Gletscher lecken
August 12, 2024 in Norway ⋅ ☁️ 15 °C
Heute Nacht wurden wir zum ersten Mal von einem Schlafplatz gejagt. Wir stehen auf einem Wanderparkplatz, der von 0-24 Uhr auf ist, aber wohl auf dem falschen Teil, wir müssen auf den Teil für Camper. Also fährt Andi den Capitano so wie er in Parkposition eben aussieht (das war nach 9, wir lagen also shon im Bett) quer über den Platz, während ich noch hinten drin liege und die Verdunkelung für die Windschutzscheibe halte. Und weil wir eh noch wach waren, haben wir uns quer ins Auto gelegt, den Kopf aus der Schiebetür gesteckt und nach Perseiden Ausschau gehalten.
Am nächsten Morgen sagte uns der nächste Parkplatzmitarbeitende dann, dass wir ja gar kein Camper sein und auf dem falschen Teil des Parkplatzes stünden. Also gut, nochmal umparken. Und endlich Rucksack packen für unsere Wanderung. Zuerst geht es einen ziemlich gut ausgebauten Weg zu einem Bergsee hinauf, der aus dem Gletscher und anderen Wasserfällen gespeist wird. Diesen Teil machen hier reihenweise Touris und Familien. Teil zwei ist einmal um den See herum zu einem kleinen Strand, den Teil sind die Familien mit älteren Kindern und Paare gelaufen. Und dann sind wir noch den Wasserfall hoch, über mehrere Muränen des Gletschers, durch ein Wäldchen und ein Geröllfeld halb gewandert, halb geklettert (einen Weg gab es nicht mehr so richtig) und waren fast am Fuße des Gletschers. Der sah schon von dort ziemlich beeindruckend aus, hat blau geschimmert und in der Sonne geglizert. Andi ist dann alleine sogar noch bis zum Gletscher geklettert und konnte ihn aus der Nähe bestaunen und anlecken- so gehen Träume in Erfüllung. Ich habe mich währenddessen auf den Abstieg gemacht, erst über die Felsen, aber die musste ich dann doch wieder hochbouldern, weil sie zu glatt waren. Im Geröllfeld des Gletschers haben wir uns wieder getroffen und auf den Rückweg gemacht. Dabei wurden wir noch von einem sehr aufdringlichen Schaf gekuschelt. Der Wanderweg zu Bergsee wurde Ende des 19. Jhdt.angelegt, um Eis vom Gletscher zu ernten und über den Fjord ins Ausland zu verkaufen. Wenn man jetzt sieht, wie weit sich der Gletscher zurückgezogen hat, ist das kaum zu glauben. Sogar auf den Bildern der Informationstafeln ist er noch deutlich größer, und die können so alt noch nicht sein.
Das war auf jeden Fall die aufregendste und herausfordernste Wanderung bisher. Wieder zurück am Auto haben wir einen nahen Stellplatz gesucht, aber das ist in dieser sehr bergigen und engen Landschaft gar nicht so einfach. All den Platz, den es gibt, hat der Mensch schon gefüllt und Campen ist meist verboten. Das ist bei den Mengen an Campern hier in der Gegend auch nicht verwunderlich (ich lerne viele neue Kennzeichen kennen!). Aber google Maps ist oft hilfreich, um Waldwege und Sackgassen zu finden, in denen man niemanden stört. Nur das Höhenprofil zeigt sich nicht so deutlich. Und so muss unser Käpt'n am Ende des Tages auch noch eine Schotterpiste hoch, die ziemlich steil ist. Meistert er aber mit Bravour. Für uns gibt's noch ein Fertigessen, die müssen ja auch irgendwann mal weg..Read more











Traveler
Unglaublich, was ist das blaue? Stein oder Eis?
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Leckstein?
Traveler
Die Sylter Schafe sind nicht so zutraulich!