• Geschichte zum 1. Advent🕯️

    30 november 2025, Sverige ⋅ ☁️ -2 °C

    Bevor ich die „Schwedische Weihnachtsgeschichte“ zu „Papier“ bringe, spazieren wir noch durch die weihnachtlich geschmückte Innenstadt von Östersund…

    ❄️Es war ein stiller, schneebedeckter Tag kurz vor Heiligabend, an dem das kleine Dorf am Rand des Waldes wie in Watte gepackt wirkte.
    Die Häuser lehnten sich mit ihren roten und weissen Fassaden aneinander, und die Dächer trugen eine weiche, puderzuckerähnliche Schneeschicht, die im blassen Winterlicht schimmerte. Aus einigen Kaminen stieg Rauch auf und mischte sich mit dem Duft von frisch geschlagenem Holz.

    Am Dorfrand stand Emilys Haus mit roten Holzpaneelen und weissen Fensterrahmen, die wie Zuckerguss wirkten.
    Innen knisterte das Kaminfeuer, und die Wärme breitete sich gemütlich über die Dielen aus. Emily sass am Fenster und betrachtete die tanzenden Schneeflocken, die wie kleine Sterne vom Himmel fielen. Sie dachte an die Feiertage, an die Traditionen, die sie liebte, und an die Geheimnisse, die die letzten Tage vor Weihnachten immer mit sich brachten.

    Plötzlich holte sie ein vertrauter Duft zurück in die Wirklichkeit: Safran. Warm, süss, intensiv. Er kroch durch das ganze Haus, kitzelte in der Nase und weckte Erinnerungen an all die vergangenen Advente. Emily lächelte und folgte dem Duft in die Küche.

    Dort stand ihre Mutter, die Ärmel hochgekrempelt, während sie den goldgelben Teig für Lussekatter formte. Die kleinen Teigschlangen glänzten bereits von der Butter und warteten darauf, mit einer Rosine in jedem Ende in den Ofen zu wandern. Auf der Arbeitsfläche lagen noch Spuren von Mehl wie frischer Schnee. Die Küche war erfüllt vom warmen Licht und der fast feierlichen Ruhe, die das Backen kurz vor Weihnachten immer mit sich brachte.

    „Da bist du ja, meine kleine Träumerin“, sagte ihre Mutter und reichte ihr eine grosse, dampfende Tasse Kakao.
    Emily nahm sie dankbar entgegen. Der Duft von Schokolade und einer Prise Zimt stieg ihr in die Nase.

    Sie setzte sich auf ihren Lieblingsplatz am Küchentisch und betrachtete die Illustration auf ihrer Lieblingstasse;
    ein Mädchen, das in einer verschneiten Landschaft sass, die Beine angezogen, den Blick in die Ferne gerichtet. Darunter stand ein Zitat von Astrid Lindgren, das Emily schon oft gelesen hatte, aber das sich heute noch ein wenig wahrer anfühlte:

    „Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen.“

    Emily lächelte und nahm einen Schluck von ihrem Kakao. Draussen tanzten die Schneeflocken weiter, drinnen verbreiteten die Lussekatter ihren warmen Duft und Emily wusste, dass genau dieser Moment der Beginn von etwas Magischem war, das nur die Tage vor Weihnachten in Schweden hervorbringen konnten.❄️
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