• Thomas Wimmers
  • Jutta Hermanns- Wimmers
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Europa ist ja auch ganz schön!

...verrgnet.... Baca lagi
  • Permulaan perjalanan
    4 Mei 2025

    Nur nicht die Regenjacke vergessen....

    4 Mei 2025, Jerman ⋅ ☁️ 13 °C

    Packen: es regnet. Planen: es regnet. Losfahren: es regnet. Ankommen: es regnet. Bei 4 Grad Celsius. Macht nix, der Ort ist spirituell so aufgeladen, dass der Regen am Holy Schutzschirm abprallt: die Schweibenalp - www.schweibenalp.com. Warum bin ich hier zwischen Mantra-Chanten, Permakultur, Schneeresten und Räucherstäbchen? Weil´s einfach so gut ist. Außerdem durchtanzte die beste aller Reisebegleiterinnen hier einen Workshop - siehe www.soulmotioninstitute.com.

    Wenn ich die glücklichen Gesichter der Teilnehmer:innen sehe (NOCH bei meinem Ankunfts-Lunch DRAUSSEN), dann denke ich: hätte ich auch machen sollen! Sicher besser, als einen ollen VW-Bus im Schweinsgalopp in die Schweiz zu jagen. Der Versuch, dem Regen zu entkommen, scheitert kläglich. Also: Weihrauch tief inhaliert und einfach dageblieben. In einem alten Kinderheim, dass die Anhänger von Babaji, einer indischen Guru-Reinkarnation, welche darselbst auch schon wieder verblichen ist, renoviert haben. Auf 1100 Metern und oberhalb des hypnotisch türkisfarbenen Brienzer Sees weiß ich gar nicht, wie ich der Erleuchtung entkommen soll. Ich muss nur still halten. Einatmen, ausatmen, Welt ignorieren. Erleuchtung kann so schön sein.

    Außerdem hilft dabei: Alkohol-Verbotszone, leckerstes Vegetarisches aus den hauseigenen Gärten, Gemeinschaftsbad, Wandern bis der Arzt kommt, Regentropfen-Prasseln auf dem Holzschindeldach, Pfefferminztee. Es könnte schlimmer sein.
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  • Gießbachfall: Wandern nahe der Falllinie

    5 Mei 2025, Switzerland ⋅ 🌧 6 °C

    Regen hin und einstellige Temperaturen her - das allgemeine Gelenk will Schmiere und der Wanderschuh will seinen Grip testen: also bewegt man sich entlang der pittoresken Gießbachfälle und eindeutig mehr der Schwerkraft folgend als einem entspannten Wanderweg - nach unten. Und zwar STEIL nach unten. Da, wo der Orientale die Schweiz mit indischem Charme erhellt. Auf jeden Fall scheint das hier ein bevorzugter Urlaubsort für besserverdienende Inder zu sein: Das Grandhotel am Brienzer See. Egal. Wir wollen Kuchen, nachdem wir diesen Abstieg überlebt haben; die ausgezehrten Muskelfibrillen der Oberschenkel fordern ihren Tribut. Kuchen is ´nich, Kaffee is ´nich - der Teutone geht zum Angriff über und rennt den Berg wieder hoch.

    Oben gibt es noch mehr Erleuchtung, eine Kaffeemaschine ohne Milch (also Cappuccino ohne Cappu) und: Regen. Was bleibt, sind Bücher, Lesen, Meditieren - und Denken. Wer zuviel denkt, bekommt Hirnerweichung und deswegen hilft nur noch: Schlafen. Unglaublich, was diese Melange aus Regen, Ruhe, Ratzen so bringt. Auf jeden Fall eine Schlafdauer, die fast doppelt so hoch ist wie zuhause. Ich sollte hier hinziehen. Dann bräuchte ich auch keinen ollen VW-Bus mehr. Erholsam isses hier....
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  • James Bond durfte hier umsonst...

