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  • Day24

    Time to say goodbye

    April 14 in Spain ⋅ ⛅ 17 °C

    Ich war lange nicht mehr im Dunkeln aufgestanden, doch der Wecker hatte kein Erbarmen.
    Nachdem ich etwas Kleines gefrühstückt hatte, verabschiedete ich mich vom Valle und kurvte noch einmal über die Insel nach San Sebastian.
    Einen kleinen Stop legte ich beim Mirador de los roques ein, der wie bestellt in der Sonne glänzte.

    Am Hafen angekommen gesellte ich mich dann zu den paar anderen Autos, holte mir ein Ticket und genoss dann schwitzend die Sonne.
    Die Überfahrt auf der Fähre verbrachte ich am Heck damit die Wellen und die immer kleiner werdende Insel zu betrachten.
    In Los Christianos hatte ich noch vier Stunden Zeit, weshalb ich, nach einigem suchen, am Strand parkte und mich auf einen Grünstreifen in die Sonne legte.
    So viele Touristen, Verkäufer und weiße Strände war ich gar nicht mehr gewöhnt, doch ich genoss das Rauschen der Wellen.
    Da mein Internet aufgebraucht war und ich kein WLAN fand, schaffte ich es ganz analog zum Flughafen und fand nach einigem Herumkurven auch den Mietwagenparkplatz.
    Der Mitarbeiter schaute kurz übers Auto, checkte die Tank-Füllung und wünschte mir dann eine angenehme Reise.
    Bei der Gepäckabgabe war mein Koffer natürlich einen kg zu schwer, weshalb ich mich zu Anderen gesellte, die sich verschätzt hatten und nochmal umorganisierte.
    Als ich dann bei der Sicherheitskontrolle wartete, war ich der Einzige, der seine Schuhe ausziehen musste und als ich durch den Detektor war, wurde ich einer zufälligen Drogenkontrolle unterzogen. Es wurden Abstriche von meinen Taschen und Händen gemacht, doch als mein Gepäck noch lange auf sich warten ließ, war der Beamte zu ungeduldig und ließ mich laufen.
    Ich ging gemütlich zu meinem Gate und lief dort, Muffins und Erdnüsse futternd, im Kreis. Als keine Schlange mehr am Einstieg war, ging ich entspannt hindurch und musste über das Rollfeld, durch die heiße Sonne, zum Hintereingang des Flugzeuges gehen.
    Ich hatte den Platz am Gang und freute mich über die Beinfreiheit. Kurz darauf war das Boarding abgeschlossen und die beiden Sitze neben mir blieben leer. Also setzte ich mich ans Fenster, zog die Schuhe aus und machte es mir gemütlich.
    So verbrachte ich den Flug mit dösen, essen und schreiben. Als die Sonne langsam unterging wurde alles von rotem Licht eingehüllt und selbst als sie schon lange am Horizont verschwunden war, war der Himmel in herrliches rot-orange-geld-grün-blau-schwarz getaucht.

    Wir landeten pünktlich und nach einem guten Spaziergang durch den Flughafen hatte ich auch schon bald meinen Koffer.
    Draußen liefen wir dann erst aneinander vorbei, doch dann begrüßten mich Mama und Katrin, bevor wir mit Papa nach Hause fuhren.
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  • Day23

