• Forggensee-Schifffahrt

    October 12 in Germany ⋅ ☀️ 12 °C

    Auch heute scheitern alle Versuche, in Füssen und am Lechfall einen Parkplatz zu bekommen. Die Stadt ist völlig überlaufen, und in ein Parkhaus passen wir ja leider nicht rein. 

    Also greifen wir zu Plan B, eine Fahrt mit dem Schiff über den Forggensee. Der staut den Lech mit einem Staudamm am nördlichen Ende bei Roßhaupten auf. Er ist nach seiner Oberfläche der größte Stausee einer Talsperre in Deutschland. Zum Hochwasserschutz am Lech wird der Wasserspiegel im Winter deutlich abgesenkt. Daher fahren die Schiffe nur noch bis Freitag, dann endet die Saison. 

    Beim Fähranleger ist reichlich freie, natürlich bewirtschaftete Parkfläche vorhanden. Zufällig startet in einer halben Stunde die "Große Rundfahrt", die gleichzeitig den Linienverkehr abdeckt. Wir fahren zum Seniorentarif und sparen die Kosten fürs Parkticket damit fast ein.

    Vom Bootshafen Füssen bis zum Kraftwerk Roßhaupten und zurück legt das Schiff mehrmals an und fährt insgesamt 24 Kilometer. Dafür braucht es zwei Stunden. Fast alle Passagiere stürmen bei dem sonnigen Wetter auf die Außendecks, sind aber nach dem Ablegen schnell wieder drinnen. Denn das Thermometer steigt heute nicht über 14 Grad. Und der Fahrtwind ist recht frisch.

    Gegen halb drei legen wir wieder an. Wir kehren in einem kleinen Restaurant ganz in der Nähe ein und genießen ein Allgäuer Gröstl. Dann fahren wir zurück Richtung Stellplatz in Roßhaupten. Kurz vorher halten wir noch am Dietringer Toteisloch, wo wir einen Spaziergang mit wunderschöner Aussicht machen.

    Toteislöcher gibt es im Allgäu viele, denn sie sind Überbleibsel aus der letzten Eiszeit. Sie entstanden, wo ein großer Eisklumpen noch längere Zeit liegenblieb, bevor er endgültig wegschmolz. Früher war das Loch bei Dietringen tatsächlich nur eine leere Senke, aber heute läuft es jeden Sommer voll, wenn der Wasserpegel des benachbarten Forggensees steigt.
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