Noch noch noch mehr Fotos
1 grudnia 2018, Urugwaj ⋅ 🌬 17 °C
Noch noch mehr Fotos
1 grudnia 2018, Urugwaj ⋅ 🌬 17 °C
Noch mehr Fotos
1 grudnia 2018, Urugwaj ⋅ 🌬 17 °C
Mehr Fotos
1 grudnia 2018, Urugwaj ⋅ 🌬 17 °C
Carmelo und Colonia
1 grudnia 2018, Urugwaj ⋅ 🌬 17 °C
Uruguay ist bis jetzt eines der wahrscheinlich skurrilsten Erfahrungen meines Lebens. Es ist einfach das genaue Gegenteil einer so großen und vollen Stadt wie Buenos Aires:
Es gibt wenige Menschen, es ist leise, es ist klein. Ich weiß noch nicht, ob mir das gefällt oder nicht.
Als ich nach einer sehr schönen und inspirierenden Schifffahrt durch den Tigre in Carmelo ankam, ging es durch eine kurze Passkontrolle und dann machte ich mich auf, eine Touristeninformation zu finden, was dann auch irgendwann klappte, nachdem ich ein paar Leute gefragt hatte. Die Straßen waren leer und man bereitete sich scheinbar auf die Siesta vor, die hier noch sehr pflichtbewusst durchgeführt wird (die Läden machen zwischen zwölf und drei zu). Ich wanderte also ein wenig herum, kaufte ein paar Empanadas (von einem Verkäufer, der mich als Arier bezeichnete, nachdem ich ihm auf seine Frage hin sagte, dass ich aus Deutschland komme), wechselte Geld und nahm dann einen Bus nach Colonia, der mich durch die für Uruguay sehr typischen Hügellandschaften bis zum Busbahnhof brachte. Angekommen suchte ich wieder die Touristeninformation auf und suchte ein Hostel. Die Suche brachte mich in die Altstadt und zum Felsstrand. Irgendwann fand ich dann ein Hostel, bereitete mich dort aus und wanderte danach durch die wieder leere Stadt, aß eine Pizza am Strand und genoss diese Stille. Die ganze Altstadt, die Hauptsehenswürdigkeit Colonias, konnte man innerhalb von einer Stunde besichtigen. Es gab kaum Menschen, auch nicht um halb zehn in den Restaurants. Vielleicht ist es hier einfach noch nicht die Saison.
Nach ausreichend Schlaf mache ich jetzt gleich noch eine kurze Tour zum Kolonialmuseum und fahre danach nach Montevideo. Czytaj więcej
Straßenmusik, Theater und Faulenzen
27 listopada 2018, Argentyna ⋅ ☁️ 21 °C
Eine Sache, die ich hier besonders toll finde, ist die Tatsache, dass man tatsächlich jedes Mal in und vor der U-Bahn Live-Musik bekommt. Dabei reicht es von einem peruanischen Panflötenspieler über dramatische Balladensängerinnen und Blaskappellen bis zu Jazz-Duos. Und alle machen es mit dieser unheimlichen lateinamerikanischen Leidenschaft, die ansteckt. Ich hätte mich häufig gerne mit meinem Saxophon dazugestellt, das ist aber eben nicht möglich. In Europa wäre sowas wahrscheinlich auch schon wieder illegal...
Tja, das ist aber nicht nur die einzige Erkenntnis der letzten Woche, ich habe nämlich auch am Freitagabend das Theater für mich entdeckt. Über einen guten, aber ziemlich verpöhnten Kontakt wurde ich zu einem Stück namens ,,Como si pasara un tren" eingeladen, das lustig und bei weitem nicht so ernst und avantgardistisch war, wie ich erwartet hatte. Also eine coole Sache.
Danach ging es dann nach San Telmo, wo wir in einer leeren Billardbar waren, in der ich ausnahmsweise mal wieder geflucht habe wie ein Weltmeister. Das hat leider nichts gebracht und Harald und Daniel, die zusammen das schwedische Duo gebildet haben, konnten mich in einer epischen, nie vorher dagewesenen Schlacht niederringen, die sogar Carsten Stahl, James Bond und Chuck Norris zum Zittern gebracht hätten. Also eigentlich war ich ziemlich schlecht, aber das muss ja keiner wissen...
Wie auch immer, die beiden, Franziskus und ich verbrachten dann noch einen sehr schönen Abend (der mittlerweile ein Morgen geworden war) in einer Bar in San Telmo, die Harald kannte, weil dort ein Schwede arbeitet. Immer diese mafiösen Schweden, die sich alle untereinander kennen...
Die Bar war vollkommen leer und somit konnten wir uns gestrost über Mädels, Sprachen, Nationalitäten und mehr unterhalten, während wir an unseren Bieren nuckelten und Popcorn aßen. Es wurde zu einem der schönsten Abende bis jetzt, mir gefallen solche kleinen Runden mit wichtigen Gesprächsthemen und Co-Philosophen. Ich weiß ja nicht, was andere denken, aber wir werden später mal die Welt regieren.
Am nächsten Tag ging es nachmittags nach River, um das Spiel zu gucken, das verschoben wurde, während alle uns ansprachen und versuchten, sich an die Mädels aus unserer Truppe ranzumachen. Somit konnten wir ein paar ganz nette, aber auch ein paar sehr unangenehme neue Bekanntschaften machen. Später stellte sich heraus, dass das Spiel wieder verschoben wurde, weil einige Fans von River Plate den Bus der Spieler der Boca Juniors angegriffen hatten. Also machten wir uns stattdessen auf die Suche nach einem Restaurant, weil das auch zufälligerweise das chinesische Viertel von Buenos Aires war. Man muss sich aber die Stimmung in einer Fußballhochburg, wenn ein Spiel wieder verschoben wird und die ,,normalen" Leute sowieso schon alle Türen und Fenster vernagelt hatten, vorstellen wie Silvester ohne Feuerwerk und gute Laune: angespannt und ein Prickeln in der Luft. Also klopften wir an ein Restaurant, in dem zwar Leute waren, aber die Gitter unten waren. Ein paar sehr nette Chinesen machten uns daraufhin ein sehr leckeres Essen, das einige aber mit einer fatalen scharfen Soße begossen, sodass es ein paar puterrote Gesichter mit laufenden Nasen gab. Abends ging es mit einer Party bei Stef weiter, auf der ich mich mit ein paar interessanten Leuten, beispielsweise einer zukünftigen reisenden Künstlerin oder Marketing-Expertin (je nachdem, was finanziell bessere Aussichten hat...) und einem chilenischen 3D-Animatoren, mit dem ich meine Leidenschaft für PIXAR-Filme ausleben konnte - für ein paar Stunden. Nach der Party fuhren einige von uns noch zu einer Disco, wo es dann bis sechs Uhr morgens darum ging, zu tanzen und irgendwie meine Jacke so zu halten oder zu tragen, dass sie möglichst wenig Wärme spendet. Abgesehen davon war es aber ebenfalls ein sehr netter Abend/Morgen. Als ich aus der Disco trat, war es schon hell. Eine äußerst interessante Erfahrung, die aber nicht unbedingt in naher Zukunft wiederholt werden muss.
Der Tag danach war schon fast vorbei, als ich dann endlich mal um halb zwei erwachte. Schande über mein Haupt. Ich konnte die Scham vor mir selbst kaum ertragen, also beschloss ich, den Tag lang zu faulenzen und in meiner gewohnten Ecke (der einzige Ort, an dem es WLAN gibt, mehr oder weniger) YouTube zu gucken und Kekse zu essen. Das musste auch mal sein, fand ich.
Montag war ich dann wieder im Büro. Dienstag nicht, da arbeitete ich zu Hause, weil Ezequiel morgens meinte, dass er doch nicht zum Büro komme. Ich hatte dann auch keine Lust mehr die Stunde zu Peters Büro zu fahren und ich konnte dann auch noch praktischerweise ein paar andere Dinge in Boedo erledigen, weil ich mir dadurch zwei Stunden Transfer sparte. Deswegen verwandelte ich mein Zimmer und Havanna, ein Café (wie Starbucks) in mein Büro. Abends war dann wieder Fußball angesagt! Ein großer Spaß, wieder mit viel Gefluche und netten Leuten. Danach, während wir unser wohlverdientes Gläschen Bier (ca.) tranken, sagte Finn, der Hamburger/Kölner, dass es sein letzter Abend sei und er mit seinem Bruder (der auch mitgespielt hatte und ein paar Tage zuvor nach Argentinien gekommen war) gerne ausgehen wollte und jeden einlud, der mitkommen wollte. Ich war mir anfangs nicht sicher, aber als ich merkte, dass ich sonst der einzige wäre, der zu Hause bliebe, gab ich mir einen Ruck und sah für diese Nacht über meine Vernunft hinweg. Ein paar Stunden später trafen wir uns also frisch geduscht in einer Bar wieder, in der wir sogar schon Mal gewesen waren. Finn, sein Bruder und der Rest machten sich dann irgendwann zu einer Disco davon, Harald, Daniel und ich wollten aber lieber zu dem Jazzclub gehen, der laut Google offen war. Zwei Mädchen, die beide nicht auf der Schule waren, begleiteten uns dahin. Eine betrunkene Argentinierin (mit der Franziskus mal etwas hatte) und eine Tschechin. Beide sehr nett. Als Harald und ich uns mit der betrunkenen Argentinierin unterhielten, schienen Daniel und die Tschechin aber Gefallen aneinander zu finden. Als wir dann ankamen, war der Jazzclub, der laut Google aber noch offen war, geschlossen. Also begaben wir uns nach dieser großen Enttäuschung in eine Bar mit DJ in der Nähe. Dort war dann die große Sensation, dass Daniel und die Tschechin anfingen, miteinander zu knutschen, während die betrunkene Argentinierin Harald und mir Swing beibrachte (obwohl Reggae lief). Also ein cooler Abend ;)
Am Mittwoch blieb ich dann auch zu Hause und arbeitete wieder von da aus. Ich verzichtete abends darauf, wieder auszugehen...