    Last day in paradise

    April 13 in Spain ⋅ ⛅ 21 °C

    Der Wecker klingelte und ich machte mich nach meiner Morgenroutine auf den Weg zum Centro Medico. Dort wurde mir ein Stäbchen durch die Nase ins Hirn gebort und durfte anschließend einen Spaziergang machen. Diesen nutzte ich, um bei meinem Vermieter den Check-out zu besprechen und setzte mich dann noch kurz an den Hafen.
    Unter mir tummelten sich verschiedenste Fische und plötzlich tauchten ein paar riesige Stachelrochen auf, die mindestens einen Meter Durchmesser hatten. Ich beobachtete fasziniert wie sie über den Boden glitten, doch musste mich dann wieder auf den Weg machen, um mein Testergebnis abzuholen. Negativ!
    45 € bezahlt und ab ins Apartment, packen.
    Spontan entschied ich später zu packen, schnappte meinen Rucksack und hüpfte ins Auto. Im Wald angekommen lief ich ein gutes Stück hinein und setzte mich dann auf eine umgestürzte Heide um einen Muffin zu genießen.
    Anschließend ließ ich meinen Rucksack stehen, lief ein wenig herum, hörte, schaute, fühlte, roch, umarmte und genoss dankend.
    Irgendwann legte ich mich wieder auf den Baumstamm und sog einige Zeit einfach alles ein.
    Es wurde etwas unruhig und ich wusste, dass ich mich verabschieden musste. Ich war fast am Auto, da begann es auch schon zu regnen.

    In Arure bog ich ab und suchte mir einen Seitenstreifen neben einer Blumenwiese. Dort schnappte ich mir meine mitgenommene Suppe, kletterte eine Anhöhe hinauf und wurde von der gelben Pracht des blühenden Senfs empfangen. Ich setzte mich auf die warmen Steine zwischen den Senf mit Blick auf den la Merica und löffelte meine Kürbissuppe. Anschließend streifte ich durch die Blütenpracht und bewunderte jede kleine Mohnblume, die sich zwischen dem Senf empor kämpfte. Ich kam an eine Kakteen Mauer und selbst diese war am blühen. Unter mir schob der Wind Wellen durch das lange Gras und die Sonne knallte herab.
    Ich verabschiede mich dankend und machte mich auf den Weg zum Meer.
    Im Apartment angekommen, schnappte ich mir nur meine Badehose und mein Handtuch und sprang am Hafen ins kühle Nass.
    Ich verbrachte knapp zwei Stunden in der brennenden Sonne und kühlte mich zwischendurch immer Mal wieder im Meer ab. Auch hier verabschiedete ich mich dankend vom Meer und dem Strand, duschte kurz im Apartment und ging dann aus.
    Am Hafen setzte ich mich in ein Restaurant und versuchte mich mit der Kellnerin zu verständigen, die nur Spanisch konnte, während mir der Wind die Haare zerzauste.
    Ich schaffte es, dass mir ein Erdbeermilchshake, etwas Brot mit Öl und Aufstrichen und frische Fischfilets mit Salzkartoffeln und Salat gebracht wurden und genoss alles mit Blick auf die schwankenden Segelboote im Hafen.
    Gerade als ich fertig war und an meinem Shake schlürfte, kam Sam um die Ecke und setzte sich zu mir.
    Er wurde gestern von Chinguarime hierher mitgenommen und wollte etwas bleiben. Wir unterhielten uns eine Weile und gingen dann in mein Apartment, wo wir Schokolade aßen und Sam mein letztes Bier genoss, welches ich sonst weggeschmissen hätte.
    Es wurde spät und so verabschiedeten wir uns, damit ich noch packen konnte.
    Zwischendurch machte ich eine Pause, um meinen letzten Sonnenuntergang auf der Insel zu genießen und fiel später glücklich ins Bett.
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  • Day22

    Grün tanken

    April 12 in Spain ⋅ ☀️ 16 °C

    Ich entschied mich noch einmal den Lorbeerwald im Nationalpark zu genießen, weshalb ich zur Laguna Grande fuhr.
    Dies ist keine richtige Lagune, doch eine große natürliche Lichtung, die schon von den Ureinwohnern als Versammlungsort genutzt wurde.
    Ich hielt auf dem großen Touri-Parkplatz und entschied mich für die Wanderroute 6, nachdem ich mir einige Schilder über die heimische Flora durchgelesen hatte.
    Ich genoss jeden Schritt im Wald und versuchte die verschiedenen Pflanzen zu bestimmen.
    Als ich aus dem Wald heraus trat, empfing mich ein blühender Seitenstreifen und ich langte beherzt zu. Ich konnte mir den Namen der Pflanze nicht merken, doch ihre weißen Blüten schmeckten genau wie Radieschen.
    Ich folgte dem Weg wieder in den Wald hinein, der hier etwas offener war. Auf einer Bank gönnte ich mir dann einen Muffin und blieb dort für eine längere Zeit, um zu schreiben.
    Als ich wieder fast bei der Lagune war veränderte sich der Wald schlagartig. Das Blätterdach der älteren Bäume war um einiges höher als zuvor und von jedem Ast hing dickes Moos herunter.
    Ich fand noch einen kleinen Rundweg mit Lehrschildern und schlenderte diesen entlang.

