Trotz Sabotage in Düsseldorf
July 31, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 22 °C
Bonn wollte uns nicht ziehen lassen. Nach einem vorzüglichen Frühstück bei Kaffeesaurus machten wir uns auf den sehr kurzen Weg zum Hauptbahnhof und stellten vor Ort fest, dass der Bahnsteig gut gefüllt war. Unsere Idee war mit dem Regio nach Köln fahren, Dom anschauen, Kölsch schlürfen und weiter nach Düsseldorf.
Während einer nach dem nächsten Güterzug auf unserem Gleis vorbeidonnerte trudelten die Aktualisierungen in Apps und Anzeigetafeln ein. Nach großer Verspätung von 30 Minuten wurde das Eintreffen des Ersten und des Folgezugs direkt abgesagt. Angeblich Zug im Weg und Signalstörung, die Klassiker. Super, wir überbrückten die Zeit im Buchhandel und beim Bäcker.
Nach dem Wiederkommen hatte sich das Bild nicht wirklich gebessert, unser Zug wurde weiter nach hinten verschoben, während weiter die Güter an uns vorbei Richtung Köln rollten. Endlich kam der Zug und alle quetschten sich erbarmungslos in ihn hinein. Wie die Sardinen in der Büchse ging es los, theoretisch nur drei Stationen bis Köln. Unser Lokführer meldete sich direkt per Lautsprecher und verkündete die allgemeine Situation und seine Stimmung, sympathischer Mann.
Nach dem ersten Stopp durften wir erneut seiner Stimme lauschen und erhielten die Information über eine weitere Verzögerung. Wir überlegten wie andere Gäste flott in den Bus zu hüpfen und per Tram den Rest in die Stadt zu fahren. Kurz vor der endgültigen Entscheidung fuhr er doch los, um just darauf uns erneut über die Lage zu informieren (und seinen Frust an uns abzubauen). Ich mache es kurz, wir landeten nicht in Köln. Das Chaos, welches unser Lokführer in seinen 40 Dienstjahren noch nie erlebt hatte, gipfelte in dem Halt in Neuss, nahe Düsseldorf (unserem eigentlichen Ziel). Dies hatte der Lokführer erzwungen, die Zentrale wollte uns direkt nach Duisburg fahren lassen. Vielen Dank lieber unbekannter Ehrenlokführer.
Ahnungslos, wie die meisten Gäste, planten wir um und fuhren direkt nach Düsseldorf, aber per Tram/U-Bahn. Später erfuhren wir erst, dass das Ganze wohl ein Sabotageakt bzw. Anschlag auf die Deutsche Bahn war, viele Signalkabel bei Düsseldorf wurden gezielt mit Pyrotechnik zerstört.
Anders als gedacht kamen wir direkt beim Hotel an und konnten anschließend Düsseldorf entspannt zu Fuß erkunden und holten das Trinken des einen oder anderen Bierchens nach, was uns Dank der Saboteure in Köln nicht möglich war.
Little Tokyo verwöhnte uns anschließend mit japanischer Küche und nostalgischen Erinnerungen vergangener Weltreisen.
Trotz Regen warfen wir darauf Blicke auf Gärten, Gassen, Hochhäuser und Rhein. Ab und zu retteten wir uns vor dem Nass in die Gewölbe
von Uni-Qlo, P&C und Co. Im Park durften wir Nilgänsen, Halsbandsittichen und hunderten Kanadagänsen beim Schnattern belauschen.Read more





















Travelerspannend, aber Aufklärung war hilfreich