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  • Day119

    Troja!

    January 22 in Turkey ⋅ ☀️ 5 °C

    Heute haben wir viel vor und da es mal wieder sehr windig draussen ist, haben wir eh keine grosse Lust im Freien zu sein und fahren dementsprechend früh los nach Troja.
    Der Parkplatz verlangt wie auch schon in Ephesus und Pergammon Gebühren, die man erst beim Rausfahren zahlen muss. Da man selber das Ticket zieht, ziehen wir ganz gerissen ein normales Auto Ticket. Mal sehen, ob wir später damit durchkommen. Auch hier finden sich wieder einige Reisebusse voller Asiaten, aber trotzdem ist es nicht all zu stressig. Auf dem Parkplatz liegen einige süsse Hunde verteilt und es ist mal wieder Knuddelzeit. Am Eingang stolpert dann auch noch ein kleiner Welpe herum und so dauert es bis wir mal endlich unsere Tickets kaufen. Innendrin muss Kathi dann aber auch schon wieder links abbiegen, da zwei weitere Welpen unter einem Baum liegen. Sooo knuffelig. Es hat etwas gedauert, bis wir dann mal los sind, um Troja auch anzuschauen. Da wir die Schilder nicht gesehen haben, sind wir quasi rückwärts durch die Ausgrabungen, was aber auch nicht weiter schlimm war und so waren wir die meiste Zeit alleine. Die Ausgrabungen sind auch wirklich schön gemacht mit vielen Erklärungen auf Englisch und Darstellungen, wie es früher ausgesehen hat. So kann man sich die Stadt gleich viel besser vorstellen. Bevor wir das Gelände wieder verlassen, müssen wir dann auch noch mal das hölzerne Pferd erklimmen, was am Eingang steht. Da es das Haupt-Fotomotiv aller Touristen ist, ist es nicht so einfach überhaupt mal hinauf zu kommen, aber wir haben Glück und passen einen Zeitraum ohne Reisebusse ab. Noch kurz Welpen knuddeln und wir sind wieder draussen. Leider klappt unser Trick mit dem anderen Ticket nicht und wir müssen den teureren Preis zahlen.....

    Mittlerweile gibt es ein neues Museum über Troja bzw. alle archäologischen Stätten an der Westküste. Wir haben gleich ein Kombiticket gekauft, da wir uns dieses nicht entgehen lassen wollen. Der Besuch lohnt sich sowas von! Das Museum ist riesig und auf drei Stockwerken wird die gesamte Geschichte der Region erklärt, sowie Funde gezeigt und griechische Sagen erzählt. Im obersten Stockwerk wird dann auch noch die genaue Ausgrabung erklärt, sowie das Fehlen eines Grossteils des Schatz des Priamos aus Troja thematisiert. Vor allem in Russland sind viele Schätze ausgestellt und die Russen wollen sie nicht zurück geben. Die Stimmung ist klar: Gebt uns unsere Schätze zurück!
    Auf jedenfall eine absolute Empfehlung für zukünftige Türkei-Reisende.

    Vor dem Museum machen wir uns noch die restlichen lecker Kichererbsen warm und teilen auch ein bisschen mit einem süssen Hundchen. Nicht weit von Troja entfernt liegt die Stadt Çanakkale, wo wir die Fähre zurück nach Europa nehmen wollen. Der Fährhafen befindet sich direkt an der vollen Flaniermeile und so ist es etwas nervig dorthin zu fahren. Dafür werden wir jedoch mit dem original trojanischen Pferd aus dem Hollywood-Film belohnt, das die Stadt Çanakkale abgekauft hat. An der Fähre dann das nächste Problem: wir brauchen Bargeld. Wir waren so stolz unsere Lira los zu sein und jetzt kann man hier leider nicht mit Karte zahlen. Es gibt zwar einen Geldautomaten direkt neben der Einfahrt, aber der will eine Gebührt fürs Abheben. Nach etwas hin und her finden wir eine Halkbank, wo wir umsonst abheben können. Leider aber einen Mindestbetrag von 50 Euro. Unser Auto konnten wir netterweise schon vor der Fähre parken und nach unserer doch längeren Suche nach Geld sind wir froh dann gleich auf eine Fähre fahren zu können. Wir sind das letzte Auto was gerade noch so drauf gequetscht wird. Die Überfahrt dauert nur 15 Minuten und melancholisch blicken wir auf Asien zurück. Auf einer Landstrasse geht es wieder Richtung Norden. Hier ist es sehr schwer einen Platz zu finden, da alles gesäumt ist von Militärdenkmälern und die Polizei jeden Camper wegschickt. Alles um die erst kürzlichen Schlachten von Gallipolli (1991) zu ehren. Ein bisschen Schade, da es hier wirklich schöne Strände gibt. Wir fahren in eine grössere Stadt, um hier unser Restbargeld in Adblue und Lebensmittel zu stecken. Adblue war auch wirklich nötig, da wir eine Warnleuchte hatten es aufzufüllen (obwohl laut Angabe es noch 2500 km reicht).

    Unser Platz für die Nacht befindet sich in Grenznähe in einem Wald. Hier wartet auch schon ein anderer Van auf uns. Inken und Patrick aus Hildesheim stehen hier in ihrem Gandalf, der Blaue. Unter ihrem Auto sitzen zwei kleine Babykatzen, die aber nicht zu ihnen gehören, sondern zum betteln hierher kamen. Die müssen natürlich gleich geknuddelt werden. Inken und Patrick laden uns auch gleich zu ihnen in den Camper ein und wir machen es uns bei Snacks und Wein gemütlich. Die zwei sind auf dem Weg nach China und gerade ihre erste Nacht in der Türkei. Wir tauschen uns über gute Plätze und Eigenheiten der Länder aus und müssen bald Bier- und Snacknachschub aus Louie holen. Da wir noch nichts gegessen haben, essen wir mit gesundem Appetit die Nüsse, Pistazien und Kekse. Die Runde ist so schön, das wollen wir nicht wegen Essen zerstören (später essen wir im Bus dann doch noch eine Kleinigkeit). Schön sich auch mal wieder mit Deutschen auszutauschen, aber auch komisch so frequentiert wieder Leute zu treffen. Das sind wir nicht mehr gewohnt. Müde fallen wir in unsere Betten.
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