Tja, und heute war ich wieder im Büro, aber Ezequiel war nicht da, was er mir zwar gesagt, ich aber vergessen hatte. Es ging darum, ein Interview zu kürzen, was aber sehr viel schwieriger war als man denken würde...
Und morgen früh geht es nach Uruguay! Ich freue mich! :) Czytaj więcej
Fútbol
22 listopada 2018, Argentyna ⋅ 🌧 26 °C
Oh ja, Ihr habt richtig gelesen, ich habe Fußball gespielt. Ich bin ja sonst ein sehr entspannter und ruhiger Mensch, aber wenn ich Fußball spiele, fluche ich auch mal richtig. Ich habe selten so viele Torchancen vermasselt und gleichzeitig solche Wörter in den Mund genommen. Ich wage sie jetzt gar nicht zu wiederholen, aber da ist es gestern nicht nur bei den Klassikern geblieben, das kann ich wohl sagen.
Das muss aber auf jeden Fall wiederholt werden, ich hatte gestern so viel Spaß wie seit langem nicht mehr. Als Torwart konnte ich mich als äußerst gut beweisen, als Mittelstürmer aber eher weniger. Das muss sich ändern. Ich war doch früher immer bei unseren Spielen beim KSC in Kirchhörde immer der Torjäger, der nie wirklich echte Arbeit geleistet, aber immer die Tore abgestaubt hat! Es war aber auch interessant, einen sehr guten Franzosen (Fred), einen schwedischen Singalesen (Daniel), einen Niederländer (Stef), eine Schwedin und mehrere Argentinier in voller Aktion zu sehen!
Das viele Gebrülle, Gerenne und der in Strömen geflossene Schweiß haben danach ein, zwei, vielleicht sogar drei Bier gefordert, man weiß es nicht.
Die Gesprächsthemen reichten dabei von Reisen bis zu der (Frauenfußball)mannschaft am Tisch neben uns, an die sich Daniel und Fred ranmachen wollten. Die Schwedin, Stef und ich sind dann auch irgendwann gefahren, aber Daniel und Fred waren noch sehr an dem Spiel dieser besagten Mannschaft interessiert, weswegen sie gerne noch etwas länger bleiben wollten. Mal sehen, was daraus wird ;)
Aber gut, das war mein Mittwochabend. Vom Dienstag und Mittwoch bis dahin gibt es nichts besonderes zu erzählen, es war eben ein normaler Tag im Büro :)
Achso, hier sind übrigens Bilder, unter anderem auch Daniels und meine kläglichen Selfie-Versuche. Letzten Endes rettete uns aber ein freundlicher Mann neben uns, der die besten Fotos schoss (auf denen ich aber noch immer nicht sonderlich gut aussehe...) Czytaj więcej
Ayer (sp.: gestern)
20 listopada 2018, Argentyna ⋅ ☀️ 22 °C
Der Jardín Japonés war ein sehr volles Fleckchen Paradies in einer sonst vergleichsweise ziemlich grünen Gegend mit einigen Parks und leisen Straßen in der Nähe. Für 120 Pesos bekam man ein Ticket. Stef, der Holländer, und ich mussten aber bemerken, dass man nach zwanzig Minuten schon alles gesehen hatte und anfing im Kreis zu laufen. Also entschieden wir uns dazu, zum berühmten Friedhof von Recoleta zu gehen. Der Friedhof wirkte wie eine leere mexikanische Stadt, in der man gleich sähe, wie sich Blondie, Tuco und Angel Eyes in einer Art Dreieck ausgucken.
Auch das hatte man nach zwanzig Minuten gesehen, auch weil wir bei keiner Führung mitgehen wollte, also aßen wir noch eine interessante Interpretation einer Lasagne und ein Eis.
Nachdem wir uns dann verabschiedet hatten, fuhr ich nach Hause und ging danach wieder in denselben Park, in dem ich am Tag zuvor mit Harald war, ohne zuvor die für argentinische Verhältnisse sehr alte Kirche in der Nähe auszulassen, zu der mir Mirta und Oscar geraten hatten. Mit den letzten warmen Sonnenstrahlen des Tages schaute ich den Kindern beim Fußballspielen zu und las ein wenig. Ich fand, dass das ein sehr schöner Ausklang eines sonst ziemlich ruhigen Wochenendes war. Czytaj więcej
Mehr Fotos!
19 listopada 2018, Argentyna ⋅ ☀️ 26 °C
Alltag
16 listopada 2018, Argentyna ⋅ ⛅ 15 °C
Meine Güte, es ist schon Montag. Ich kann es nicht fassen. Diese Woche ist so verdammt schnell förmlich vorbeigeflogen... Es ist eigentlich gar nicht wirklich viel passiert, aber scheinbar doch so viel, dass alles ganz schnell war.
Also, am Mittwoch war ich im Büro, hab mir zwischendurch die Deutsche Botschaft (die direkt um die Ecke vom Büro und in derselben Straße von den Botschaften von Azerbaijan und Malaysia ist) von außen angeguckt und musste zwei Mal zur Bank laufen, um was für Ezequiel wegen meines Praktikums unterschreiben zu lassen. Hier scheinen Banken eine Art offizielle Institution für so etwas zu sein, was eigentlich auch ganz praktisch, weil nicht mit ewigen Wartezeiten verbunden, ist.
Abends war dann diese Weinprobe. 15 Weine à offiziell 300-700 Pesos, inoffiziell wahrscheinlich zwischen 150 und 800 Pesos ;)
Es waren, abgesehen von meinem Sauvignon Blanc und einem Prosecco, den ein Italiener (Überraschung!) mitgebracht hat, nur Rotweine. Die Gastgeber haben sogar, um uns alle hereinzulegen, tatsächlich eine Flasche Rotwein für 90 Pesos dazwischengestellt. Da er aber in der Mitte war und nach sechs oder sieben Weinen keiner mehr wirklich den Unterschied geschmeckt hat, ist das nicht wirklich aufgefallen und die Gastgeber sind davongekommen...
Während der Weinprobe habe ich mich mit Harald und Daniel, den beiden Schweden, über die Zukunft der Menschheit unterhalten. Was man nicht alles nach ein paar Gläsern Wein so tut.
Donnerstag war im Büro ein normaler Tag und abends Danielas Geburtstag, wo wir mit der Familie bei Klaus Sushi gegessen haben. Sehr lecker.
Freitag war ich wieder allein im Büro, aber ich konnte sehr gut mit Ezequiel über Hangouts telefonieren und hatte das Gefühl, mehr oder weniger alles zu verstehen, was sehr erfrischend war. Nichtsdestotrotz gab es ein paar Krisen zu klären, die an dieser Stelle nicht wirklich erklärt werden sollten, weswegen aber der Tag im Großen und Ganzen nicht wirklich produktiv war. Tja.
Abends war dann der letzte Abend Nicolas' und wir aßen zu zweit eine Pizza und wollten uns danach mit Fred, Tamir dem Israeli, Ludo dem Holländer und noch jemandem treffen, den ich nicht kannte, in einer Bar treffen, allerdings, wie sich später herausstellte, hatte der Kellner im Restaurant, in dem die anderen waren, vergessen, dass Ludo eine Erdnussallergie hat, also erbrach er alles auf dem Weg zur Bar und die anderen bugsierten ihn nach Hause. Glücklicherweise hat Ludo keine Allergie der Sorte, bei der sich der Hals zusammenschnürt und man nicht mehr atmen kann, ihm geht es also wieder gut.
Tamir ist ein sehr einschüchternder Typ (immerhin war er Offizier in der israelischen Armee...) und hat sich deswegen im Restaurant beschwert.
Also aßen Nicolas und ich alleine in der Bar mit einem Bier und unterhielten uns weiter über die Dezentralisation Deutschlands im Vergleich zu Frankreich, wo ja mehr oder weniger alle in Paris wohnen.
Wie auch immer, am nächsten Tag war ich mit Nicolas essen, bevor er zum Flughafen gefahren ist. Danach war ich auf einer großen LGBTQ+-Verantstaltung, die auch eine Erfahrung für sich war. Lauter halbnackte bis nackte Körper, Massen an Bier, viele avantgardistische Kostüme und laute Live-Musik. Es war schon cool und witzig. Ich als Kind einer mittelgroßen deutschen Stadt habe mich zwar zwischendurch etwas zu prüde gefühlt, aber ich würde allen definitiv empfehlen mal zu ein paar solcher Veranstaltungen zu gehen :)
Abends war ich dann auf einem Jazzkonzert und mit ein paar Leuten was essen. Alle wollten aber danach nach Hause, weil sie total müde waren, aber ich wollte noch etwas machen, also bin ich alleine zu einem Jazzclub gegangen, in dem eine Liveband gespielt hat und zu dem ich auf jeden Fall noch ein paar Mal gehen werde. Irgendwann war aber dann auch ich zu müde noch etwas zu machen, also war Uber-Time angesagt.
