• Aufstieg zur Ruta de la Llanía

    March 1 in Spain ⋅ 🌬 17 °C

    13,4 km – 590 m Aufstieg – 590 m Abstieg

    Heute Morgen lassen wir es entspannt angehen. Nach einem gemütlichen Frühstück starten wir direkt in Taibique auf dem alten Verbindungsweg zwischen El Pinar und El Golfo. Der Pfad führt uns direkt zu Beginn ordentlich steil aus dem Ort heraus. Vorbei an terrassierten Feldern erreichen wir schließlich den schattigen Pinienwald und das Erholungsgebiet Hoya de Morcillo, wo wir auch an einem Campingplatz vorbeikommen.
    Ab hier wird es ernst: Auf einer breiten Piste geht es lange und steil bergauf durch den herrlichen Wald. Als wäre die Steigung nicht schon genug, peitscht uns ein starker Gegenwind entgegen – das ist extrem kräftezehrend und fordert unsere ganze Ausdauer.

    Nachdem wir den schweißtreibenden Anstieg von rund 600 Höhenmetern bezwungen haben, erreichen wir den geschichtsträchtigen Camino de la Virgen. Eine Fahrstraße führt uns schließlich zum Startpunkt der Ruta de la Llanía. Hier ändert sich die Szenerie schlagartig: Wir tauchen ein in eine mystische Welt aus Lorbeerbäumen, Gagelsträuchern und Baumheide, die durch die dichten Nebelbänke des Passats in tiefes Grün getaucht sind.

    Entlang des Weges erfahren wir auf interessanten Schautafeln viel über den „Monte Herreño“ – den Nutzwald der Insel. Es ist beeindruckend, wie tiefgreifend die Bewohner mit der Natur verwoben waren:

    • Köhlerei: Aus Buchenstümpfen wurde unter Erdhügeln mühsam Holzkohle gewonnen, da Brennholz zum Heizen kaum ausreichte.
    • Landwirtschaft: Jede Kiefernnadel wurde aufgesammelt, um in den Ställen als Einstreu zu dienen und später wertvollen Dünger zu liefern.
    • Überlebenskunst: In Notzeiten wurde aus Farnwurzeln sogar Mehl für eine spezielle Gofio-Variante gestampft.
    • Handwerk: Die Weinbauern nutzten sogenannte „Horquetas“ (V-förmige Aststützen), um die schweren Trauben vor dem Verfaulen am Boden zu schützen.

    Es macht uns nachdenklich zu lesen, dass dieser Raubbau an der Natur – oft aus purer Not – das Ökosystem fast zerstört hätte. Erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird der Wald offiziell geschützt, damit wir heute durch dieses grüne Paradies wandern können.
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