• Lycksele: Ankunft nach Eissafari

    December 8, 2025 in Sweden ⋅ 🌫 1 °C

    Montag, 9 Uhr, 1 Grad, bewölkt und es regnet…

    Heute verabschieden wir uns von Östersund, nicht ohne dass der Himmel uns zum Abschied noch einmal zeigt, was er meteorologisch so alles draufhat. Schnee, Schneeregen, Regen mit Schneeflocken… eigentlich ist es egal, wie man es nennt. Die Natur kann sich gerade einfach nicht entscheiden. Die Temperatur klebt konsequent bei knapp über 0 Grad…

    Bis kurz vor Åsele ist alles erstaunlich entspannt und die Strassenverhältnisse einigermassen gut. Stellenweise leicht bepudert oder ein bisschen glitschig, aber nichts Dramatisches.
    Doch dann…dann nimmt die Strecke nach einer Abzweigung bei Åsele plötzlich den Schwierigkeitsgrad „Eisbahn-Level“ an. Eine Mischung aus purem Eis und hartgefahrenem Schnee, so stabil wie Beton und so glatt wie frisch polierte Schlittschuhe.
    Immerhin…die Landschaft wird dafür märchenhaft winterlich. 🥰
    Ein kleines Trostpflaster, das man aber nur geniessen kann, wenn man sich traut, kurz von der Strasse aufzublicken.

    Mein Schatz fährt die erste echte Eispiste der Saison mit beeindruckender Coolness und unsere „Perle“ arbeitet dabei fleissig mit…eben…echtes Teamwork💪🏻👍🏻🥰

    Um 15 Uhr ist es dann so dunkel, als hätte jemand vergessen, die Sonne zu bezahlen. Über der vereisten Strasse hängt dichter Nebel, und wir freuen uns wirklich über jedes Fahrzeug, das uns entgegenkommt…nein…nicht wegen der Gesellschaft, sondern weil es den Himmel kurz erleuchtet wie ein temporärer Scheinwerfer.
    Strassenbeleuchtung? Nur in den wenigen Siedlungen entlang des Weges, die offenbar beschlossen haben, nicht einfach kampflos in der Finsternis unterzugehen.🫣

    Ach ja… und als wäre Eis, Schnee, Nebel und Dunkelheit nicht schon genug Unterhaltung für einen Tag, kommt natürlich noch der wichtigste Punkt hinzu; Rentiere!
    Denn wer durch so dunkle und vernebelte Wälder fährt, sollte immer damit rechnen, dass plötzlich ein flauschiges Strassenhindernis der Kategorie „nordische Gelassenheit“ vor einem steht.

    Und tatsächlich…plötzlich taucht eins auf…seelenruhig…mitten auf der Piste.

    Mein Schatz hupt, blinkt, leuchtet höflich aber bestimmt. Doch das Rentier war offenbar nicht auf Besuch eingestellt. Die Scheinwerfer treffen es direkt mitten ins Gesicht, wie ein Paparazzi-Blitzlichtgewitter, und das arme Tier erschreckt so heftig, dass es im nächsten Moment blitzartig im Wald verschwindet.

    Einmal mehr zeigt sich, in Lappland regeln die Tiere den Verkehr nach ihren eigenen Vorstellungen. Und wir Menschen passen uns eben an, am besten mit guten Bremsen und starken Nerven.

    Gegen Abend hört der Wetterzirkus schliesslich auf, es schneit nun definitiv und so gleiten wir nach einem langen, glatten, dunklen, aber durchaus abenteuerlichen Tag auf den schön eingeschneiten Parkplatz des „First Camp Ansia“ ein❄️💪🏻🚐
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