    8 Mei 2025, Itali ⋅ ⛅ 21 °C

    ...übernachten. Wir nicht. Macht nichts. Nachdem ich zu Corona -Zeiten mit Maske uff´m Kopp den letzten Bond und Daniel Craig´s dramatisches Ableben im Kino durchlitten hatte, wollte ich zum Drehort der rituell etwas lebhafteren Eröffnungsszenerie: Matera. Den Tag zur Anreise habe ich mental ausgeblendet, weil unspektakulär. Nichtsdestotrotz ganz schön. Autobahnorgelei - im übrigen sehr entspannt mit einem Mautsender an der Windschutzscheibe. Wie geil: kein hektisches Gefummel im Portemonnaie mehr, bevor man die Mautstellte durchbohrt: es piept einfach. Magische Schrankenöffnung. I love it.

    Unterkunft in den Tiefen abruzzischer Provinz. Der günstige Preis lockte. Gegenwert: Übernachtung in einer Mischung aus kubanischem Disneyland und ruraler Gestaltungswut. Unser Gastgeber - ein kubanisches Paar. Er montiert Traktoren bei Lamborghini, sie kann dafür kein Englisch. Aber nett waren sie. Wir betäubten uns gepflegt im einzig verfügbaren Restaurant in der Nähe mit putzeimergroßen Aperols und Camparis. Prösterchen!

    Am nächsten Tag noch mehr Autobahn-Orgelei. Apulien lockt. Der Verkehr stockt. Der dem Englisch nur bedingt mächtige AirBnB-Vermieter versprach Garagen-Asyl für den ollen Bus. Das der olle Bus sich 2,30 Meter in die Höhe reckt, wusste er. Garagenplatz versprochen, Gästewunsch wegignoriert; Problem erfolgreich kreiert. Die Aufgabe lautet: finde einen Parkplatz in einer mittelalterlichen, sportlich-engen Altstadt und vermeide den Abschleppwagen oder die Kralle. Meisterlich parkt die Gattin (Complimenti!), während ich die Wohnung in Beschlag nehme. Und mit Jutta den Abend bei der weltbesten Trüffelpizza beschließe. Yummie!

    Der folgende Morgen verzaubert das deutsche, reife Rentnerreisepaar mit einem Matera, das sich so präsentiert, dass es die Reise wert ist: ein faszinierendes UNESCO-Weltkulturerbe, dass diesen Titel zu Recht trägt. Es macht "Ahs" und "Ohs", wenn man über die mittelalterlichen Stufen eine Gasse nach der nächsten erobert und eintaucht in ein Leben, das viele Jahrhunderte von gottesfürchtigem Katholizismus und hartem Leben geprägt war. Man fühlt es. Und es macht Spaß, das zu fühlen. Kirchen, Paläste, grandiose Architektur und grandiose gastronomische Verführungend streicheln die Reiseseele. Und ich einen Hund, der mich sehr an unseren Addy erinnert. So schön!

    Zwischendurch habe ich James Bond vergessen. Weißwein, Thunfisch-Sandwich, Pâtisserié und ein Doppio runden Seele und Hüften ab. Pause!
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  • Endlich Sonne ☀️...

    10 Mei 2025, Itali ⋅ ⛅ 21 °C

    ... - was für eine Wohltat! Mit einer Frühaufsteherin reisend, genieße ich (zunächst durchaus widerwillig) den unvergleichlichen Charme von Matera in Sonne und morgens um 07:00: es lohnt sich! Über die umgebenden Höhlenhügelfelsen blinzelnde Warmsonne, vogelzwitschernde Morgenfrischluft - es ist fantastisch. Gekrönt von keinen Menschen. Cafébesitzer, die Bürgersteige abspritzen, Tische sortieren und von der allgegenwärtigen Ape mit Material beliefert werden. Gassigeführte Vierbeiner mit gähnenden Zweibeinern. Cappucchino für uns in der Morgensonne. Und in den unzähligen Gassen der mittelalterlichen Stadt kaum ein Mensch: traumhaft!

