacht im Bus) ist es hier genau der richtige Ort, um einmal durchzuatmen und es ruhig angehen zu lassen – und natürlich ein gutes Glas Wein zu genießen. 😃

    Schon bei unserer Ankunft in Mendoza sind wir von den breiten, von Bäumen gesäumten Straßen und den vielen grünen Parks begeistert. Wir spazieren durch die Straßen, trinken den besten Espresso Tonic mit Minze und genießen die Wärme. Hier spüren wir deutlich den großen italienischen Einfluss in Argentinien. In einem der vielen Pasta-Läden kaufen wir uns frische, handgemachte Pasta mit frisch zubereitetem Pesto, die wir uns abends kochen und schmecken lassen. 🍝

    Hier in Mendoza fällt uns auch zum ersten Mal die typisch argentinische Siesta so richtig auf. Während wir uns die Alman-Essenszeiten beibehalten, wird in Argentinien deutlich später gegessen. Der Großteil der Läden sind mindestens von 13 bis 17 Uhr nachmittags geschlossen, Restaurants öffnen für den Abend oft erst um 20 Uhr. Zu Abend gegessen wird zwischen 21 und 1 Uhr nachts - da schlafen wir in der Regel schon. 😅

    Ein Highlight in Mendoza ist definitiv unser Ausflug in die umliegende Weinregion. Mit einem klapprigen Fahrrad fahren wir entlang der Weinreben, besuchen schöne Bodegas und probieren den berühmten Malbec Rotwein direkt dort, wo er wächst. Dieser Stopp ist Balsam für die Seele und unsere plattgelaufenen Füße. Gleichzeitig ist es wirklich faszinierend, wie vielseitig Argentinien ist! 🙂
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  • Das Seen-Land von Bariloche 🏞

    Feb 11–15 in Argentina ⋅ ☁️ 8 °C

    Nach der Rad-Tour verbringen wir noch 3 Tage im schönen Bariloche, in Patagoniens Seen-Land. Rund um Bariloche wartet eines der schönsten Wandergebiete Argentiniens. Zwischen den Anden, dem Nahuel-Huapi-See und alpinem Panorama fühlt man sich fast wie in den Alpen – nur etwas wilder, weiter und ursprünglicher. Überall erblicken wir tiefblaue Seen, schroffe Gipfel und es riecht oft nach Nadelwald. 🌲

    Beim Spaziergang durch Bariloche fallen uns vorallem Fachwerk- und Holzhäuser, Milka Werbung, Cafés mit deutschen Namen, Werbung für Käsefondue und Spätzle auf. Die Geschichte Bariloches ist eng mit europäischer Einwanderung verbunden. Ursprünglich war die Region von Mapuche-Gemeinschaften bewohnt, lange bevor europäische Siedler hier ankamen. Offiziell gegründet wurde Bariloche Anfang des 20. Jahrhunderts. Besonders prägend war die Einwanderung aus Mitteleuropa – vor allem aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Norditalien. Sie brachten alpine Architektur, Handwerkstraditionen und natürlich die berühmte Schokoladenkultur mit. 🍫

    Wir verbringen unsere 3 Tage hier nochmal mit Wandern. Wir besteigen den stadtnahen Cerro Otto, von wo aus wir über die Stadt und den See blicken können. Auf dem Rückweg trinken wir noch ein Bierchen in einem Chalet, das "Oma Luisa" heißt und typische Hüttenkost wie beispielsweise überteuerte Brezeln verkauft. Außerdem gehen wir den Circuito Chico, einen 26km langen Rundweg an Seen, Badelagunen und kleinen Städtchen vorbei. 🥾

    Unser absolutes Highlight ist der Aufstieg zum Refugio Frey. Startpunkt der 21 km langen Wanderung ist das Skigebiet am Cerro Catedral. Von hier führt der Weg durch Wälder und später über felsiges Gelände hinauf zum legendären Refugio Frey. Oben angekommen erwartet uns eine fast surreale Szenerie: gezackte Granitnadeln spiegeln sich in einer klaren Lagune, Berge so weit das Auge reicht und ein alpin gebautes, kleines Refugio mittendrin. ⛰️🏠

    Da unsere Pension diesmal keine Küche zur Verfügung stellt, gibt es bei uns hier hauptsächlich Fertignudelgerichte und Erdnussbutter-Brote. Zum Abschluss unserer Zeit in Patagonien gönnen wir uns zur Feier des Tages aber auch einmal ein feines schweizer Käsefondue. 🫕

    Mit dem Käsefondue in dem kleinen Möchtegern-Alpendorf Bariloche endet leider unsere Zeit in Patagonien. Knapp einen Monat haben wir in dieser wunderschön Region Argentiniens verbracht - von Torres del Paine, über El Calafate, El Chaltén und hierher. Man muss nicht viele Blogs oder Bücher im Vorhinein lesen, damit sich absolute Vorfreude entwickelt. Aber wenn man einmal da ist, weiß man, dass es nicht komplett in Worte gefasst werden kann, wie besonders Patagonien ist. Uns hat es mehr als begeistert und einen einzigartigen, tollen Abschnitt unserer Reise beschert. Mit über 300 km Wanderungen und 200 km Bikepacking haben wir versucht, soviel wie möglich zu sehen. Das war wahrscheinlich nur ein Bruchteil, aber dafür ein besonderer Teil. Wir werden hoffentlich irgendwann nochmal zurückkehren. Good Bye, Patagonien! 🏞🇦🇷
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  • Bikepacking entlang der RN40 🚵‍♂️

    Feb 4–11 in Argentina ⋅ ☁️ 14 °C

    Für die Auszeit hatten wir uns vorgenommen, etwas neues auszuprobieren: zwei Fahrräder, vollgepackte Taschen und eine Straße, die sich durch die Seen und Wälder von Patagonien schlängelt. Auf geht's für vier Tage Bikepacking auf der Ruta Nacional 40 entlang der Siete Lagos (Seengebiet). 🚵‍♂️

    🧭 Vorbereitung in Bariloche
    Bevor wir losradeln, verbringen wir 1 Tag in San Carlos de Bariloche. Die Stadt am Lago Nahuel Huapi war unsere Basis für alles Organisatorische: Großeinkauf im Supermarkt, letzte Snacks, Gaskartusche, Sonnencreme. Dazu die Routenplanung, das Abholen der Fahrräder, Ausleihen eines Zelts inklusive Schlafsäcken + Isomatten und natürlich das große Zusammenpacken. Immer wieder sortieren wir Taschen neu, streichen Dinge von der Liste und diskutieren Gewichtsfragen – klassische Bikepacking-Orga. Dazwischen Kaffee am See, Blick auf die Berge und ein bisschen Aufregung: Bald geht es los, ein neues Abenteuer. Die Räder, die patagonische Landschaft und wir. 😍

    Tag 1: Bariloche → Camping Los Cipreses (52 km)
    Der Start fühlt sich surreal an. Kaum haben wir Bariloche hinter uns gelassen, wird es erstmal trubelig, denn die Ruta Nacional 40 ist ähnlich einer Bundesstraße in Deutschland. Viel Reiseverkehr, Busse und Trucks. Es kommt Vietnam-Feeling auf und erinnert uns daran, als wir vor 10 Jahren mit dem Motorrad über die vietnamesische Autobahn fuhren. Aber nach einiger Zeit führt die Straße in den Nationalpark Nahuel Huapi durch Wälder, vorbei an glitzernden Seen und ersten langen Anstiegen. Heute ist der heißeste Tag und die Sonne brennt ganz schön. Wir ziehen durch ohne Pause und nach knapp 3 Stunden Fahrt sind wir an unserem ersten Ziel - der Campingplatz Los Cipreses, ein ruhiger Ort zwischen Bäumen, perfekt für die erste Nacht. Zelt aufbauen, im See abkühlen, Nudeln kochen, Sonnenuntergang am Ufer genießen. Uns geht's super gut. 😎

    Tag 2: Los Cipreses → Lago Correntoso (60 km)
    Der zweite Tag bringt uns tiefer hinein in die berühmte Sieben-Seen-Region. Lago Espejo, Lago Correntoso, immer wieder neue Blautöne zwischen Bergen und Wolken. Die Ruta Nacional 40 zeigt sich von einer neuen Seite: Schöne Ausblicke, Wind von vorne, lange Wellen im Asphalt, weniger Verkehr, einige Höhenmeter. Wir machen einen Lunch Stopp in Villa la Angostura und gönnen uns Kaffee und Croissant. Außerdem lassen wir Sophia's Rad in einem Radladen reparieren, weil die Gangschaltung nicht richtig funktioniert, bei den steilen Bergen aber lebensnotwendig ist.
    Nach knapp 4 Stunden Fahrtzeit erreichen wir am Nachmittag einen kleinen Campingplatz am Lago Correntoso. Wir setzen uns in den Schatten, dehnen unsere Beine und essen etwas, bevor wir unser Camp einrichten. Es wird frischer und windig. Am Abend schlafen wir bei dem Tropfen des Regens auf unser Zelt müde ein. 😴

    Tag 3: Lago Correntoso → Río Hermoso (54 km)
    Der Morgen startet wie der letzte Tag endet - es regnet. Wir stehen in Ruhe auf und snoozen den Wecker ein paar Mal. Leider hört auch dann der Regen nicht auf, also kochen wir unser Wasser für Haferflocken und Kaffee im Zelt. Diese Etappe ist eine unserer unliebsamsten, weil wir mit Abstand die meisten Höhenmeter vor uns haben. Steile Anstiege wechseln sich mit schnellen Abfahrten ab, leider dauert bergauf oft länger als bergab... Dafür ist die Landschaft sehr schön. Wir werden begleitet von dem klassischen Patagonien-Wetter - Nebel, Wolken, Regen und Sonne wechseln genau wie entsprechend unsere Kleidung. Statt Camping wartet diesmal ein Homestay am Río Hermoso auf uns und unsere müden Beine, da die Wettervorhersage alles andere als schönes Zeltwetter bereithält und unser Zelt von letzter Nacht noch nass ist. Wir genießen eine warme Dusche und ein richtiges Bett, während draußen der Regen horizontal vorbeifliegt. 🫠

