• Aussichtsreicher Mirador de la Peña

    February 26 in Spain ⋅ 🌬 16 °C

    9 km - 0 m Aufstieg - 580 m Abstieg

    Ein fester Bestandteil unserer Wanderreise ist der Taxiservice, der uns zu den Startpunkten bringt oder am Ziel einsammelt. Heute Morgen stehen wir pünktlich um 9:00 Uhr mit unseren Rucksack-Koffern bereit. Als der Fahrer fragt: „Zum Mirador de la Peña?“, bin ich gerade am Telefonieren und antworte gedankenlos mit „Ja“.

    Während bei uns im Ort noch die Sonne scheint, hat der Weg hinauf bereits etwas Magisches. Dichter Nebel hängt schwer über den Bergen, als hätten die Wolken beschlossen, die gesamte Insel einzuhüllen. Die Landschaft wirkt geheimnisvoll und beinahe unwirklich. Doch am Mirador angekommen, haben wir unglaubliches Glück: Er liegt exakt unterhalb der Nebeldecke. Vor uns breitet sich die Nordküste von El Hierro aus – rau, weit und zutiefst beeindruckend. Während über uns die Wolkenfetzen jagen, liegt die Welt unter uns klar und ruhig da, unterbrochen nur von der weißen Gischt des Atlantiks.

    Das Erbe von César Manrique
    Der 1989 eröffnete Mirador ist ein Meisterwerk von César Manrique. Sein Grundsatz, Architektur so in die Natur zu integrieren, dass sie wie ein Teil der Umgebung wirkt, ist hier auf außergewöhnliche Weise spürbar. Das Gebäude wurde direkt in den Fels gebaut; Naturstein, geschwungene organische Linien und große Panoramafenster lassen die Grenze zwischen Innen und Außen verschwimmen.
    Manrique wollte hier die wilde Schönheit der Insel erlebbar machen, ohne sie zu zerstören. Für ihn war Architektur immer auch ein Statement für nachhaltigen Tourismus: Er wollte Orte schaffen, an denen Menschen innehalten und eine emotionale Verbindung zur Landschaft aufbauen können – ohne dass die Identität der Insel verloren geht.

    Kommando zurück
    Nach unserer ausgiebigen Besichtigung starten wir die Wanderung, wundern uns aber bald: Warum ist die Strecke eigentlich in die umgekehrte Richtung ausgeschildert? Erst nach einer Weile wird uns klar, dass wir am falschen Ort abgesetzt wurden. Ein kurzes Telefonat mit dem Reiseveranstalter und dem Taxiunternehmen später werden wir 20 Minuten danach erneut eingesammelt und zur Ermita de la Caridad gebracht. Hier stecken wir nun endgültig mitten in der Wolkendecke. Und obwohl wir das Gefühl haben, die Sonne sei ganz nah, will sich der graue Schleier leider nicht mehr lichten.
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