    Eine Stunde später beginnt der übliche Aufmarsch des zu dieser Jahreszeit noch erfreulich spärlichen Touristentsunamis - wir lehnen uns entspannt zurück und bestellen noch einen Cappu. Und eines dieser fetten Schokoladencroissants, welche die ultimative Kampfansage für das heimische, ernährungskorrekte Vorbild-Porridge sind. Aber leider geil. 😛

    Wer so früh aufsteht, hat viel Tag vor sich. Und genießt langsam immer mehr Matera und ermüdet so vor sich hin. Pause im Stadtappartement, das direkt über einer der belebtesten Straßen zur Altstadt thront - wer hier lebt, nimmt an am Leben teil, ob er will - oder nicht. Und der Italiener lebt laut. Ich freue mich schon auf die Stille der albanischen Berge - denn am Sonntag steht die Fährfahrt dorthin an. Aber erstmal werden wir Bari in ´s Visier nehmen - ich bin gespannt!

    Der letzte Tag in Matera pulsiert im heruntergetakteten Rhythmus von "einfach-mal-schauen" und ich nehme mir vor, abends endlich die Blue Hour über der Altstadt zu fotografieren. Da bin ich nicht alleine, das asiatische Paar vor mir (die sind ja alle so klein, dass ich problemlos drüberfotografieren kann...) hat voll aufgerüstet: sie und er mit jeweils einer dicken Systemkamera, zusätzlich iPhone auf Gimble und eine Instacam. Wow. Ich fummle demütig am kleinen iPhone - passt! So schön, die Sonne sich senkend zu sehen und das langsame Erleuchten der Gassen im gelben Licht unzähliger Lampen - magisch!
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  • Es führt kein Weg dran vorbei: Albanien

    11 Mei 2025, Montenegro ⋅ ☁️ 22 °C

    Eine letzte Nacht im wunderbaren Matera. Ein letzter so gefühlt untouristischer Cappuccino im Café an der Straße gegenüber vom Appartment. Doch die Nachtfähre ist gebucht und Bari nicht weit - avanti! Mit ChatGPT mal kurz den weiteren Reiseplan besprochen und ab nach: Gravina. James Bond holt uns schon wieder ein, aber deswegen fuhren wir nicht hin: hier wurde die dramaturgisch in Matera verortete Szene gedreht, bei der sich Herr Bond mal eben spontan über eine historische Brücke abseilt und einige Stockwerke tiefer unsanft Kontakt mit einem Pfeilerchen aufnimmt.

    Der reiseführende Kollege von ChatGPT meinte, dass - gesetzt dem Falle, man hätte nur Zeit für einen Ort zwischen Matera und Bari - man Gravina nicht auslassen dürfe. Man kann über AI sagen, was man will, aber: Recht hat´se... Super-Tipp! Wir bestaunen aus der sicheren Perspektive des zentralen Café die fein gemachten Italiener:innen allen Alters, die nach der Messe aus der historischen Kirche am zentralen Platz in Gravina strömen. Um sich dem einen oder anderen Aperol oder Campari Spritz hinzugeben und viele, viele Worte auszutauschen. Und alleine das akustische Erleben dieser Sprache ist Musik in meinen Ohren. I love it. Und wünschte, ich könnte es auch sprechen. Ein Projekt für später...

    Wir müssen noch mit verkleideten Gravinesinnen ein Tänzchen überstehen, regionalen Wein und Gebäck probieren (denn es ist Muttertag...) und über mittalterliches Holperpflaster zum Bulli gelangen - mit Google Maps das kleinste Problemchen.

    Und Google führt uns dann auch mitten in ein Olivenhain-Anbaugebiet von immensem Ausmaß - wo wir inmitten herrlich duftender Olivenbäume kleine Erfrischungen zu uns nehmen, bevor wir Bari in Angriff nehmen.