    Tag 4: Río Hermoso → San Martín de los Andes (28 km)
    Die letzte Etappe führte uns schließlich nach San Martín de los Andes. Unsere Beine sind müde und wir sind froh, dass die Strecke heute etwas kürzer ist. Noch einmal sammelten wir Höhenmeter, es zieht sich, weil es regnet, wir starken Gegenwind haben und die Straße echt schlecht ist.
    Nach der halben Strecke geht es zum Glück größtenteils bergab. Die Landschaft öffnet sich zu weiten Seenpanoramen. Als wir in die Stadt rollen, sind wir müde, nass und uns ist kalt. Wir sind froh, die Räder abgeben zu können und verbringen die Zeit bis zum Check-in in einem Cafe, wo wir uns Cappucino und Käsetoasts gönnen. ☕️

    Vier Tage Bikepacking, unzählige Kurven, schöne Campingplätze, kalte Seen und eine Freiheit, die nur entsteht, wenn man lediglich alles Nötige auf dem Fahrrad dabei hat. Nach fast 200 km Bikepacking entlang der Siete Lagos sind wir sehr glücklich, dass wir die Tour gemacht haben. Ähnlich glücklich sind wir, dass wir jetzt angekommen sind. 😅

    Es war abwechslungsreich und landschaftlich spektakulär, aber das Wetter sehr wechselhaft und es war echt auch ein wenig stressig, sich auf der Ruta Nacional 40 die Straße mit Autos und Trucks zu teilen, die teilweise sehr wenig Abstand halten. Für uns waren diese vier Tage ein schönes, kleines Abenteuer und wir haben Patagonien nochmal von einer ganz neuen Seite kennengelernt. 🏞

    Nachdem wir für den Rest des Tages in San Martín de los Andes die Füße hochgelegt haben, wollen wir zurück nach Bariloche fahren, um nochmal etwas zu wandern. 🚌
    Leider stehen wir unerwartet vor ein paar Hürden. Das Busunternehmen weigert sich, uns mitzunehmen, weil wir nur Reisepasskopien dabei haben und unsere Originale beim Gepäck in Bariloche verblieben sind. Unsere Busfahrt müssen wir auf den Abend umbuchen. Wir müssen jetzt zur Polizeistation, um eine offizielle Genehmigung zu beantragen, nur mit der Kopie Reisen zu dürfen. In der Polizeistation sagt man uns, wir müssen in einem bestimmten Shop dafür erst einen Stempelschein kaufen. Als wir dort sind, stellen wir fest: besagter Laden hat 4,5h Mittagspause und macht erst abends wieder auf. Auch die Bank, die den Schein austellen kann, hat geschlossen. Wir sind ziemlich genervt. Zurück auf der Polizeiwache fragen wir nach weiteren Möglichkeiten und drücken die Daumen. Nach ein bisschen Warterei werden wir zum Glück zur Polizistin gerufen, die uns, ebenfalls genervt, den Genehmigungsschein austellt.
    Unsere Rückfahrt ist gerettet. 😮‍💨
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  • Eine Woche mit Fitz 🏔

    Jan 28–Feb 4 in Argentina ⋅ ☀️ 18 °C

    Unser nächster Stopp führt uns nach El Chaltén. Hier steht wieder Wandern auf dem Programm! 🥾

    El Chaltén liegt im Süden Argentiniens, mitten in Patagonien, am Rand des Nationalparks Los Glaciares. Das Dorf zählt nur wenige hundert EinwohnerInnen und wurde erst 1985 gegründet – hauptsächlich, um Argentiniens Anspruch auf diese abgelegene Region zu sichern. Heute ist El Chaltén vor allem eines: die Wanderhauptstadt Argentiniens. 🥇

    Hier gibt es keine großen Hotels, keine Asphaltstraßen im Zentrum und keinen Massentourismus. Stattdessen: kleine Hostels, Bäckereien mit Selbstgemachtem, Outdoorläden und Menschen mit staubigen Wanderschuhen. Wir haben uns hier eine kleine Ferienwohnung gemietet und wegen der absurd hohen Lebensmittelpreise fast alles für die Woche von unserem letzten Stopp aus El Calafate mitgebracht. Frische Ravioli sind hier überraschend günstig, deshalb haben wir uns für eine italienische Woche mit Ravioli und Tomatensauce eingedeckt. 🍝

    Das Besondere an El Chaltén: Alle Wanderungen starten direkt im Ort. Kein Auto, kein Shuttle – man läuft einfach los und steht kurze Zeit später mitten in einer der spektakulärsten Berglandschaften Südamerikas.
    Über El Chaltén und dem Umland thronen die ikonischen Granittürme des Cerro Fitz Roy und der umliegenden Berge. Nerdwissen: Der Gründer der Kleidermarke "Patagonia" bestieg damals den Fitz Roy und nahm die Umrisse der Bergkette hier als Vorlage für das Logo von "Patagonia". Insgesamt dreht sich alles in El Chaltén um Mt. Fitz Roy und so auch für uns. Wir können die Bergspitze aus dem Bett sehen, sehen Fitzi auf fast allen unserer 100 gewanderten Kilometer, lunchen am See mit ihm im Blickwinkel und das Grand Final ist natürlich Fitzi früh morgens im Licht des Sonnenaufgangs. 🌄

    Die Nachtwanderung zum Fitz Roy für den Sonnenaufgang ist ein besonderes Erlebnis. Wir stehen um 1:30 Uhr morgens auf, wandern um 2 Uhr los. Für dreieinhalb Stunden geht es mit den Stirnlampen über Stock und Stein, die letzte Stunde steil bergauf. Insgesamt über 1.000 Höhenmeter. Wir können von unten schon die Stirnlampen der anderen im Zickzack nach oben klettern sehen.
    Als wir oben ankommen, fängt der Himmel hinter uns so langsam an, sich rot zu färben. Wir suchen uns einen Platz und sehen gespannt, wie es immer heller wird, wie der Himmel sich rosa färbt und schlussendlich der Fitz Roy in orangenem Sonnenschein bestrahlt wird. Wow! 🌅

    An unseren Tagen hier wandern wir zu allen Highlights in der Gegend:
    1) Laguna Torre - wo es einen Gletscher zu sehen gibt,
    2) Laguna Capri (wo Luc sich sogar kurz ins Wasser wagt), Lagunas Madre und Hija (wo wir am Ufer entspannen),
    3) Loma del Pliegue Tumbado - von wo aus wir die gesamte Gebirgskette von oben sehen können,
    4) und natürlich die Wanderung zum Fitz Roy zum Sonnenaufgang. 🦵

    Seit unserer Ankunft in Patagonien sind wir insgesamt schon 250km gewandert, 105 km hier in El Chaltén. Es tut richtig gut, so viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Wir fühlen uns lebendig und befreit. Und, hatten eine ganz tolle Woche mit unserem Fitzi! 😃🏔
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  • Gletscherwanderung "Big Ice Hike" 🧊

    Jan 25–28 in Argentina ⋅ 🌧 1 °C

    Von Puerto Natales geht es zu unserem ersten Stopp in Argentinien - El Calafate.
    In der Innenstadt gibt es hauptsächlich Cafés, Outdoor-Shops und Grillrestaurants. Die Stadt am Lago Argentino lebt vom Rhythmus der Reisenden, die wegen eines einzigen Naturwunders hierherkommen: der Perrito Moreno Gletscher. Auch wir haben schon vor Monaten unsere Tickets gebucht und freuen uns ebenso lange wie kleine Kinder auf den Weihnachtsmann, endlich Gletschereis unter den Füßen zu spüren. 🥾

    Nach der Ankunft richten wir uns in unserer kleinen Ferienwohnung ein und verbringen den nächsten Tag hauptsächlich mit Einkaufen, Joggen und Packen - denn, an Tag 2 ist es endlich soweit. Auf geht's in den Nationalpark Los Glaciares 🏞

    Der Perito-Moreno-Gletscher gehört zum Südpatagonischen Eisfeld, der größten zusammenhängenden Eismasse außerhalb der Polarregionen. Er ist rund 30 km lang, bis zu 5 km breit und bedeckt eine Fläche von etwa 250 km² – mit Eiswänden von bis zu 70 Metern Höhe über dem Wasser. Der Gletscher bewegt sich kontinuierlich mit etwa 1–2 Metern pro Tag. Das Knacken und Grollen ist schon aus der Ferne hörbar. Noch beeindruckender ist es allerdings, wenn riesige Eisbrocken von der Wand ins Wasser stürzen, während man nur ein paar 100 Meter entfernt steht. 🥶

    Der " Big Ice Hike" 🧭
    Wir dachten uns: Wann sieht man nochmal ein Gletscher und vorallem, wann kann man mal auf einem wandern?! Genau jetzt und genau hier, also haben wir uns die Gletscherwanderung "Big Ice Hike" gebucht. Los geht es mit der Fahrt zu den Aussichtsbalkonen. Der erste Blick auf den Perito-Moreno-Gletscher ist überwältigend. Eine gewaltige Wand aus Eis, zerfurcht von Rissen, leuchtend in Blau- und Weißtönen. Das Wetter heute ist á la Patagonia - windig, Nieselregen und wechselhaft. Trotzdem freuen wir uns, weil sich vor uns ein Regenbogen über den Gletscher zieht. Ein magischer Anblick! 🌈

    Anschließend werden wir mit einem Boot entlang der Gletscherfront zum Einstiegspunkt der Wanderung gefahren. Vom Aussichtsbalkon sieht der Gletscher eher klein aus. Im Schatten der Eiswand merken wir erst wie hoch 70 Meter doch sind. Dann anlegen, ab durch den Wald, entlang der Felswand zur Grenze zwischen Land und Eis. Hier werden uns Steigeisen angelegt und letzte Anweisungen zur Wanderung gegeben. 🎿

