Fast 1000-jährige Burg Strechau
August 8 in Austria ⋅ ☀️ 18 °C
Die Burg Strechau, die nach der Riegersburg als die zweitgrößte Burganlage der Steiermark gilt, thront hoch über dem Paltental auf einem Felsen und blickt auf eine fast tausendjährige Geschichte zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Wehranlage im Jahr 1074, wobei die Ursprünge auf einen kleinen Turm aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts zurückgehen. Ihre Blütezeit erlebte die Festung in der Mitte des 16. Jahrhunderts unter dem Adelsgeschlecht der Hoffmann, das zu den Führern der steirischen Protestanten zählte. Damals wurde der einstige mittelalterliche Wehrbau in ein prachtvolles Renaissanceschloss umgestaltet. Im Zuge der Gegenreformation mussten die protestantischen Besitzer die Burg jedoch im Jahr 1629 an das Stift Admont verkaufen, wonach sie im 17. und 19. Jahrhundert unter anderem als Herrschaftssitz und Verwaltergebäude diente, zeitweise aber auch dem Verfall preisgegeben war. Seit 1979 befindet sich die Anlage wieder im Besitz der Familie Boesch (heute Boesch-Privatstiftung), die sie umfassend restaurierte und der Öffentlichkeit zugänglich machte.
Heute lockt die historische Anlage Besucher mit einer Reihe beeindruckender Sehenswürdigkeiten – angefangen beim weithin bekannten, italienisch anmutenden Arkadenhof im Renaissance-Stil. Im Inneren fasziniert das Schloss vor allem durch kunstgeschichtlich wertvolle manieristische, protestantische Deckenmalereien und Fresken aus dem späten 16. Jahrhundert, wie etwa Darstellungen nach Ovid. Zu den weiteren Highlights gehören die barocke Burgkapelle, ein riesiger historischer Weinkeller sowie der weitreichende Ausblick über das Paltental.
Eine echte Besonderheit ist die protestantische Deckenmalerei, die von einem Abt des Stiftes Admont während der Gegenreformation geschützt und dadurch vor der Zerstörung bewahrt wurde. Sie ist in dieser Form einmalig in ganz Österreich.
Es ist vor allem der Familie Boesch zu verdanken, dass die Burg heute in diesem hervorragenden Zustand gepflegt und zugänglich ist, wobei die genaue Herkunft der finanziellen Mittel dafür nicht näher bekannt ist.Read more































