• Ermita de la Caridad auf 1.220 m

    February 26 in Spain ⋅ 🌬 15 °C

    Heute präsentiert sich die kleine Ermita de la Virgen de la Caridad mystisch und nebelumwoben. Sie thront hoch oben am Rand der Cumbre, dort, wo die Hochebene jäh und steil in das fruchtbare Golfo-Tal abfällt. Die Kapelle ist ein unscheinbares, aber ungemein stimmungsvolles Bauwerk – schlicht im kanarischen Stil gehalten und umgeben von einer Weite, die heute im Dunst verborgen bleibt.
    Ihre Entstehung im Jahr 1924 verdankt sie der Gemeinschaft: Bewohner von San Andrés und Isora sowie Rückkehrer aus Kuba brachten die Spenden für den Bau auf. Gewidmet ist sie der Virgen de la Caridad, der barmherzigen Jungfrau. Früher hatte dieser Ort eine existenzielle Bedeutung: Bevor die Hirten und Bauern den gefährlichen Abstieg mit ihrem Vieh und schweren Lasten ins Tal wagten, hielten sie hier inne, um um Schutz zu bitten – oder sie dankten nach einer glücklichen Rückkehr für ihre Unversehrtheit.

    Diese besondere Atmosphäre zwischen tiefem Glauben, harter Arbeit und der gewaltigen Landschaft ist auch heute noch spürbar. Die Kapelle markiert den Beginn des historischen Camino de Jinama, eines der ältesten und bedeutendsten Wege der Insel. Bis in die 1960er-Jahre war dieser Pfad die Hauptader zwischen Valverde und La Frontera. Auf kurzer Distanz überwindet er enorme Höhenunterschiede und führt durch faszinierende Vegetationszonen – von den kargen Weideflächen der Höhe bis tief hinein in den verwunschenen Lorbeerwald.
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