Sonntag aß ich zusammen mit Harald etwas (endlich mal in Boedo und nicht in Palermo!). Mit einem Kaffee in der einen und Alfajores in der anderen (beides von Havanna, wo angeblich die offiziell besten Alfajores herkommen) gingen wir zu einem Park in der Nähe, wo wir uns über Südamerika, einem bolivianischen Gefängnis und die Zukunft von uns beiden unterhielten. Er möchte vielleicht sogar später mal hier wohnen und arbeiten, ihm gefällt Schweden nicht wirklich.
Neben uns fing dann irgendwann eine Gruppe Trommler und Tänzer mit einer sehr skurrilen Aufführung an, was sehr interessant war. Wir waren uns einig, dass es sowas definitiv nicht in Europa geben würde und deswegen Südamerika irgendwie cooler ist.
Tja, abends war ich dann wieder auf einem Jazzkonzert, was eindeutig besser war als das erste am Abend zuvor, dieses Mal aber mit Clara und Sebastian. Sehr schön.
Heute geht's zum Jardín Japonés, dem japanischen Garten, und danach nach Recoleta zusammen mit Stef, dem Holländer. Heute ist nämlich Feiertag... Czytaj więcej
Fotos fortgesetzt
13 listopada 2018, Argentyna ⋅ ⛅ 18 °C
Jazzhands
13 listopada 2018, Argentyna ⋅ 🌧 22 °C
Am Freitag habe ich erfahren, warum meine Mutter mir immer vor der Reise sagte, dass ich auch schlechte Tage haben werde. Ich hatte das Gefühl, dass sich mein ganzes Spanisch sich verflüchtigt hatte, ich weder reden noch schreiben konnte, nichts von dem verstand, was Ezequiel mir per Skype zu verstehen geben wollte und ich zwar acht Stunden mehr oder weniger durchgearbeitet habe, aber nichts wirklich geschafft habe. Dazu kam, dass ich am Tag vorher nicht gut schlafen konnte und dass es eine anstrengende Woche war. Als ich endlich fertig war, ging ich ermattet nach Hause, freute mich aber darauf, abends auszugehen. Nach einem überraschend langem Gespräch mit Piet, dem alten Blütenschnibbler, war ich dann auch wieder in Palermo und unterhielt mich mit Harald, dem netten Schweden, der nächstes Jahr für fünf Monate im Pazifik (unter anderem auch auf den Galapagos-Inseln) tauchen geht. Auch nicht schlecht.
Nach einem langen Streifzug durch die Straßen von Buenos Aires bin ich dann nach Hause gefahren.
Am Samstag bin ich nach einem Telefonat mit Hanna im tropischen Regen, der den ganzen Tag anhielt, zum Centro Cultural Kirchner gefahren, wo es eine Ausstellung über alte Bücher gab. Das hört sich spannender an als es eigentlich ist, es lief nämlich auf ein paar Stände mit alten Büchern hinaus, zu denen es aber keine Informationen gab. Es waren einfach nur alte Bücher ohne diese Texte daneben, die ja sonst immer in Ausstellungen danebenhängen, weswegen das nicht wirklich sehr spannend war. Also erkundete ich ein wenig das Gebäude:
Es ist ein altes Postamt, in dem innen die große Halle topmodern ist, aber ein Teil des Gebäudes noch erhalten ist. Man geht also von der Halle einen Schritt weiter und steht plötzlich in einer anderen Halle, die noch vom Originalbau stammt und in der auch auf einer Etage die alten Schalter stehen. In dem alten Teil des Gebäudes ist außerdem ein riesiger neuer Kronleuchter mit einem wunderschönen Blau (ich habe Fotos gemacht, aber die können dieses Blau nicht wirklich einfangen). Ich finde das war tatsächlich das Highlight in diesem Gebäude, dieser wunderschöne Kronleuchter in dem schönen Altbau, das hat schon was.
Nach einem ausführlichen Frühstück bzw. Mittagessen bzw. Abendessen fuhr ich erst nach Hause und mehr oder weniger direkt danach dahin, worauf ich mich die ganze Woche lang gefreut hatte: zum Palacio Noel, dem spanisch-lateinamerikanischem Kunst- und Geschichtsmuseum (es war Museumsnacht), wo ich auf einem Konzert der Gruppe Sociedad Blusera war, die ich auf dem Día de los muertos bereits kennengelernt hatte. Sie spielten Jazz, jazzige Countrymusik und Blues, genau mein Geschmack. Sie fragten mich danach, ob ich mit ihnen was essen wolle, und genau darauf hatte ich gehofft. Also aß ich mit ihnen ein paar Empanadas. Als wir alle fertiggegessen hatten, meinten sie, dass sie zu alt seien, um noch etwas zu machen, also verabschiedeten wir uns. Ich fühlte mich gar nicht alt, also traf ich mich nach einer abenteuerlichen Uber- und Taxi-Fahrt (weil es scheinbar nicht nur einen Ort mit dem Namen der Bar gab) mit den anderen von der Schule an einer Bar. Der Abend war sehr nett und anschließend gingen wir in ein Boliche, wo ich aber nach kurzer Zeit keine Lust mehr hatte und nach Hause fuhr. Am nächsten Tag telefonierte ich und das war's auch schon.
Gestern war alles in der Arbeit wieder in Butter. Zwar war anfangs wieder Posts vorbereiten angesagt, was extrem langweilig und vor allem schwierig ist, aber irgendwann gab mir Ezequiel die Aufgabe, ein Interview von ihm zurechtzuschneiden und das machte trotz technischer Schwierigkeiten wegen Windows Movie Maker so viel Spaß, dass ich sogar länger als meine vorgeschriebene Arbeitszeit im Büro blieb. Heute war die Arbeit auch ganz cool, erst sollte ich Texte für eine Internetseite und dann einen Brief an die Journalisten schreiben, der mit ins Geschenk kommt. Am späten Nachmittag ging es dann zum Tag des Unternehmers und der Unternehmerin, eine coole Messe Start-Ups und deren Investitionsmöglichkeiten usw.. Dort habe ich mich mit ein paar Leuten unterhalten, was auch ganz schön war.
Achso, und gerade habe ich einen lustigen Film auf Netflix geguckt: Toc Toc. Spanische Komödie, nur zu empfehlen. Czytaj więcej
Schlössel!
8 listopada 2018, Argentyna ⋅ ☀️ 25 °C
Für ein paar Meilen mehr
8 listopada 2018, Argentyna ⋅ ☀️ 26 °C
Die einen nennen es Zeitverschwendung, die anderen eine gute Möglichkeit, viel von der Stadt zu sehen. Ich kann mich nicht ganz entscheiden, insgesamt bin ich aber der Meinung, dass Boedo zwar sehr schön und sympathisch und alles ist, aber insgesamt ein relativ unpraktischer Ort ist, um seine Basis zu haben. Zwar lebe ich nur eine halbe Stunde von der Innenstadt entfernt, aber Palermo, der Ort, wo man schön ausgehen kann, Recoleta (ich war zwar noch nicht da, man sagt aber es sei so wie Palermo nur der Geheimtipp für Hipster), der Ort an dem ich arbeite, der Ort an dem Peter arbeitet, Klaus' Haus (ja, ich bin Dichter) UND diese (verdammte sch*&+!@ &€+'?# =¢=•°©}¥-) Schlüsselfabrik liegen alle mindestens eine Stunde mit Bus und Bahn entfernt. Mit einem Uber dauert es zwar generell nur eine halbe Stunde, aber ich bin der Meinung, dass man erst eine Stadt und deren Kultur kennengelernt hat, wenn man sich genug mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auseinandergesetzt hat. Und so ist auch besser für die Umwelt ;)
Also entweder muss ich mich daher ab jetzt immer bei gutaussehenden jungen Menschen in Palermo einfinden und ihnen einen gewissen Dienst ableisten (oder Hanna? 😏) oder ich muss damit leben. Mal sehen.
Ich war in den letzten beiden Tagen immer bei Peter im Büro (danke nochmal!) und konnte da arbeiten. Die Leute waren nett, konnten mir bei Fragen helfen und wir haben auch zusammen was gegessen (ich stand dumm daneben, als sie gekocht haben). Ich würde sagen, dass ich insgesamt mit der Arbeit sehr weit gekommen bin, aber sie immer noch nicht vollendet habe. Mal sehen, was ich gleich nich schaffe, wenn ich es aus diesem sehr warmen Bus schaffe, falls ich es hinkriege, meine Klamotten vom Sitz zu schälen. Aber gut.
