• Die fahrende Pause

    7 Jun, Maghribi ⋅ 🌬 21 °C

    Heute hatten wir Großes vor: 160 km zur nächsten Stadt Boujdour, zum Glück mit Rückenwind. Gegen 9:30 verließen wir unseren Schlafplatz an der Tankstelle und brachen in Richtung Süden auf.

    Die Kilometer vergingen wie im Flug und erst nach 80 km machten wir unsere Mittagspause im kleinen Ort Lamsid, der aus 2 Tankstellen und ein paar Häusern bestand. Wir entscheiden uns für die erste Tankstelle, die gleichzeitig auch Moschee, Restaurant, Café, Schlachter, Administration und Motel war. Auch war dieser Ort Pausenort für die Reisebusse die die Westsahata durchqueren.
    Immer wieder spielte sich bei der Weiterfahrt der Busse das gleiche Szenario ab: der Bus fuhr los, hupte mehrmals wie wild um alle Passagiere zu rufen und fuhr dann langsam los. An der Ausfahrt wurde wieder gehupt, die Türen öffneten und schlossen sich wieder und verschiedenste Passagiere mussten noch aus den Toiletten geholt werden, da sie die Abfahrt nicht mitbekommen hatten. Wie viele Passagiere wohl schon in Lamsid gestrandet sind?

    Am Nachmittag nahm der Wind noch einen an Stärke zu und so konnten wir uns mit 20-25 km/h rollen lassen, oder mit 40km/h fahren. Wir versuchten auch ein Segel aus Handtuch und Zeltunterlage zu spannen um uns vom Wind treiben zu lassen. Wenn man mit dem Wind fährt, kommt es einem fast windstill vor. Wenn man dann mal anhält, pustet es einem dann ganz schön um die Ohren. Deshalb erfanden wir heute die fahrende Pause: man lässt solch vom Wind weiterfahren und isst dabei zur Stärkung Kekse und trinkt Limonade-sehr erholsam!

    Schließlich erreichten wir gegen 17:30 die Stadt Boujdour, die uns wegen dem starken Wind wie ausgestorben vorkam. Später sollte aber noch Leben auf die Straßen kommen, und wir aßen frisch zubereiteten Fisch, Salat und Brot zu Abend. Heute Nacht verbringen wir auf dem sehr sandigen, windigen und recht verlassenen Campingplatz in Boudjour und liegen frisch geduscht in unseren Zelten.

    -Hanna
    160km
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