    Die ersten Schritte sind wackelig und ungewohnt. Die Steigeisen scheinen so alt wie der Gletscher selbst zu sein, da sie einiges wiegen. Aber einmal auf dem Eis ist es ein unbeschreibliches Gefühl und vorallem ein einzigartiger Anblick. Wir gehen vorbei an tiefblauen Spalten, kleinen Lagunen und bizarren Eisformationen. Wir werden von einem Guide geführt, der wiederum den Weg auswählt, nachdem 2 Bergführer die Wege vor uns erspäht haben. Er sagt zu uns: "Der Weg auf dem Gletscher ist jeden Tag anders. Keiner weiß, wie es morgen aussieht. Der Gletscher lebt." 🧊

    Wir wandern insgesamt 3 Stunden über die weite Eisfläche. Diese Blautöne haben wir vorher noch nirgendwo gesehen. Die Blicke tief in Gletscherspalten direkt neben den Füßen faszinieren und machen gleichzeitig ein wenig Angst. Auf einem Eishügel halten wir für einen Blick über den gesamten Gletscher und wir kommen aus dem Staunen mit großen Augen nicht mehr hinaus. Nur der eisige Wind zwingt uns manchmal den Blick zu senken. Nach einer Mittagspause auf dem Eis und einem Schluck des heiligen Wassers aus einem kleinen Fluss gehen wir leider schon wieder zurück. 😲

    Immer wieder drehen wir uns auf dem Rückweg sehnsüchtig nach hinten. Wieder angekommen auf dem Boot fahren wir bei blauem Himmel in der Sonne vom Gletscher weg und schießen ein paar letzte Fotos. Zum Abschluss gibt es einen Whiskey auf Gletschereis im Glas und wir trinken ihn wie in einem Film auf dem Deck des Bootes. Was für eine Erfahrung! 😎
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  • Adìos, Chile! 👋

    Jan 23–25 in Chile ⋅ ☁️ 19 °C

    Unseren letzten Tag in Chile verbringen wir in Puerto Natales und legen nach der langen Wanderung die Füße hoch. 😌

    In knapp vier Wochen ging es von San Pedro de Atacama mit seiner surrealen Wüstenlandschaft im Norden über La Serena an die Küste, weiter nach Valparaíso mit seinen bunten Hügeln, durch das pulsierende Santiago de Chile und schließlich bis ganz in den Süden in den atemberaubenden Torres del Paine Nationalpark. Wenn wir auf unsere Stationen zurückschauen, war es definitiv eines der diversesten Länder. Für uns macht diese Diversität Chile in vielen Belangen aus, auch weil es geographisch so außergewöhnlich ist. Die Nord-Süd-Ausdehnung des Landes beträgt 4.200km (länger als Europa), während es lediglich 180 km breit ist - eins der längsten und schmalsten Länder. Und so findet man hier viele Extreme – von der trockensten Wüste der Welt bis zu eisigen Gletschern in Patagonien. Ähnlich ist es in der Entwicklung und Verteilung des Reichtums - die Preise im Supermarkt sind vergleichbar mit Deutschland, stellenweise sogar höher, weil sie gemessen werden an der Kaufkraft der oberen Einkommensklasse. Und so wird Chile oft als eins der entwickeltsten Länder Südamerikas bezeichnet, wirkt aber irgendwie anders. Aber in Europa sind wir von Nord nach Süd ja auch unterschiedlich, also bleibt Chile für uns eine Erfahrung voller Diversität und toller Momente. 🇨🇱

    In Chile haben wir auch ein paar Honeymoon Highlights erledigt:

    38 insgesamt | 24 Highlights geschafft ✅️ | 14 tolle Highlights noch offen

    21. Leckt den Boden der Atacama Wüste ab (Phillip) - Auch wenn wir das lieber in der Uyuni-Wüste mit dem würzigen Salzboden gemacht hätten, haben wir auch das erledigt 😋

    22. Foto von uns beiden in der Atacama-Wüste (Luc's Papa Michel) - Danke für dieses einfache, schöne Highlight 📷

    23. Findet ein anderes Paar Touristen und tauscht Hüte, Brillen und Schuhe mit Vorher-/Nachher-Foto (Steffen) - Hierfür haben uns Lea und Hauke geholfen, auch wenn wir am Ende alle unsere Schuhe behalten haben 😁

    24. Macht einen friedvollen Krieger vor einem Gletscher in Patagonien (Arne & Nina) - Nach Acro-Yoga in Mexiko haben wir diese relativ einfache Pose noch geschafft 🧘‍♂️

    Auf, auf nach Argentinien und dessen Teil von Patagonien! 🇦🇷
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  • Torres del Paine Hike Teil 2 🏞

    Jan 20–23 in Chile ⋅ ☁️ 13 °C

    Die zweite Hälfte des O-Treks fühlt sich anders an: belebter, touristischer, aber nicht weniger beeindruckend. Nach Tagen der Einsamkeit treffen wir hier wieder mehr Wanderer, viele von ihnen auf dem berühmten W-Trek, die kleine Schwester unseres Hikes. Der Kontrast ist spürbar - alles ist geschäftiger und wirkt gut ausgebaut. 🏡

    Etappe 5: Camp Grey → Camp Paine Grande – Entlang des Lago Grey
    Am Morgen besuchen wir zuerst das nahegelegene Ufer mit Blick auf den Gletscher. Hier treiben noch ein paar kleine Eisschollen in der Bucht. Der Anblick aus nächster Nähe ist beeindruckend - das Eis ist genauso leuchtend blau wie aus der Ferne. ❄️
    Die kommende Wanderetappe ist eine der entspanntesten der gesamten Runde – zumindest was die Höhenmeter betrifft. Der Weg verläuft größtenteils entlang des Lago Grey, mit konstantem Blick auf den Gletscher und die umliegenden Berge. Wir machen nochmal unzählige Gletscher-Bilder, weil wir wissen, dass wir ihn nach heute hinter uns lassen müssen. Traurig winken wir ihm bei der Mitte des Weges an einer Kurve zu. 🧊
    Der Wind bleibt unser treuer Begleiter, doch das gleichmäßige Gehen ist sehr angenehm. Nach den fordernden Tagen zuvor genießen wir breitere Wege, weniger technische Passagen und Zeit, um wirklich hinzuschauen. Camp Paine Grande erinnert uns optisch an einen Küstenort an der Nordsee. Es ist sehr windig, Fähren kommen an und um uns herum sind kleinere, grüne Hügel wie Dünen. Dafür gibt es ein ausgiebiges Dinner- und Frühstücksbuffet, um die Akkus wieder aufzuladen. 😋

    Etappe 6: Camp Paine Grande → Camp Francés – Auf zur Spitze
    Wir starten sehr früh, denn heute ist ein langer Tag. Der Weg von Camp Paine Grande führt zunächst entspannt am türkisfarbenen Lago Skottsberg entlang.
    Nach zwei Stunden erreichen wir das Camp Italiano, wo wir unsere großen Rucksäcke zurücklassen und mit leichterem Gepäck den Anstieg zum Mirador Britanico starten.
    Es geht 600m bergauf durch den Wald und über Geröll. Über uns donnern Eislawinen von den hängenden Gletschern des Paine Grande und des Cerro Hoja – ein tiefes, grollendes Geräusch, das durch das ganze Tal hallt. Erster Stopp ist der Mirador Francés, von dem aus man direkt auf die Gletscherwand des Paine Grande gucken kann. 🏔
    Nach einer kurzen Pause geht es weiter. Der Weg zum Mirador Británico zieht sich über Stock und Stein. Nach dem zweistündigen Anstieg öffnet sich ein überwältigendes Panorama: Ein Kreis aus steilen Granitwänden umgibt uns, als stünden wir mitten in einem Krater. Cerro Catedral, Cerro Torre, Paine Grande – die Gipfel ragen in alle Richtungen auf. Wir sind super beeindruckt. Nach einer Pause gehen wir den gleichen Weg wieder bergab, holen unsere Rücksäcke und kommen bald im Camp Francés an. 🏞

    Etappe 7: Camp Francés → Camp Central – Vorfreude auf den letzten Aufstieg
    Der Weg nach Camp Central geht weiter den See entlang. Heute brennt die Sonne. Die Beine sind müde und die vielen Kilometer der letzten Tage stecken uns in den Knochen. Im Camp angekommen ruhen wir uns erst einmal aus und checken das Wetter für den nächsten Tag. Es geht zu den 3 "Torres del Paine", ins Herz des Nationalparks. 🗻🗻🗻

    Etappe 8: Der Aufstieg zu den Torres del Paine – Ein perfekter Abschluss
    Noch vor Sonnenaufgang brechen wir auf. Der Weg ist steil, teilweise geht es über Fels und Geröll, es zieht sich. Nach 3 Stunden und 1000m Anstieg erreichen wir die Lagune und die Torres del Paine. Der Anblick der Berge im Spiegel des Bergsees vor ihnen ist wirklich einzigartig. Mit uns sind vielleicht 10 andere Wanderer hier oben. Es fühlt sich an wie abgeschottet von der Welt, alleine in der Ruhe der Berge. Wir schießen Fotos und genießen den Ausblick. Es weht kalter Wind und wir freuen uns, wenn sich ab und zu die Sonne blicken lässt. 😎
    Nach 2 Stunden machen wir uns auf den Rückweg. Uns kommen unzählige Touristengruppen entgegen (Luc zählt 853 Menschen) und wir freuen uns, dass wir uns diese Bergoase nicht mit allen teilen mussten. Den Nachmittag verbringen wir im Camp und warten auf den Bus am Abend zurück nach Puerto Natales. 🚌