    Und das mit dem Angriff war ernstgemeint: hier gilt es, die Ehre des Individualtouristen gegen den Kreuzfahrer zu verteidigen! Die engen Gassen von Bari ´s Altstadt werden geflutet von kopfhörertragenden Kreuzfahrtschifflern, die hinter Führerinnen herdackeln und und - watscheln. Nein, hier hat uns ChatGPT aus guten Gründen nicht hingeführt. Wir uns selber aber schon, weil wir dachten, wir wären schlau. Und würden ein nettes Lokal zur Prä-Fähren-Atzung finden. Touri-Fallen allenthalben, wir tappen rein und essen überteuerte Pasta und trinken warmen Weißwein und stellen wieder mal fest, dass der Geschmack von Google-Rezensenten nicht unbedingt der unsrige ist. Basta.

    Fähre geentert, Kabine okkupiert und 10 Stunde später empfängt uns die albanische Küste. Sonne: gut. Straßen: katastrophal. Die Hauptstadt: chaotisch. Wir flüchten. Tirana muss man nicht mögen. Und die Slums in der Peripherie der großen Städte auch nicht. Ebensowenig wie all´ der Müll, der dieses Land ziert. Gruselig. Wir flüchten nach Montenegro, wo wir über eine grandiose Schmalstraße am westlichen Ufer des Sees von Shkodra einen Platz zum Übernachten finden, der nicht weniger grandios ist: direkt am See. Alleine. Was für ein Genuss! Und die beste aller Platzfinderinnen verdient hierfür einen Orden, basta!
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  • Seelenbaumeln am See: See-hr gut!

    13 Mei 2025, Montenegro ⋅ ⛅ 21 °C

    Was habe ich gemacht, fragt FindPenguins. Nichts. Außer den Farben des Sees gelauscht und Kühen zugeschaut, die enthemmt-genussvoll im See baden und auf den Strand kacken. Gegenüber die albanischen, mächtigen Berge, teils in Wolken gehüllt. Sommerliche Sonne über dem farbenwechselnden See. Er säuselt, er schmatzt, er rauscht. Fernes Glockengeläut, nahe Kuhglockensinfonie, die Euterträger glockeln über den Strand in den Wald an den Strand. Hypnotisch das Ganze - und zu nichts motivierend. Außer dem Nichts. Wie schön. Der Abend senkt blaue Farbe auf den See und vertreibt Donnergrollen. Der Campingplatzwirt schneidet mit dem Freischneider ausgerechnet heute alles frei, was eigentlich schon frei ist. Ich versuche, mir das Geräusch das Freischneiders als überdimensionales Insekt mental schönzureden. Der Wirt sieht immerhin aus wie ein Insekt mit seiner Biene-Maja-Schutzbrille. Frisch gemähtes Gras und Benzin mischen sich zu einem sommerlichen Inhalationstoxin. Bevor mir schwindelig wird, schlafe ich ein und träume von - nichts.Baca lagi

  • Der Balkan fordert Kilometer....

    15 Mei 2025, Bosnia dan Herzegovina ⋅ ☁️ 18 °C

    Selbst der schönste Platz muss verlassen werden, auch wenn ich in diesem Falle die pseudo-sanitären Anlagen nicht vermissen werde...😝 Das Haus am See und die Strandkackkühe werden ohne uns auskommen müssen. Wir quälen eine Menge Feinstaub durch den alternden Dieselpartikelfilter und erklimmen die abenteuerlich steile Straße entlang der Westseite des wundervollen Skutarisees, aka Lake Shkodar. Gefühlt ist das eine einspurige Straße. Wenn einem dann ein Mercedes Sprinter (hoch, lang) mit einem 3-Meter-Anhänger entgegenkommt, wird es unentspannt. Zumal der Kollege sich natürlich nicht im Stande sieht, mit seinem Monstergerät zurückzusetzen. Gut, dass Jutta rechts - und damit über dem Abgrund - sitzt. 😁

