• Rund ums Ecomuseo de Guinea

    February 27 in Spain ⋅ 🌬 18 °C

    Schon gestern, als wir mit dem Taxi hier vorbeifuhren, hatte ich mir fest vorgenommen, das Ecomuseo de Guinea zu besuchen. Es ist ein faszinierender Ort: Ein rekonstruiertes Freilichtmuseum, das zeigt, wie die Menschen auf El Hierro von den ersten Siedlern bis ins 20. Jahrhundert hinein lebten. Man findet dort authentische Behausungen der Bimbaches sowie spätere Gebäude mit strohgedeckten Steindächern. Die engen Räume sind mit alten Haushaltsgegenständen und Werkzeugen eingerichtet – ein lebendiges Stück Geschichte, das den Wandel vom indigenen Leben bis zur Kolonialzeit greifbar macht.

    Besonders spektakulär: Das Museum liegt direkt über einem etwa 90 Meter langen Lavatunnel. Dieser Hohlraum, der einst von fließender Lava geschaffen wurde, bietet bei Führungen tiefe Einblicke in die vulkanische Entstehungsgeschichte der Insel.
    Gleich nebenan befindet sich das Lagartario, ein Zuchtzentrum für den vom Aussterben bedrohten Lagarto Gigante de El Hierro. Diese Rieseneidechse kommt ausschließlich hier vor. Im Zentrum erfährt man alles über die Bemühungen, diese beeindruckenden Tiere vor dem Verschwinden zu bewahren und sie wieder auszuwildern.
    Doch heute macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung: Wegen des starken Sturms ist das Museumsdorf geschlossen. Nur die Vulkanhöhle wäre zugänglich, aber die Chance, die wärmeliebenden Rieseneidechsen bei diesem Wetter zu sehen, ist gleich null. Wir lehnen dankend ab und beeilen uns, den Bus zurück nach La Frontera zu erwischen.

    Kaum steigen wir dort aus, laufen uns zufällig Heiko und Melanie über den Weg. Nach einem kurzen Plausch zieht es uns jedoch erst einmal in die nächste Bar. Bei Kaffee und Cola stärken wir uns und warten eigentlich darauf, dass ein gut bewertetes Restaurant in der Nähe öffnet. Doch dann geschieht das Unerwartete: Die Sonne bricht plötzlich durch die Wolken! Kurzerhand werfen wir unsere Pläne über den Haufen, lassen das Abendessen sausen und entscheiden uns, das schöne Licht für eine weitere Wanderung zu nutzen.
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