• No Internet - No Story…😁

    January 29, 2025 in Australia ⋅ ☀️ 24 °C

    Dieses Internetz will ja nicht immer so, wie ich will und ich muss feststellen, dass die Netzabdeckung in Australien von oblatendünner Geringfügigkeit ist. Wofür man bei den Distanzen und der Zahl von Einwohnern mildes Verständnis zeigt, keine Frage.

    Was machen zwei junge Deutsche – Karsten und Karin aus Hamburg – wenn sie von einem zahnlosen und whiskyaffinen Kängurujäger vor über 20 Jahren gefragt werden, ob sie im Süden Australiens mitten im Busch ein altes Gehöft kaufen wollen? Natürlich begeistert „Ja“ sagen - und das ist auch gut so!

    Deswegen kann ich nämlich zwei traumhafte Nächte im Wilderness Retreat von den beiden verbringen, das sie inmitten des Fitzgerald National Park über 20 Jahre hinweg liebevoll restauriert haben – mit Lodges drumherum und einigen Plätzen für Reisegefährten wie Rose. Und ohne Internetz…

    www.whalesandwildflowers.com.au

    Liebevoll mit einem Wildnis – Wanderpfad ergänzt und einer noch weiteren Wanderung in ein einsames Tal – ich bin ganz betrunken von soviel purer Natur und schockverliebt in die Kängurus, die immer mal wieder auf meinen Pfad hüpfen. Sonst ist hier auch keiner. Absolute Stille. Ein wunderbares Gefühl, so Teil dieser Schöpfung zu sein.

    Die mich zudem in ihrer Ganzheit begleitet: am Rande des Pfades und in wilder Einsamkeit ist das Grab einer der Töchter des ursprünglichen Erbauers des Homestead, die mit 18 Jahren hier starb und auch beerdigt wurde. Sehr berührend.

    Der Amateur – Marco Polo in mir beschließt am nächsten Tag, die Gegend zu erkunden und Rose artgerecht auszuführen. Und jetzt weiß ich, warum am Anfang des Nationalpark eine solarbetriebene, digitale Anzeige sagt: „Corrugated Roads“. In Rot, wohl gemerkt. Hätte mir zu denken geben können.

    Denken konnte ich nachher nicht mehr, denn die Übersetzung bedeutet „Wellblechpiste“ und diese führt zu einer absoluten Hirnerweichung, wenn man mit maximal 10 km/h im Dauer – Vibrationsmodus das Ende der Straße herbeisehnt. Das besteht leider aus tiefem Dünensand und ich bekomme tatsächlich angesichts der sich nur mühsam durch den Sand quälenden Rose (und für die Checker: ja, ich hatte den Reifen Luftdruck massiv erniedrigt) den ersten Schweißausbruch meiner Offroad – Aktivitäten. Bei 35 °C im gefühlten Nichts ein Auto alleine freizuschaufeln, gehört nicht zu meinen bevorzugt fantasierten Aktivitäten.

    Es geht noch mal gut und ich fahre auf das Gordon Inlet – ein Süßwasserfluss, welcher den Nationalpark mit dem offenen Meer verbindet. Grandios! Irgendwie ein Salzsee – Feeling – eine gefühlt unendliche, gleißende weiße Weite, welche die ebenso unendliche grüne Weite des Nationalparks ergänzt und sich verbindet mit der türkisblauen Unendlichkeit des Pazifischen Ozeans: was für eine Komposition! Oder ist es schon der indische? Egal; das Beste ist: es ist keiner hier außer Rose und mir.😝

    Eine Pause am tiefgrünen Gordon Inlet ein bisschen weiter landeinwärts, eine kurze Kanutour und das Gefühl, hier genau richtig zu sein, runden diesen Tag ab.

    Die Sonne geht um 20:00 Uhr unter, der Busch um mich herum füllt sich mit rätselhaften Geräuschen und ich ziehe mich in die kuschelige Gemütlichkeit des Dachzeltes zurück: gute Nacht!🌙😴
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