    Der See ist veritabel ein biotopisches Juwel. Unbedingte Empfehlung, sollte es einen in diese Gegend verschlagen! Nach dem entnervenden Grenzübertritt von Albanien nach Montenegro (Hitze, Stau, bettelnde Damen aus Südosteuropa, hupende bayerische Weißwarenfahrer) erwartet uns jetzt der prototypisch extrem freundliche (ja, das war der Ironie-Modus) Grenzer von Montenegro nach Bosnien. Und die kontrollieren ja alle sowohl die Aus- als auch die Einreise. Ich fühle mich in meine Kindheit versetzt, in der auch die Fahrt nach Holland von solchen Spirenzchen gekrönt wurde. Wahrscheinlich verkleben die ganzen Abgase, die schön in Höhe der Fensterchens mit den Zöllnergrabschehändchen in dessen Kabine wehen, auch dessen Freundlichkeitssynapsen.

    Am See übrigens verengten sich meine Pupillen bei der routinemäßigen, visuellen Reifendruckkontrolle vor der Abfahrt: rechts schwächelt der Pneu. Vorne UND hinten. Was für Aussichten: Gefühlt am A+sch der Welt; Kompressor aus Gewichtsgründen zuhause gelassen. Super. Dann entsinnen sich meine schwächlich glimmenden Langzeitgedächtnisareale des Reifendichtmittels, das ich vor Jahren mal in die Technikschublade des ollen VW´s gepackt hatte. Kontrolle des Drucks beim Tankwart des Vertrauens ergibt in beiden Reifen ein Bar zuwenig. Mh. Flugs das Dichtmittel implantiert und Druck korrigiert: das wars. Wie gut, wenn man Reifendichtmittel in der Technikschublade hat: ich fahre nicht mehr ohne!

    Allerdings verbreitet Bosnien eine Menge Freude - was sowohl die Landschaft als auch den Straßenzustand betrifft. Aber das Beste kam noch: das Weingut / der Hof von Kazimir, einem mega-sympathischen, jungen Australier, der einer hier immer noch ansässigen Familie entstammt und vor wenigen Jahren beschloss, das noch in Familienbesitz befindliche Weingut zu neuem Leben zu reanimieren. Mit Bio-Wein, frischem Know How und einer Menge ansteckendem Enthusiasmus. Eine Weinprobe neben den Reben ist in der Abendsonne ein einziger Genuss. Der Alkohol weitet die Gefäße und den Blick in die ebenfalls wunderbar weite, an die Toskana oder Südfrankreich erinnernde Landschaft. Das.hat.Potenzial! Man kann ihm und seiner britischen Freundin nur viel Glück beim Aufbau dieses feinen Projektes wünschen. Tun wir und verbringen eine ruhige Nacht vor dem Weinkeller. Bis uns der Muezzin um 04:30 aus dem Schlaf reißt: die Sonne geht auf. Und dann muss der Muezzin ran. Es ist beeindruckend, wie einig in den vielen Dörfen und Städtchen Moscheen und Kirchen nebeneinander stehen. Geht doch!

    Auch in Mostar, wo wir mittags unser Auto beim betreuten Parken abgeben. Um dann den vollen Touristenschock erleben zu müssen: Ja, Mostar hat EINE historische Brücke, die alle kennen. Quasi die Rialto-Brücke des Balkans. Aber Mostar hat auch gefühlte ACHTHUNDERT Verkaufstände, die irgendwelchen in China produzierten Shice verkaufen. Du ahnst es: die Brücke in Glas, die Brücke in Textil, die Brücke als Lampe, Armband, Skulptur, Briefbeschwerer. Vielleicht noch ein Armband mit deinem Namen dazu? G-r-u-s-e-l-i-g. Da wird mir erst klar, welch einen Premiumjob die Stadtvorderen von Matera gemacht haben, in dem sie sowas verhinderten. Aber zum Glück spricht dich im Gegensatz zu anderen Ländern mit dieser Art des Touristenkommerzes hier wenigstens keiner ständig an, um dich von den Vorteilen seiner Brückenreliquien zu überzeugen.

