• Kolibri mit Karmapolitur

    Jun 27–30, 2025 in Greece ⋅ ☀️ 29 °C

    So viele Fotos kann Heidi Klum gar nicht verteilen, wie das auf dem Colibri – Festival hätte sein dürfen. Wenn ein österreichischer Multimillionär mit einer umtriebigen Frau in Korfu ein Festival auf die Beine stellt, dass der Influencer-unbeeinflusste alte weiße Mann auch in Bali vermuten könnte (und was auch so wirkt), dann kommen jetzt bei der dritten Auflage des Spiri-Get-Together ein solcher Tsunami von gut aussehenden, jungen Menschen beider Geschlechter (und auch anderer), dass ich dachte, zunächst auf einem Model Contest gelandet zu sein. Sensationell.

    Wir tanzen und tanzen und tanzen. Die Models auch, aber schön. Laue Seebrise und ein Absacker – Bierchen später bei Ina runden diese Abende ab. Es könnte schlimmer sein. Und in einer gut funktionierenden Klimaanlage im Zimmer des schönen Horizon – Hotels lässt sich dann auch die folgende Nacht genießen.

    Und weil Korfu ja nicht nur aus Arillas besteht, mieten wir ein Auto. So eine Art Auto. Bargeld wechselt den Besitzer für ein Auto, das wahrscheinlich in Deutschland jeder Aufbereiter ablehnen würde. Ich will gar nicht wissen, was die Flecken auf den Sitzen alles gewesen sind. Dafür sind die Reifen abgefahren und die Zentralverriegelung funktioniert nicht. Man kann nicht alles haben…

    Abgefahrene Reifen und eine verbrauchte Kupplung werden sich später noch als nahezu fatal erweisen. Grundsätzlich aber nehmen wir kulturbeflissen zwei Klöster und eine byzantinische Festung aufs Korn. Schöne Idee bei 40°. Und leider offenbart sich auf der Fahrt in den Süden des Ostens genau das, was man leider in Griechenland immer wieder sieht: Costa macht mit Vassilis einen Vertrag, an dem Konstantinos beteiligt wird. Herauskommt eine riesige Beton – Hotelruine, die noch Jahrzehnte die Berge verunzieren wird. Als Ausgleich gibt es unten am Meer ballermannverdächtige Ansammlungen von aufblasbaren Plastik – Strandtieren und Luftmatratzen; das ganze garniert von Touristen, die ihren BMI mit zwei Nummern zu kleinen, pastellfarbenen Leibchen verzieren – es ist grenzwertig. Immerhin wird man hiervon abgelenkt, indem man am Straßenrand gefühlt alle 100 m eine wilde Müllkippe sieht. Oder ein Auto sieht, dass seit 15 Jahren hier vor sich hinrostet. Umwelt ist hier nicht die erste Priorität.

    Nichtsdestotrotz genießen wir diesen Tag Und landen an einem Ort, den wir schon kennen. Ein sensationelles Fischrestaurant, das nur über eine Straße erreichbar ist, die mit Gravel Road noch ziemlich vornehm beschrieben ist. Aber bei den Reifen und der Kupplung macht es auch nichts mehr. Die Leistung des Autos auf das lose Geröll zu bringen, fällt der Kupplung zunehmenden schwer und bevor wir Ouzo genießen können, müssen wir verbrannte Kupplungen einatmen. Was ein Glück, dass das gut geht…

    Und wir abends die Fleckensänfte wieder zurückgeben können. Und so gehen diese Tage entspannt zu Ende. Und auf dem Transfer zum Flughafen frage ich mich, warum sich der Fahrer unseres Taxis ständig bekreuzigt. Doch hier und da stehen kleine Kapellen am Wegesrand und auch jede Kirche ist Anlass für eine „Kreuzigung“.

    Schön war’s, entspannt war’s, griechisch war‘s – ich würde es wieder tun… Ob mit oder ohne Kolibri. Und dann sage ich vorher Heidi Bescheid.
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