    Wir sind sehr erschöpft und müde, aber auch super glücklich. Landschaftlich waren die letzten 8 Tage ein absolutes Highlight. Es war definitiv einer der schönsten Wanderwege (wenn nicht sogar der schönste), den wir gegangen sind. Und, Patagonien hält was es verspricht - hohe Berge, Gletscher, raues Wetter und einmalige Naturkulissen. Wir lieben es! 🌎
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  • Torres del Paine Hike Teil 1 🏞

    Jan 14–20 in Chile ⋅ ☁️ 10 °C

    Die Wanderung im Nationalpark Torres del Paine stand lange auf unserer Wunschliste und ist ein Herzstück unserer Auszeit. Dieser Teil von Patagonien fühlt sich an wie das Ende der Erde (was es ja auch ist) und ist rau, windig, mit tollen Seen, Bergen, Gletschern und auch unberechenbarem Wetter – ein Outdoor-Paradies! 🏞

    Bevor wir jedoch unsere Rucksäcke schultern und in den Torres del Paine Nationalpark aufbrechen, verbringen wir zwei Tage in Puerto Natales, um uns vorzubereiten. Puerto Natales ist keine klassische Schönheit. Es hat kleine Holz- und Wellblechhäuser, Cafés mit beschlagenen Fenstern, Blick auf die schneebedeckten Berge, es ist sehr windig und überall sind andere Wanderer mit großen Rucksäcken. Hier haben wir letzte Einkäufe erledigt, die Etappen studiert und unsere Rucksäcke gepackt. Das will in Patagonien wohlüberlegt sein, da die Gegend für sehr wechselhaftes Wetter bekannt ist. Zwiebel-Look für windige 15 Grad, blauer Himmel und Sonne bei gefühlten 25 Grad sowie 0 Grad, Nachtwanderung, Sturmböhen und Regen stehen auf dem Programm.
    Abends sitzen wir am Kamin in unserem Hostel und spüren diese besondere Mischung aus Nervosität und Aufregung. Besonders viel Respekt haben wir vor der Passüberquerung, an dem im November letzten Jahres noch 4 Touristen in einem Schneesturm verunglückt waren. 🙏

    Etappe 1: Vom Startpunkt zu Camp Serón – Ankommen
    Die 8-Tageswanderung im Torres del Paine wird O-Trek genannt, weil man die Gipfel einmal umrundet. Er beginnt vergleichsweise sanft. Nach der zwei-Stündigen Fahrt in den Nationalpark führt der Weg durch offene Landschaft, weite Ebenen und erste Wälder. Auf dem Weg kommen wir weite Felder mit Wildblumen, die im Wind zu tanzen scheinen. Der Wind begleitet uns von Beginn an – mal sanft, mal starke Böhen, gepaart mit Nieselregen. Die Strecke ins erste Camp (Serón) ist ideal, um anzukommen - weite Blicke, wenig Höhenmeter und erste Begegnungen mit anderen Wanderern, die uns die nächsten 8 Tage begleiten. Im Camp erwartet uns das aufgebaute Zelt in der Abendsonne. Sehr schön 🏕

    Etappe 2: Camp Serón nach Camp Dickson – Entlang des Río Paine
    Am zweiten Wandertag geht es um 8 Uhr in der Morgensonne los. Die Szenerie ändert sich spürbar. Zu Beginn wandern wir lange weiter durch tolle Blumen- und Gräser-Felder. Und wieder dabei - der Nieselregen. Der Pfad folgt dem Río Paine, das Wasser ist milchig-türkis, gespeist von Gletschern. Die Landschaft wird dramatischer, die Berge rücken näher. Der Weg zieht sich, vor allem durch den beißenden, starken Wind. Doch die Aussicht in der Sonne zum Ende auf Lago Dickson und das Camp entschädigt für alles. Camp Dickson gehört zu den schönsten Campingplätzen des gesamten Treks, weil es umgeben von Bergen direkt am See liegt. Beim kurzen Besuch am Seeufer erhaschen wir sogar einen ersten Blick auf einen Gletscher. Traumhaft. Schöner als wir uns das vorgestellt haben. Wir sind jetzt wirklich draußen. 🏔

    Etappe 3: Camp Dickson nach Camp Los Perros – Im Reich der Gletscher
    Diese Etappe markiert den Übergang in den wildesten Teil des O-Treks. Der Weg wird schmaler, matschiger, ursprünglicher. Immer wieder öffnet sich der Blick auf den Dickson-Gletscher, dessen Eis in allen Blautönen schimmert. Das Ziel liegt abgeschieden im Wald, umgeben von Bergen und dem knirschenden Geräusch des nahegelegenen Gletschers. Wir kämpfen uns den steinigen Weg hoch und werden mit dem Blick auf einen bilderbuchähnlichen Bergsee belohnt. Je näher wir Camp Los Perros kommen, desto spürbarer wird die Spannung: Morgen steht der John-Gardner-Pass an – die schwierigste Etappe der Runde. Aktuellste Wetterberichte werden diskutiert, Rucksäcke umgepackt, Wecker früh gestellt. Aufgeregt aber müde legen wir uns um 20 Uhr zum Schlafen. 😴

    Etappe 4: Über den John-Gardner-Pass – Patagonien zeigt sein wahres Gesicht
    Es ist 4.20 Uhr als der Wecker klingelt. Draußen leuchten schon die Taschenlampen der anderen Wanderer, die ihre Zelte zusammenpacken. Noch im Dunkeln brechen wir auf, weil der Regen erst um 8 Uhr starten soll und wir trocken über den Pass kommen wollen (das wird ca. 4h dauern). Das erste Stück führt uns durch den Wald mit Matsch und Balanceakten über Stock und Stein. Im Dunklen gar nicht so einfach, vor allem weil eine unserer beiden Taschenlampen nicht funktioniert. Als wir aus dem Schutz des Waldes treten, peitscht uns der Wind mit 60 km/h ins Gesicht. Aber wir sehen noch das Orange des Sonnenaufgangs in den Wolken, das stimmt uns zuversichtlich. Der Aufstieg zum John-Gardner-Pass (ca. 1.200 Höhenmeter) besteht aus Geröll und Steinen, ist steil, rutschig und fordernd. Wir können uns leider nur kurz über die Szenerie freuen, weil dann der Regen doch schon früher als vorausgesagt einsetzt. Traue keiner Wettervorhersage in Patagonien... Jeder Schritt erfordert Aufmerksamkeit, damit wir nicht ausrutschen oder vom Winde verweht werden (wäre tatsächlich ein paar Mal fast passiert). Dann, endlich, stehen wir oben - wir sind bis auf die Unterwäsche nass und der Regen peitscht uns eisig ins Gesicht. Der Regen wird vom Wind so gepeitscht, dass es sich anfühlt, also würde uns jemand Sand in die Augen werfen... 🥶

    Einmal über den Berg werden wir vom schlechten Wetter abgelenkt, denn vor uns erscheint im Nebel der Grey-Gletscher. Gigantisch. Endlos. Atemberaubend.
    Genau für diesen Augenblick sind wir hier oben, wenn auch eigentlich lieber trocken. Angetrieben von dem aufklarenden Blick durch den Nebel je tiefer wir absteigen, laufen wir weiter. Der Abstieg ist technisch anspruchsvoll, mit Seilpassagen und glitschigem Waldboden. Aber irgendwann wird der Weg flacher, der Wald dichter, der Regen weniger – und wir wissen: Das Schwierigste liegt hinter uns. Nach knapp 4 Stunden halten wir an einem Checkpoint für eine Pause zum Essen und Trocknen. Nach knapp einer Stunde reißt die Wolkendecke plötzlich auf und wir pellen uns schnell in die nassen Klamotten zum Weitergehen. In den weiteren 4 Stunden sind wir tatsächlich komplett getrocknet und sehen an Aussichtspunkten sogar einen Regenbogen über dem Gletscher. Die Aussichten sind einmalig und die Wege führen uns über Seilbrücken und Waldwege richtung Camp Grey. Eigentlich wollen wir den Ausblick auf dem Gletscher nicht verlassen, aber wir freuen uns auch auf das Abendessen und eine Dusche. Was ein toller Tag! Nachts erhaschen wir noch einen Blick auf die Milchstraße am sternenklaren Nachthimmel 🌌

    [VIDEOs mit Ton schauen lohnt sich 😃]

    Teil 2 folgt...
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  • Siesta in Santiago City 🏙

    Jan 8–14 in Chile ⋅ ☁️ 24 °C

    Vor unserem Flug nach Patagonien haben wir uns einige Tage in Santiago de Chile eingebucht, um ein wenig Pause zu machen und letzte Vorbereitungen abzuhaken. Unser AirBnB mit 2 Zimmern in einer Wohnanlage mit Waschraum, Pool und Fitnessraum ist dafür top geeignet. Wir kochen oft, machen morgens Sport, telefonieren mit Freunden und Familien, waschen Wäsche und statten uns für die anstehenden Wanderungen aus. Ein Kaffee mit Lea und Hauke vor unserem Abflug darf natürlich auch nicht fehlen. Außerdem beschäftigen wir uns ein bisschen näher mit dem Land, in dem wir uns gerade befinden. 🇨🇱

    🏙 Die Stadt
    Insgesamt fühlen wir uns in den Straßen von Santiago nicht so wirklich sicher. Das war bisher anders. Gleich am ersten Tag beobachten wir, wie jemand auf der Straße bestohlen wird und hören immer wieder, dass Taschendiebstahl und Kleinkriminalität hier Alltag sind. Leider müssen wir für Patagonien mehrere hundert Euro in Argentinischen Pesos beschaffen, und so fühlt sich der Weg zur Bank und danach zur Wechselstube etwas komisch an. Aber mit gekonnten Verwirrungstaktiken wie Umwege durch Einkaufszentren schlängeln wir uns nach Hause 🦸‍♀️🦸

    🛒 Einkaufen
    Wir sind insgesamt schockiert vom Preisniveau. Für eine Fertigpizza aus dem Supermarkt zahlt man z.B. fast 8 €, 250g Käse kosten gut 5€ und für eine Kugel Eis aus der Eisdiele bezahlt man 3,90€. Wir fragen uns, wie die Löhne und die Lebensmittelpreise zueinander passen und lernen, dass ein Großteil der Bevölkerung 35-40% ihres Gehalts für Lebensmittel ausgibt. Viel Raum fürs Sparen kann da nicht mehr bleiben. Im Wesentlichen entstehen die hohen Preise durch eine ausgeprägte Ungleichheit der Einkommensverteilung und der Markt orientiert sich an oberen Einkommensklassen. Der Einkauf ist wie der Gang zu Rewe in Frankfurt.