    Der Wald besteht hauptsächlich aus Lorbeerarten, Myrica und Heide, welche hier bis zu 20 m groß werden kann.

    Zurück am Parkplatz legte ich mein Rucksack ins Auto, ging auf die Lichtung und suchte mir ein schönes Plätzchen.
    Dort legte ich mich ins summende und brummende Grün und versank im Meer aus Klee und Gräsern, während Schmetterlinge über mir kreisten. Die Sonne brannte, doch der weiche, kühle Miniwald ließ mich Grasengel machen. Ich sog alles in mich auf und bewunderte die kleinen Blüten des Klees.
    So lag ich dort eine Weile, bevor ich noch einmal mit den Händen durch das saftige Gras strich und mich verabschiedete.
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  • Day21

    Die Piratenfestung

    April 11 in Spain ⋅ ⛅ 20 °C

    Mein Kühlschrank war so gut wie leer und gestern war ich zu spät dran zum Einkaufen, weshalb ich heute morgen erstmal in ein paar Läden ging. Anschließend machte ich mir ein schönes Frühstück mit frischem Brot, Ei, Avocado, Erdbeermarmelade und einem Stück Mohnkuchen.
    Anschließend entschied ich in den Norden nach Vallehermoso zu fahren und auf dem Weg in Epina Wasser zu holen.
    Ich hielt nur kurz um meinen Wasserschlauch für den Tag aufzufüllen und schlängelte mich dann die dünnen Straßen zum Strand hinab. Dort angekommen, traf ich auf ein einsames Freibad, einen neuen Spielplatz mit Grillstellen und Sonnenschirme im Sand. Nur ein paar Leute genossen den Schatten der Schirme am Strand, ansonsten war das so touristisch aussehende Gelände wie ausgestorben.
    Ich entdeckte etwas entfernt ein paar Steingebilde, die sich an die Küste klammerten und folgte der Straße in diese Richtung. Schon bald lagen riesige Felsen auf der Straße und etwas weiter war sie weg geschwemmt und begraben von Geröll. Ich kletterte darüber und stand vor einer kleinen Piratenfestung, die über den schäumenden Wellen tronte. Castillo del Mar. Alles sah etwas heruntergekommen aus und der Weg hinauf war mit Stacheldraht versperrt. Ich sah mich etwas um und genoss den Gedanken an vergangene Piratenkämpfe, bevor ich mich wieder auf den Rückweg machte.

    Auf der anderen Seite des Strandes führte ein steiler Weg die Felsen hinauf und so begann ich den heißen Aufstieg. Oben angekommen war ich komplett durchgeschwitzt und freute mich über etwas kühlen Wind aus dem nächsten Tal. Dort stieg ich wieder hinab und folgte dann, Aloe Vera Blüten kauend, einer Straße durch verschiedene Felder Richtung Meer.
    Ein großes Schild beschrieb den nächsten Strand als sehr gefährlich durch Steinfall und Strömungen. Außerdem befand er sich ca 200m unter mir, weshalb ich einem kleinen Pfad zum Rand der Felsen folgte. Dort setzte ich mich an die Klippe und genoss.
    Irgendwann machte ich mich dann wieder auf den Heimweg und füllte noch in Epina meinen Wasserkanister auf, bevor ich am Hafen eine Runde schwamm und mich anschließend mit Bratkartoffeln von der Sonne verabschiedete.
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  • Day20

