Andersonville National Historic Site GA
February 21 in the United States ⋅ 🌧 22 °C
Vom CP aus stehen zwei Ziele zur Auswahl. Einmal etwas mit größerem Museum und wenig Außengelände und einmal kleine Ausstellung und großes Außengelände. Da es heute regnen soll entscheide ich mich für mehr Museum und wenig außen. Für die Chronik, natürlich ist eine größere Gruppe mit Zelten auf dem CP und Sie haben nur eine Nacht gebraucht um das Porzellan zu verstopfen. Da Sie nix anderes haben und nicht spülen können machen Sie die Toilette immer voller 🤮 Zum Glück habe ich für den Notfall meine dabei und Sie kommt in diesem Urlaub zum zweiten Mal zum Einsatz. Ich bin kaum losgefahren und auf die erste Tankstelle abgebogen da zieht es eine riesen graue Wolke über den blauen Himmel. Da im Amiland alles größer ist regnet es nicht nur, es schüttet wie Sau, siehe Video. Ich warte auf der Tankstelle bis meine Scheibenwischer es wieder packen und fahre ab in Richtung Andersonville. Da bei den Bürgerkriegsschlachten immer mehr Gefangene gemacht wurden und die ursprünglichen Gefangenenlager nicht mehr ausreichten oder die Union immer näher kam, baute man ein neues Gefangenenlager. Camp Sumter oder bekannter unter dem Namen Andersonville war ursprünglich für 10.000 Mann gedacht. Nach kurzer Zeit wurde das Lager vergrößter von 16,5 auf 26,5 Acres. Somit wäre die geplante Kapazität ca. 17.000 Mann. Tatsächlich befanden sich zum Schluß 32.000 Mann im Lager. Das Lager war von einer Pallisade umgeben und innen um die Pallisade ging eine Absperrung, wenn man die überschritt wurde man von Wachen auf der Pallisade erschossen. Das war die sogenannte Todeszone. Zur Wasserversorgung ging ein kleiner Bach durch das Lager und die Latrinen waren in Flußrichtung am Ende des Geländes angelegt damit das Wasser alles mitnehmen kann. Guter Plan, nur waren es heiße Sommer und der Bach versiegte fast. Außerdem hatte man an den Bach die Bäckerei und die Latrinen für die Aufseher gebaut bevor der Bach ins Gelände fließt, klevere Idee. Durch die Überfüllung, das schleche Wasser und viel zu geringe Rationen wurden viele Gefangene krank und starben. Insgesamt 13.800 Gefangene und Wärter starben im Lager. Auch die Wärter litten an einer höheren Sterblichkeit da Sie den gleichen Krankheitseregern ausgesetzt waren. Dies war ein Gefangenenlager der Konföderierten in dem Unionstruppen waren. Den gefangenen Konföderierten in Unionslagern erging es auch nicht besser. Eine Statistik besagt es gab insgesamt 195.000 gefangene Unionssoldaten (Blaue), davon starben in Gefangenschaft 30.000 (15%). Gefangene Konföderierte in Lagern 215.000 (Graue), davon starben in Gefangenschaft 26.000 (12%). Also haben beide Seiten es nicht gut gemacht. Und weil das Schicksal manchmal ein Arschloch ist, wurden nach Ende des Bürgerkriegs die Gefangenenlager aufgelöst und die Gefangenen nach Hause transportiert. Unter anderem wurden auch Raddampfer ab Vicksburg eingesetzt. Einer davon war die Sultana. Das Schiff war mit 2.455 Personen besetzt, aber eigentlich nur für 356 Personen zugelassen. In der Nähe von Mephis explodierten die Kessel und das Schiff ging unter. Ca. 1.700 Menschen, meistens entlassene Gefangene kamen dabei um. Zusätzlich zur Geschichte von Andersonville wird im Museum auch die heroischen Geschichten der amerikanischen POW (Prisoner of War) in allen Konflikten erzählt. Technisch gut gemacht aber inhaltlich natürlich nur so erzählt das die guten Amerikaner nie was falsch gemacht haben. Guantanamo und Warenhäuser als Abschiebegefängnisse ist natürlich kein Thema. Das Amiland im 2. Weltkrieg Amerikaner mit italienischer Abstammung in Camps interniert haben wird einmal am Rande erwähnt, das es mehrere Camps mit US Bürgern mit japanischer Abstammung gab überhaupt nicht. Film war wieder gut, ging aber fast nur ums Camp im Bürgerkrieg. Meinen Magneten hab ich bekommen und als ich mit dem Museum fertig war, war auch der Regen vorbei und ich konnte eine Runde auf dem Außengelände drehen. Es war schon spät und es war noch ne ordentliche Strecke zu fahren. Am CP angekommen war es schon dunkel, Toilettenzustand unverändert und die Dusche war immer noch nur lauwarm, zusätzlich lief das Wasser in der Dusche nicht ab. Morgen werde ich weder die Toilette noch die Dusche benutzen. Ab in die Heija, gute Nacht.Read more




























