Mustique, denn Sylt ist für arme Leute
Dec 14–16, 2024 in Saint Vincent and the Grenadines ⋅ ☀️ 26 °C
Mustique, denn Sylt ist was für arme Leute
Nach einem letzen Bad ging es am 14. Dezember Richtung Mustique, einer sehr besonderen Insel, wie wir erfahren sollten. Die Fahrt begann entspannt, was sich dann jedoch schnell änderte. Wir gerieten in ein Regenfeld, welches aus unserem Segelbott ein U-Boot machte. Es regnete so stark, dass es eigentlich keinen Unterschied mehr machte, ob man auf oder unter dem Wasser fährt. Leider hielt dieser Regen, verbunden mit üppigem Seegang, bis zu unserer Ankunft auf Mustique an. Hier fühlte man sich an alte Zeiten erinnert. Nur warm blieb es natürlich.
Vor Mustique angekommen, wurden wir vom dortigen Hafenmeister begrüßt. Er nannte uns den Preis, welchen wir für die „Ankerboje“ bezahlen sollten. Verdutzte Gesichter machten sich breit. Nein, wir wollen hier nicht länger bleiben, eigentlich nur eine Nacht. Darauf erwiderte der Hafenmeister, dass der Preis für eine Nacht sei, oder für drei. Günstiger würde es nicht werden. So, so…
Dort, wo man in der Karibik nicht ankern darf, gibt es die sogenannten Mooring-Bojen, an denen das Boot festgemacht werden muss. Diese kosten dann Geld. An einigen Orten kostet allerdings auch das ankern welches. Günstig ist übrigens nichts in der Karibik. Erst recht nicht auf Mustique.
Mann muss wissen, dass sich Mustique im Privatbesitz befindet. Die Insel wurde 1958 von einem Mitglied der britischen Königsfamilie gekauft. Zu dieser Zeit gab es dort nichts außer Bäume und Strand. Heute gehört die Insel der „Company“ einer GmbH in der jeder Hausbesitzer Gesellschafter ist. Wobei „jeder“ hier nicht wörtlich zu nehmen ist. Ich würde mal behaupten, dass jede/er Eigentümer/in eines Anwesens auf dieser Insel ein Vermögen nicht unter 500 Millionen Euro besitzen dürfte. Das ist allerdings nur eine grobe Schätzung von mir, ohne jegliche Substanz. Auf dieser Insel wird die Privatsphäre, im Gegensatz zu Sylt, sehr groß geschrieben. Hier will man seine Ruhe haben und unter sich bleiben. Es gibt zwar auch ein Hotel, doch hier beginnen die Zimmerpreise bei 700,- US$ pro Nacht. Wer es etwas exklusiver haben möchte, sich jedoch kein Anwesen leisten kann, der mietet eben eines. Für den kleinen Geldbeutel liegt der Preis bei ca. 22.000,- US$ pro Woche, wer ein wenig auf sich hält gibt dann eher 71.000,- US$ pro Woche aus. Alle anderen, welche sich das nicht leisten können,, sind halt arm und haben hier nicht wirklich etwas zu suchen. Es gibt allerdings auch 250 Einheimische, welche hier in kleinen Häusern wohnen dürfen. Vermutlich sind fast alle bei der „Company“ angestellt, um in irgendeiner Weise für die Gesellschafter zu arbeiten. Was natürlich nichts schlechtes ist.
Auf Mustique gibt es übrigens genau eine Bar. Baisil’s Bar. Hier ist Fotografieren streng verboten, denn dort möchte keiner auf einem Urlaubsschnappschuss landen. Wie übrigens auf der ganzen Insel. Daneben sind noch einige Kaufläden zu finden. Allerdings keine Luxusläden etc. Jene scheint man hier nicht zu brauchen. Baisil hat auch noch einen Weinladen. Wir statteten ihm einen kurzen Besuch ab. Unser Eindruck: Die Menge an Moet und anderen Champagner und exklusiven Weinen lässt vermuten, dass hier ein klassischer Wassermangel herrscht.
