• Willkommen auf der grünen Insel 🇮🇪🐑🤗

    May 23, 2024 in Ireland ⋅ 🌬 13 °C

    Ich hatte diese Nacht unten im Auto geschlafen, da ich mich sonst ein bisschen sehr auf dem Präsentierteller gefühlt hätte und es über Nacht regnen sollte. Es war natürlich deutlich enger wie oben im Zelt, ging aber trotzdem echt gut und ist als Alternative absolut in Ordnung 👍🏼:)
    Nachdem ich alles verstaut und noch eine kleine Runde über den Hügel nebenan gedreht hatte ging es mit Vorfreude los Richtung Fähre. Die Fahrt war entspannt und verlief ohne Zwischenfälle.
    Als ich in Pembroke ankam, war schnell klar, dass es diesmal nicht wie am Hafen in Calais laufen würde - als ich dann aber einfach rechts wie in ein Industriegebiet einbiegen musste und direkt vor dem Schalter stand, war ich dann doch etwas verdutzt. Vor dem Schalter waren ein paar Parkflächen eingezeichnet und ich wollte gerade parken, da beugte sich die Dame im Schalter schon aus ihrem kleinen Kabuff heraus und winkte mich freundlich zu sich. Völlig überfordert (mal wieder) fuhr ich hin und ließ das rechte Fenster runter. Ich wollte nach meinem Pass greifen, da rief sie mir schon zu "Are you Lisa?" - hö? Ok, hier wird man also direkt persönlich begrüßt, wieviele fahren denn mit, dass die die Nummernschilder schon auswendig weiß!?!? 😅👌🏼Ich bejahte ihre Frage und schon streckte sie sich aus ihrem Häuschen in mein Auto und hielt mir freudestrahlend mein Ticket hin. Ok, das war definitiv anders als die Geschichte in Frankreich, in Pembroke reicht also der Vorname zum Reisen, auch nicht schlecht 😂😂👌🏼 Ich musste nurnoch durch ein Tor und schon stand ich vor der Fähre. Mit mir warteten nur eine Hand voll anderer Autos und als wir verladen waren stellte ich fest, dass es tatsächlich nur so um die 20 Autos waren. In der Fähre suchte ich mir ein Plätzchen und vesperte erstmal. Der Kapitän machte eine Durchsage und hatte irgendwie Schwierigkeiten mit dem Knopf für die Mikrofone - es ertönte ein Gong mit anschließender Ansprache Ladies & Gentleman - dann Knistern und Stille - dann wieder der Gong + Ladies & Gentlemen. Nach vier Anläufen brachte er dann aber doch auch den Rest noch raus. Ich hörte erst nicht richtig hin, aber nachdem ich mit halbem Ohr hörte wie er meinte "In case of emergency, don't panic, don't run, take some warm clothes and go outside...but I think we won't need that today...", wusste ich nicht, ob ich beunruhigt sein oder lachen sollte. Naja hoffen wir mal das Beste🤞🏼Ich ging nach draußen, um den kleinen Fjordcruise mitzubekommen. Leider gab es nicht so richtig was zu sehen und ich machte es mir drinnen gemütlich. Als ich gerade am einnicken war, sah ich plötzlich zwei Delphine aus dem Wasser springen. Ich dachte schon ich halluziniere im Halbschlaf, aber da tauchte sie nochmal auf 🥰🙃🤩 Ich sprang direkt auf und bin raus, aber da sah ich dann leider nix mehr. Egal, die Sonne schien und nach einer weiteren halben Stunde landeten wir im Hafen von Rosslare. Die Abwicklung war genauso unkompliziert wie bei der Abfahrt und schon war ich auf irischem Boden unterwegs. Die grüne Insel machte ihrem Namen direkt alle Ehre, vom Straßenbild war es eigentlich ähnlich wie in England (vielleicht noch ein bisschen mehr Schlaglöcher), aber die Begrenzungen waren weniger dünenhaft, mehr aus hohen Büschen, Bäumen oder saftigen Hecken. Was mir auch direkt auffiel waren die vielen Steinmauern, die Felder und Fiehweiden einzäunen, vor allem Kühe hats hier viele (garnich so viele Schafe, wie ich erwartet hatte), die fleißig am Kerrygold-Butter-Produzieren waren :)
    Ich fuhr zum Cullenstown Beach, an dem ich übernachten wollte und kam bei Sonnenschein an. Noch so ein herrliches Fleckchen Erde - Irland, was für ein Empfang 🥰🥰🥰
    Nach kurzer Zeit hielt ein Stück weiter ein Camper und ein Ire barfuß und in kurzen Hosen (ich war zu der Zeit schon in eine Decke gewickelt...) stieg aus und zog mit seiner Angel los. Als er bei mir vorbei kam, rief er mir nur zu "How many fish do you want?" und lachte sich kaputt 😂 Nach einer Weile kam er wieder und ich sah schon, dass er wohl kein Glück gehabt hatte. Auf meine Frage nach dem Fisch grinste er nur schief und meinte "Do you like seaweed?" und zuckte mit den Schultern. Wir plauderten ein bisschen und er erzählte mir davon, dass hier wohl viele Touristen mit ihren Pferden ankommen und alles verwüsten würden. Ich hatte mich vorher schon gewundert, als ich auf dem Schild am Eingang des Strandes gelesen hatte "no horses" und auf dem Schiff hier her war auch ein Hänger mit Pferd geladen, also irgendwie scheint das hier wohl so ein Ding zu sein 🤷🏼‍♀️🙈 Er verabschiedete sich und meinte nur wenn ich was bräuchte oder was rauchen wolle, er wäre gleich da drüben und wir wünschten uns eine gute Nacht 😅🙋🏼‍♀️✌🏼
    Wir hatten Vollmond nachts - ich war kurz vor dem Schlafengehen nochmal auf die Toilette gegangen und sah die helle Kugel über dem Meer. Es fühlte sich noch nicht ganz realistisch an, dass ich jetzt hier war und nach drei perfekten Tagen in England, das Ganze einfach genauso schön weiterging 🥰🤗🇮🇪
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