    Finca Argayall

    April 10 in Spain ⋅ ☀️ 19 °C

    Nachdem ich einen großen Burger in einem Restaurant am Strand genossen hatte, traf ich mich mit Leon am Hafen.
    Zusammen wollten wir uns die Finca Argayall ansehen. Also ignorierten wir den Bauzaun vor der Straße und folgten dieser am Meer entlang. Im November war ein großer Teil des Berges auf die Straße gestürzt und es lohnte sich nicht diese zu erneuern, weshalb man sie einfach sperrte. Dass am anderen Ende noch Leute wohnten, oder mit ihrem Van feststeckten änderte auch nichts.
    Ich schnappte mir einen Baumhelm vom Straßenrand, Leon vertraute dem Spirit und so kletterten wir über den Geröllberg. Drüben angekommen sprachen wir kurz mit ein paar Leuten, die dort in ihrem Van lebten. Die Finca sei eine Privatcommunity, die momentan niemanden aufnimmt und offiziell geschlossen hat. Leon wollte trotzdem rein, da er vor einiger Zeit mit dem Manager Kontakt hatte und diesem einen Besuch abstatten wollte.
    Hinter den Mauern erhob sich ein grünes Paradies. Auf den ersten Blick ein wenig wie ein Resort, mit Pool, Sitzecken und Bar.
    Wir wurden etwas skeptisch angesehen und von jedem gefragt, was wir denn hier machen würden. Doch das schien Leon nicht zu stören und ich wollte noch mehr sehen, weshalb ich ihm durch den Jungle folgte. Diverse große Bäume, Palmen und Sträucher drängten sich aneinander, das plätschern eines kleinen Teiches mischte sich mit dem Gesang der Vögel und Leon biss beherzt von jeder Blüte ab, die ihm zu nahe kam. In dem Wald versteckten sich kleine Häuser, eine Gemeinschaftsküche mit Feuerstelle und Tischtennisplatte und ein großer Garten.
    Nach unserer Erkundungstour war sich Leon nicht sicher ob wir auf den Manager warten sollten der noch Siesta machte, weshalb wir eine Weile herum lungerten und dann doch wieder zum Hafen zurück gingen. Dort wollte er den Kapitän eines Schiffes suchen, welches ein paar Leute aus Chinguarime mitgenommen hatte und nach La Palma fuhr. Vergeblich irrten wir herum und ich beobachtete die Fische, während er jeden ansprach.
    Schließlich gab er für heute auf und machte meinen Abwasch, damit ich ihn im Ausgleich wieder zum Playa ingles fuhr, wo er bei einem Freund im Van schlief. Dort verabschiedeten wir uns und ich genoss den Sonnenuntergang auf meiner Terrasse.
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  • Day19

    Mantras und Feuer

    April 9 in Spain ⋅ ☀️ 19 °C

    Endlich spürte ich die wärmenden Sonnenstrahlen und konnte noch etwas entspannen. Nach kurzem Workout sprang ich erstmal schwitzend in die kühlen Wellen. Anschließend suchte ich mir eine Aloe Vera und verwöhnte meine Haut.
    In der coffe-kitchen genoss ich dann eine Banane, während ich mich mit Malvín und Sam unterhielt.
    Ich wollte noch ein wenig Jonglieren üben, doch nach ein paar Minuten am Strand, hielt ich die Sonne nicht mehr aus und suchte in der Main-Cave Schatten. Es war so heiß geworden, dass ich mir bei jedem Schritt die Füße verbrannte. So kämpfte ich mich zu meinen Sachen durch, zog meine Schuhe an und ging ein wenig auf Erkundungstour im Barranco. Überall fand man versteckte Steinkreise und Zelte.
    Ich hatte mir etwas Reis mit Champignons mitgenommen, die ich überm Feuer in der Main-Cave zubereitete. Für den Reis benutzte ich etwas Meerwasser, wodurch dieser total versalzte.