Heute war ich einfach im normalen Büro, Ezequiel hat(te) allerdings wieder Termine, weswegen ich wieder alleine war. Also versteht mich nicht falsch, ich langweile mich nicht und mir macht das Praktikum Spaß! Ein wenig mehr Gesellschaft wäre aber, denke ich, nicht ganz verkehrt. Aber, Ihr fragt Euch bestimmt: ,, Matthew, wieso sitzst Du denn schon um vier Uhr am Nachmittag schon im Bus nach Hause?" Tjaaaaaaa... Ganz einfach: ich war gerade beim Schlüsseldienst und habe die Schlüssel abgeholt, die ich gestern bestellt habe. Endlich sind sie fertig! Es hat zwar nur einen Tag gedauert, aber gestern Nacht wäre ich fast nicht mehr in die Wohnung gekommen! Aber lasst mich von vorne anfangen: Nach einem relativ späten Start war ich gestern endlich um zehn Uhr morgens da, wo ich eigentlich schon um 9.30 Uhr sein wollte: vor der Tür dieses vermalledeiten Schlüsseldienstes. Am Montag war ich schon bei deren anderer Adresse gewesen, das war aber nur das Büro (eine Uber-Fahrt umsonst!), aber jetzt stand ich endlich vor der richtigen Tür! Ich klingelte und führte ein, man kann es nicht wirklich Gespräch nennen, es war eher eine Art Dialog des Pförtners und ein Nichtverstehen meinerseits, irgendwann machte er aber die Tür auf und ließ mich durch die Tür, die lustigerweise einfach ein Loch an dem Ort hatte, an dem eigentlich ein Schlüsselloch bzw. Schloss hätte sein müssen. Ich wartete daraufhin in einem mehr oder weniger sehr skurrilerweise komplett verspiegeltem Raum und betrachtete mein wunderschönes Angesicht in dem Glas. Ich war kurz davor, das neue Kaiserreich auszurufen (Geschichtswitz), bis der Pförtner wieder etwas sagte, dass ich nicht verstand und eine Frau danach hereinkam und mir alles erklärte. Ich gab ihr den Schlüssel, den ich für bis zu drei Tage dalassen sollte, und meine Kreditkarte mit coolen Monstern drauf. Sie verschwand wieder für eine ganze Weile und rief irgendwann durch ein Telefon an, dass im Warteraum stand. Sie gab mir zu verstehen, dass die Kreditkarte nicht funktionierte, weil es eine MasterCard ist, und ich deswegen bar bezahlen musste. Schlau wie ein Fuchs, wie ich nun mal bin, hatte ich mit diesem Szenario gerechnet, also holte ich die 3000 Pesos von meiner Unterhose (nicht wirklich, aber mehr oder weniger) hervor und überreichte sie stolz der Frau, als sie wieder in den Spiegelsaal kam. Jetzt hatte ich also bis morgen (also aus heutiger Sicht heute) keinen Schlüssel mehr. Ich schrieb den Garcías, was Sache war, und sie sagten ich solle mir keine Sorgen machen, sie würden mir nämlich die Tür aufmachen, wenn ich wiederkäme. Also dachte ich mir nichts dabei, fuhr zu Peters Büro und nach der Arbeit fragte man (also welche von der Schule) mich dann, ob ich mit zu einem argentinischen Restaurant kommen wolle. Klar, warum nicht. Als ich da war, bemerkte ich aber, dass das doch nicht so spontan klappen würde, wie gedacht. Wir mussten unsere Namen auf eine Liste schreiben und warten. Es beschleunigte nicht wirklich den Vorgang, dass wir zu siebt waren. Also beschlossen wir, in die Bar gegenüber zu gehen und hin und wieder mal nachzufragen.
Als wir nach anderthalb Stunden immer noch nicht dran waren, hatten wir keine Lust mehr. Eine Alternative musste her, also führte uns einer aus der Gruppe zu einem leckeren Italiener, wo wir dann den Abend verbrachten.
Irgendwann, so um kurz vor zwölf, stand ich vor der Hausmatte. Zwar konnte ich in das Gebäude hinein, aber nicht in die Wohnung. Alles, was mich von meinem Bett trennte, war diese armdicke Hochsicherheitstür. Nach zehn Minuten leisen Klopfens, entschied ich mich für eine andere Taktik: kurz klingeln, weil man ja niemanden wecken will, trotzdem jemand aber die Tür aufmachen soll. (Ich muss zu meiner Verteidigung sagen, dass ich die Garcías wirklich mehrmals gefragt habe, ob es in Ordnung ist, wenn ich so spät nach Hause komme.)
Als auch diese Taktik fehlschlug, ging ich dazu über, länger diesen Knopf der Schande zu drücken. Das funktionierte aber auch nicht, also bereitete ich mich darauf vor, im Flur vor der Wohnung zu schlafen. Ich würde noch einmal klingeln, und dann würde ich mich auf den Boden setzen und abwarten. Ein paar schreckliche Sekunden vergingen. Mein Herz raste, meine Hände wurden schwitzig, ich bekam das Zittern. (Natürlich nicht, aber zu literarischen Zwecken muss das sein...) Ich nahm all meinen Mut zusammen, drückte den Knopf und wartete ab. Nach ein paar Sekunden passierte nichts, also setzte ich mich hin, umklammerte meine Tasche und starrte die Wand an. Da hörte ich aber plötzlich himmlische Chöre in Form eines Schlüsselklirrens in meinen Ohren und Oscar lächelte mich müde an. Er ließ mich hinein, verschwand im Bad und machte ein eher weniger schönes Geräusch, dass sich danach anhörte, als würde er in Zukunft mit nur noch einer Lunge leben müssen. Ich aber war froh, dass ich in der Wohnung war.
Deswegen bin ich froh, jetzt insgesamt vier Schlüssel an meinem Gürtel klirren zu hören. Die Zeiten der Schande sind vorbei, ich kann wieder mit einem geraden Hals durch Buenos Aires wandeln. Ich sitze nämlich gerade im Bus 84 auf dem Weg vom Schlüsseldienst nach Boedo, dem zwar vom Norden und Westen der Stadt abgeschiedenen, aber dennoch heimischem Ort.
Und da werde ich auch gleich weiterarbeiten und Bestechungsgeschenke für Journalisten vorbereiten.
Achja, eine Sache noch: ich war am Montag Abend bei Klaus mit der ganzen Familie (auch inklusive Conny, Mercedes und deren Sohn (Conny ist ein weiterer Cousin meines Vaters)) und habe mich sehr nett mit Conny und Daniela unterhalten. Grüße gehen raus an alle Meierhölder und Helbigs, ich finde es sehr schön, dass wir wieder bzw. eigentlich ja zum ersten Mal zusammen Zeit verbringen! Czytaj więcej
Fortsetzung Bilder
5 listopada 2018, Argentyna ⋅ ⛅ 24 °C
Hier sind noch die Bilder vom Teatro Colón:
Für eine Handvoll Dollar
2 listopada 2018, Argentyna ⋅ ☀️ 14 °C
Tja, ich will ja nicht angeben, aber ich habe in den letzten Tagen so viel gemacht, dass ich keine Zeit hatte, noch was zu schreiben. Es ist seit meinem letzten Eintrag eine halb Woche vergangen, was ich mir wahrscheinlich eher nicht angewöhnen sollte... Also, am Dienstag hatte ich ja frei, weil Ezequiel keine Zeit für mich hatte, also habe ich die Recherchearbeit, die er mir am Montag gegeben hatte, zu Ende geführt, und zwar in der Sprachenschule, weil es da eine sehr schöne Atmosphäre zum Arbeiten gibt. Mittlerweile hat Peter mir aber auch die Adresse seines Büros gegeben, wo ich wahrscheinlich an meinem nächsten freien Tag hingehen werde. Wie auch immer, in der Sprachenschule habe ich ein paar überraschte Gesichter gesehen, weil sie wussten, dass ich mein Praktikum angefangen hatte. Ich habe die Arbeit aber sehr zeitig fertiggestellt, weswegen ich schon um ca. drei Uhr zu Hause war, nachdem ich noch mit ein paar anderen, unter anderem Leo, dem Schweizer, und Stef, dem Niederländer, zu Mittag gegessen hatte. Als ich zu Hause war, konnte ich noch ein wenig mit Sarah telefonieren, die da ihren Geburtstag hatte. Abends gab es dann den Plan, dass ich mit einigen aus der Schule Billard oder Bier Pong spiele. Auf Bier Pong hatte ich keine wirkliche Lust, aber letzten Endes war beides nicht möglich, weil die eine Bar ihre Billardtische nur zur Deko nutzt (was ich für eine vollkommen bescheuerte Idee halte) und die andere Bar nicht offen war (was ich ebenfalls für eine vollkommen bescheuerte Idee halte).
Also sind wir letzten Endes zu einer deutsch eingerichteten Kneipe gegangen, in der 66 verschiedene internationale Biersorten gibt. 66. Das wäre mal der perfekte Ort für einen Junggesellenabschied...
Am Mittwoch war morgens eine Art Informationsveranstaltung für die Schüler einer Garten- und Landschaftsbauschule angesagt, auf der Ezequiel und ein paar andere Start-Upper ihre Vorschläge und Ideen zur Digitalisierung der Landwirtschaft vorstellten. Ich würde insgesamt sagen, dass ich nicht sehr viel mehr als Bahnhof verstanden habe, aber für die Schüler war es bestimmt sehr interessant. Einer der Start-Upper hat allerdings etwas zu lange geredet, was zu allgemeiner Unruhe im Saal geführt hat.