    📖 Geschichte
    Schon lange lebten in Chile indigene Völker wie die Mapuche, die sich erfolgreich gegen die Inka Herrschaft wehrten. Im 16. Jahrhundert begannen die Spanier mit der Eroberung und Kolonialisierung, doch Chile blieb lange ein abgelegenes und eher armes Randgebiet des spanischen Reiches.
    1810 erlangte Chile seine Unabhängigkeit von Spanien. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das Land vergleichsweise stabil, geprägt von Bergbau und Handel. Im 19. Jahrhundert erweiterte Chile sein Territorium erheblich, unter anderem im Salpeterkrieg.
    Das 20. Jahrhundert brachte soziale Spannungen, Reformen und politische Umbrüche. International bekannt wurde Chile durch den Militärputsch von 1973 (unterstützt wurde das Militär durch die USA, die mit der demokratisch gewählten linksgerichteten Regierung zu Zeiten des Kalten Krieges nicht einverstanden war) und die anschließende Diktatur unter Augusto Pinochet. Pinochet übernahm 1973 die Macht in Chile und regierte das Land bis 1990 als Diktator. Seine Herrschaft war geprägt von massiven Menschenrechtsverletzungen - tausende Menschen wurden verhaftet, gefoltert, ermordet oder verschwanden spurlos. Viele Chilenen gingen ins Exil.
    Gleichzeitig führte Pinochet tiefgreifende wirtschaftliche Reformen ein, die Chile langfristig wirtschaftliches Wachstum brachten, jedoch auch große soziale Ungleichheit schufen. Diese Zeit spaltet und beschäftigt das Land bis heute. (Doku-Tipp: https://youtu.be/4XSuqGsbaKI?si=Fu-FTJG6helD9fik)

    Seit 1990 ist Chile wieder eine Demokratie. Tatsächlich hatten die Chilenen eine der ältesten Demokratien der Welt, bis man eben in Nordamerika beschloss, dass eine linke, sozialistische aber demokratisch gewählte Regierung ähnlich störend wie der Kommunismus sei. Der damals gewählte Präsident Allende war der weltweit erste demokratisch gewählte sozialistische Präsident - leider nur für kurze Zeit. Heute gilt das Land als eines der politisch stabileren Länder Südamerikas. 🌎

    Alles in allem haben wir unsere Akkus aufgeladen und freuen uns riesig auf Patagonien. Vorallem der Nationalpark Torres del Paine ist ein großes Highlight! 🏞
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  • Valparaíso Streetart 🎨

    Jan 7–8 in Chile ⋅ ⛅ 21 °C

    Unser nächster Zwischenstopp ist Valparaíso. Nach einer 7-stündigen Busfahrt mit Flixbus - ja, die sind jetzt auch hier - steigen wir am Terminal aus. Valparaíso ist eine Mischung aus armen Stadtvierteln mit Obdachlosigkeit, Drogenabhängigen und Schmutz und andererseits den schönen Hipster-Vierteln, mit Latte-Art, Galerien und Kunst überall. Irgendwie eine Stadt der Gegensätze. Vor der Eröffnung des Panamakanals war hier einer der bedeutensten Häfen an der Westküste Amerikas. 🚢

    Das Herz von Valparaíso schlägt in den Cerros – den Hügelvierteln, die die Stadt prägen. Besonders Cerro Alegre und Cerro Concepción sind bekannt für ihre farbenfrohen Häuser, kleinen Cafés und atemberaubenden Aussichtspunkte. Beim ziellosen Umherlaufen entdeckt man Street Art an jeder Ecke: politische Statements, Poesie, Fantasiewesen – jede Wand erzählt ihre eigene Geschichte. Die Orientierung geht schnell verloren, aber genau das macht den Reiz aus. Treppen führen ins Nichts, Gassen enden plötzlich in Aussichtsbalkonen, und hinter jeder Kurve wartet ein neues Fotomotiv. 📸

    Wir lassen uns einfach treiben, trinken Kaffee, essen Empanadas und Eis - hier zum astronomischen Preis von 3,30€ pro Kugel. Später setzen wir uns auf einen der zahlreichen Balkone und trinken Sangría. 🍷

    In einer der farbenfrohen Straßen sehen wir den aktuellen chilenischen Präsidenten Gabriel Boric, der einen Jugendclub besucht. Er wirkt super nahbar und sympathisch. Schade, dass er im März vom ultra-rechten José Antonio Kast abgelöst wird, dem Sohn eines ausgewanderten deutschen Wehrmachtssoldaten...

    Es ist ein interessanter Zwischenstopp, der mal wieder zeigt, wie divers Chile, das sich 4.300km von Nord nach Süd (zum Vergleich: Europa ca. 4.000km) erstreckt, ist 🌎
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  • Fischmarkt in La Serena 🦭

    Jan 5–7 in Chile ⋅ ☁️ 21 °C

    Um die lange Fahrt gen Süden etwas aufzuteilen, wird La Serena unser erster Stopp. Die 14-stündige Nachtbusfahrt dorthin war sehr gut, wir schlafen ausnahmsweise echt gut. 😴

    La Serena liegt an der Pazifikküste, und so verbringen wir den ersten Tag damit, am Strand entlang zu spazieren und den Möwen beim Öffnen der Muscheln zuzusehen. Interessant zu sehen, wie Möwen sich eigentlich ihre Nahrung besorgen, wenn sie keine Pommes von Touristen aus der Hand klauen. 🦅

    Außerdem nutzen wir die Zeit, um bei Decathlon die Preise für sämtliche Wanderutensilien für Patagonien auszukundschaften. Wir werden uns in Santiago ordentlich ausstatten.

    Am zweiten Tag gehen wir seit langem mal wieder am Strand laufen. Sophias Fuß hält ganze 8 km - ein Meilenstein. 💪
    Später machen wir einen Abstecher zum Fischmarkt von Coquimbo, wo wir riesige Seelöwen sehen, riesige Fischkadaver (wir sind uns sicher, dass einer von einem großen Hai ist) und Luc probiert Empanadas mit Krabben und Seeschnecken. Die "Locos" sind Seeschnecken, die nur an der Küste Chiles leben. Weil Taucher sie sammeln müssen, ist es außerhalb Chiles eine teure Delikatesse. Es hat tatsächlich sehr lecker geschmeckt 😋

    Den Abend verbringen wir mit Lea und Hauke, um Leas Geburtstag zu feiern. Sie lädt uns auf eine super leckere Pizza und einen Pisco Sour ein. Toller Abend! 🤗
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  • !Hola, Chile! 🇨🇱

    Jan 1–4 in Chile ⋅ ⛅ 17 °C

    Unsere Reise in Chile startet in San Pedro de Atacama, nahe der Atacama Wüste.

    Nach unseren letzten Tagen in der Salar de Uyuni sind wir etwas erschöpft und haben Mal wieder eine kleine Magen-Darm Verstimmung. Außerdem befinden wir uns nach einem Monat über 3.000 Höhenmetern und mehr mal wieder auf halbwegs normaler Reisehöhe mit 2.400m. Irgendwie hat es uns ein wenig geschafft.
    Deswegen machen wir im San Pedro etwas ruhiger als ursprünglich geplant.
    Wir verbringen unsere Zeit mit Erholung, Reiseplanung und damit, uns wieder mit dem neuen Land zu befassen (Transporte, Unterkünfte, Preisniveau, Bargeldbeschaffung und -bedarf). Chile wird als die Schweiz von Südamerika bezeichnet - wir sind gespannt. 🇨🇱

    Am 3. Tag zieht es uns dann aber doch raus und wir machen eine insgesamt 30km lange Mountainbike Tour ins wunderschöne Valle de Luna (Tal des Mondes), zusammen mit unseren Freunden Lea und Hauke. 🚴‍♂️🚴‍♀️
    Für insgesamt 40€ und Lucs Führerschein als Pfand leihen wir uns 4 Top Mountainbikes inklusive Helme und cooler "Leibchen" aus. Nur wenige Kilometer von San Pedro de Atacama entfernt öffnet sich eine Landschaft, die surrealer kaum sein könnte – scharfkantige Felsformationen, endlose Sanddünen und Farben, die je nach Sonnenstand zwischen Ocker, Grau und zartem Rosa wechseln. Eine Landschaft, geformt von Zeit und Wind.
    Das Valle de Luna ist das Ergebnis von Millionen Jahren Erosion. Wind und Salz haben bizarre Skulpturen aus dem Gestein geformt. Beim Wandern durch das Tal knirscht der salzhaltige Boden unter den Füßen. Mit dem Mountainbike düsen wir über Sand, Gestein und Asphalt.
    Besonders beeindruckend sind die Dünen, die sich wie Wellen durch das Tal ziehen. Der Aufstieg an der Duna Mayor ist anstrengend – der feine Sand gibt bei jedem Schritt nach – doch oben angekommen wird man mit einem Panorama belohnt, das sprachlos macht. Die Atacama-Wüste breitet sich endlos aus, eingerahmt von Vulkanen und schneebedeckten Gipfeln in der Ferne. Nähergelegene Hügel sind auch weiß, allerdings nicht bedeckt von Schnee sondern von Salz. 🗻

    Wir sind dankbar, dass wir diese einzigartige Landschaft sehen dürfen. Die Wüsten von Bolivien und Chile sind wirklich beeindruckend! 🏜
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  • Tschüss Bolivien, tschüss 2025!

