• Mussolini‘s Erbe und super Charging…😝

    May 30, 2025 in Germany ⋅ ⛅ 17 °C

    Nach 10.000 km in Australien im Auto wird der ultimative Kontrast fällig: zu Fuß von den Seealpen an die französische Küste mit nachfolgender Erkundung der Cevennen – das klingt nach vollkommener Entschleunigung und Schritt-für-Schritt entdeckendem Wandern in einer grandiosen Kulisse. Und das mit einem meiner besten und geschätztesten Freunde: Jörg!

    Sonnencrème, Carbonwanderstöcke, Campari Spritz, Blasenpflaster, Powerbank, Offlinekartendownload - was geht mir nicht alles durch den Kopf, bevor wir starten. Was wir morgens um 05:00 tun (Danke, Jörg🤪)– und das ist auch gut so: wer Elektroauto fährt, der fährt UND lädt – und das dauert zuweilen. Und das Warten wird belohnt durch die grandioseste Alpenkulisse, die ich jemals jenseits der Überquerung der Schweizer Grenze in Basel gesehen habe : eine nicht enden wollende Kette schneebedeckter Alpengipfel in der Ferne – umrahmt von gleißend blauem, ungetrübten Himmel – wir haben eine grandiose Fahrt zum ersten Zwischenziel: Varese.

    Und entdecken beim Gang zum vielgelobten Restaurant, dass der Italiener gerne auf Bürgersteige verzichtet und drücken uns an den Hauswänden entlang, um der sportlichen Fahrweise der italienischen Landbevölkerung zu entgehen. Belohnt werden wir mit einem fantastisch – italienischen Mehrgänge – Menü und einer florierenden Auswahl von alkoholischen Schweinereien, so dass wir auf dem Heimweg dem Taxi den Vorzug geben und der nächsten Etappe entgegenschlafen.

    Und das wird der Start unserer Wanderung sein: das Dörfchen St. Dalmas de Tende, kurz nach Christi Geburt von Mönchen gegründet und nach einer wechselvollen Geschichte auf dem Grenzgebiet von Italien und Frankreich durch den Sturm Alex vor einigen Jahren erheblich beschädigt – wir schlafen im ehemaligen Kloster des Ortes und genießen dort den Luxus moderner Zeiten, obschon die Schwingung des Klosterlebens spürbar ist.
    Zwischendurch und auf der Fahrt dorthin musste der Luxus einer kleinen Mittagspause in einem idyllischen, kleinen Restaurant in einer abgelegenen Ortschaft im Piemont drin sein – es war wunderbar!

    Beeindruckend am Ankunftsort in St. Dalmas de Tende: mitten in diesem Ort steht ein fast schon grotesk gigantisches Gebäude. Ich forsche und Dr. Google sagt mir, dass Mussolini 1927 hier einen absurd großen Bahnhof errichtete, um den Einreisenden (Franzosen) zu zeigen, wo der italienische Hammer hängt – dieses Gebäude ist so grotesk wie Prora auf Rügen.

    Leider ein geschlossener Lost Place, dennoch eine beeindruckende und monumentale Wucht von Architektur–Neoklassizismus. 13 (!) Gleise führten hier einst entlang, was auch die inadäquat erscheinende Größe der Eisenbahnbrücken hier erklärt. Diese Bahnen dienten zum Abtransport des Abraumes der ehemals in der Nähe befindlichen, großen Mine. In der die armen Mönche des Klosters als Zwangsarbeiter dienten, nachdem die Sarazenen das Kloster überfallen hatten. Wir sind vor einem Überfall sicher und freuen uns auf eine erholsame Nacht, um morgen die erste Wanderung anzutreten…
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