Bikepacking entlang der RN40 🚵♂️
Feb 4–11 in Argentina ⋅ ☁️ 14 °C
Für die Auszeit hatten wir uns vorgenommen, etwas neues auszuprobieren: zwei Fahrräder, vollgepackte Taschen und eine Straße, die sich durch die Seen und Wälder von Patagonien schlängelt. Auf geht's für vier Tage Bikepacking auf der Ruta Nacional 40 entlang der Siete Lagos (Seengebiet). 🚵♂️
🧭 Vorbereitung in Bariloche
Bevor wir losradeln, verbringen wir 1 Tag in San Carlos de Bariloche. Die Stadt am Lago Nahuel Huapi war unsere Basis für alles Organisatorische: Großeinkauf im Supermarkt, letzte Snacks, Gaskartusche, Sonnencreme. Dazu die Routenplanung, das Abholen der Fahrräder, Ausleihen eines Zelts inklusive Schlafsäcken + Isomatten und natürlich das große Zusammenpacken. Immer wieder sortieren wir Taschen neu, streichen Dinge von der Liste und diskutieren Gewichtsfragen – klassische Bikepacking-Orga. Dazwischen Kaffee am See, Blick auf die Berge und ein bisschen Aufregung: Bald geht es los, ein neues Abenteuer. Die Räder, die patagonische Landschaft und wir. 😍
Tag 1: Bariloche → Camping Los Cipreses (52 km)
Der Start fühlt sich surreal an. Kaum haben wir Bariloche hinter uns gelassen, wird es erstmal trubelig, denn die Ruta Nacional 40 ist ähnlich einer Bundesstraße in Deutschland. Viel Reiseverkehr, Busse und Trucks. Es kommt Vietnam-Feeling auf und erinnert uns daran, als wir vor 10 Jahren mit dem Motorrad über die vietnamesische Autobahn fuhren. Aber nach einiger Zeit führt die Straße in den Nationalpark Nahuel Huapi durch Wälder, vorbei an glitzernden Seen und ersten langen Anstiegen. Heute ist der heißeste Tag und die Sonne brennt ganz schön. Wir ziehen durch ohne Pause und nach knapp 3 Stunden Fahrt sind wir an unserem ersten Ziel - der Campingplatz Los Cipreses, ein ruhiger Ort zwischen Bäumen, perfekt für die erste Nacht. Zelt aufbauen, im See abkühlen, Nudeln kochen, Sonnenuntergang am Ufer genießen. Uns geht's super gut. 😎
Tag 2: Los Cipreses → Lago Correntoso (60 km)
Der zweite Tag bringt uns tiefer hinein in die berühmte Sieben-Seen-Region. Lago Espejo, Lago Correntoso, immer wieder neue Blautöne zwischen Bergen und Wolken. Die Ruta Nacional 40 zeigt sich von einer neuen Seite: Schöne Ausblicke, Wind von vorne, lange Wellen im Asphalt, weniger Verkehr, einige Höhenmeter. Wir machen einen Lunch Stopp in Villa la Angostura und gönnen uns Kaffee und Croissant. Außerdem lassen wir Sophia's Rad in einem Radladen reparieren, weil die Gangschaltung nicht richtig funktioniert, bei den steilen Bergen aber lebensnotwendig ist.