    January 1 in Bolivia ⋅ ☀️ 0 °C

    Die Salzwüste hat es für Bolivien zum Ende hin auf jedenfall nochmal rausgerissen! Die politische und wirtschaftliche Lage sind sicherlich gerade nicht einfach. Die Natur in Bolivien ist einfach so divers und schön, dass sich eine Reise immer lohnt. Wir verlassen Bolivien mit definitiv einzigartigen Erfahrungen 🙂

    In Bolivien haben wir auch ein paar Honeymoon Highlights erledigt:

    38 insgesamt | 20 Highlights geschafft ✅️ | 18 tolle Highlights noch offen

    18. Foto von uns, wie wir am 24.12. Geschenke unter einem Tannenbaum auspacken (Jan-Martin) - Wir haben zwar keinen Tannenbaum mit Geschenken in der Wohnung gehabt, haben dafür aber draußen einen großen Baum und große Geschenke gefunden. Nur auspacken durften wir sie nicht 😃

    19. Video von dem Besuch einer südamerikanischen Weihnachtsfeier (Johann) - Unser ursprünglicher Plan war, einen Gottesdienst in La Paz zu besuchen. "Leider" haben wir uns in der Wohnung so wohlgefühlt, dass wir es nicht geschafft haben. Dafür haben wir etwas gemacht, was wir sonst nie an Heiligabend machen würden - mit Pizza und Rotwein im Bett Weihnachtsfilme schauen. Johann hat uns verstanden 🍕🍷

    20. Luc soll sich einen stabilen Reiseschnörres stehen lassen und Sophia rasiert ihn ab (Eva & Jamo) - Nach der kleinen Schnurrbart-Periode, mit durchaus einigem Lob, wurde der Schnörres auf der Isla del Sol extrem professionell entfernt. Tolles Video 😃
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  • Endlich in der Salzwüste von Uyuni

    Dec 30–Jan 1, 2026 in Bolivia ⋅ ☀️ 19 °C

    Wir haben uns schon lange auf die Salzwüste von Uyuni gefreut, jetzt ist es endlich soweit. Was das Erlebnis noch besser macht: unsere Freunde Lea und Hauke machen die Tour mit uns, der Spaß ist garantiert! 🥰

    Die Uyuni-Salzwüste in Bolivien gehört zu den spektakulärsten Landschaften Südamerikas – und die 3‑tägige Jeep-Tour von Uyuni (Bolivien) nach San Pedro de Atacama (Chile) ist der absolute Klassiker. Die Route führt nicht nur über das größte Salzfeld der Erde, sondern auch durch surreal wirkende Wüsten, farbige Lagunen, Geysire und heiße Quellen. 🏞

    Tag 1: Uyuni – Salzwüste
    Vormittags geht es los, wir treffen Lea und Hauke, unseren Fahrer René sowie die beiden anderen Mitreisenden (ein Paar aus Brasilien). Wir werden uns die nächsten 3 Tage die 6qm im Toyota 4x4 teilen.

    🚂 Zugfriedhof (Cementerio de Trenes):
    Bei unserem ersten Stop sehen wir eigentlich nur verrostete Dampfloks mitten im Nirgendwo – ein kurzer, aber fotogener Stopp. Wir freuen uns, dass der Metall-Schrott der alten Züge noch als Touristen-Attraktion verwendet wird.

    🧂 Salar de Uyuni:
    Nach ein paar Kilometern öffnet sich die Weite der größten Salzwüste der Welt. Endlos weiß, flach und still. Anfangs ist die Wüste noch knallweiß, es bilden sich geometrische Salzstrukturen am Boden. Wir halten zum Mittagessen an einem Haus, das komplett aus Salz gebaut ist. Der Tisch ist aus Salz, wir sitzen auf Salzblöcken, nur essen soll man es wohl nicht. Später kommen wir zu dem Teil der Wüste, der komplett mit Wasser bedeckt ist. Hier ist die Salar ein gigantischer Spiegel des Himmels.

    🌅 Sundowner:
    René bereitet uns zum Sonnenuntergang ein paar Snacks vor und öffnet einen Rotwein. So einen Sonnenuntergang haben wir noch nie erlebt. Wir haben das Gefühl, dass wir Teil des Sonnenuntergangs sind, weil sich die orangenen Wolken im Wasser unter uns spiegeln. Was ein Finale des Tages...

    Tag 2: Lagunen, Flamingos & Hochlandwüste

    Nach einer Nacht in einem Salzhotel geht es früh am Morgen weiter.

    🦩 Lagunen, Flamingos & Vicuñas
    Wir passieren mehrere Lagunen (Cañapa, Hedionda & Chiar Khota), in denen hunderte Flamingos leben, die mit ihrem Rosa wunderschön mit dem Blau des Wassers und den ockerfarbenen Bergen (und teils schneebedeckten Gipfeln) kontrastieren. So viele Flamingos haben wir noch nie gesehen und auch die Farben der Landschaft sind einzigartig. Überall laufen Vicuñas frei herum. Sie ähneln Lamas, sterben aber in Gefangenschaft und sie gibt es deshalb nur hier in freier Wildnis.

    🏜 Siloli-Wüste & Árbol de Piedra
    Die Siloli-Wüste ist eine richtige Wüste und wirkt wie eine Marslandschaft. Der berühmte Árbol de Piedra – ein vom Wind geformter Felsen in Baum-Form – zeigt eindrucksvoll, welche Kraft die Natur hier hat. Außerdem sehen wir Viscachas, eine Art Chinchillas, die extra aus den Felsen kriechen, als wir kommen.

    🔴 Laguna Colorada
    Ein weiteres Highlight des Tages: die Laguna Colorada. Durch Algen und Mineralien leuchtet sie intensiv rot, während Flamingos durch das flache Wasser waten. Wir finden, das Wasser erinnert ein bisschen an einen Chemie-Unfall, so rot ist es. In der Lagune formen sich Salzschollen. Umrahmt wird alles von einem grünen, moßigen Boden und blauen Wasserzuflüssen. Die Kontraste der verschiedenen Farben sind wunderschön und mit keiner Kamera der Welt so festzuhalten.

    🌠 Año Nuevo
    Silvester feiern wir in einer sehr einfachen Unterkunft auf über 4.000 Metern Höhe – kalt, aber mit klarstem Sternenhimmel. Zu unserer Schande müssen wir gestehen, dass wir gar nicht bis Mitternacht durchhalten, weil es am nächsten Tag mal wieder um 4 Uhr weitergeht.

    Tag 3: Geysire, heiße Quellen & Grenzübertritt

    Der letzte Tag beginnt noch vor Sonnenaufgang.

    🌋 Sol de Mañana – Geysire
    Unser erster Stopp sind dampfende Geysire und brodelnde Schlammlöcher, der Geruch von Schwefel liegt in der Luft. René erzählt uns, dass wir uns eigentlich in einem riesigen Krater eines aktiven Vulkans befinden. Das Brodeln kommt von unterirdischer Lava.

    ♨️ Termas de Polques
    Danach heißt es: entspannen. Wir frühstücken direkt an einer Lagune, die wieder voll mit Flamingos ist. Danach baden wir in den heißen Quellen, direkt an der Lagune und bei eisiger Morgenluft. Dazu ein kühles Bier - was ein Start in 2026. Eins unserer Highlights der Tour.

    💚 Lagunas Blanca & Verde
    Kurz vor der chilenischen Grenze liegen die Laguna Blanca und die Laguna Verde. Beide Lagunen gehen direkt ineinander über - während die Laguna Blanca trinkbares, sauberes Wasser hat, ist die Laguna Verde sehr giftig und enthält Arsen. Auch hier leben Flamingos - wahnsinn...

    🚐 Grenzübertritt
    Es folgen einige Stunden Warten an verschiedenen Punkten des Grenzübertritts (bolivianische Ausreise, chilenische Einreise) mitten in der Wüste. Es ist heiß und wir haben keine Lust mehr.
    Ein Transfer bringt uns schließlich nach San Pedro de Atacama. Wir sind erschöpft und erleichtert, als wir endlich ankommen.

    Wir sind in Chile! 🇨🇱
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  • Die Silberminen von Potosí 🪨

    December 29, 2025 in Bolivia ⋅ ☁️ 8 °C

    Mit dem Nachtbus geht es von La Paz nach Potosí für eine Tour durch die bekannten Silberminen. Potosí liegt auf über 4.000 Höhenmetern, es ist kalt, staubig und irgendwie hat hier fast jeder Laden geschlossen. Hoch über der Stadt thront der Cerro Rico, der „reiche Berg“, der einst der Motor des spanischen Weltreichs sein sollte – und dabei unzählige Leben forderte. 🪨

    Im 16. Jahrhundert wurde hier Silber in unfassbaren Mengen gefördert. Der Reichtum, der aus Potosí nach Europa floss, finanzierte Paläste, Kriege und ganze Imperien. Der Preis dafür war brutal: Indigene Zwangsarbeiter, später afrikanische Sklaven, arbeiteten unter unmenschlichen Bedingungen in den Minen. Man sagt, dass der Berg mehr Menschenleben verschlungen hat, als er Silber hervorgebracht hat. ⛰️
    Heute werden immer noch verschiedene Materialien aus dem Cierro Rico gewonnen - hauptsächlich Silber, Zinn, Kupfer, Blei und Wolfram. Die Abnehmer sind China, Japan, Australien und auch Europa. 🗺

    Wir besuchen die Mine im Rahmen einer Tour. Unser Guide ist Francisco, ein "Survivor" wie er sagt. Er hat selbst 15 Jahre in der Mine gearbeitet und hat aufgrund eines schweren Unfalls aufgehört. Das Kopftuch, das er trägt, verdeckt vermutlich noch Spuren seines Schicksals. Umso eindrucksvoller sind seine Erzählungen...👷

