Colombo
March 17, 2025 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 26 °C
Der letzte Stopp auf unserer Reise stand an - Colombo. Alles was wir davor über Colombo gelesen und gesehen hatten war sehr widersprüchlich, wir waren also bereit uns überraschen zu lassen und uns für einen Tag ins Getümmel zu stürzen.
Vorher gab's aber noch Frühstück in der Unterkunft. Es wurde wieder aufgetischt was das Zeug hält und da sich dabei ein bisschen Zeit gelassen wurde, konnten wir erst anfangen zu essen als unser Taxi schon da war. Mit einer halben Stunde Verspätung gings dann aber doch los. Wir stopften unsere kurz vor dem Platzen stehenden Rucksäcke und Taschen ins Auto und quetschen uns zu viert hinein (wir hatten beim Frühstück ein Mädel aus Frankreich kennen gelernt, die ganz happy war, dass wir sie mitnahmen und sie kein Taxi alleine zahlen musste).
Der Taxifahrer hatte sich wohl in den Kopf gesetzt, die verloren gegangene halbe Stunde wieder reinzufahren - er fuhr wie ein absolut Verrückter. Unsere französische Freundin fasste sich ein Herz und meinte nach einer Weile und etlichen ziemlich brenzligen Situationen "Wir haben es wirklich nicht eilig, wir möchten gerne lebend in Colombo angekommen...!". Unser Fahrer lachte nur, ließ sich davon aber nicht besonders beeindrucken.
Dann wars fast soweit - ein alter Mann auf einem Moped zog leichtsinnig zum überholen raus und wir mussten eine Vollbremsung machen, um ihn nicht komplett mitzunehmen. Unser Fahrer fluchte, fuhr nach vorne neben den Mann und schimpfte ihm aus dem Fenster entgegen. Der andere zuckte nur mit den Schultern, wackelte mit dem Kopf und fuhr weiter 🤷🏼♀️ Wir mussten an der Seite anhalten und irgendwas am Auto zurücksetzen, bevor es weitergehen konnte. Die restliche Fahrt kostete uns zwar noch ein paar weitere Nerven, ansonsten kamen wir aber letztendlich heile in Colombo an.
Nach dem Check-in bezogen wir unsere Wohnung und schnauften erstmal durch. Ursprünglich wollten wir ein bisschen an den hauseigenen Pool liegen, um erstmal anzukommen. Da das ganze Gebäude aber noch im Bau steckte, war der wenig einladend. Wir beschlossen uns anstelle dessen die Dachterrasse anzusehen und fuhren in den 52. Stock. Hilfe, so weit oben 🤯🤯🤯🙈 Das ist ja eigentlich so garnicht meins, aber der Ausblick auf den Lotus Tower und bis vor zum Wasser, war schon cool!
Nagut, wenn der Pool nix war, dann mussten wir eben gleich los und die Stadt erkunden. Da wir Hunger bekamen, liefen wir zur großen Mall und schauten uns dort ein bisschen um. Die Läden waren nicht sehr beeindruckend und das Essen richtig enttäuschend, das hatten wir uns schon mal anders vorgestellt... Anschließend steuerten wir ein Stadtviertel an, in dem in den Straßen ein Markt für alles Mögliche sein soll.
Wir liefen am Busbahnhof vorbei und dahinter ging es los mit den ersten "Läden". Als ich hineinschaute war ich nicht bereit für das was da zu sehen war. Es handelte sich hier wohl um das Hühner-Abteil und es stapelten sich die teils leeren, teils gefüllten Käfige bis hoch zur Decke. Alles stand vor Dreck, auf dem Boden Berge von Federn und ich will garnicht wissen was noch alles. Dann sah ich die Ratten, die suchend alles abliefen und dazwischen die Menschen barfuß und nur mit ihren um die Hüfte geschlagenen Tüchern bekleidet - ich glaub ich kotze!! Zum Glück waren wir hier schnell vorbeigelaufen und konnten die stinkende Wolke an Tierkadavern und - fäkalien verlassen. Zeit den Schock zu verarbeiten blieb aber nicht wirklich. Wir überquerten die Hauptstraße und waren nun mittendrin im Pettah Market. Hier gab es alles was das Technikherz begehrt. Um uns rum ein einziges Getümmel und Gewühle. Wir holten tief Luft und gingen dann dicht hintereinander weiter geradeaus. Himmel, das hörte garnicht mehr auf! Wir beschlossen abzubiegen und landeten im Stoffviertel. Überall stapelten sich die in Plastik verpackten Stoffe, die Leute schleppten Kartons und Teppiche hin und her oder fuhren ihre Waren auf langen Karren in der Gegend rum. Nebenher drückten sich Menschen, Tuktuks und die Liefer-LKWs durch die Straßen - kurz gesagt, es war ein heilloses Durcheinander und wir waren einfach nur überfordert😅🙈 Wir beschlossen uns langsam wieder einen Weg aus dem Chaos zu bahnen, das war jetzt vielleicht auch genug Markt für heute. So einfach war das nur leider garnicht. Manche Straßen waren durch Fahrzeuge blockiert, andere endeten einfach oder führten im Bogen wo anders hin. Wir bogen in eine etwas ruhigere Straße ein und waren froh, kurz eigenständig laufen zu können und nicht nur hin und hergeschoben zu werden. Die vermeintlich ruhige Straße entpuppte sich als Straße, in der Reis, Couscous und Gewürze verkauft wurden die in großen Scheunen und in riesigen Säcken gestapelt wurden. Hier waren jetzt plötzlich nurnoch hagere Männer unterwegs, die Säcke schleppten und uns mürrisch anschauten. Ok das war jetzt irgendwie ein bisschen gruselig, aber nach Gewürzen wollten wir ja die ganze Zeit schon gucken, deshalb liefen wir weiter. Gerade, als wir uns die Sachen genauer anschauen wollten, kam ein junger Mann und hielt uns sein Handy ins Gesicht. Er rief die ganze Zeit "Smile! Smile ladies!" und hüpfte wie wild um uns herum. Ok, das war jetzt echt zu viel des Guten! Wir nahmen reiß aus und liefen schnell wieder Richtung Bahnhof. Vorne angekommen waren wir nun in der Gemüse- und Fruchtabteilung und hier war das Klientel auch wieder angenehmer. Wir fanden trotzdem, dass wir jetzt genug Markt gesehen hatten und verließen das Viertel. Eigentlich wollten wir uns noch den Floating Market ansehen, der ganz in der Nähe war. Da der aber erst in einer Stunde aufmachen sollte und sich ein Gewitter ankündigte, beschlossen wir zurück zu fahren und uns kurz im Hotel auszuruhen.
Unser Plan ging perfekt auf und die Tuktuk-Fahrt zurück zum Hotel hob unsere Laune wieder 😅👌🏼 Nach dem Schauer gings nochmal los zum Essen. Wir gönnten uns ein letztes Mal Traditional Curry (es konnte leider mit dem aus Ahangama nicht mithalten, aber war trotzdem sehr lecker!) und ließen den Abend dann noch in einer Rooftop Bar mit Blick auf den schönen leuchtenden Lotus Tower ausklingen. WOOOOW, was für ein Tag!Read more


















