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  • Day117

    Pergamon

    January 20 in Turkey ⋅ ⛅ 1 °C

    Nach einer angenehmen Nacht frühstücken wir im Bus, draußen ist es leider zu windig und dadurch zu kalt. Wir haben Ajvar von einer türkischen Marke gekauft, der extrem lecker schmeckt und uns in letzter Zeit immer öfter beim Frühstück oder Zwischensnack dient - wie auch heute.
    Wir reden noch ein bisschen mit den Italienern und verabschieden uns, wir wollen es möglichst nach Trojan heute schaffen und das ist zwar nicht besonders weit, aber die Straßen hier brauchen Zeit. Wir kommen noch mal an Epheseus vorbei und diesmal steht das Tor zum Artemis-Tempel offen. Leider ist es eher enttäuschend, ein paar Steine liegen herum, eine halbe Säule steht und nur eine Tafel gibt etwas Info, vermutlich der Grund, warum der Teil kostenlos ist. Im Hintergrund ist immerhin ein Hamam und die Zitadelle von Selçuk schön anzusehen.
    Wir entdecken auf der Landkarte noch die antike Stadt Pergamon, welche auf dem Weg liegt und beschließen, sie zu besichtigen. Es lohnt sich, sie liegt auf einem kleinen Berg und überschaut gut das Umland, hinten gibt ein vermutlicher Stausee ein schönes Bild ab. Der war früher wohl nicht hier, in der Ferne sieht man Teile eines Aquäduktes, der zusammen mit einer Druckleitung damals die Wasserversorgung für die hochgelegene Stadt gebildet hat. Während des 3. Und 2. Jahrhunderts vor Christus war sie die Hauptstadt des Pergamenischen Reiches, unter den Attaliden wurde die Stadt zu einem der bedeutesten Kulturzentren des Hellenismus.
    Ob das Pergament, welches nach der Stadt benannt wurde, wirklich hier erfunden wurde, ist unklar. Aber tatsächlich war hier ein Zentrum der Pergamentproduktion.
    Die Sonne scheint, nur ein kalter Wind macht es manchmal ungemütlich, sonst macht es Spaß, die Überreste anzuschauen. Besonders das Theater, welches in den Berg gearbeitet ist und in das Umland blickt und jetzt am Nachmittag sonnenbeschienenen ist, macht einen tollen Eindruck. Uns fehlt noch ein kleiner Teil, für den wir etwas laufen müssen, aber wie so oft treiben die Wärter leider einen viel zu früh zum Ausgang. 20 Minuten vor Schließung stehen wir wieder am Auto. Immerhin muss man wohl dank Nebensaison keine Parkgebühren zahlen, was uns als Caravan besonders treffen würde, weil ein normales Auto 8 Lira kosten würde und wir unverschämte 45 Lira (macht als das 5-fache, umgerechnet über 7 Euro).
    Als wir im Auto sitzen und unsere Apps nach einem Übernachtungsplatz durchforsten, kommt eine Spaziergängerin mit ihrem Hund ans Auto. Sie sah vorher schon nicht sehr türkisch aus. Sie sagt, sie muss jetzt doch mal Hallo sagen, da wir ja auch aus Würzburg seien. Elke genießt ihre Frührente da, wo es meist etwas wärmer ist. In Würzburg war sie schon länger nicht mehr, ihr Sohn wohnt jetzt in ihrer WG und sie ist auch mit ihrem älteren Bus unterwegs. Wir unterhalten uns kurz, sie lädt uns quasi ein, uns zu ihr zu stellen, aber wir wollen noch etwas Strecke machen und verabschieden uns herzlich.
    Unterwegs Richtung Norden kommen wir noch an einem Riesen-Supermarkt vorbei und werden endlich mal wieder mit Kokosmilch fündig - sie steht bei den Getränkedosen.
    Es ist schon dunkel, als wir unseren Platz ab Kleopatra-Strand erreichen. Etwas windig, aber sonst absolut nix los, das sollte wieder eine ruhige Nacht werden. Kathi probiert ein Rezept mit Kichererbsen, Spinat und Kokosmilch aus, es ist extrem lecker und kommt auf die Liste unserer Lieblingsessen unterwegs.
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