    Pause in einer Mini-Kaffeerösterei, die eine wohltuende Oase in der Touri-Kirmes ist. Planungspause. Wo wollen wir hin? Juttas nächster Workshop droht und wir müssen spätestens Samstag in Nord-Kroatein sein. Also ab auf die Autobahn, die eine oder andere Grenze passiert und abends dann noch einen kleinen Sundowner-Cocktail: passt. Wir sind in Zadar. Juuute N8!🥂
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  • Küstenträumchen meets schöne Räumchen…

    16 Mei 2025, Croatia ⋅ 🌬 14 °C

    Jutta’s Workshop ruft immer lauter und so bleibt Zadar nur ein Spot zum Übernachten. Und da es in dem gemieteten Mini – Häuschen (neudeutsch: Tiny House) auch eine Waschmaschine gibt, kann ich nicht widerstehen. Und wer es noch nicht probiert hat: sollte die Wäsche nicht trocken sein, so hängt man die Schlüpfer einfach in den Ofen, Ober- und Unterhitze bei 60°: perfekt. Weiß gar nicht, was Jutta daran so lustig fand…

    Ich muss gestehen, dass ich im letzten Jahr während meines allerersten Aufenthaltes in Kroatien die Küstenstraße südlich von Rijeka herunterfuhr und dachte: postkommunistischer Camping – Tourismus allenthalben – das brauche ich nicht.

    Die Fahrt von Süden jetzt hat mich versöhnt: der Bora (so heißt der nicht unheftige Wind) macht kristallklare Luft und feuerwerksartig explodierende Farben – das tiefblaue Meer kontrastiert mit den braunen Felsen der Inseln vor der kroatischen Küste – die Fahrt auf Straße derselben wird zur Traumtour.

    Überall diese wunderbare Vorsaison – Stimmung: man wird erfreut begrüßt, wenn man den einen oder anderen Euro investiert, alles ist frisch und renoviert und aufgeräumt; der Verkehr total entspannt – man gondelt und mäandert die Straße entlang und denkt: so sollte es immer sein…

    Dann noch ein leckeres Eis für Jutta gefunden, Endspurt zum Hotel geschafft: wer hier noch nicht war, sollte es ausprobieren: www.hotel-balatura.hr. Schon alleine des köstlichen vegetarischen Essens und der entsprechenden Weine wegen – aber sicher auch wegen der historischen Bausubstanz, in die das Hotel eingebettet ist. Dicke Natursteinmauern umschließen schön gestaltete Zimmer. Ein wirkliches Paradies.
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  • Bären-Dienst

    18 Mei 2025, Croatia ⋅ ☀️ 16 °C

    Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis. Wenn es dem Touri zu wohl wird, macht er Bären – Dienst. Hätte mir jemand vor 24 Stunden gesagt, dass ich wenig später Bären füttern und Zäune aufstellen würde (ich habe mich ein bisschen gefühlt wie die Cowboys bei Yellowstone) – dann hätte ich’s nicht geglaubt.

    Eigentlich wollte ich bei Google nur nachschauen, wie groß die Gefahr ist, beim Wandern in Kroatien von einem Bären gefratzelt zu werden. Tatsächlich gibt es geschätzt bis zu 1800 Beeren in Kroatien – und da reden wir von Braunbären. Die sind richtig schön groß, richtig schön kuschelig und richtig schön gefährlich. Außerdem ist gerade Babyzeit.

    Und als beim Bären – Googeln das beeindruckende Bear Shelter in Kuturevo auftauchte, ließ ich dem inneren Reisekind den Vortritt und folgte dessen Ruf zu den Bären. Und zu einem wundervollen Volunteer – Team: die pensionierte Altenpflegerin Maria aus der Schweiz, die Tango – liebende Dauer – Nomadin Chantal aus der Provence, der 20-jährige Leo, der nach dem Abi einer Radreise durch Europa macht und natürlich Iris, die gute Seele der Bärenstation – ursprünglich aus Monheim. Kylie, eine professionelle Taucherin, kam für vier Wochen aus Hawaii… Slavko ist das Faktotum und Ivan der Boss. Was für eine sympathische Truppe.