Nach der Veranstaltung hatte ich dann wieder frei, aber er gab mir wieder was zu tun, was ich dann auch tat. Nachmittags hatte ich dann die Möglichkeit, nochmal mit meinem Kurs aus der letzten Woche in den Nachmittagskurs zu gehen, was ich sehr schön fand.
Am Donnerstag war ich dann wieder im Büro. Ich hatte was zu tun und konnte mich auch besser verständigen, insofern ging es mir da auch sehr viel besser. Ich bin auch mit Ezequiel und zwei anderen Leuten essen gegangen und wir haben uns ganz nett unterhalten. Ich weiß nicht mehr, ob ich das schon erzählt habe oder nicht, im Esszimmer des Büros gibt es aber neben einem Wasserspender und einer Kaffeemaschine auch einen Bierspender :) Den muss ich irgendwann mal auspropieren...
Abends war dann eine Weinprobe, die zwar laut TripAdvisor als eine der besten Südamerikas gilt, aber keiner dieser Weine hat mir wirklich geschmeckt...
Danach haben wir, also die Leute von der Weinprobe, das waren Daniel, Fred, Tamir und ein Schweizer sowie eine französische Kanadierin, die wir da kennengelernt haben, Choripan gegessen, das sind Chorizos mit Sauce und Salat usw. in einem Brot. Danach sind wir zu einem Pub namens Ragnar gegangen, ich bin aber nach kurzer Zeit gegangen, weil ich total müde war.
Am Freitag ist Ezequiel gar nicht gekommen, weil er weitere Treffen hatte, ich hatte aber noch etwas zu tun. Um drei bin ich dann auch gegangen, weil ich um sechs etwas vorhatte, worauf ich mich schon die ganze Woche lang gefreut hatte: Ein Día de los Muertos Fest, das von der mexikanischen Botschaft organisiert wurde. Ich habe mich da gefühlt als sei ich im Film Coco... Es war echt wunderschön! Es gab Live-Musik, bunte Bilder und Kunstwerke und Massen an Menschen. Nicolas und ich waren da ein paar Stunden und haben uns danach mit den Musikern unterhalten, deren Nummer wir bekommen haben und die nächste Woche wieder ein Konzert geben, wo ich dabei sein werde...
Danach sind wir mit den anderen zu einem armenischen Restaurant gegangen, wovor wir aber eine Stunde hätten warten müssen, worauf keiner Lust hatte, also sind Leo der Schweizer und ich allein zu demselben Choripan-Laden wie am Tag zuvor gegangen, wo wir uns über Fußball und Musik unterhalten haben. Ein netter und guter Kerl. Leo hat einen Freund in Buenos Aires, den er durch einen Austausch kennengelernt hat und bei dem er zur Zeit wohnt. Er ist später dazugekommen und kann sehr gut Deutsch sprechen.
Nach dem Choripans ging es wieder zu Ragnar und danach zu einer weiteren Bar, wo wir uns wieder mit dem Rest der Truppe trafen, mit denen wir auch zusammen in die Boliche gingen. Dieses Mal gab es dort keine Zwischenfälle mit betrunkenen 16-jährigen ;)
Der Abend war schön und lang und irgendwann war ich dann auch wieder zu Hause.
Morgens war dann der Plan, mit Franziskus, einem aus der Schule, nach Tigre zu fahren. Dieser Plan scheiterte jedoch, weil ich auf halber Strecke bemerkte, dass ich meinen Schlüssel verloren hatte... Während ich nun nach ihm suchte, fragte ein Verkäufer mich, ob ich was kaufen wolle. Ich dankte und sagte nein, und das auch auf weitere Nachfragen hin, in denen er mich immer als ,,amigo" bezeichnete. Irgendwann wurde es ihm scheinbar zu bunt und bespuckte mich gleich zwei Mal, woraufhin ich mit aus Unverständnis etwas überhastet versuchte, ihm zu erklären, dass er nicht mein Amigo sei, wenn er mich bespuckt, dabei kam aber nur ein ,,¡Tú no eres mi amigo!" heraus. Ich denke da ist noch Luft nach oben.
Anschließend begab ich mich auf eine lange und leider auch erfolglose Suche, die mir ein wenig den Tag versaute. Nach einem kurzen Gespräch mit meinen sehr freundlichen Gastgebern stellte sich heraus, dass es für sie kein Problem sei, dass es aber Hochsicherheitsschlüssel sind, die man nur in einem bestimmten Laden neu herstellen kann - für 1400 Pesos (knapp 35 USD) pro Schlüssel. Klingt alles also nicht sooo schlimm.
Am Samstag machte ich danach nichts mehr außer mit Hanna, Kim und Janna zu telefonieren und mit Peter und Cristina (seiner Freundin) eine Pizza zu essen. Auf dem Weg zum Restaurant habe ich aber auch eine Bombilla (ein Trinklöffel für Mate) erstanden, die ein Handwerker sehr schön verziert hatte.
Am Sonntag schlief ich sehr lange aus und ging mit Klaus ins Teatro Colón, wo er mir einiges über die Geschichte dieses beeindruckenden und weltberühmten Gebäudes erzählte und wir gemeinsam die Jahreszeiten von Joseph Haydn sahen/hörten. Sehr meditativ und hypnothisch. Danke nochmal, Klaus!
Heute ging es dann mit dem Praktikum weiter und ich habe sehr viele Aufgaben zu tun bekommen, während Ezequiel zwei Tage lang unterwegs ist. Mal sehen, ob ich alles richtig verstanden habe ;) Czytaj więcej
La pasantía beginnt
30 października 2018, Argentyna ⋅ 🌧 17 °C
Zwar ist heute schon offiziell mein zweiter Tag im Praktikum, aber ich habe heute frei und muss zu Hause arbeiten, weil Ezequiel, mein Chef, zu viele Termine hat als dass er sich um mich kümmern kann. Daher habe ich auch ein wenig Zeit um weiterzuschreiben.
Ich bin gestern um 06.30 Uhr aufgestanden, obwohl ich erst um 9 Uhr da sein sollte. Aber ich wollte an meinem ersten Tag nicht zu spät kommen, deswegen wollte ich eine halbe Stunde Puffer einplanen und habe deswegen eine Verbindung herausgesucht, mit der ich laut Google Maps um 08.30 Uhr da wäre, was hieß, dass ich um 07.30 Uhr den Bus nehmen musste. Allerdings hat alles so gut geklappt, dass ich schon um kurz nach acht da war. Da erreichte mich die Nachricht, dass Ezequiel zehn Minuten zu spät kommen würde, also aß ich noch genüsslich ein Frühstück beim Schotten, wie ich beim letzten Eintrag schon geschrieben habe. Irgendwann bin ich dann zum Bürogebäude gegangen, hab auf Ezequiel gewartet und als er kam, hat er mich schnell begrüßt und wir sind schnell in einen Besprechungsraum gegangen, wo wir uns sehr lange darüber unterhalten haben, wieso ich Spanisch lernen, im Bereich Marketing und was ich später mal studieren wolle. Danach ging es weiter mit einer Einführung in die Firma und die argentinische Landwirtschaft und er gab mir Fragen, zu denen ich später recherchieren sollte, so z. B.: Was sind die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte?, was ist der Unterschied zwischen extensiver und intensiver Agrikultur? und welche Maschinen werden so benutzt? An den Fragen habe ich bis gerade gearbeitet, gleich geht es weiter mit der folgenden Frage: Inwiefern hilft AgroFinders, die Probleme in der argentinischen Landwirtschaft zu lösen? Tja, mal sehen, aber natürlich hilft die App sehr sehr viel und ist eigentlich die beste App überhaupt, also alle herunterladen! :) Nur kann man die außerhalb Argentiniens leider nicht herunterladen :(
(Für alle, die nicht wissen, was das ist: ich mache ja mein Praktikum bei dieser Firma und es ist eine Art App für Landwirte, damit sie sich untereinander und mit anderen Beteiligten sowie deren Arbeiter besser verständigen können, also sozusagen ein Facebook für die argentinischen Landwirte) Czytaj więcej
Las primeras veces de salir
28 października 2018, Argentyna ⋅ ⛅ 22 °C
Womit fange ich am besten an? Mit dem leckeren Patagonia, das ich am Donnerstag nach der Schule getrunken habe? Mit den Bars in Palermo, in denen ich am Freitag war? Oder mit der Halloweenparty gestern? Auf jeden Fall habe ich jetzt einen guten Eindruck vom argentinischen Nachtleben gehabt. Nach dem normalen Schultag am Donnerstag haben Nicolas und ich beschlossen, ein Bier zu trinken und die anderen mal zu fragen, ob sie denn mitkommen wollen. Fred der Franzose und Daniel der singalesische Schwede waren beide direkt dabei und nach einem kurzen Gespräch mit Georg dem Krefelder, Can dem spanisch-türkischen Schweizer und Danilo dem Schweizer gingen wir zu siebt zu einer Bar in der Nähe der Schule. In Argentinien scheint es der Brauch zu sein, dass man, wenn man ein Bier bestellt, direkt zwei vorgesetzt bekommt bzw. nur zwei auf einmal bestellen kann. Mein Erklärung dafür ist die folgende:
Man muss seltener etwas bestellen, die Kellner werden also entlastet. Außerdem können die Bars automatisch mehr Geld verlangen. Gar keine schlechte Idee.
