• Burgruine Wolkenstein aus dem 8. Jhd.

    8. august, Østrig ⋅ ☀️ 23 °C

    Die Burg Wolkenstein, die als eine der wehrhaftesten Burgen des Ennstals galt, blickt auf eine lange Geschichte zurück, die urkundlich bis in das Jahr 1099 reicht, als sie ursprünglich mit Ulrich von Wolkenstein in Verbindung gebracht wurde. Die Ursprünge der Anlage dürften sogar eng mit den Ereignissen im Ennstal des 8. und 9. Jahrhunderts verbunden sein.

    Ursprünglich bestand Wolkenstein wohl nur aus einem großen Wohnturm. Später legte man eine Zisterne an und umgab diese mit einer Ringmauer, die im Hauptturm endete. In den Jahren zwischen 1050 und 1100 wurde die Burg abermals vergrößert: Die einst kleine Anlage wurde zu einer relativ großen Ring- und Randhausburg ausgebaut, um dem Landgericht ein genügend großes Areal zur Verfügung stellen zu können. Auch die Vorburg mit ihrer Zugbrücke wurde damals errichtet. Mit dem Einzug des Landgerichts erhielt der gesamte heutige Bezirk Liezen einen politischen Namen, der bis 1800 seine Bedeutung behielt – Landgericht Wolkenstein. Die Burg selbst veränderte um 1560 erneut ihr Aussehen: Bereits 1524 war die Festung an die Freiherrn von Hofmann verpfändet worden, die sie weiter vergrößerten und Rondelle zur Aufstellung von Feuerwaffen errichteten. Die Jahre zwischen 1524 und 1592 gelten als die glücklichste Epoche der Burg, denn niemals zuvor oder danach wurde Wolkenstein so sorgsam umhegt und gepflegt.

    Nach dieser Blütezeit gelangte die Burg in den Besitz des Stiftes Admont – diesen Teil ihrer Geschichte hat sie übrigens mit der zuvor besuchten Burg Strechau gemeinsam. Bereits um 1630 galt Wolkenstein allerdings als unbewohnbar, woraufhin das Landgericht verlegt wurde.

    Zeitweise war die Burg noch bis 1750 bewohnt, danach jedoch endgültig dem Verfall preisgegeben. Die Dächer wurden zum Teil wegen einer hohen Dachsteuer abgetragen oder vermorschten im Laufe der Jahre. Noch im Jahr 1825 standen sämtliche Mauern der Burg, wie wir historischen Stichen von Kaiser und Kunike entnehmen können; nur 25 Jahre später zeichnete Haas die Anlage jedoch bereits als vollständige Ruine, deren Bausubstanz der heutigen Struktur sehr ähnelt.

    Der Burgverein Wörschach bemüht sich seit Jahren durch gezielte Instandsetzungsarbeiten und Freilegungen darum, die geschichtsträchtige Ruine für Besucher wieder sicher begehbar zu machen.
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