    Paul, Sam und Malvín wollten auch zur Feuershow im Valle, doch ich wollte noch kurz ins Apartment um meine Sachen abzuladen und etwas zu essen. Also fuhren die anderen später mit Pauls Auto.
    Nachdem ich ein Omelette genossen hatte, machte ich mich im stürmischen Wind auf zum Playa ingles. Auf der Straße krachte es auf einmal und ein großer Palmenwedel stürzte einen Zentimeter von mir entfernt auf den Boden. Den Schreck in den Knochen, schätzte ich mich glücklich und kam kurz darauf am Parkplatz an.
    Dort traf ich auf Tonike und kaufte ihr erstmal einen Featherstick ab. Dann gingen wir zusammen an den Strand, wo sich schon ein paar Leute versammelt hatten und zu Gitarrenmusik sangen. Ich entdeckte Lara und wir unterhielten uns eine Weile während die Sonne langsam am Horizont verschwand und die Gruppe begann Mantras zu singen.
    Paul und Malvín hatten es auch geschafft, doch statt Sam, war Leon dabei. Zur Begrüßung ließ er einen Falkenschrei verlauten und setzte sich zu uns. Später machte er alle möglichen Vogelstimmen nach und als er begann Kehlgesang anzustimmen, wurde er ungläubig umringt.
    Tonike, Kiran und noch jemand entzündeten ein Feuer, während überall Kerzen aufgestellt wurden. Der Wind hatte auch nachgelassen und so begannen sie zu dritt ihre Feuershow zu rhythmischen Mantra-Gesängen.

    Erschöpft plumpsten sie zu begeisterndem Applaus in den Sand und mischten sich dann wieder unter die Menschen.
    Es wurde noch etwas geredet und gesungen, bevor sich jeder langsam auf den Nachhauseweg machte.
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  • Day18

    Cuevas blancas

    April 8 in Spain ⋅ ⛅ 16 °C

    Gestern verbrachte ich den Tag ganz entspannt am Strand, wo ich David traf und ihn endlich Mal Hang spielen hörte. Abends machte ich dann bei Lara eine Klangmeditation mit malen, Thema Herz.

    Heute fuhr ich dann über die Insel, um mir die Cuevas blancas anzugucken. Nach ca einer Stunde Fahrt hatte ich einen Miniparkplatz erreicht und stand nun vor der Entscheidung meinem Handy oder dem Wegweiser zu folgen. Ich entschied mich fürs erste für den Wegweiser und machte mich an den brütend-heißen Aufstieg. Oben angekommen hatte man eine wunderbare Aussicht auf den Nationalpark und San Sebastian. Ein Stückchen weiter kreuzte dann auch die Straße, die mein Handy mir empfohlen hatte. Ich war froh, dass ich durch die Natur geklettert war und nicht einer langweiligen Straße folgte.
    Ich stieg ein Tal entlang, an das mit buschigen Kiefern klammerten und entdeckte ein paar Stellen, wo es aus dem Fels tropfte. Ein paar Tropfen fing ich mit der Zunge auf und marschierte dann weiter. Ich kam an ein paar kleinen, zerfallenen Häusern vorbei, die umgeben von Agaven am Hang balancierten.
    Die Sonne brutzelte mir im Nacken, als ich kurz darauf über glatte Sandsteinfelsen lief und dann ein kleines Haus entdeckte.
    Als ich es erreicht hatte, erkannte ich, dass es zu einer halb zerfallenen, kleinen Siedlung gehörte und ich ging auf Erkundungstour. Die freistehenden Häuser hatten fast alle kein Dach mehr und es wuchsen schon Pflanzen aus dem Boden. Ein winziges Haus drückte sich an den Felsen und sah noch ziemlich intakt aus. Als ich durch die Tür trat, eröffnete sich eine geräumige Wohnung, die in den Fels geschlagen wurde. Doch das gruselige: im Halbdunkel konnte man erkennen, dass die ehemaligen Bewohner alles stehen und liegen gelassen hatten als sie gingen. Ich entdeckte einen Kalender von 2005, doch dann wurde es mir zu unheimlich und ich ging nicht tiefer in die dunkleren Räume.
    Viele der Häuser hatten ein paar Räume im Fels und ich erkundete alles, bevor ich mich in eine kleine, unbebaute Höhle setzte und etwas aß.

