• Kisha e Thethit und rasante Rückfahrt

    4. maj, Albanien ⋅ ☀️ 18 °C

    Wir umrunden diese katholische Kirche und weiter geht es das Tal hinab.
    Wir erreichen den Kulla, ein Haus, was wie aus einem Felsen zu wachsen scheint. Kaum Fenster, eher wie eine Festung. Diese Kullas sind "Türme zum Einschließen", die mit ihren winzigen Lichtschächten alles andere als wohnlich waren. Dort verschanzten sich die von der Blutrache bedrohten Männer, wenn draußen die gegnerische Familie lauerte. Wir folgen dem schmalen Pfad, über Auf- und Abstiege, Murenabgänge, kleine Brücken bis wir nach 7,6 km den Nachbarweiler erreichen. Kurz vor dem Weiler Ndërlysaj ist ein Getränkestand. Es ist warm, wir wollten nur bummeln, haben nur leichtes Gepäck, holen uns etwas zu trinken und fragen einfach, von wo und wann ein Bus zurück nach Theth fährt. Unser Bierverkäufer meint, dass ständig Minibusse fahren und er uns Bescheid gibt. Der Biermann winkt und zeigt auf einen anderen Mann mit seinem 5-jährigen Sohn. Ungläubig fragen wir, wo denn der Bus wäre. Der vermeintlich Busfahrer lacht, zeigt auf sich und der Biermann sagt ihm in Landessprache, wohin er uns bringen soll. Wir sitzen im Privatbus des Biermannbruders. Der Bus ist ein VW Sharan Baujahr vor trölfzighundert Jahren. Wahrscheinlich in Deutschland mangels TÜV über Rumänien nach Albanien verbracht. Sämtliche Fahrwerkslager waren nicht mehr vorhanden. Dafür können wir alle vorhandenen Warnlampen im Armaturenbrett sehr gut leuchten sehen. Trotzdem wird er weiterhin viele Jahre treue Dienste leisten. Die Fahrt war abenteuerlich albanisch. Ich habe Didi's Arm als Stressball missbraucht. Die Straße eng, die Geschwindigkeit hoch, Hupen an jeder Kurve, die Schlucht nebenan tief und schneller als erwartet steigen wir in Theth wohlbehalten aus. Unseren Beitrag zur Unterstützung der lokalen Bevölkerung haben wir gerne geleistet.Læs mere