Am 15. Dezember starteten wir dann unseren ersten Landgang. Wobei das Wort „Gang“ nicht zur wörtlich genommen werden darf, denn auf Mustique geht man nicht, man fährt. Überwiegend in Wägelchen, die ähnlich wie Golfkarts aussehen. Da Frank und Michelle zum „Einklarieren“ (Einreiseanmeldung) Richtung Flugplatz mussten, stiegen wir mit in das Taxi. Die Distanz zum Flugplatz betrug nur ca. 1,5 Kilometer. Dort angekommen, bat der Fahrer um einen ersten Abschlag in Höhe von 25 US$! Corinna und ich blieben im Wagen, um zu einem der schönsten Strände der Welt zu fahren, wie es in der Literatur geschrieben steht. Auch wenn die Insel klein ist, ahnten wir, dass wir nach unserer Ankunft vermutlich Insolvenz anmelden müssen.
Unser Plan war es, dass wir nach unserer Ankunft am besagten Strand, zu Fuß wieder an den Hafen gehen. Die Distanz betrug ja schließlich nur 2,2 Km. Genau das teilten wir dem Fahrer dann auch mit. Seine Augen weiteten sich und er machte uns klar, dass er, wenn er dass tuen würde, seinen Job verlieren könnte. Denn wenn uns die Security aufgreift, während wir auf den Wegen zwischen den Anwesen entlang laufen, oder ein Mitglied der „Company“ fragt, wer uns denn hier wohl zu Fuß laufen läßt, könnte es eng für ihn werden. Damit lies er uns etwas ratlos zurück. Okay, dann steigen wir halt kurz aus, um diesen sagenhaften Strand zu besichtigen. Gesagt getan. Fazit: Wenn das einer der schönsten Strände der Welt sein soll, dann müssen die unbedingt mal mit uns los. Wie kennen viele bessere. Vielleicht lag es auch daran, das der Hurrikane auch hier sein Unwesen getrieben hat. Aber auch vorher war es halt nur ein überbewerteter Strand.
Zurück im Taxi bestand der Fahrer dann darauf uns den Rest der Insel auch noch zu zeigen. Egal dachten wir, pleite ist pleite. Nun wissen wir jedenfalls, wo Mick Jagger, Bill Gates, Brian Adams, Oprah Winfrey, Justin Bieber, Tommy Hilfiger, Jonny Deppe und all die ganzen anderen so ihr Ferienhaus haben. Wobei die Beschreibung „Ferienhaus“ es nicht so richtig trifft…
Die Bewohner aller Häuser durfte er uns natürlich nicht nennen, denn das hat die Company verboten. War uns aber irgendwie auch egal.
Nach dem Ende der Rundtour ging es dann an’s bezahlen und - oh Wunder - es waren nur 65 US$! Unsere abgewendete Insolvenz feierten wir dann in Baisil’s bar. Da waren wir, ganz nach dem Motto der Insel, unter uns, den so viele Menschen sind dort gegen Mittag nicht. Das 0,2 Bierchen und die Cola gab es dort für läppische 16 US$. Aber was soll der Geiz.
Am Nachmittag ging es dann noch auf Schnorcheltour, was sehr schön war, denn auch hier gab es eine reichhaltige Unterwasserwelt zu bestaunen.
Morgen, am 16. Dezember, geht es dann zu den Pitons, jenen berühmten Vulkankernen auf St. Lucia, welche wir schon auf der Hinfahrt gesehen haben. Hier werden wir dann übernachten, denn, so heißt es, jeder Segler soll einmal am Fuße der Pitons geschlafen haben. Na dann…Read more












TravelerMan muss das Leben genießen! Auch wenn es etwas mehr kostet. Weiterhin viel Vergnügen und genießt die Wärme !
Traveler3 Ways To Do Saint Lucia's Pitons By Helicopter. There's no better way to appreciate the scale of the Pitons than from above. ... By Boat. You'll find some of the island's best snorkelling directly at the base of the Pitons. ... By Foot
TravelerWenn schon, dann denn schon die erste Möglichkeit!