Weiter weiter, immer weiter
16. Dezember 2025 in Spanien ⋅ ⛅ 22 °C
Heute ließen wir unsere Morgenroutine außer Acht und nahmen 8:15 Uhr den Bus nach Puntagorda - brrrr… dort hatte es lediglich 9,7°C (laut Anzeige bei der Farmacia und ich fragte mich, wie man so akkurat misst), um dann direkt den nächsten Bus nach Franceses zu nehmen und so waren wir 10:35 Uhr am Ziel. Na gut, eher am Start unserer heutigen Wanderung.
Nach dem letzten Mal, als wir halsbrecherisch von Barlovento nach Santo Domingo - 29,4 km mit 1.800 hm, manch eine/r erinnert sich 🤪 - gelaufen sind, wollten wir vor allem die letzten 6km nach Santo Domingo nochmal laufen und bewusst - spanisch: consciente - erleben. Aber nur 6km laufen??? 🙅🏼♀️ Neeeee, das geht bei uns nicht. Wir nehmen die 11,2km davor mit und damit etliche Barrancos. ⬆️⬇️ So ging es erneut hoch und runter und hoch und runter.
Ich lief vorweg und machte den Weg frei und Martin hatte Puls. Aber sowas von. Dann kam seine Ansage “ich weiß auch nicht, was heute los ist. Meine Füße laufen nicht koordiniert und gleichmäßig”. Oh je. 🤦🏽♀️ Meine Aufgabe war klar: Gut zureden, aufbauen, weitermachen. Weiter, immer weiter. (Anm. d. Red. Am Ende stellte sich heraus, dass er eine Fußasymmetrie von 0,00% hatte.)
Der Weg war wie erwartet anstrengend schön und ich sog die Landschaft, die Ausblicke, Feenwälder und moosbewachsenen Hänge in mich auf. Martin ganz bestimmt auch.
Am Ende drängte ich ein wenig auf Zeit, um den Bus ca. 16:30 Uhr zurückzubekommen. Sonst hätten wir zwei Stunden warten dürfen.
Vor Santo Domingo ging es in einen letzten Barranco, der es nach zurückgelegten 16km in sich hatte. Es war 16:21 Uhr und Martin meinte beim Aufstieg “150hm in 8 Minuten… niemals”. "Doch, wir schaffen das”, predigte ich mein Mantra. UND???? nach 6 Minuten waren wir oben und zwei weitere Minuten an der Bushaltestelle angekommen.
Ich daraufhin zu Martin “Maus, Du bist ein Tier.” Er “Ich bin tot.” Ich: “Okay, Du bist ein totes Tier.”
Die Anzeige am Bushäuschen wies aus, dass der Bus in 10 Minuten kommt. Zeit, in der 100m entfernten Bar zwei Cerveza 🍻 sin alcohol zu besorgen. 50€ dabei - zwei Bier kosteten 3€ - ich hatte zwei Bier in den Händen und die Bedienung war mit den 50€ weg und kam und kam nicht wieder. Als ich draußen ein Fahrgeräusch hörte, wurde ich ungeduldig. Kurz rausgeschaut, nix zu sehen. Okay. Jetzt nahm ich meinen Mut zusammen und schaute in den Tresenbereich und sah, wie die Frau versuchte, Wechselgeld zusammenzusuchen. Oh mein Gott. Dann stand plötzlich Martin in der Tür “Der Bus ist da. Der Fahrer sagt, wir haben zwei Minuten.” Ich habe daraufhin versucht, der Frau verständlich zu machen “Tengo que a la guagua. 2 minutos.” Sie weiterhin ruhig gesucht, Martin von draußen “Sie soll die Bier zulassen.” Ich dachte ❔ ❔ ❔ ❔ ❔ Ich zur Frau “Pronto”, woraufhin sie mir das Wechselgeld gab, was sich beim Rauslaufen aus der Bar als insgesamt 36€ herausstellte. Ich wieder rein, habe die zwei Bier und das Wechselgeld hingelegt und sie um den 50€ Schein gebeten, den sie mir dann auch etwas angesäuert gegeben hat. Ich sagte noch“Perdón, perdón, pero la guagua (der bus).” rannte die 100m in 8sek und dankte beim Einsteigen in den Bus dem Fahrer “Muchas Gracias”. Der Spanischkurs hat sich sowas von gelohnt. 😀
Erleichtert saßen wir im Bus, lachten und lachten und lachten und Martin sagte mir noch “Ich weiß gar nicht, wie ich den Weg von der Bushaltestelle in die Bar geschafft habe.” 😀Weiterlesen


















Reisender
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