• Ehemalige Militärstation und Leuchtturm

    April 5 in Spain ⋅ ☀️ 17 °C

    Die ehemalige Militärstation am Leuchtturm von Cala Figuera wirkt heute still und romantisch – doch noch bis vor wenigen Jahrzehnten war sie ein strategisch bedeutender Standort zur Überwachung der Bucht von Palma.

    Seinen Ursprung hat der militärische Bereich im frühen 20. Jahrhundert: Nach dem Ersten Weltkrieg richtete die spanische Küstenwache hier einen Stützpunkt ein, um die wichtige Schifffahrtsroute und insbesondere die Zufahrt zur Bucht von Palma zu sichern. Im Laufe der Zeit wurde die Anlage weiter ausgebaut und umfasste schließlich verschiedene Gebäude wie Kasernen, technische Einrichtungen sowie Küstenbatterien mit Geschützen. Diese waren Teil eines Verteidigungssystems, das die Küste vor möglichen Angriffen schützen sollte.

    Die Lage war dafür ideal: Von den Klippen rund um den Leuchtturm – der selbst bereits im Jahr 1860 errichtet wurde – hatte man einen weiten, ungehinderten Blick über das offene Meer und die gesamte Bucht. Ergänzt wurde das militärische Ensemble durch ältere Verteidigungsstrukturen wie einen Wachturm aus dem 16. Jahrhundert, der ursprünglich zur Piratenabwehr diente und zeigt, dass dieser Küstenabschnitt schon lange eine strategische Bedeutung hatte.

    Während des 20. Jahrhunderts entwickelte sich das Areal zu einer abgeschlossenen Militärzone. Der Zugang war streng reglementiert, und noch heute erinnern vereinzelt Schilder und Zäune an diese Zeit. Erst in den 1980er-Jahren wurde das Gebiet aufgegeben und das Sperrgebiet aufgehoben. Danach verfielen viele der Gebäude langsam, und ein Teil der technischen Anlagen wurde abgebaut oder verschlossen – insbesondere die Geschütze verschwanden, während Bunker und unterirdische Gänge teilweise erhalten blieben.

    Heute präsentiert sich die ehemalige Militärstation als eine Mischung aus Ruinen, überwucherten Wegen und verlassenen Bauwerken. Zwischen Pinien und Felsen stößt man auf zerfallene Kasernen, betonierte Plattformen ehemaliger Geschützstellungen und verschlossene Bunkereingänge. Gerade diese Relikte verleihen dem Ort eine besondere Atmosphäre – irgendwo zwischen „Lost Place“, Zeitzeugnis und Naturparadies. Gleichzeitig ist das Gebiet Teil eines geschützten Landschaftsraums, und es gibt Bestrebungen, es stärker unter Naturschutz zu stellen und behutsam zugänglich zu machen.
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