• Rose will an den Strand…🏖️🌊🐚☀️

    January 28, 2025 in Australia ⋅ ☀️ 23 °C

    Rose will am Strand spielen und was soll ich sagen: ich auch. Versöhnung mit dem kruden Charme des Ortes Esperance an sich und meinem „Back-to-the-Eighties“- Motel war bitter nötig und so fuhren wir beide Richtung Wylie Beach. Das es so schön werden würde, wie es wurde, wurde mir erst später klar – long Story short: was für geile Strände!!! 🌊☀️🐚🏖️

    Doch davor muss Reifenluft aus Reifen raus - denn nur der Offroad-Plödi fährt mit Normaldruck im Sand. Weil er da steckenbleibt. Aber weil ich ein Offroad – Füxchen bin und Rose einen unfassbar komfortablen Kompressor unter der Motorhaube hat, mit dem man jederzeit alle Reifen be- und entfüllen kann, ist die Aktion schnell vollzogen. Geländewagen kann er, der Australier.

    Und dann komme ich aus vielen Ahs und Ohs nicht mehr raus: ein ewiger, weißer Sandstrand, türkisfarbene Wellen und stahlblauer Himmel – was für ein Erlebnis! Unterwegs musste ich einfach anhalten und immer wieder nach links und rechts gucken: da ist nämlich keiner! In Europa wäre das alles längst zugebaut. Hier ist man einfach an einem solchen Strand und es ist nichts da außer der Natur und einem selbst: fantastisch.

    Vorausgesetzt, man kommt gut mit sich aus. Was bei einer solchen Reise besonders wichtig ist – ich stelle fest, dass ich ein relativ gutes Reiseteam bin. Alle meine multiplen Persönlichkeiten sind so begeistert, dass der Reiseleiter kein Problem hat, seine Persönlichkeitsschäfchen zusammenzuhalten. Fast schon therapeutisch.

    Der Frenchman Peak, ein bizarr geformter Felsen mit Premiumaussicht, muss als nächste Herausforderung herhalten. Geisteswillig, aber fleischlich eher schwach, breche ich die Besteigung ab, schiebe den Trekkingsandalen die (Achtung, Wortspiel No 2) Schuld in die Schuhe und suche das Glück in der benachbarten Lucky Bay. Die heißt so, weil Matthew Flinders hier 1802 vor dem Schiffbruch bewahrt wurde – bei einer königlich angeordneten Australienumrundung. Und bin vorher noch begeistert von der poetischen Erzählung der indigenen Bevölkerungaka Aborigines, die mit dem Felsen eine besondere Geschichte verbinden. Siehe bitte Foto der am Weg zum Felsen aufestellten Tafel.

    Gestern war übrigens Australia Day – da feiert man die Inbesitznahme Australiens durch die Engländer mittels der Anlandung der ersten Fregatte mit Sträflingen 1788. Wozu es mittlerweile eine ausgeprägte Gegenbewegung gibt, die das Ganze als Invasion bezeichnet.

    Ich wandere in diesem Traum von einer Bucht bis zum absoluten Ende und genieße dort ein Eintauchen in eine grandiose Natur – gestört allenfalls von Teilen meiner inneren Reisegruppe. Kaffee wollen sie immer alle und der Schizoide streitet mit dem Depressiven darüber, ob man jetzt wieder weitergeht oder doch lieber darüber stöhnt, wie lange der Weg zum Ende der Bucht ist, wie heiß die Sonne brennt und wie laut die Welle angischten.

    Ich locke sie mit einem Sushi und schaue auf die 15000 Schritte auf meiner Uhr und denke: schön war‘s heute!👍🏻☀️🌊🐚
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