• Tag 31: Puezhütte - Piz Boé

    August 17 in Italy ⋅ ☁️ 13 °C

    NÖRDLICHE DOLOMITEN - Grandioser Höhepunkt

    Ich starte heute bereits um kurz nach 5 Uhr, weil Regen und Sturm angekündigt sind. Sobald ich meine Stirnlampe wegpacken kann wird der Tag wieder so wunderbar aussichtsreich, wie der gestrige geendet hat. Bis zum Crespeina-Joch sollte ich die Bergruhe noch genießen. Denn das Cir-Joch ist auch bei meist italienischen Halbtages-Wanderern für seinen wunderbaren Ausblick auf Sella und Co. bekannt. Ansteckend fröhlich verständigen sie sich lauthals. Den Höhepunkt in Sachen Touristenrummel erreiche ich dann am Grödner Joch - hupende Autos, heulende Motorräder, Souvenirläden und Wohnburgen - kurz: Aus der Ferne ist der Pass am schönsten. Da ich so früh dran bin, hält sich der Trubel in Grenzen. Ich wende mich dem Sella-Stock zu, in dessen Flanken sich imposante Schluchten eingekerbt haben. Durch das Val Setus steige ich über ein steiles Geröllfeld und einen versicherten Steig zum Rifugio Pisciadú auf.

    Am Höhepunkt meiner Alpenüberquerung, auf 2962 Metern, wird die Mächtigkeit des Sella-Stockes begreifbar: Bei einer Ausdehnung von rund zwölf Quadratkilometern erinnert er in Sachen Kargheit und Beschaffenheit wohl am ehesten an den weit entfernten Mond. Mitten im Nichts der Hochebene liegt das gastliche Rifugio Boé. Ich werde aber noch höher steigen und auf dem Boé-Gipfel auf 3152 m im Rifugio Capanna Piz Fassa übernachten. Und spätestens wenn die vielen Tagesgäste ihren Heimweg zum Pordoi Pass antreten, bin ich wieder allein unter Wanderern in dieser unglaublichen Szenerie. Nirgends sind Sonnenauf- und untergang in den Dolomiten so wunderschön wie dort oben.

    Entfernung: 21 km
    bergauf: 1.620 hm
    bergab: 960 hm
    höchster Punkt: 3.152 m
    niedrigster Punkt: 2.120 m
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