• 03:00 morgens am Kölner Flughafen😝

    June 24, 2025 in Greece ⋅ ☀️ 27 °C

    „Es wäre mal wieder Zeit für Korfu“, meinte die beste aller Herzensfrauen. Goa für Arme, Bali für Daheimgebliebene – man kann es nennen, wie man will – Korfu lockt auf jeden Fall mit Sonne, dem ouzogeschwängerten Genuss von opulenten Vorspeisenplatten, historischen Gemäuern und griechischer Freundlichkeit, die dem mental steifhüftigen Teutonen die Seele reinigt.

    Dass man hierfür morgens um 3:00 Uhr auf dem Kölner Flughafen erscheinen muss, scheint da auch das geringste Übel. Kurz blitzt von meinem geistigen Auge der Begriff „Mutantenstadel“ auf, als ich von meinem Warteplatz vorm Gate den endlosen Strom von Adiletten und Männern in 3/4-Cargohosen, rosafarbenen Nackenkissen und regenbogenfarben Rollkoffern mit der Aufschrift „Travel the World“ beobachtete. Und mich fragte, von wo nach wo es diese ganzen Seelen treibt. Und erkannte, dass ich selber Mutant war. Egal: uns treibt es nach Korfu und beim Aussteigen aus dem Flugzeug erwischt einen die grandiose Qualität des Lichtes mitten im Fotografenherzen.

    Eulen nach Athen oder Hamster nach Korfu tragen – immer wieder bezaubert Arillas. Wer die griechische Kunst der ständige zielgerichteten Improvisation beobachten möchte, der sollte genau an diesen Ort kommen. Nichts ist hier zum Glück so, wie ein typischer Touristenort sein sollte, Autos, Fahrräder, Scooter, Fußgänger und der allfällige Uralt– Pickup bewegen sich in einem endlosen Tanz über die Schlagloch – Straße, die den Strandboulevard darstellt. Und wer kann schon über die Straße einfach in ein wunderbares Meer gehen? Genau: der Arillas Tourist.

    Wenn er denn dort wohnt. Initial wohnten wir in einer Apartmentanlage, die irgendwann im letzten Jahrtausend in der 18. Reihe hinter dem Strand gebaut wurde. Nun ist der Grieche ja klein und griechische Duschkabinen entsprechend. Unsere Duschkabine war so klein, dass ich die heruntergefallene Seife nicht aufheben konnte. Und das lag nicht am fortgeschrittenen Alter meiner Gelenke…

    Ein Bad aus den Siebzigern, defekte Fliegengitter und eine im nächtlichen Crescendo sterbende Klimaanlage veranlasste die beste aller Herzensfrauen, kurzfristig einen kleinen Umzug an die Wasserfront zu initiieren. Bei 40° zwar kein Vergnügen, aber zu einer sofortigen Aktivierung des Belohnungzentrums im gequälten Touristengehirn führend.

    Und dann gab es ja noch das Kolibri-Festival…. Und eine Rundfahrt mit Ballermannfeeling, Hitzerekord und Kupplungsgestank - to be continued.
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