• James Bond durfte hier umsonst...

    May 8, 2025 in Italy ⋅ ⛅ 21 °C

    ...übernachten. Wir nicht. Macht nichts. Nachdem ich zu Corona -Zeiten mit Maske uff´m Kopp den letzten Bond und Daniel Craig´s dramatisches Ableben im Kino durchlitten hatte, wollte ich zum Drehort der rituell etwas lebhafteren Eröffnungsszenerie: Matera. Den Tag zur Anreise habe ich mental ausgeblendet, weil unspektakulär. Nichtsdestotrotz ganz schön. Autobahnorgelei - im übrigen sehr entspannt mit einem Mautsender an der Windschutzscheibe. Wie geil: kein hektisches Gefummel im Portemonnaie mehr, bevor man die Mautstellte durchbohrt: es piept einfach. Magische Schrankenöffnung. I love it.

    Unterkunft in den Tiefen abruzzischer Provinz. Der günstige Preis lockte. Gegenwert: Übernachtung in einer Mischung aus kubanischem Disneyland und ruraler Gestaltungswut. Unser Gastgeber - ein kubanisches Paar. Er montiert Traktoren bei Lamborghini, sie kann dafür kein Englisch. Aber nett waren sie. Wir betäubten uns gepflegt im einzig verfügbaren Restaurant in der Nähe mit putzeimergroßen Aperols und Camparis. Prösterchen!

    Am nächsten Tag noch mehr Autobahn-Orgelei. Apulien lockt. Der Verkehr stockt. Der dem Englisch nur bedingt mächtige AirBnB-Vermieter versprach Garagen-Asyl für den ollen Bus. Das der olle Bus sich 2,30 Meter in die Höhe reckt, wusste er. Garagenplatz versprochen, Gästewunsch wegignoriert; Problem erfolgreich kreiert. Die Aufgabe lautet: finde einen Parkplatz in einer mittelalterlichen, sportlich-engen Altstadt und vermeide den Abschleppwagen oder die Kralle. Meisterlich parkt die Gattin (Complimenti!), während ich die Wohnung in Beschlag nehme. Und mit Jutta den Abend bei der weltbesten Trüffelpizza beschließe. Yummie!

    Der folgende Morgen verzaubert das deutsche, reife Rentnerreisepaar mit einem Matera, das sich so präsentiert, dass es die Reise wert ist: ein faszinierendes UNESCO-Weltkulturerbe, dass diesen Titel zu Recht trägt. Es macht "Ahs" und "Ohs", wenn man über die mittelalterlichen Stufen eine Gasse nach der nächsten erobert und eintaucht in ein Leben, das viele Jahrhunderte von gottesfürchtigem Katholizismus und hartem Leben geprägt war. Man fühlt es. Und es macht Spaß, das zu fühlen. Kirchen, Paläste, grandiose Architektur und grandiose gastronomische Verführungend streicheln die Reiseseele. Und ich einen Hund, der mich sehr an unseren Addy erinnert. So schön!

    Zwischendurch habe ich James Bond vergessen. Weißwein, Thunfisch-Sandwich, Pâtisserié und ein Doppio runden Seele und Hüften ab. Pause!
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