• Abendessen im „Der Kamper“ in Admont

    August 6 in Austria ⋅ ☁️ 22 °C

    Eigentlich wollten wir in Admont beim Benediktinerstift übernachten, doch wir haben fast kein Wasser mehr. Seit wir unterwegs sind, haben wir tatsächlich erst einmal Wasser getankt, und gerade hier in der Region ist die entsprechende Infrastruktur dafür eher spärlich gesät. Ich hatte mir für Österreich extra die kostenpflichtige App „Schau aufs Land“ heruntergeladen, über die man Stellplätze auf Bauernhöfen buchen können soll – im Gegenzug kauft man dort im Hofladen ein. Sämtliche Versuche, über die Plattform zu buchen, sind bisher jedoch gescheitert: Entweder melden sich die Betreiber nicht oder die Plätze sind bereits komplett ausgebucht. Ich versuche mein Glück trotzdem noch einmal und fahre sogar direkt zum Anbieter, doch die Adresse scheint nicht zu stimmen. Auf dem Grundstück treffen wir allerdings auf freundliche Menschen, die uns an einen Campingplatz in der Nähe verweisen.

    Okay, den nehmen wir! Doch zuvor wollen wir noch etwas essen und sind über Google auf ein charmantes Restaurant gestoßen. Wir treffen dort zeitgleich mit einem anderen Paar ein – und keiner von uns vieren hat einen Tisch reserviert. Es ist nur noch ein einziger Tisch frei, den wir uns kurzerhand teilen. Das französische Paar ist ganz dankbar, dass wir ein bisschen als Übersetzungshilfe einspringen können, und sofort kommen wir ins Gespräch. Die beiden wohnen in Paris und sind bereits seit dem 20. Juli zu Fuß unterwegs, um die Alpen auf der „Via Alpina“ von Ost nach West zu überqueren. Sie haben lediglich ein paar leichte, sehr gute Trailrunning-Schuhe an; sie hat fünf und er gerade einmal sieben Kilo Gepäck dabei, wobei die Wandersachen fast jeden Abend im Waschbecken durchgespült werden.

    Die Idee zu diesem Abenteuer entstand, nachdem sie bereits von Paris nach Santiago de Compostela gelaufen waren: knapp 2.500 Kilometer in 80 Tagen! Das sind im Schnitt mehr als 31 Kilometer pro Tag (!) – und die Strecke führte damals sogar durch das französische Zentralmassiv. Joe und ich sind ja wirklich selten sprachlos, aber diese sportliche Leistung hat uns völlig umgehauen. Er hat die gesamte Tour komplett selbst organisiert, inklusive aller Übernachtungen in Hütten und Pensionen. Morgen liegen 700 Höhenmeter vor ihnen, und wie sie erzählen, laufen sie bei der Hitze tatsächlich viel lieber als im Regen. Wie wunderschön, intensiv und berührend solche zufälligen Begegnungen doch sind!

    Ach ja, fast hätte ich das Wichtigste vergessen: Das Essen, der Service und das Lokal selbst waren ein absoluter Traum. Wir waren restlos begeistert, vor allem auch vom hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Eine absolute Top-Empfehlung!
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