Das ist aber alles unwichtig, das wichtigste waren die Gespräche: ich habe mich sehr lange und intensiv mit Daniel dem singalesischen Schweden über Linguistik und Sprachevolution unterhalten. Er hat Familie sowohl in Kenia als auch in Sri Lanka und hat mir erklärt, dass die Leute in den englischen Kolonien noch alle das Englisch von den damaligen Kolonialherren sprechen, also das Englisch aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert. Er hat mir ein Beispiel dafür genannt, was seine Tante in Kenia mal gesagt hat: ,,And then came the nephew, Michael by name."
Was für ein wunderschöner Satz, ich bin fast vom Stuhl gefallen. Er sagte, so sprechen alle, zumindest aus den älteren Generationen, weil die jüngeren Leute von amerikanischen Produktionen beeinflusst werden.
Nach dem Bier bzw. den zwei Bieren hatten wir noch ein paar der günstigen Empanadas. Das alles klingt zwar nicht so unglaublich toll, aber ich habe mich danach echt super gefühlt, weil ich wirklich das Gefühl hatte, dass ich jetzt wirklich feste Kontakte habe. Dieses Gefühl wurde auch am Freitag Abend verstärkt, aber dazu später mehr. Davor hatte ich nämlich noch meinen letzten Schultag. Er fing ganz normal an, nach dem Block am Morgen wurden aber feierlich die Teilnahmezertifikate überreicht. Zur Feier des Tages habe ich dann mit ein paar anderen Leuten etwas bei einem anderen Asiaten mit demselben Wiegesystem gegessen. Ich fand aber Pekín, den ersten Laden, irgendwie cooler. Wie auch immer, der Nachmittagsunterricht hat mir sehr gut gefallen, Sofía, die Lehrerin, hatte mich am Tag vorher gefragt, was ich denn in meiner letzten Stunde machen wolle. Ich hatte aus Mangel an besseren Ideen gesagt, dass ich gerne etwas über argentinische Literatur lernen wolle, weshalb sie eine Kurzgeschichte von Julio Cortázar, einem sehr bekannten argentinischen Autor, mitbrachte. Sie zeigte uns ein Video von ihm wie er die Kurzgeschichte vorliest, und obwohl ich kaum etwas verstehen konnte, breitete sich in mir ein sehr beruhigendes und wohlig schläfriges Gefühl aus, das auch die ganze Stunde lang über blieb. Mir wurde in dem Moment klar, wie wunderschön die spanische Sprache ist und wie viel Glück ich habe, in diesem tollen Land zu sein und einer bewundernswerten und sympathischen Lehrerin zu lauschen, während sie uns in die Hintergründe des argentinischen Literaturbooms in den 1960er Jahren einwies. Das gerollte ,,r", das weiche ,,ll" und ,,y", das die Argentinier als ,,sch" wie in ,,Garage" aussprechen und die Gelassenheit und Unbesorgtheit des südamerikanischen Lebensgefühls drangen in mich hinein in die tiefsten Ecken meines Körpers wie eine Droge ohne Nebenwirkungen und schlechten Auswirkungen. Was ein Land, was eine Sprache, was für Menschen.
Als sie die Stunde beendete hatte ich das gleiche Gefühl, das man nach einer Massage hatte. Mein erholter Körper erwachte wie aus einem Traum und die Wärme schien nicht abzuklingen.
Zweieinhalb Stunden später stand ich vor der Bar Crystal, einer coolen Penthouse-Bar, die wahrscheinlich eher für die ,,Etwas-reicher-als-Studenten-Klasse" gedacht war und die Getränke dementsprechend viel gekostet haben. Da habe ich auch zum ersten Mal einen Manhattan probiert. Aber man hatte einen wunderschönen Blick auf die Skyline von Buenos Aires, als die Sonne untergegangen ist. Als wir uns irgendwann sattgesehen hatten, machten wir uns mit einem Uber auf nach Palermo, dem Kneipenviertel in Buenos Aires. Es fing an mit einem Abendesssen in einem asiatischen Restaurant und ging weiter mit einer Themenbar, in der man sich ein Einführungsvideo über die Geschichte der Bar ansehen musste, das ich aber kaum verstehen konnte. Die Bar war eingerichtet wie ein alter Bahnhof und der Ort, an dem man die Getränke bezahlte, sah aus wie ein Ticketschalter. Alle Getränke waren nach Bahnhöfen und/oder Zügen benannt, ich hatte einen King's Cross. Danach war eigentlich eine Boliche (Disco) angesagt, aber die Schlange davor war viel zu lang, also sind wir in eine Bar mit lauter Musik gegangen, wo man auch tanzen konnte aber in einer ruhigeren Atmosphäre, was mir auch besser gefiel, wie sich am Abend danach herausstellte. Aber dazu später mehr. Um vier oder so ähnlich habe ich dann ein Taxi nach Hause genommen, was überraschend günstig war. Ich bin für umgerechnet ca. 3,50€ durch die halbe Stadt gefahren. Am Morgen danach habe ich mich so gefühlt, wie man sich nach einem guten Abend fühlt, aber als Peter mich dann abholte, damit wir zusammen ein Asado aßen, war alles wieder beim besten. Am Samstag Abend war dann die große Halloweenparty (ich war als mexikanischer Bankräuber verkleidet) angesagt, bei der aber nur ein oder zwei andere aus der Schule auftauchten, weil die anderen alle mit einem Freund seinen letzten Abend in Buenos Aires in einem Club für Ü24-jährige feierten. Der Rest der Halloweenparty bestand aus einer anderen Sprachenschule, in der alle Argentinier Englisch lernten. Wir trafen uns in einer Bar, in der wir für 250 Pesos Eintritt ein Freigetränk bekamen und uns an Tische setzten, an denen wir alle zehn Minuten zwischen Englisch und Spanisch wechselten. Ich hatte das Glück, mit einer Touristenführerin am Tisch zu sitzen, sie konnte mir also ein paar Geheimtipps für meine Reise im Januar geben. Irgendwann sind wir (also die jüngeren Leute, die älteren sind in der Bar geblieben) zu einer Boliche gegangen. Der Eintritt dafür sowie ein weiteres Freigetränk waren in den 250 Pesos enthalten. Auf dem Weg dahin sowie drinnen unterhielt ich mich mit Ignacio, einem Medizinstudenten. Ein netter Kerl. Ich fand es eigentlich ganz schön, die Stimmung im nüchternen Zustand zu genießen, ich ließ mich aber doch zu einer lokalen Spezialität, einem Fernet Branca (ich meine Kräuterschnaps mit Cola) hinreißen. Ich fühlte mich aber schon durch die Lichtshow betrunken und habe dadurch einmal fast das Gleichgewicht verloren. Ignacio und ich unterhielten uns mit drei netten Mädchen, die aber, wie sich herausstellte, gerade mal 16 Jahre alt waren. Deren sehr betrunkene vierte Freundin wurde zu einem Zeitpunkt sehr aufdringlich zu einem Jungen aus der Schule, aber ihre Freundinnen konnten sie irgendwann von ihm loszerren, woraufhin sie die Idee hatte, dass Ignacio und ich ja auch noch da waren. Also machten wir uns schnell auf die Socken, verabschiedeten uns und um halb 4 war ich nach einer Uber-Fahrt wieder zu Hause. Ich weiß ja nicht, aber mich von einer betrunkenen 16-jährigen fast begrabbeln zu lassen brauche ich nicht nochmal. Ich weiß also nicht, ob ich nochmal in eine Boliche gehen werde. Aber gut, insgesamt war der Abend ja ganz cool. Am Tag danach ging es mir ausgesprochen gut, ich hatte ja vorher kaum was getrunken. Also habe ich mit allen möglichen Leuten telefoniert und war mit ein paar Leuten aus der Schule in einem Café, in dem wir Chocolate y Churros essen wollten, was das Café aber leider nur unter der Woche anbot. Tja, gerade sitze ich in einem McDonald's, hatte mein Frühstück und fange gleich meinen ersten Praktikumstag an. Mal sehen. Czytaj więcej
Normal aber anders
24 października 2018, Argentyna ⋅ ☁️ 14 °C
Ich hatte heute irgendwie nicht so viel Lust, in die Schule zu gehen, ich weiß auch nicht, wieso. Vielleicht war es der Gedanke, dass es eine relativ lange Reise zur Schule ist im Vergleich zu den Stecken der anderen. Aber der Tag verging heute sehr schnell und unkompliziert, ich konnte in der Schule besser mitkommen als gestern und ich habe mit mehreren Leuten gesprochen, unter anderem auch mit einem Mitarbeiter von Facebook aus San Francisco. Ich hatte mit ihm einen interessanten Gedankenaustausch über Facebook und seine Arbeit. Das Highlight des Tages war aber wahrscheinlich der Tangokurs für Einsteiger:
Tango ist etwas anders als ich gedacht hätte, es gibt keine wirklichen festen Schritte, nur eine Haltung und eine Art sich zu bewegen, ansonsten kann man sich einfach elegant von der Musik leiten lassen. Eine der Tanzlehrerinnen, eine ältere Dame, ging mir etwa zum Bauch. Sie hatte eine Körperhaltung und Statur, die tatsächlich aussieht, als hätte sie ihr ganzes Leben nur Tango getanzt. Es ist schwierig zu beschreiben, aber ihre Hüfte war beispielsweise immer nach vorne gerichtet, sie hatte ihr Gewicht immer auf einem Bein, wie es uns gesagt wurde, und sie ihre Arme waren perfekt für die Haltung geformt, es war unglaublich. Da hat jemand wirklich ihre Leidenschaft gefunden. Sie hat mich aber auch an meine Großmutter Coli erinnert, weil sie diese elegante Art einer respektierten älteren Dame aus einem guten Haus hatte, ohne überheblich zu wirken, es war ganz natürlich. Ich hatte sogar das Privileg, mich zu einem Stück von ihr führen zu lassen, was allerdings nicht so gut geklappt hat. Aber es war eine sehr interessante Erfahrung.