Nach knapp 4 Stunden Fahrtzeit erreichen wir am Nachmittag einen kleinen Campingplatz am Lago Correntoso. Wir setzen uns in den Schatten, dehnen unsere Beine und essen etwas, bevor wir unser Camp einrichten. Es wird frischer und windig. Am Abend schlafen wir bei dem Tropfen des Regens auf unser Zelt müde ein. 😴
Tag 3: Lago Correntoso → Río Hermoso (54 km)
Der Morgen startet wie der letzte Tag endet - es regnet. Wir stehen in Ruhe auf und snoozen den Wecker ein paar Mal. Leider hört auch dann der Regen nicht auf, also kochen wir unser Wasser für Haferflocken und Kaffee im Zelt. Diese Etappe ist eine unserer unliebsamsten, weil wir mit Abstand die meisten Höhenmeter vor uns haben. Steile Anstiege wechseln sich mit schnellen Abfahrten ab, leider dauert bergauf oft länger als bergab... Dafür ist die Landschaft sehr schön. Wir werden begleitet von dem klassischen Patagonien-Wetter - Nebel, Wolken, Regen und Sonne wechseln genau wie entsprechend unsere Kleidung. Statt Camping wartet diesmal ein Homestay am Río Hermoso auf uns und unsere müden Beine, da die Wettervorhersage alles andere als schönes Zeltwetter bereithält und unser Zelt von letzter Nacht noch nass ist. Wir genießen eine warme Dusche und ein richtiges Bett, während draußen der Regen horizontal vorbeifliegt. 🫠
Tag 4: Río Hermoso → San Martín de los Andes (28 km)
Die letzte Etappe führte uns schließlich nach San Martín de los Andes. Unsere Beine sind müde und wir sind froh, dass die Strecke heute etwas kürzer ist. Noch einmal sammelten wir Höhenmeter, es zieht sich, weil es regnet, wir starken Gegenwind haben und die Straße echt schlecht ist.
Nach der halben Strecke geht es zum Glück größtenteils bergab. Die Landschaft öffnet sich zu weiten Seenpanoramen. Als wir in die Stadt rollen, sind wir müde, nass und uns ist kalt. Wir sind froh, die Räder abgeben zu können und verbringen die Zeit bis zum Check-in in einem Cafe, wo wir uns Cappucino und Käsetoasts gönnen. ☕️
Vier Tage Bikepacking, unzählige Kurven, schöne Campingplätze, kalte Seen und eine Freiheit, die nur entsteht, wenn man lediglich alles Nötige auf dem Fahrrad dabei hat. Nach fast 200 km Bikepacking entlang der Siete Lagos sind wir sehr glücklich, dass wir die Tour gemacht haben. Ähnlich glücklich sind wir, dass wir jetzt angekommen sind. 😅
Es war abwechslungsreich und landschaftlich spektakulär, aber das Wetter sehr wechselhaft und es war echt auch ein wenig stressig, sich auf der Ruta Nacional 40 die Straße mit Autos und Trucks zu teilen, die teilweise sehr wenig Abstand halten. Für uns waren diese vier Tage ein schönes, kleines Abenteuer und wir haben Patagonien nochmal von einer ganz neuen Seite kennengelernt. 🏞
Nachdem wir für den Rest des Tages in San Martín de los Andes die Füße hochgelegt haben, wollen wir zurück nach Bariloche fahren, um nochmal etwas zu wandern. 🚌
Leider stehen wir unerwartet vor ein paar Hürden. Das Busunternehmen weigert sich, uns mitzunehmen, weil wir nur Reisepasskopien dabei haben und unsere Originale beim Gepäck in Bariloche verblieben sind. Unsere Busfahrt müssen wir auf den Abend umbuchen. Wir müssen jetzt zur Polizeistation, um eine offizielle Genehmigung zu beantragen, nur mit der Kopie Reisen zu dürfen. In der Polizeistation sagt man uns, wir müssen in einem bestimmten Shop dafür erst einen Stempelschein kaufen. Als wir dort sind, stellen wir fest: besagter Laden hat 4,5h Mittagspause und macht erst abends wieder auf. Auch die Bank, die den Schein austellen kann, hat geschlossen. Wir sind ziemlich genervt. Zurück auf der Polizeiwache fragen wir nach weiteren Möglichkeiten und drücken die Daumen. Nach ein bisschen Warterei werden wir zum Glück zur Polizistin gerufen, die uns, ebenfalls genervt, den Genehmigungsschein austellt.
Unsere Rückfahrt ist gerettet. 😮💨Read more


![[VIDEO] Unsere Bikepacking Tour 🚵♀️🚵♂️](http://media.fp-files.com/footprint/6987c79ddd67e4-81314300/9ovtsdqdhwcbz_m_s.jpg)

























Traveler
Sehr fleißig 😘