• Kanu oder Surfboard?

    26. februar 2025, Australien ⋅ ☁️ 19 °C

    Dienstag ist Cave-Day. Und Washing-Day. Was sowohl Leib- als auch Autowäsche betrifft; Rose hat´s verdient. Australischer Fun Fact: wo man das Auto wäscht, kann man auch seinen Hund in eine Hundewaschanlage stecken. Keiiiin Scherz. Siehe Foto. Leider konnten wir das nicht live sehen...

    Der Gang durch die Höhle wird mit faszinierenden Fakten aus dem Audioguide untermalt. Die Tropfsteinhöhle in Wiehl ist da eine eher schlappe Nummer. Aber wir wollen nicht kleinlich sein. Stalagdingens und Stalagmitengedöns funkeln mit ihrer kristallinen Verzierung hunderttausendfach. Margret River ist bekannt für seine Höhlen, die schon im 19. Jahrhungert Touristenströme anlockten. Prähistorische Tierknochen sind in den Wänden abgelagert. Und schön kühl ist´s hier.... :) Es lohnte sich mehr als gedacht.

    Von der Höhle in den Waschsalon. Sehr erdend. Frische Wäsche in den Bauch von Rose und dann in die Autowaschanlage. Vati schwingt den Hochdruckreiniger wie ein Derwisch und 10 Dollar später sieht Rose fast wie neu aus.

    Ab ins Nicht-Dachzelt, a bissi gekocht und dann zur Erbauung und thematisch assoziiernd den Film "Rabbit Proof Fence" angeschaut. An dem sind wir ja auf dem Holland Track schon vorbei gefahren. Untertitel: "A long walk home". Dieser sehr berührende Film von 2002 erzählt die wahre Geschicht von drei Aborigine-Mädchen, die 1931 ihren Familien entrissen und tausende Kilomter entfernt in einer britischen Umerziehungsanstalt untergebrachtz u wurden. Um zu wertigen Mitgliedern der damaligen australischen Gesellschaft zu werden. Theoretisch. Praktisch sind die drei ausgebüchst und haben sich unter unsagbaren Bedingungen entlang des längsten Zaunes der Welt zu ihren Müttern durchgeschlagen.

    Ich kann mich noch gut an die Kinopremiere erinnern und bin auch diesmal wieder besonders beeindruckt, als im Abspann die beiden noch lebenden Frauen gezeigt werden. Der Umgang der Australier mit der indigenen Bevölkerung ist - wie wir wissen - kein Ruhmesblatt. Dieses unsägliche Umerziehungsprogramm existierte bis 1970 (!).

    Und ich werde schon wieder beschenkt - mit einer weiteren Luca-Überraschung. Könnte mich d´ran gewöhnen. Und spekuliere im Bett noch ein bisschen herum: Helikopterrundflug? Surfkurs? How to prepare Australian Food? Ein wenig hatte es von letzterem, dennoch war ich wirklich geflasht: nach einem spektakulären Luca-Granola am Surfers-Point (wie schön, wenn man ein Auto mit Kühlschrank hat...) ging´s zu Emma an den Margret River Mouth - das ist das in der Trockenzeit blinde Ende des saubersten Flusses in Australien.

    Und wir machen eine Bush Tucker-Tour mit dem Kanu - geguided von Emma, die während unserer beeindruckend stillgleitenden Fahrt durch faszinierende Natur so viele spannende Dinge erzählt. "Bush Tucker" ist Aussie-Slang für Busch-Food. Wir probieren vieles aus der Flora, die um uns herum ist. Und halten mit unseren Kanus für einen Lunch, für den Emma jede Menge Köstlichkeiten ausbreitet - natürlich auf einem Surfboard. Känguru, Emu und Krokodil: leider köstlich. Und all´ die Pflanzen, die Mensch und Tier im Busch am Leben halten: wirklich spannend!

    Gegenwind und Kanu sind nur bedingt amüsant kompatibel und wir verbrauchen auf der Rückfahrt die vielen Kalorien des Bush Tucker. Hoffentlich. Tagesende: natürlich am Surfers Point. Und endlich: Surfer. 43 Surfer, die Riesenwellen surfen. So beeindruckend - und ich kann verstehen, dass Luca schon den einen oder anderen Surfkurs gemacht hat. Wenn ich jünger wäre....😁. Bin ich aber nicht. Passt. Ich surfe nur noch Klangwellen oder schlage welche. Aber nicht hier, denn die australische Entspannung ist schon so groß, dass ich im Waschsalon ein Beutelchen Gespirrspülmittel in die Waschmaschine gekippt habe. Ist nochmal gut gegangens. Und ich freue mich jetzt auf einen der letzten Abende mit Luca auf dieser Reise. See you....
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