    Auf der Karte hatte ich einen kleinen Rundweg ausgemacht, weshalb ich dem Trail weiter entlang des Berges folgte. Ich traf auf die erste Person des Tages und kämpfte mich weiter durch die Hitze. Irgendwann kam mir das doch etwas länger vor, doch ich hatte keinen Empfang, um zu gucken wo ich war. Also einfach weiter. Endlich entdeckte ich eine Felsformation, die mir bekannt vorkam. Nur führte der Wanderweg in eine andere Richtung. Um mich nicht komplett zu verlaufen und in San Sebastian zu landen, entschied ich mich auf die Felsen zu zu laufen. Ich kämpfte mich also den Hang entlang, während fast Hüfthöhe Diesteln mir die Beine zerkratzen. Plötzlich ertönte über mir ein Pfiff und ich entdeckte den Franzosen, der mir zuvor entgegen gekommen war. Er lief auf dem Weg und zeigte mir dadurch in welche Richtung ich musste.
    Oben angekommen dankte ich ihm und wir gingen quatschend ein Stück zusammen.
    Da mich die Sonne fertig machte und ich nur noch ins Meer wollte, entschied ich mich die Straße zu nehmen und war so nach fast vier Stunden wieder am Auto.

    Da es schneller war von dort nach Chinguarime, als ins Valle zu fahren, hielt ich auf dem kleinen Parkplatz, der diesmal ziemlich leer war.
    Am Chinguarime angekommen konnte ich nur Pablo vor seiner Höhle erkennen, nicht einmal in der Main-Cave war jemand anzutreffen.
    Also suchte ich mir einen schönen Steinkreis im Barranco, der von zwei kleinen Bäumen überragt wurde und ging erstmal schwimmen. Ich balancierte Steine und schrieb ein wenig, bis ich Sam entdeckte, der grade aus der Stadt kam.
    In der Main-Cave hatten sich nun doch ein paar Leute eingefunden und ich setzte mich zu Klara, Pablo, Moritz und Sam.
    Moritz und Pablo wollten angeln gehen und so packten wir ein paar Sachen und machten uns auf den Weg zum nächsten Strand. Dort passierten wir auch ein paar eingerichtete Höhlen und kletterten dann über die Felsen auf ein Riff, welches von der Ebbe freigelegt war.
    Alles wurde vorbereitet und als es dunkel war, wurden die ersten Angeln ausgeworfen. Wir hörten Musik, quatschten und nahmen ein paar Krabben aus, die Moritz schnell gefangen hatte.
    Immer Mal wieder biss etwas an, doch verhakte sich nie richtig.
    Irgendwann lieh ich mir eine Taschenlampe und machte mich auf den abenteuerlichen Rückweg. Im Barranco angekommen, schwächelte die Batterie und die Lampe ging immer wieder aus. Aber selbst mit dem wenigen Licht erkannte ich nichts wieder und rannte ein paar Mal im Kreis, bis ich einen vertrauten Steinkreis entdeckte und mich von dort zu meinem Unterschlupf vortastete. Angekommen legte ich mich auf meine Handtücher und schlief unter romantischem Sternenhimmel ein.

    (Mein Rücken tat weh und trotz doppeltem Pulli und Jacke fror ich erbärmlich, weshalb ich nicht viel Schlaf bekam)
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  • Day16

    Der Märchenwald

    April 6 in Spain ⋅ ⛅ 14 °C

    Gestern spazierte ich gemütlich durch die Gegend von Epina, holte Wasser an der Quelle und traf dort auf Tonike, die mir von ihrer Feuershow am Freitag erzählte und mir kurz ein paar Tricks mit ihren Feathersticks beibrachte.

    Heute hatte ich mich dann für eine Wanderung durch den Nationalpark angemeldet, weshalb ich um 9:30 Uhr am Stand auf den Bus wartete.
    Ein kleiner Wagen mit 10 Leuten darin sammelte mich ein und wir düsten den Berg empor, während sich unser Guide vorstellte und direkt mit Fakten um sich warf. Wir hielten kurz am Aussichtspunkt/ Restaurant von César Manrique, welches seit vier Jahren einen Pächter sucht, da zu wenig Kundschaft vorhanden ist.