    Hier werden Bären großgezogen, die zum Beispiel ihre Mutter verloren haben – sei es durch eine Kollision mit einem Auto oder voneinander isoliert durch einen Autobahnbau. Bären, die in Zoos waren oder illegal zur Belustigung für Menschen gehalten wurden – die Liste ist lang. Alles auf jeden Fall Bären, die nicht mehr ausgewildert werden können.

    Die Herzensfrau habe ich zwecks Seminar im Hotel gelassen und lebe wieder im Bus - so auch am Bärenresort.

    Nach 12 Stunden ausschließlich körperlicher Arbeit und 16.000 Schritten auf der Uhr fällt mir jetzt nichts mehr ein. Aber wann immer man in diese landschaftlich mehr als beeindruckenden Täler kommt, sollte man hier auf jeden Fall verweilen. Ob man hier arbeitet oder nicht. Ich werde jetzt wahrscheinlich komatös schlafen und mir morgen einen weiteren Bären – Dienst gönnen. Gute Nacht!🌙💤😴
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  • Technisches K.O.🥲

    20 Mei 2025, Croatia ⋅ ☁️ 16 °C

    Auch wenn Zäune abreißen und aufbauen definitiv zu meinen absoluten Lieblingsbeschäftigung gehört: nach zwei Tagen von nicht unausprägter körperlicher Arbeit beschließt meine innere Couch Potato, dass es jetzt reicht. Und ich weiß schon am Vorabend, dass ich traurig sein werde, die Bärenstation wieder zu verlassen.

    Nach einer durchaus frischen Nacht wird mir die Segnung von Ivan dem Bärenflüsterer zuteil: ich muss vier wichtige Teile eines Mantras der Bären aufsagen und bekomme einen kleinen Holzbären-Anhänger als Geschenk zum Dank für die Arbeit. Ein rührender Moment. Ich zögere den Abschied noch ein bisschen hinaus, in dem ich vorgebe, etwas vergessen zu haben und noch mal Wasser holen zu müssen. Und trenne mich dann endgültig.

    Die Fahrt durch die größtenteils wild belassene Landschaft ist ein echtes Highlight. Das Lowlight kommt an der Küste: der olle VW-Bus will nicht mehr anspringen. Mein Genervtheitsgradauf der Skala von 1-10 beträgt 11. Eigentlich wollte ich nach Istrien. Uneigentlich stehe ich auf einem Supermarkt Parkplatz irgendwo zwischen Split und Rijeka.

    Was bin ich froh, in diesem Auto immer einen kleinen Starthelfer auf Steroiden dabei zu haben: kann ich nur empfehlen – eine Power Bank, die Dieselmotoren bis zu 6,5 l Hubraum anschmeißen kann. Tut sie auch. Diesel dieselt und es dieselt meinem Kopf: woran hat es gelegen? Wirklich klären lässt es sich nicht – auch nicht nach Telefonaten mit meinen Lieblings – Profischraubern.

    Meine Motivation, mit einem nicht geklärten Fehler im alten VW-Bus weitere Tage in Kroatien zu verbringen, in dem ich mit Google Übersetzer auf Englisch versuche, kroatischen Fachkräften zu erklären, was kaputt ist und dann tagelang auf Ersatzteile zu warten – darauf habe ich keinen Bock und beschließe, dass 2,5 Wochen Urlaub genug sind. Google Maps verrät mir um 15:00, dass ich um 5:00 Uhr morgens zu Hause sein werde. Dann gehts ja…🤪

    Na denn: ich mime den Trucker und muss mich zum Glück nicht an Erholungszeiten halten; verstoffwechsele knapp 1200 Autobahnkilometer und bin mental irgendwo zwischen Bären – Spirit und australischem Wein aus Bosnien und Cappuccino in Matera und bei der Herzensfrau, während die Autobahn vom Licht des VW monoton zerschnitten wird: es war wunderbar! Ich bin sehr dankbar.
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    Tamat perjalanan
    22 Mei 2025