• Von Calais nach Dover

    May 19, 2024 in England ⋅ 🌙 14 °C

    Es ist Sonntag Mittag - 14 Uhr - und mir geht der A***** auf Grundeis.
    Irgendwie bin ich diesmal deutlich aufgeregter vor meiner Reise, als bei der letzten. Mir ist schon den ganzen Tag flau im Magen und ich bin total hibbelig, Zeit dass es endlich los geht 🤩🤩🤩
    Hürth war einfach wieder der Hammer, ich hatte ein super Team, das Wetter hat gehalten und die Party gestern Abend war einfach nur grandios. Bis auf eine leichte Muskelzerrung bei Danni gab es in unserer Gruppe zum Glück keine Verletzten. Also alles in allem ein sehr gelungenes Wochenende, wenn jetzt auch noch alles beim Fährübergang klappt bin ich happy :)
    Noch schnell allen tschüss gesagt, Zeug zusammen gepackt und ab ging die Fahrt Richtung Calais zur Fähre nach Dover.
    Die Sonne strahlte und ab dem Zeitpunkt in dem ich losfuhr wurde ich langsam entspannter. Ich kam gut durch und bis auf ein paar Belgier, die im Abendverkehr das Gefühl hatten, sie könnten doch noch zwei Minuten rausfahren und dafür mit ihren fetten Karren wild mit cm-Abständen zu den anderen Autos die Straßenseiten kreuzten, gab es auch nix Aufregendes. Es ging einfach nur zäh geradeaus und ich merkte langsam doch die zwei letzten sehr kurzen Nächte 🙈
    Dann zeigte die Anzeige endlich Calais! Es war gerade einmal 18.30Uhr, ich hatte also noch 1,5h Puffer bis ich bei der Fähre sein musste. Ich beschloss noch irgendwo tanken zu gehen und mir dann ein Plätzchen in der Sonne zum Vespern zu suchen, denn die strahlte schon die ganze Fahrt so schön und ich wollte noch ein bisschen davon abbekommen ☀️😍🤗
    Tja Pustekuchen - die Autobahn endet in Calais einfach mal direkt IM Hafen und eine Kurve später stand ich auch schon vor dem ersten Schalter zur Passkontrolle.
    Ich erstmal direkt mitten im Weg angehalten, Warnblinker rein und in meiner Schockstarre versucht herauszubekommen, welchen Schalter ich nehmen muss. Zum Glück war die eMail schnell zur Hand, die mir sagte, dass Irish Ferries die richtige Adresse war und so schlau den Schalter zu meinem Linken Fenster zu nehmen war ich zum Glück auch noch 👌🏼😎
    Der Herr an der französischen Kontrolle wollte eigentlich garnix von mir, die Dame am englischen Schalter nahm das ganze schon etwas genauer. Ich bin noch nie an einer Grenze groß was gefragt worden, deshalb war ich komplett überrumpelt. Auf ihre Frage, was ich in England wolle bekam mein Gegenüber nur ein paar gestotterte Worte, sodass sie wohl schnell beschloss dass ich ungefährlich bin und mich mit einem netten Lächeln ziehen ließ. So, jetzt nurnoch bis vor zur Fähre und dann ist das meiste schon geschafft - nope, ein junger Mann in Warnweste hatte mich entdeckt und winkte mich zur Seite, wo noch 4 andere Herrschaften warteten. Ich musste die Türen aufmachen, um einen Blick auf mein Gepäck zu ermöglichen. Die arme Frau stocherte ein bisschen in meinem Zeug herum, kam aber bei meinem (für mich gut organisierten!) Chaos nicht besonders weit.. 😅🤷🏼‍♀️ Es schien schon fast überstanden, da schaute sie nach oben, klopfte auf den Koffer vom Dachzelt und sagte "so, dann das bitte kurz noch öffnen". Ich glaub mir sind fast die Augen rausgepurzelt, ich hab mich schon gesehen wie ich da ne Ewigkeit am rumzerren und reinstopfen vom Zelt bin, nachdem die 2 Sekunden in den Koffer geguckt haben. Ich glaub ich hab nur sowas wie "Puhh ok, das wird dann aber ne größere Aktion werden als nur kurz" gesagt🙈🙈. Im Nachhinein war ich tatsächlich ein bisschen verwundert, dass sie meine leichte Panik in der Stimme nicht erst recht stutzig gemacht hat, aber nach kurzer Rücksprache, ließen sie mich ohne weitere Kontrolle gehen. 🥵😮‍💨
    Mit klopfendem Herzen ging es weiter und nachdem ich ungefähr nochmal 5 Kreisel passiert hatte und kreuz und quer durch das Labyrinth dieses Hafens geschleust wurde, war ich einfach nur erleichtert, als ich die Reihen sah, in die man sich einordnen musste (ganz ehrlich, wär ich da einmal falsch abgebogen, ich hätte da niewieder rausgefunden!).
    Nach ein paar Minuten kam ein netter Kontrolleur und ließ sich mein Ticket zeigen. Da ich so früh schon da war bot er mir an, eine Fähre früher zu nehmen, da die noch da war und noch Plätze frei waren. Na umso besser 🤗👍🏼🤩 Dieser Teil war jetzt zum Glück nicht mehr so aufregend, schnell waren alle im Schiff verstaut und ich suchte mir ein ruhiges Plätzchen, um mein Vesper zu essen und das Formel 1-Rennen zu schauen. Bis auf ein paar WLAN-Aussetzer klappte das dann auch - Lando wurde zweiter und ich war im Glück :)

    In Dover angekommen ging alles ganz zackig und nach einem weiteren Hafenlabyrinth hatte ich es auf eine normale Straße geschafft 👌🏼🤗
    Ich versuchte mich nicht zu sehr von dem schlechten Englisch der Tante aus dem Navi ablenken zu lassen, die plötzlich auch nurnoch miles- und feet-Angaben machte. Gut, dass noch ein paar Autos vor mir fuhren, den Linksverkehr hätte ich bei all der Aufregung sonst echt schon wieder vergessen 🤦🏼‍♀️
    Also so überfordert wie heute war ich wirklich schon lange nicht mehr - die spinnen die Briten!! 😅🙈

    Ich fuhr zu einem Stellplatz, den ich vorher schon rausgesucht hatte und da es noch hell war, fand ich ihn zum Glück auch schnell. Der Platz lag direkt an der Strandpromenade und die großen Kiesel leuchteten in der untergehenden Sonne wunderschön orange-rot. Waaaaahhh endlich angekommen, dieser Anblick und der Geruch nach Meer, ließ mich die ganze Aufregung vergessen 🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿🌊☀️
    Ich ging ein Stück, setzte mich, atmete kurz durch bei einem wunderschönen klaren Sonnenuntergang und hörte den Anglern zu, die Bob Marley hörten und den Tag mit einem Bierchen ausklingen ließen.
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