    Generell wird auf der ganzen Insel Landflucht betrieben, da es sehr wenig Jobs und nur eine gering ausgeprägte Wirtschaft gibt. Außerdem ist der Tourismus durch die Pandemie um fast 80% gesunken, was viele Existenzen bedroht. Unter anderem deshalb kommt es häufig zu Brandstiftung, um mehr Jobs beim Feuerschutz zu erzwingen.

    Wir hielten am Rand des Parks und konnten in der Ferne die zwei Berge la Palmas erkennen.
    Unser Weg führte uns hinein in den Wald und wir stoppten alle paar Meter, um etwas neues über eine Pflanze oder die Geschichte der Insel zu erfahren.

    Die "Ureinwohner" der Insel wurden ein paar Jahrhunderte vor Christus von afrikanischen Seefahrern auf der Insel abgesetzt und lebten dann knapp zweitausend Jahre lang ungestört auf der Mitte der Insel vom Wald und Ziegenhaltung. Diese isolierte Steinzeitkultur wurde dann von den angreifenden Spaniern ausgelöscht und versklavt.
    Diese mochten es zu jagen, weshalb sie Rot- und Schwarzwild ansiedelten.
    Beides wurde jedoch seit 60 Jahren nicht mehr gesehen, da bei einer Hungerwelle alle auf die Jagd gingen. Einheimisch sind eigentlich nur vier verschiedene, einzigartige Fledermausarten.

    Der Wald wurde immer verwunschener, je weiter wir in den Norden kamen. Die Bäume waren komplett in feuchtes Moos eingehüllt und es glitzerte in allen Grüntönen. Außerdem war es ziemlich kalt, obwohl der Sonne auf das immergrüne Blätterdach knallte. Nachdem wir zwei kleine Pausen gemacht hatten und noch einen Aussichtspunkt mit Sicht auf Teneriffa erreicht hatten, traten wir aus dem Wald und eine Hitzewelle überrollte uns. Wir liefen durch das kleine Las Hayas und dann durch blühende Wiesen, auf denen wir immer wieder anhielten, um etwas von einer Pflanze zu probieren, oder daran zu riechen.
    Die riesigen Aloe Vera Pflanzen, die die Insel bedecken, waren eigentlich Agaven und die zwei kleineren Aloe Vera Arten, die man auf der Insel finden kann, sind auch eigentlich nicht heimisch.
    Kurz vorm Ende der Tour hatten wir noch einen perfekten Blick aufs Valle Gran Rey und durchquerten dann eine blühende Schlucht.

    Zerschlagen von der Hitze und dem letzten steilen Anstieg setzten wir uns vor María's kleines Restaurant. Ich genoss erstmal ein Eis und probierte dann bei den Anderen den typisch traditionellen Ziegenkäse und milden Ziegenkäse mit Palmenhonig. Super lecker. Zum Abschluss gingen wir noch kurz durch eine kleine Töpferei, in der immernoch traditionell ohne Töpferscheibe gearbeitet wird.
    Wir wurden dann abgeholt und wieder am Strand abgesetzt.
    Dort traf ich überraschenderweise auf das finnische Mädchen aus Chinguarime. (Von dem ich es einfach nicht hinbekomme mir ihren Namen zu merken) Sie war bis nach San Sebastian gelaufen und hatte sich dort ein Auto gemietet, um die Insel zu erkunden. Bevor sie sich wieder auf den Weg machte, tauschten wir Nummern aus, um zusammen wandern zu gehen und ich ließ den Tag am Strand mit schwimmen ausklingen.
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  • Day14