Im Laufe des Tages habe ich aber gemerkt, wie sehr sich mein Spanisch verbessern muss. Ich muss, wenn ich mit Leuten außerhalb der Schule, also waschechten Porteños, rede (und auch manchmal mit Leuten aus der Schule), ungefähr drei Mal nachfragen, und auch dann verpasse ich häufig das Wesentliche. Auch meine Sprechgeschwindigkeit muss sich steigern, wenn ich wirklich gut mit jemandem reden möchte. Aber es ist ja erst mein fünfter Tag und nächste Woche muss ich während meines Praktikums sowieso den ganzen Tag lang Spanisch sprechen, also wird das schon. Sonst muss ich eben länger bleiben ;)
Nicolas, Frédérick (ich glaube sein Name wird so geschrieben), Danielle und ich (Nicolas kennen wir schon, die anderen beiden sind im Nachmittagskurs) hatten uns grob für heute Abend verabredet, aber ich hatte letzten Endes keine Lust und Nicolas konnte doch nicht, also machen wir sowieso am Wochenende etwas. Ich habe aber andauernd das Gefühl, dass ich eigentlich mehr machen sollte, als nach der Schule nach Hause zu fahren. Deswegen habe ich, um mein Gewissen zu beruhigen, nach etwas in meiner Wohngegend gesucht und auch gefunden, und zwar ist es eine sehr offene Bar für alle, zumindest werben sie damit, und ich hoffe ich schaffe es da hin und mit jemandem zu reden. Ansonsten spiele ich vielleicht am Sonntag Fußball mit einer internationalen Gruppe oder ich trete einfach einem Sportclub bei, um Leute kennenzulernen.
Insgesamt geht es mir aber eigentlich ganz gut. :)
Achso, noch eine Sache: es gab heute in Buenos Aires eine gewalttätige Demonstration vor dem Parlamentsgebäude, wovor mich Peter auch gewarnt hat. Ich hatte mich gewundert, warum keiner der Busse fährt und ich eine ganz schöne Strecke zu einer Haltestelle laufen musste, wo welche fahren. Czytaj więcej
Fast wie Schule
23 października 2018, Argentyna ⋅ ⛅ 12 °C
Tja, jetzt sind schon die ersten beiden Tage an der Sprachenschule vorbei. Es fühlt sich so an, als sei ich wieder in der Schule. Ich gehe morgens hin, habe irgendwann eine Mittagspause und komme abends nach Hause, wo es dann deberes (Hausaufgaben) gibt. Aber dafür macht es sehr viel Spaß!
Gestern war der erst Tag, daher musste ich schon um 8 Uhr nach einer etwas komplizierteren Fahrt als geplant anstehen, um einen Test zu machen, mit dem sich dann herausstellen sollte, in welchen Kurs ich gehe. Heraus kam: Intermedio 1, das klang für mich als Spanisch-Abiturienten wie ein fieser Rückschlag, pero bueno. Danach gab es eine mäßig spannende Einführung in den Schulalltag und eine Vorstellung der Lehrer sowie eine Art Spiel mit allen neuen Schülern, in dem wir eine virtuelle Party organisieren sollten und alle etwas zu essen oder trinken mitbringen sollten, was mit dem ersten Buchstaben ihres Namens anfängt. Ich habe natürlich Malbec, die wahrscheinlich beliebteste argentinische Rotweinsorte, mitgebracht.
In meinem Kurs traf ich dann eine indonesische Inderin (28), eine Schwedin (23) und einen Franzosen (34), der in Frankfurt lebt und arbeitet, an, die allesamt von einer feurigen argentinischen Dame unterrichtet wurden. Es gab eine kleine Begrüßungsrunde und dann ging es auch schon los. Es war im Prinzip genau so wie der Spanischunterricht bei Frau Hajjar (die jetzt Frau Freiburg heißt), nur dass der Kurs eben aus vier Leuten bestand. Gestern und heute hat es Spaß gemacht, aber gestern war es etwas weniger anstrengender, weil ich nicht immer ganz so gut mitgekommen bin, obwohl ich gestern durchgehend müde war :)
In einer zwanzigminütigen Pause um etwa 11.30 Uhr hat uns die indonesische Inderin zu einem Laden geführt, in dem man sehr leckere Empanadas für nur 14 Pesos, also zur Zeit ca. 30 Cent, kaufen kann. Zu dem Laden bin ich heute auch nochmal gegangen, günstiges Essen macht ja auch satt, und ohne Küche lasse ich mir eine solche Gelegenheit nicht entgehen! Wie auch immer, nach der Pause ging es weiter und anschließend, um etwa 13.30 Uhr, war der erste Block zu Ende. Da gab es noch eine Veranstaltung über Sicherheit & Co. in Buenos Aires, aber der Franzose aus Frankfurt und ich waren der Meinung, dass sie für zwei hungrige Männer eindeutig zu lange gedauert hat. Daher hatten wir nur noch wenig Zeit, uns etwas zu essen zu holen, also sind wir zu einem Asiaten gegangen (heute übrigens auch), der ein sehr interessantes Konzept hat:
Es gibt ein sehr großes Buffet, man nimmt sich so viel man will in einer Plastikschale, dann wird es gewogen und je nach Gewicht kostet es auch dementsprechend viel. Das sollte man auch mal in Deutschland machen! Nach der Mittagspause, die wir mit zwei Frauen aus Brasilien und einer Frau aus dem Norden Bayerns verbrachten, ging es in den zweiten Block, der sehr viel praktischer war, also mit mehr Gerede und auch mit anderen Leuten: dem Franzosen aus Frankfurt, einer Belgierin, einem weiteren Franzosen und einem Schweden oder Schweizer, ich verwechsle die spanischen Namen der beiden Länder immer. Alter unbekannt. Die Lehrerin war/ist dynamischer und jünger (oder wie der Lateiner sagen würde: jung, hipp und dynamisch, den Witz versteht wahrscheinlich nur Piet :) ). Ich muss gestehen, dass mir der zweite Block besser gefällt als der erste, wobei der erste für mich wahrscheinlich effektiver ist. Als die Stunde auch vorbei war, bin ich wieder auf einem etwas abenteuerlichen Weg zu Peter gefahren und habe meinen Computer geholt sowie mit ihm und Mila Toten Hosen Konzert-Videos in BA, Rammstein-Videos und japanische Metal-Videos geschaut und was gegessen. Ich würde sogar sagen, dass ich mich hier besser ernähre als in Deutschland, weil ich hier irgendwie nicht wirklich dazu komme, Blödsinn zu essen. Nach einer Uber-Fahrt mit einem anstrengenden Gespräch habe ich kurz mit den Garcías geredet, Hausaufgaben gemacht und bin dann ins Bett gegangen. Heute Morgen musste ich nicht so früh aufstehen, weil meine Stunde erst um 9.30 Uhr angefangen hat, also habe ich um halb 9 den Colectivo (Bus) 180 genommen, der mich mehr oder weniger direkt vor die Schule gefahren hätte, wäre ich nicht eine Station zu spät ausgestiegen. Zu allem Überfluss gab es auch noch einen Stau, also war ich 20 Minuten zu spät, aber das war allen egal. Dennoch muss ich morgen einen Bus früher nehmen und an der richtigen Haltestelle aussteigen! Der Schultag war sonst wie gestern auch, nur wie gesagt hatte ich gestern mehr das Gefühl, dass ich fast alles verstehe. Mal sehen, wie es morgen wird. Aber zwischendurch habe ich einen 20-jährigen aus Kempen in der Nähe von Krefeld kennengelernt, der auf einer Privatschule sein Abi und deswegen mit acht Fächern gemacht hat. Mit ihm (Georg) und dem Franzosen aus Frankfurt (Nicolas) habe ich dann nach der Schule ein Bier getrunken, nachdem wir endlich eine Bar gefunden hatten. In der Mittagspause haben wir allerdings nicht mit ihm, sondern mit der Schwedin aus unserem Kurs unser Essen gegessen. Nach dem Bier habe ich nochmal kurz das Goethe-Institut in der Nähe der Schule abgecheckt und mir das ehemalige Bayer-Büro von außen angeguckt, in dem Günther, mein Opa, meines Wissens nach eine Zeit lang gearbeitet hat, das zufälligerweise gegenüber vom Hotel ist, in dem Coli, meine Oma, und ihre Familie gewohnt hat, als sie nach dem Krieg erstmals nach Argentinien gekommen sind. Dann habe ich es irgendwie mithilfe eines netten Busschaffners und einer netten Frau geschafft, einen Colectivo zu finden, der mich nach Hause bringt, weil ich an einer Station stand, die so lang war, das mein Bus zwei Mal an mir vorbeigefahren ist, weil ich mich an der falschen Stelle befand. Hier in der Wohnung angekommen, habe ich den Garcías kurz hallo gesagt, hab ein paar leckere Erdbeeren gegessen, Deo gekauft und Hausaufgaben gemacht. Und jetzt gehe ich ins Bett.