    Bevor es hineingeht, kauft man auf dem Minenmarkt Geschenke für die Arbeiter: Kokablätter, Alkohol, Zigaretten, Dynamit. Alles Dinge, die helfen, den harten Alltag unter Tage zu ertragen. Dann geht es los: Schon der Eingang ist niedrig, dunkel und beklemmend. Mit Schutzkleidung, Helm und Stirnlampe kriechen wir durch enge Gänge, vorbei an bröckelnden Wänden und rostigen Schienen. Immer wieder stellen wir uns eng an die Wand oder in Nischen, um den Minenarbeitenden mit ihren Waggons vor sich Platz zu machen. Und genau das ist, was diesen Ort so schwer verdaulich macht - die Gegenwart im Inneren. Männer und Frauen (teils 16 Jahre alt oder jünger) arbeiten hier täglich unter lebensgefährlichen Bedingungen, oft ohne ausreichenden Schutz und für teils 20 Stunden am Stück. Ihre "Arbeitskleidung" sind Helme, Stirnlampen, Gummistiefel, eine Jeans und ein Real-Madrid-Trikot oder Ähnliches. Aus diesem Grund ist die Lebenserwartung eines Minenarbeitenden erschreckend niedrig. Aber für die Menschen ist es oft die einzige Möglichkeit, ein überdurchschnittliches Einkommen zu erzielen und ihre Familie zu ernähren. Francisco spricht oft davon, dass er es für seine Kinder und deren Zukunft macht. Er ist in 4. Generation Minenarbeiter in Potosí.

    Insgesamt verbringen wir 2 Stunden in den wirren Gängen der Mine. An einigen Stellen erzählt er uns, dass er diese Stützen gebaut oder Schienen gelegt hat. Tief in einem kleinen Gang werden wir in sicherem Abstand sogar Zeugen einer Sprengung. Wir hören den dumpfen Knall und spüren noch die Druckwelle. An Tageslicht ist das schon aufregend, aber unter Tage... 🧨

    Drinnen lernen wir „Tío Jorge“ (Onkel George) kennen – eine dämonenartige Figur, die in fast jeder Mine steht. Die Minenarbeiter verehren ihn, denn unter Tage, so glauben sie, herrscht nicht Gott, sondern der Teufel. El Tío bekommt Opfergaben: Alkohol, Zigaretten, Kokablätter. Diese braucht er für Energie, um auf seinen Schultern den Berg zu stützen, und mit seinem angedeuteten Glied den Berg zu befruchten, also die Ausbeute zu verbessern. 🪨

    Nach den zwei Stunden sind wir sehr froh, dass wir wieder ans Tageslicht kommen. Francisco erzählt, dass er teilweise für 30 Stunden in der Mine war. Wir lernen, dass hier Metalle für die ganzen großen Autohersteller gefördert werden und, dass Potosí mit Abstand die höchste Dichte an Luxusautos in Bolivien hat. Den einfachen Arbeitenden hilft das wenig. Wir sind schockiert darüber, wie wenig Schutzausrüstung es gibt, wie normal der Konsum von Alkohol während der Arbeit ist, wie anstrengend die Arbeit und wie schlimm die Arbeitsbedingungen sind. Potosí ist kein Ort, den man „schön“ nennen kann, aber einer, der im Gedächtnis bleibt. Reichtum und Ausbeutung liegen hier eng beieinander, weil in 2025 Edelmetalle abgebaut werden wie vor 100 Jahren für die Autos der Zukunft. Wieso haben wir es gemacht? Naja, so sieht in der Realität ein Arbeitsplatz in der ersten Station einer Lieferkette aus, an dessen Ende wir dann stehen. "Así es la vida" - So ist das Leben hier in Bolivien und das wollen wir kennenlernen 🇧🇴

    Wir fragen uns, ob das EU Lieferkettengesetz hier etwas geholfen hätte oder, ob es einfach umgangen worden wäre...
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  • Weihnachten in La Paz 🎄

    Dec 24–28, 2025 in Bolivia ⋅ ☁️ 16 °C

    Für Weihnachten in La Paz haben wir uns ein sehr günstiges und schönes Airbnb gebucht. Tatsächlich ist es das Penthouse im 12. Stock eines Hochhauses mit super Ausblick auf die Lichter der Stadt. 🤗
    Wir fühlen uns zum ersten Mal seit langem in der Unterkunft richtig wohl. Nach den vielen (Nacht-)Fahrten der letzten Tage sind wir ziemlich kaputt und freuen uns darauf, einfach mal ein bisschen in "unserer" schönen Wohnung Zeit zu verbringen. 🏙

    Der 24te Dezember bringt dann erst nochmal Stress. Wir müssen einkaufen, eine Tour für den 26ten buchen, brauchen endlich eine bolivianische SIM Karte für Internet unterwegs und müssen Geld wechseln. Und so hetzen wir zum Supermarkt, dann zum Mobilfunkladen (weil man die eSIM ernsthaft nur vor Ort im Shop bekommt), zu zwei verschiedenen Touranbietern und zu insgesamt 18 Wechselstuben, wo wir am Ende einen wirklich guten Kurs bekommen. Danach geht es fix nach Hause, um mit unseren Familien zu Heiligabend zu telefonieren und zumindest ein bisschen Teil dessen zu sein. Unseren Abend verbringen wir entspannt mit Weihnachtsfilmen, Rotwein und Pizza. 🎄🍕

    Am 25ten erkunden wir die Stadt und fahren eine Rundtour mit der Seilbahn durch die Stadtviertel. 🚡

    Für den 26ten Dezember haben wir uns eine Downhill Mountainbike Tour auf der berühmten Death Road gebucht. Leider hat die Hälfte der Agenturen über das Wochenende die Preise erhöht (wieder wegen der gestrichenen Subventionen), teilweise mal locker um +40%. Wir finden einen kleinen, lokalen Anbieter, der uns die Tour verhältnismäßig günstig anbietet. Wir denken uns: Was soll schon groß anders sein - man fährt auf einem Fahrrad den Berg hinunter .😄
    Antwort rückblickend: die Organisation und Ausrüstung wären woanders wahrscheinlich deutlich besser gewesen. 🤷‍♀️

    Die Agentur holt uns dann mit dem ältesten, noch fahrenden Bus der Südhalbkugel ab. Man startet die Downhill Fahrt auf knapp 5.000 m - in unserem Fall bei ca. 0 Grad, eisigem Wind und Schnee.
    Unser dafür wirklich (nicht) adäquates Equipment: Bikes und Helme vollkommen in Ordnung, Hose und Jacke sind billige Adidas Trainingsanzüge (0,0 wasserdicht) und die Handschuhe sind wie ein Stück Stoff zusammengenäht in Form einer Hand. 🤙

    Die ersten vierzig Minuten im Schnee und Eisregen bei knapp 0 Grad sind eine absolute Grenzerfahrung - wir sind nach 5 Minuten komplett nass, sehen durch den starken Regen fast nichts, müssen immer wieder auf die Autos und Schlaglöcher aufpassen. Am ersten Stop sind wir komplett nass, spüren unsere Hände und Zehen nicht mehr. Einige (schlauere) Tourteilnehmer haben bereits nach 500m im Bus wieder Platz genommen, wir wollten es zunächst durchziehen. 🤦‍♀️

    Nach Protest sämtlicher TeilnehmerInnen fahren wir dann etwas niedriger, wo es zwar noch stark regnet, aber die Temperaturen erträglicher sind. Dort macht die Fahrt deutlich mehr Spaß und war am Ende super cool. 🤎
    Nie vergessen werden wir den Anblick des Autos, das durch einen Wasserfall fahren wollte, dann aber durchs viele Wasser ausging und minutenlang unter dem starken Wasserstrahl stand, bis es unsere Gruppe rausgeschoben hat. Wenn man denkt, man hat einen schlechten Tag - das ist wirklich die Definition von Pech. 😅

    Nachmittags um 5 gibt es dann noch "Lunch" und anschließend brauchen wir 6 Stunden zurück nach La Paz, weil man wieder über den Bergpass fahren muss, der mittlerweile komplett zugeschneit ist. In Bolivien gibt's auch keine Winterreifen, also schleichen alle Fahrzeuge kilometerlang den Berg rauf und runter. Und wir sitzen überwiegend noch in den nassen Klamotten im kalten Bus. Alles in allem eine Grenzerfahrung - aber das Fahren hat super viel Spaß gemacht. 😄

    Das Video gibt einen ganz guten Eindruck von der Fahrt (bei uns wars deutlich nasser, dafür gab es aber keinen Erdrutsch und man konnte mit dem Rad durchfahren): https://youtu.be/GsP-VmLVz7I?si=hY49nD4PGwNe0qBc

    Am 27ten ruhen wir uns hauptsächlich vom Vortag aus. 😅
    Wir hatten eigentlich noch Wanderungen von La Paz aus geplant. Wegen des sehr bescheidenen Wetters, entscheiden wir uns aber doch dagegen und fahren am 28ten mit dem Nachtbus nach Potosí, um dort eine Führung durch die Silberminen zu machen. ⛑️
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  • Unser Worst Day & Weihnachtswunder 🙏

    December 23, 2025 in Bolivia ⋅ ⛅ 16 °C

    Unser 23. Dezember hat uns so viele Steine in den Weg gelegt, dass wir uns entschieden haben, diesem Tag einen eigenen Beitrag zu widmen. 😁

    Der Plan war, vormittags mit der Fähre zurück nach Copacabana aufs Festland zu fahren und dann um 13:30 weiter mit dem Bus nach La Paz fürs Weihnachtsfest. Wir sollten um 17:30 entspannt in La Paz ankommen...
    Wir sind also um 10 Uhr los ab zur Fähre, und kamen pünktlich um 12 in Copacabana an. Soweit so gut. Als wir dann um 13:30 mit dem Bus weiter wollten, wurden wir allerdings darüber informiert, dass unser Bus wegen Straßenblockaden erst 2,5 Stunden später um 16 Uhr fährt (wir hatten im letzten Post den Subventionsabbau der neuen Regierung und die damit einhergehenden Unruhen beschrieben). 🕓