    Der Tafelberg Fortaleza de Chipude

    April 4 in Spain ⋅ 🌙 6 °C

    Nach einem ausgiebigen Osterfrühstück mit Familientelefonat hüpfte ich ins Auto und sammelte am Ortsausgang eine deutsche Schmuckverkäuferin ein, die nur bis Arure mit wollte.
    Dort hüpfte sie raus und ich bog ab um mich durch die kleinen Dörfer zu schlängeln und schlussendlich am Fuß des Fortaleza de Chipude zu halten.
    Nach kurzer Strecke durch Blüten, an kleinen Häuschen vorbei, machte ich mich daran die 300m hohe Felswand zu erklimmen.
    Die Ureinwohner waren damals auf den Berg geklettert, um Zeremonien mit Opfergaben zu veranstalten, oder um die Sterne zu beobachten. Außerdem war es die letzte Zufluchtsstätte beim Angriff der Spanier.
    Heute gab es eine kleine, in den Stein gehauene Treppe, die den Aufstieg erleichterte.
    Oben angekommen hatte man eine perfekte Aussicht auf verschiedene Täler und ich erkundete das Plateau.
    Angeblich wurden hier 25 Opfersteine gefunden. Rund oder oval mit einer Vertiefung in der Mitte. Da aber alles aus Stein bestand, konnte mein ungeschultes Auge nichts erkennen.
    Für Steinenthusiasten war das dort oben wahrscheinlich der Himmel auf Erden.
    Ich aß etwas, meditierte kurz und machte mich dann wieder an den Abstieg, da mir die tiefen Wolken und der Wind eine Gänsehaut verpassten.

    Ich fuhr wieder nach Arure, wo ich auf den Berg wollte, den ich am dritten Tag meiner Reise schon einmal erklommen hatte. Diesmal nur von der anderen Seite.
    Blühender Senf säumte atemberaubende Ausblicke in die Täler, während ich ein paar offene Ziegenställe passierte. Der abgestandene Ziegengeruch wurde vom süßen Kiefernduft abgelöst, welche sich vereinzelt an die Felsen klammerten. Ich entdeckte eine kleine Höhle und kletterte erstmal hinein. Leider hatten die Ziegen den Schatten genutzt und intensiv markiert, weshalb ich nur kurz den Ausblick genoss.
    Oben angekommen setzte ich mich in die Sonne auf den Fels, genoss das Summen und Brummen der Insekten und las eine Weile.

    Schließlich trieb mich der Hunger und das leere Wasser zum Aufbruch und am Stand angekommen genoss ich es Mal wieder in einem Restaurant zu sitzen und eine Pizza zu essen.
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  • Day12

    Alto de Garajonay

    April 2 in Spain ⋅ ⛅ 15 °C

    Der Wecker riss mich unsanft aus dem Schlaf und es brauchte eine Weile auf der Terrasse um aufzuwachen. Nachdem ich gegessen hatte schulterte ich meinen Rucksack und traf mich mit Axel vor seinem Laden. Ich hatte heute eine Fahrradtour bei ihm gebucht und der andere Teilnehmer war frühzeitig abgereist, weshalb ich eine privat-Tour bekam.
    Ein Mountainbike wurde eingestellt, ich probierte Handschuhe und Helm an und schon saßen wir in seinem Auto landeinwärts.
    An einem Parkplatz im Nationalpark hielten wir dann und machten uns bereit.
    Nach einer Aufwärmrunde hielten wir schnaufend an und ich wurde vor die Wahl gestellt. Entweder in den Süden, oder auf den höchsten Berg? Auf den Garajoney wollte ich sowieso, also los.
    Gemütlich kämpften wir uns den höchsten Berg der Insel hinauf und genossen auf 1484 m den Ausblick bei schönstem Wetter.
    Ein Feuer hatte 2012 fast die Hälfte der Insel zerstört, doch durch den Regen der letzten Wochen waren die Hügel wieder grün.

    Nun ging es vor allem bergab, auf den Straßen auch mal mit Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h.
    Wir schossen über Felsen durch den Wald und kämpften uns durch blühende Wiesen, die den Weg zurückeroberten. Wir stoppten immer Mal wieder bei einer schönen Aussicht und Axel erzählte etwas über das kleine Örtchen oder den Berg vor uns.
    Auf dem Rückweg durchquerten wir dann zwei Tunnel, die ohne Autoscheinwerfer doch beängstigend dunkel wurden.
    Erschöpft, aber ohne Kratzer standen wir dann vier Stunden und 44 km später wieder im Valle und ich bedankte mich bei ihm, bevor ich ins Bett fiel.
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