Tut mir Leid, dass das so ein langer Text geworden ist, aber er ist ja immerhin für zwei Tage :) Czytaj więcej
¡Hola Garcías!
21 października 2018, Argentyna ⋅ ⛅ 16 °C
Jetzt weiß ich, was Jetlag bedeutet. Wenn man morgens motiviert und ausgeschlafen aufsteht, nur um zwei Stunden später wieder müde zu sein, wird einem klar, wie anstrengend es ist, ein Geschenk für einen Cousin zweiten Grades (oder so ähnlich) aus dem Auto zu holen.
Aber immer der Reihe nach:
Ich wurde heute entjungfert. So hat man mir es gesagt. Mit anderen Worten:
Ich bin heute das erste Mal auf einem Motorroller mitgefahren. Was für ein Gefühl! Ich denke so eins hole ich mir auch mal. Der feuchte Traum eines jeden Mods. Auf jeden Fall habe ich heute mein Willkommenspaket mit SIM- und Nahverkehrskarte bekommen und nach einer gewissen Zeit waren beide auch vollkommen eingerichtet, obwohl ich das ohne die Hilfe Peters und des netten Mannes im Touristenzentrum nicht alleine hinbekommen hätte. Also gracias dafür! Nach einem kurzen Abstecher zu Peter, bei dem ich auch unglücklicherweise die Treppe hochgefallen bin (keine Sorge, nichts passiert, ich habe nur ein weiteres Mal meine Würde verloren), ging es zum Ruderclub Tremonia, einem wahrscheinlich deutscheren Ort als ganz Deutschland insgesamt, wo es allerdings weder Schnitzel noch Sauerkraut o. Ä. gab, sondern ein sehr leckeres Asado, also ein argentinisches Barbecue. An zwei Tagen hintereinander Fleisch! Wie argentinisch :)
Da habe ich auch Daniela + Ehemann und seiner Mutter und Sohn Lukas, Clara + Freund, Klaus getroffen (Peter war natürlich auch mit dabei), und wir haben zusammen den argentinischen Muttertag gefeiert. So happy mother's day to you, mother! :)
Después wollte ich zu der Willkommensveranstaltung der Sprachenschule, jedoch standen wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort, ohne dass jemand auftauchte. Also werde ich erst morgen alle treffen.
Peter setzte mich daher freundlicherweise früher als geplant bei den Garcías (meinen Gastgebern) ab und sie haben mich sehr herzlich begrüßt. Mein Zimmer ist sehr gemütlich und ich habe es mir in den letzten Stunden schön eingerichtet. Zwischendurch bin ich zum Supermarkt gegangen (mein erster Einkauf in Argentina!) und freute mich auf ein Bier. Leider hat das Geld dann doch nicht mehr für letzteres gereicht, aber ich denke man kann sowas überleben. Zwischendurch sind die Tochter, ihr Ehemann und deren Kinder gekommen, sie essen gerade zusammen Empanadas und machen sich einen schönen Abend. Alle sind sehr nett und ich freue mich auf die gemeinsame Zeit. Jetzt bin ich aber sehr müde und muss mich duschen und bettfertig machen. Also, gute Nacht (bzw. den Europäern guten Morgen)! Czytaj więcej
Ein unguter, aber spannender Anfang
20 października 2018, Argentyna ⋅ ⛅ 16 °C
Nach dem herzlichen Empfang eines in seinen eigenen Worten folgendermaßen beschriebenen Mannes: 1,5 Meter großer Zwerg mit grauer Baseballkappe (Peter) frühstückten wir in einem sehr netten Café für wenig Geld. Peter aß genüsslich sein Omelette und ich mein Toast mit Konfitüre und Quark während er mich langsam in das argentinische Leben einführte. Frohen Mutes fuhren wir weiter zu Klaus' Haus (wo ich gleich in der ersten Nacht schlafen werde), wo wir das viele Gepäck ausluden und es zum Haus trugen. Kurz bevor ich das Haus mit dem schönen metallic-hellblauem Koffer betrat, bemerkte ich ein Namensschild auf dem Koffer, an das ich mich nicht erinnern konnte. Zu allem Überfluss war außerdem ein Name darauf zu lesen, der gar nicht mein eigener war. Plötzlich realisierte ich, dass ja auch das frisch gekaufte rosafarbene Kofferband und die Stücke Tape fehlten, die meine Mutter freundlicherweise am Tag vorher zur Befestigung aufgeklebt hatte. Ich hätte mir in dem Moment den Kopf an der Ecke des spitzen Tisches im Wohnzimmer aufschlagen können. Und als ich dann auch das verstörte und enttäuschte, aber auch etwas über meine Dummheit belustigte Gesicht des Zwerges sah, wusste ich, dass ich mich nicht von meiner besten Seite gezeigt hatte. Der liebe Peter und der nette Herr, dessen Koffer ich unbeabsichtigt gestohlen hatte, hatten aber genug Verständnis für die Situation, als dass wir eine kleine Stadttour durch das wunderschöne Buenos Aires zum Flughafen und zum Hotel machten, in dem der nette Herr wohnte. Die arme kleine (und müde) Mila musste sich dabei schrecklich langweilen. Aber schließlich wurden sie und ihr Vater (der Zwerg) endlich vom Geruch eines netten kleinen Restaurants/Bistros erlöst, in dem es leckeres Fleisch, Käse und Empanadas zu essen gab. Im weiteren Verlauf des Tages mussten Peter und Mila glücklicherweise nicht durch meine Spontanabstinenz in Mitleidenschaft gezogen werden; wir fuhren zu Peters sehr schön eingerichteter Wohnung (auch wenn ein Schild des Freistaat Bayerns an der Wand hängt) und ich räumte die zweite Hälfte der Unmengen des zusätzlichen Gepäcks aus, die Peter mir mit auf die Reise gegeben hatte. Schließlich lernte ich auch Milas Mutter kennen und ich verbrachte einen sehr schönen Abend zusammen mit Klaus am Küchentisch, wo wir ein wenig über die argentinische Politik philosophierten. Insgesamt also ein aufregender erster Tag, ich fühlte mich zwischendurch etwas verloren (dieses Spanisch ist nicht ganz ohne), aber jetzt bin ich zufrieden und freue mich wieder auf ein richtiges Bett. Czytaj więcej
Ankunft
20 października 2018, Argentyna ⋅ ⛅ 13 °C
Ich bin gerade gelandet, der Flug war sehr anstrengend, aber immerhin konnte ich endlich mal Dunkirk im Flugzeug gucken. Den wollte ich schon immer mal gucken. Wenn man allerdings dann nach 12h Sitzen aufsteht, merkt man dann doch, wie viel Anstrengung es kostet, zum Flughafenklo zu kommen, das natürlich ganz am Ende des Ganges vor der Einreisekontrolle ist. Wie auch immer, jetzt bin ich da. Hoffentlich habe ich das Einreiseformular richtig ausgefüllt und ich werde nicht vom Zoll geschnappt. Ich habe keine Lust, die nächsten dreißig Jahre meines Lebens in einem südamerikanischen Gefängnis zu verbringen. Aber ich bin ganz zuversichtlich.
Das Gefühl ist jetzt eindeutig besser, ich konnte auch ein wenig schlafen. Ich fühle mich aber gerade nicht so, als sei ich tatsächlich in Argentinien, es ist eher so, als wäre ich in die USA oder nach Australien geflogen. Mal sehen. Czytaj więcej
Flug hin
19 października 2018, Hiszpania ⋅ 🌧 14 °C
Hmmm... Ein etwas schwierigerer Abschied als gedacht. Das Geschenk von Hanna war sehr schön (danke!) und der Brief von Papi wie immer emotional, ein paar kleine Tränen ließen sich nicht zurückhalten. Ich hatte gemischte Gefühle, als ich im Flugzeug saß. Zum einen war es schön, Spanisch zu hören, zum anderen wurde mir erst dann bewusst, wie viel ich eigentlich zurücklasse. Jetzt in Madrid bin ich klarer, in erster Linie geht es nur darum, überhaupt erst einmal anzukommen. Ich hoffe, dass der zweite Flug ein wenig interessanter war als der Erste, auf dem ich ein wenig Frank Goosen zur Beruhigung gehört habe. Hunger und Durst stille ich gleich mit einem industriell gefertigten Sandwich und einer Flasche Agua de Cuevas aus einem Automaten; mal sehen, was als nächstes kommt. Czytaj więcej














































































