    Weiterhin alles gut, wir haben den Nachmittag in einem Cafe verbracht, Empanadas gegessen und an unserem Reiseblog geschrieben. Um 16 Uhr gehts los. Nach ca einer Stunde Fahrt hält unser Bus plötzlich an, nichts geht mehr. Wir sitzen dort eine Stunde bis unser Busfahrer uns erlaubt auszusteigen und uns die Beine zu vertreten.
    Im Austausch mit anderen Reisenden wird uns das Ausmaß klar: Unser Bus müsste eigentlich mittels einer Fähre über einen Fluss übersetzen. Allerdings können sich beide Dörfer über die neuen Fahrpreise nicht einigen, der Fährverkehr wurde eingestellt. Um ihre Streiklust zu betonen, haben Fährmitarbeiter auf der anderen Seite Teile der Anlegestellen zerstört. Andere Reisende warten schon seit 8 Stunden auf die Überfahrt. 🙈

    Wir warten, es wird dunkel, wir verlassen den Bus. Schauen am Hafen, was passsiert. Gehen wieder zurück zum Bus. Wir essen Chips und Kekse zu abend.
    Wir warten weiter.
    Es wird kalt.
    Um 19 Uhr kommt Bewegung in die Sache. Das Militär scheint Einzelpersonen mit Booten über den See zu bringen, Fahrzeuge müssen allerdings da bleiben. Wir wissen nicht, wie wir von der anderen Seite des Flusses aus ohne Bus weiter nach La Paz kommen sollten und entscheiden uns, im Bus zu bleiben. Die nächste Info des Busfahrers ist, dass wir heute im Bus übernachten, um unseren Platz in der Autoschlange nicht zu verlieren. 👌

    Uns ist das sehr Recht. Unsere SIM Karte funktioniert in Bolivien nicht, wir haben kein Internet und glauben nicht, dass wir so spät noch Übernachtungsmöglichkeit finden würden.

    Dann um 21:30 die Nachricht: Der Fährverkehr wird wieder aufgenommen. Um 22 Uhr fährt such unser Bus endlich auf das Floß mit kleinen Bootsmotor und wir setzen schaukelnd auf die andere Seite über.
    Um 00:30 sind wir endlich in La Paz. Wir bitten einen anderen Deutschen uns in seinem Uber mitzunehmen, wenn wir dafür den Großteil bezahlen (haben ja kein Internet).
    Um 1 sind wir endlich am Airbnb, stehen aber vor verschlossenen Türen und einem dunklen Foyer. Mist. Wir haben keine Ahnung was wir jetzt machen sollen... Zu unserem großen Glück wird jemand aus dem Haus auf uns aufmerksam, nachdem wir eine Zeit am Haus herumlungern. Wir können erklären, wer wir sind, und werden zu Guter letzt ins Haus gelassen.

    Unser kleines Weihnachtswunder! 🙏🎄
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  • Hola Bolivia, hola Wechselstuben! 🇧🇴

    Dec 21–23, 2025 in Bolivia ⋅ ☁️ 13 °C

    Unser erster Stopp in Bolivien ist die Isla del Sol am Titicaca See. Der Titicaca See liegt auf rund 3.800m Höhe und gilt als der höchstgelegene schiffbare See der Welt. Er erstreckt sich über Bolivien und Peru und ist nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern auch kulturell von enormer Bedeutung. Für die indigenen Aymara und Quechua ist der See heilig. Laut Inka-Mythologie stiegen hier die ersten Inka, Manco Cápac und Mama Ocllo, aus dem Wasser empor – der Ursprung des Inkareichs. ✝️

    Die Isla del Sol (Sonneninsel) liegt im bolivianischen Teil des Titicaca Sees. Autos gibt es hier nicht – stattdessen viele Terrassenfelder, Eselpfade (und dementsprechend auch viele Esel), Alpakas, Schweine sowie spektakuläre Ausblicke. 📸

    Wir haben uns hier für 2 Nächte eine kleine und einfache Hütte gemietet und entspannen nach den Strapazen der Anreise: Essen, Lesen, Telefonieren und den Ausblick genießen. 😴

    Außerdem informieren wir uns ein bisschen über unser neues Reiseland:
    Bolivien ist ein plurinationaler Staat in Südamerika mit etwa 12 Millionen Einwohnern. Die Plurinationalität gibt es weltweit sonst nur in Ecuador und bedeutet, dass in der Konstitution offiziell indigene Bevölkerungsgruppen, deren Sprachen und Gesetze anerkannt werden. Das finden wir extrem cool.
    Bolivien erkennt neben Spanisch 36 indigene Sprachen als offizielle Landessprachen an. So geht Diversität 🏳️‍🌈

    Bolivien ist eine Präsidialdemokratie, Präsident und Vizepräsident werden alle fünf Jahre direkt gewählt. Erst im November 2025 wurde der zentralistische Kandidat Rodrigo Paz als Präsident vereidigt, und beendet damit die zwei Jahrzehnte lange Herrschaft der links-sozialistischen MAS-Partei. Der von ihm angekündigte Subventionsabbau führt zu sozialen Spannungen und Protesten (eine Straßenblockade wird auch unsere Weiterreise nach La Paz verzögern, wir stranden deshalb für ein paar Stunden in Copacabana).

    💵 Armut: Bolivien gehört zu den ärmsten Ländern Südamerikas; ein signifikanter Teil der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.

    🔋 Lithium als Potenzial: Boliviens enorme Lithiumreserven gelten als Zukunftschance, insbesondere für die globale Energiewende. Der Ausbau ist aber technisch kompliziert und bisher weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

    〽️ Tiefe Rezession: Bolivien befindet sich seit mehreren Jahren in einer ernsten wirtschaftlichen Krise mit schwachem Wachstum, hoher Inflation, Devisenknappheit und leerer Staatskasse.

    Wie wir in Peru erfahren, hat diese Devisenknappheit auch einen Einfluss auf unsere Reise. Denn der Schwarzmarkt-Wechselkurs für US-Dollar ist ca. 50% höher als der staatlich fixierte, offizielle Wechselkurs (der für Banken und Kreditkarten gilt). Das bedeutet spontan eins: Wir brauchen US-Dollar in bar, um diese in Wechselstuben in Bolivianos zu tauschen anstatt, wie sonst üblich, Bargeld am Automaten abzuheben. 💱

    Weil das Abhebelimit in Peru 100€ beträgt (Abhebungen aber kostenlos sind - juhu) und man auch nur einmal am Tag abheben kann, verbringen wir mehrere Tage damit, mit sämtlichen Kreditkarten den Höchstbetrag peruanischer Sol abzuheben und in der nächsten Wechselstube in US-Dollar umzutauschen. Wir kommen uns vor wie zwielichtige Geldwäscher - rein in die Wechselstube, Soles auf den Tisch, Wechselkurs analog auf dem Taschenrechner besprechen, US Dollar raus, rein in den Bauchbeutel (ganz ohne Ausweis oder sonst etwas).
    Wir fühlen uns etwas unwohl so viel Bargeld mitzuschleppen. Finanziell lohnt sich das für uns aber dermaßen, dass wir das Risiko gerne eingehen. Durch dieses Wechselspiel werden wir mindestens 30% weniger Ausgaben haben. 💰
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  • Ciao Peru!

    December 20, 2025 in Peru ⋅ ☁️ 15 °C

    Nachdem wir etwas kürzer als gedacht in Peru verbracht haben, sind wir sehr traurig schon zu gehen und haben feste Pläne zurückzukommen, um die vielen Ort zu sehen, die wir diesmal ausgelassen haben! 🫶

    Wir machen uns in einem wilden Ritt auf gen Bolivien. Insgesamt werden wir 27 Stunden in verschiedenen Bussen und Booten verbringen (mit kurzen Pausen, um aufs nächste Transportmittel zu warten).
    Unser erster Stopp wird der Titicaca See sein, dann werden wir Weihnachten in La Paz verbringen. 🎄

    In Peru haben wir natürlich wieder ein paar Honeymoon Highlights erledigt:

    38 insgesamt | 17 Highlights geschafft ✅️ | 21 tolle Highlights noch offen

    13. Kostprobe eine landestypischen Allrounder-Gewürzes aus Peru (Mama Schrodt) - In unserem Kochkurs haben wir gesehen, dass die Küche in Peru mit ähnlichen Gewürzen wie wir kocht, nur anders kombiniert. Aber - die Limette darf nirgendwo als Garnitur fehlen 🍋‍🟩

    14. Ein Selfie am höchsten Berg eurer Reise (Mama & Papa Nölp) - Hierfür gab es ein kultiges Selfie bei den Rainbow Mountains auf über 5000m ⛰️

    15. Macht eine herrschaftliche Pose ("Russenhocke") vor einem ausbrechenden Vulkan (Susi H.) - An der haben wir wahrscheinlich am längsten gearbeitet und haben 2 Eindrücke kombiniert - herrschaftliche Pose aus Peru eingefügt in die Szenerie des ausbrechenden Vulkans in Guatemala (weil wir es in Guatemala aufgrund von Sophias lädierten Fußes nicht machen konnten) ✌️

    16. Macht ein Herz in die Kamera auf einem eurer erklommenen Gipfel (Caro) - Hierzu gab es ein schönes Selfie und weitere lustige Outtakes (siehe Bilder) am Salkantay-Pass 🫶

    17. "Russenhocke" vor einem, beliebigen, jedoch besonderen Hintergrund inkl. Peace-Zeichen (Joschi) - Hierfür haben wir am Humantay-Lake geposed 👯‍♂️

    Trotz der kurzen Zeit in Peru haben wir ein paar tolle Highlights verbracht! 😊
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