• Da ist er, der weiße Sand und die Palmen

    December 12, 2024 in Saint Vincent and the Grenadines ⋅ ☁️ 28 °C

    Am 12. Dezember lichteten wir am Mittag den Anker und nahmen Kurs auf die Tobago Cays. Die zu Segelnde Distanz betrug ca. 25 Seemeilen und war damit überschaubar. Auch die Windverhältnisse waren gut. Beim Auslaufen aus Port Elizabeth fuhren wir an einem Schiff vorbei, welches mir irgendwie bekannt vorkam. Es war die Thor Heyerdahl aus Kiel, die sehr häufig im Eckernförder Hafen liegt. Ein Schiff, welches auch als segelndes Klassenzimmer bekannt ist, denn dort fahren auf Schüler mit, welche ungefähr den gleichen Törn zurücklegen wie wir und dabei unterrichtet werden. So macht Schule vermutlich Spaß.

    Gegen späten Nachmittag erreichten wir dann unser finales, südlichstes Ziel, die Tobago Cays. Bestehend aus vielen kleinen Inseln, welche überwiegend unbewohnt sind. Hier wird dann auch das Bild bedient, welches man von der Karibik im Kopf hat. Kristallklares Wasser, weiße Strände und Palmen. Da es gegen 17:30 Uhr schon dunkel wird, nahmen wir unser Begrüßungsbad dann mit Unterwasserbeleuchtung ein. Man weiß ja nie, was da so im Dunkeln alles an einem rumknabbern will.

    Am nächsten morgen ging es dann nach dem Frühstück mit dem Dingi an das Riff, um zu schnorcheln. Gesehen haben wir viele bunte Fische und ein totes Riff. Jenes war vermutlich schon vor dem Hurricane nicht mehr intakt, aber der Sturm wird ihm den Rest gegeben haben. Später dann schnorchelten wir in der nähe des Bootes an einem kleinen Strand. Hier haben wir dann Rochen und die ersehnten Wasserschildkröten gesehen, auf welche wir uns gefreut haben.

    Wie erwähnt, waren wir dann gegen 17 Uhr mit Romeo zum Dinner verabredet. Wir setzten mit dem Schlauchboot auf die kleine Insel über, welche direkt gegenüber unseres Bootes lag. Dieses Eiland beherbergt unter anderem auch Leguane, welche wir zwar versucht haben zu finden, was uns aber nicht gelungen ist. Dafür haben uns dann auf dieser Suche die Moskitos gefunden. Jene haben wir aber erfolgreich vertrieben, indem wir uns mit einem Chemiefilm überzogen haben. Wirkt, aber riecht und fühlt sich nicht gut an.

    Wenn man frischen Lobster essen möchte, dann ist dieser Strand eine gute Gelegenheit. Die Tiere werden, frisch gefangen, angelandet und dann, unmittelbar vor der Zubereitung zerlegt. Das ist schon recht brutal, aber leiden müssen die Tierchen nicht so sehr. Ein Stich, ein paar Schnitte und Schläge mit dem großen Messer und der Kollege ist in zwei Hälfen geteilt und landet, wenig später, auf dem goßen Grill, welcher bestimmt 10 Meter lang ist. Hier werden unter anderem auch noch die Beilagen und weitere Gerichte zubereitet. Den Grill kann man auch als karibischen Co-Working-Space bezeichnen, denn hier bereitet nicht nur Romeo seine Lobster zu, sondern auch noch weitere Köche. Diese Akquirieren Ihre Kunden den Tag über, in dem sie mit kleinen Booten zu den Touristen fahren und sie versuchen zu überzeugen, dass ein Lobster-Dinner am Strand jetzt mal genau das richtige für sie ist. Romeo brauchte uns dagegen nicht zu Akquirieren, denn Frank kenn ihn schon von früheren Reisen. So landete dann eine riesen Schale Lobster auf unserem Tisch, welche wir genossen. Leider zog gegen Ende ein Schauer auf, so das unsere Tischgesellschaft begann sich einen Unterschlupf bei dem überdachten Grill zu suchen. Corinna und ich dachen uns: Pfff, hier ist alles 28. Die Luft, das Wasser, der Sand, da wird der Regen dann wohl auch 28 Grad haben. Da machen wir also erst mal garnichts, denn wir haben ja Urlaub. Freundlicher Weise kam dann die Frau von Romeo an den Tisch und gab uns einen Regenschirm. Dieser Umstand führte dann dazu, dass wir uns richtig Zeit lassen konnten, den restlichen Lobster zu vertilgen.

    Etwas später gesellte sich eine große Gruppe französischer Segler mit an den Strand und begann, nach dem Genuss des Essens und einer nicht unerheblichen Flüssigkeitszufuhr berauschender Destillate, Party zu machen. Das war für uns amüsant mit anzusehen. Ein Teil der Crew fühlte sich zur Völkerverständigung motiviert und mischte sich unter das tanzende Volk. Jedoch nicht lange, denn die Musikauswahl war, ohne berauschendes jetzt nicht so berauschend.

    Später am Abend ging es dann zurück auf das Boot. Hier erfolgte noch die Übergabe einer Spendenaktion, denn Michelle und Frank hatten auf Föhr Werkzeugspenden eingesammelt, damit jenes für die Reparatur der durch Berrill zerstörten Häuser eingesetzt werden kann. Im Zuge dessen haben wir uns eine ganze Zeit lang mit einem Mitarbeiter von Romeo unterhalten, der uns seine Eindrücke von dem Hurrikane schilderte. Fazit: Wir können froh sein, dass wir bei uns nur zu viel Schmuddelwetter haben. Allein die Erzählungen reichen um zu wissen, dass man so ein Ergebnis niemals erleben möchte!

    Am 14. Dezember verlassen wir dann schon die Cays Richtung Mustique, einer sehr besonderen Insel. Aber vorher galt es erst einmal auszuschlafen.
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