• Nordby auf Fanø

    13 Juli, Denmark ⋅ ☁️ 23 °C

    Für heute sind Regen und Gewitter angekündigt, also quasi Museumswetter. Deshalb verlängern wir unseren Aufenthalt auf dem Stellplatz in Oksbøl schon morgens um eine weitere Nacht und fahren dann Richtung Esbjerg zum Fischerei- und Seefahrtmuseum. Auf dem gestern fast leeren Parkplatz hatten wir während des Besuchs der Männer am Meer gestanden und erwarten, dass heute, am Montag, recht wenig Betrieb dort ist.

    Wir können es kaum glauben, der Parkplatz ist rappelvoll, kein Platz mehr für unser Wohnmobil! Vielleicht hatten alle auf die Wettervorhersage geguckt? Also aktivieren wir Plan B: die Insel Fanø, denn noch ist es trocken und sonnig.

    Der Fähranleger ist nicht weit entfernt und ca. 300 Meter vorher gibt es kostenlose Parkflächen. Wir erwerben zwei Rentner/Fußgänger-Tickets und zahlen für Hin- und Rückfahrt insgesamt knappe 6,70 Euro. Die Fähren fahren alle 20 Minuten los, die Überfahrt dauert 12 Minuten.

    Im Hafen sehen wir auch mal die riesengroßen Schiffe, die Windräder auf dem Meer aufstellen, von nahem. Diese Offshore-Installationsschiffe werden auch Jack-up-Schiffe (aufbocken) genannt, weil sie sich für die Arbeiten am Meeresboden auf langen Beinen aus dem Wasser heben können.

    So sind wir schnell in Nordby, wo wir uns in den nächsten drei Stunden aufhalten. Direkt am Fähranleger bemerken wir die Skulptur der Fanø Fayence Hunde. Im 19. Jahrhundert war es üblich, dass die Seeleute diese Hunde als Souvenir für ihre Frau aus England mitbrachten. War der Mann auf See wurden sie so plaziert, dass sie aus dem Fenster blickten, war er wieder in der Heimat, wurden sie umgedreht und sahen ins Haus. Daher hatte auf Fanø praktisch jedes Haus zwei dieser Hunde im Fenster. Auch heute ist das noch üblich.

    Das Zentrum von Nordby ist ganz nett anzusehen, die "Hauptstraße" in der Hauptsaison ziemlich belebt. Abseits der Geschäfte und Restaurants sind wir ziemlich alleine. Es wird aber ständig wärmer und drückender, einige Regentropfen fallen. So nehmen wir gegen 15 Uhr die Fähre zurück nach Esbjerg. 

    Das erweist sich im weiteren Nachmittag und Abend als kluge Wahl. Zurück auf dem Stellplatz entscheiden wir uns heute für einen Platz auf Kies und nicht auf Rasen. Schnell noch am Kiosk vom Parkgolfplatz ein Eis geholt, kommen wir noch trocken am Wohnmobil an. Dann beginnt ein Gewitter und es regnet. Der Himmel wird erst dunkel, dann schwarz und kaum lässt der Regen mal nach, öffnet oben wieder jemand die Schleusen und es beginnt von neuem. Blitz und Donner machen Überstunden.
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