Ring of Kerry und das Ende Westeuropas
May 31, 2024 in Ireland ⋅ ☀️ 12 °C
Ich war in der Nacht etwas durchgeschüttelt worden, aber am Morgen strahlte wieder die Sonne. Die ersten Verrückten stürzten sich schon in die Wellen, irgendwann wollte ich das ja eigentlich auch noch in diesem Urlaub machen (hätte mir da jemand gesagt, dass es schon heute Abend soweit sein sollte, ich hätte ihn für verrückt erklärt!!).
Es ging weiter auf dem Ring of Kerry, vorbei an wunderschönen Küstenabschnitten bis zum Rossbeigh Beach. Auf der einen Seite bestand er eigentlich nur aus großen Kieseln, ich lief ein bisschen durch die Dünen und bis ganz nach hinten, wo die lange Sandzunge ins Meer ragt. Hier überraschte ich ein paar Schäfchen, die durch die Dünen marschierten und protestierten. Ich wechselte zur anderen Strandseite, hier war dieser riesige weiße Sandstrand und kein Mensch weit und breit - wow! Da es hier auch fast windstill war, machte ich es mir im Sand gemütlich und frühstückte :) Danach spazierte ich gemütlich zurück und fuhr weiter zum Bín Bán, einem Aussichtspunkt auf den Klippen von dem aus man einen super Blick hat und mit Glück Delfine beobachten kann - ich werde zwar hoffentlich morgen welche aus der Nähe sehen können, aber schadet ja nichts, jetzt schon mal einen Blick zu riskieren :) Einen schönen Blick gab's definitiv, Delfine leider keine und der Wind verscheuchte mich schnell wieder von den Klippen.
Weiter geht's - ich hatte noch Zeit, deshalb entschied ich mich noch den Slea Head Drive zu fahren. Ich lief das kurze Stück zum Dunmore Head und hatte im Abendlicht eine beeindruckende Aussicht auf das Ende von Western Europe. Ich stand echt eine Weile dort, diese Ausblicke machen süchtig, ich konnt mich kaum losreißen!
Ich fuhr zu meinem heutigen Übernachtungaplatz, der wie sich rausstellte wieder der Parkplatz von Bín Bán war. Auf dem Weg dahin hielt ich aber noch am Carhoo Bay Beach, wenn ich diesen Urlaub noch ins Wasser wollte dann heute, besser würde es wettertechnisch nicht werden 🤩😃 Ich sah einen Kerl, der gerade aus dem Wasser kam, also wenn der das kann (er bibberte schon echt ziemlich), dann schaff ich das doch auch! Ich zog mich schnell um und bevor ich mich versah war ich auf dem Weg zum Wasser. Der innere Monolog der dabei in meinem Kopf ablief, war wenig hilfreich: Hilfe, das wird so kalt werden, ohmann warum mach ich das, ich werde sterben... !
Der Weg vor zum Wasser war weit, genug Zeit um Zweifel zu entwickeln, ich hatte aber das Gefühl, dass die wenigen Leute die sich ins Waaser trauten, immer ganz genau beobachtet wurden, also Kneifen war nicht. Der erste Schritt ging ins Wasser und damit wurden alle Befürchtungen wahr - es war scheeeeiiiiße kalt!!! Joa Lisa, da musst jetzt durch. Ich ging schnell rein (immer mit dem Gesicht zum Meer damit niemand sehen konnte, wie ich versuchte die Kälte wegzuatmen) und fing an zu schwimmen. Ok, es war so kalt, dass ich einfach garnix mehr spürte, mein Körper hatte glaub direkt auf das Überleben der wichtigsten Organe gestellt, Arme und Beine zu versorgen war nicht mehr drin.. 😅🤷🏼♀️👌🏼 Der Weg raus war dementsprechend garnicht so schlimm, alles war taub, ich merkte auch den Wind nicht mehr 🙈😅 Gut dann war das auch endlich abgehakt und ich war reichlich erfrischt👌🏼
Am Schlafplatz angekommen machte ich mir ein Süppchen warm, bekam noch eine kalte Cola von Manfred und Barbara aus Münster ausgegeben, die ebenfalls hier übernachten würden und da der Wind nach 4 Tagen Dauerföhn jetzt tatsächlich nachließ, konnte ich den Abend sogar draußen im Campingstuhl in der Sonne ausklingen lassen.Read more























Traveler
Mega schön 🤩