Ulm
September 28 in Germany ⋅ ☀️ 20 °C
Die 30 Kilometer bis zum Wohnmobil-Stellplatz am Donaubad in Neu-Ulm sind schnell zurückgelegt. Der Platz ist sehr beliebt, aber am späten Vormittag ist noch etwas für uns frei.
Vor dem Donaubad fährt die Buslinie 4 alle 10 Minuten Richtung Innenstadt. Mit der passenden Nahverkehrs-APP buchen wir ein Tages-Gruppenticket für 11,10 Euro und sind nach vier Stationen am Ulmer Münster.
Die berühmte gotische Bürgerkirche (der Bau wurde von den Bürgern finanziert) ist die größte evangelische Kirche Deutschlands. Der Grundstein wurde 1377 gelegt. Nach einer langen Baupause wurde der Turm im Jahr 1890 vollendet. Der Hauptturm ist 161,53 Meter hoch. Er war lange Zeit der höchste Kirchturm der Welt, wurde aber inzwischen von der Sagrada Familia in Barcelona überholt. Der Eintritt ist frei, nur der Turmaufstieg über 768 Stufen kostet sieben Euro, aber das wollen wir uns sowieso nicht antun.
Trotz der Baugerüste ist das Münster im Inneren ebenso beeindruckend wie von außen. Auf dem Dach vom Münster sitzt ein Spatz. Dahinter steckt folgende Geschichte:
Für den Bau des großen Münsters brauchten die Handwerker riesige, dicke Holzbalken aus dem Wald. Die Arbeiter fuhren die Stämme zum Stadttor, aber sie merkten: das Tor war zu eng. Die langen Balken passten einfach nicht quer hindurch. Die ratlosen Bürger beratschlagten sich und wollten das Stadttor im Eifer des Gefechts schon einreißen. Da beobachteten sie einen kleinen Spatzen. Der Vogel wollte einen langen Halm in sein Nest bringen. Zuerst versuchte er es quer, doch das klappte nicht. Dann drehte der Spatz ihn in die Länge und flog problemlos durch das Loch. Den Ulmern ging ein Licht auf: Sie drehten die großen Holzbalken ebenfalls der Länge nach – und sie passten durch.
Tatsächlich war die ursprüngliche Figur auf dem Dach des Münsters vermutlich gar kein Spatz. Experten vermuten, dass es eine Friedenstaube mit einem Ölzweig im Schnabel sein sollte. Da die alte Steinfigur handwerklich eher mäßig gelungen war und etwas unförmig aussah, dichteten die Menschen die nette Spatzen-Geschichte dazu.
Wir schlendern noch ein paar Stunden durch die sehenswerte Altstadt, besuchen eines der zahlreichen Restaurants und schließlich auch das Fischerviertel. Noch im 19. Jahrhundert war das vom Flüsschen Blau durchzogene Viertel das Quartier der Schiffsleute, Gerber und Donaufischer. In den 1970er Jahren begann man mit der Sanierung der historischen Gebäude.
Die Buslinie 4 bringt uns am Nachmittag wieder zum Stellplatz zurück.Read more











































TravelerUlm scheint ansprechend zu sein und das Ulmer Münster ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
TravelerJa, die Altstadt hat ein paar schöne Ecken.