Tag 3 Mahlknechthütte -> Langkofelhütte
2. juli 2024, Italien ⋅ 🌙 8 °C
An diesen Tag hieß das Ziel Langkofelhütte (ital. Refugio Vicenza), die gut versteckt und direkt im Kar dieses beeindruckenden Gebirgsstocks liegt.
Wir starteten recht frühzeitig an der Mahlknechthütte. Ein kurzes Gespräch mit einem Kanadier wies noch einmal die gute Qualität der Alpenwanderungen ggü. der kanadischen Rockies aus. Die Rocky Mountains sind schön, aber die Möglichkeit einer Hüttetour gibt es so nur in den Alpen.
Die Wegführung wies, muss man einfach so sagen, wieder über malerische Pfade durch eine Landschaft die sich ein kreativer Geist nicht besser ausdenken hätte können. Entlang des Rosengarten folgte an einer Kurve der erste Ausblick Richtung Osten, in die tieferen Dolomiten. Am Ende eines Tals ragte der größte Gipfel heraus, die Marmolada.
Unser Zwischenziel, der Plattkofelgipfel und seit Tagen vor unseren Augen, wollten wir heute in Angriff nehmen.
Der Entschluss dazu war nicht leicht.
Bei einer idealen Planung wären wir diesen Berg erst zwei Tage später bestiegen. Die direkten 11km zur Hütte mit 600hm hätten für eine Tagestour eigentlich schon genügt. Aufgrund der Wetterlage, die an diesem Tag stabil vorhergesagt wurde und am nächsten Tag kippen sollte, entschieden wir uns die Bergbegehung in der Tagestour einzubinden.
Auch wenn es sehr Anstrengend war, schließlich waren es zusätzliche 5km, 600hm und 6 Stunden Gehzeit, war es die beste Entscheidung dafür. In der Plattkofelhütte konnten wir nach einer freundlichen Anfrage unser unnötiges Gepäck zurücklassen, um es nach der Begehung wieder mitzunehmen.
Die Tour war sehr angenehm über gut ausgebaute Wege zu gehen. Mit einigen Kraxlstellen im letzten Drittel verlangte sie allerdings schon etwas Kondition ab.
Oben gab es dann eine sehr eindrucksvolle Aussicht über die mächtigen Felstürme des Langkofel, die steil ins Kar hinab fallen.
Schon noch die Zeit für eine Pause und etwas rätselraten über die Berge am Horizont genommen, ging es wieder zurück zur Plattkofelhütte.
Etwas makaber meinte ich oben, ob wir die Abkürzung 600hm gerade hinunter nutzen wollen, denn die Hütte war Luftlinie keine 2 km entfernt.
Der schnelle Rückweg wurde abgelehnt und so folgten wir den Normalweg. Dieser verlief flüssig und ohne nennenswerte Pausen.
Das Übergepäck wieder in den Rucksack verstaut, konnten um 19:30 Uhr Uhr die letzten 5 km zur Langkofelhütte absolviert werden.
Selbst nach der absolvierten Strecke waren diese 5km ein tolles Erlebnis. In der Abenddämmerung gab es einige Murmeltiere entlang des doch jetzt recht menschenleeren Weges. Der Langkofel ergab mit der seitlich einfallen Abendsonne und den Wolken am Himmel ein beeindruckendes Spiel aus Licht und Schatten.
Angekommen am Langkofelkar war die Hütte bereits sichtbar. Die Uhr sagte 350m Luftlinie, jedoch lagen auch 300hm zwischen uns und unserer Unterkunft. Ein Ein Anruf beim Hüttenwirt sicherte uns das Abendessen, dass wir spätestens bei der Ankunft bräuchten. Zu diesem Zeitpunkt waren wir um die 11 Stunden unterwegs und hatten uns nach dem Frühstück nur einen kleinen Snack gegönnt.
Die letzten 2km bergauf zogen sich. Die Beine waren sehr müde und es fühlte sich genauso an, wie auf den letzten Metern zum Plattkofel selbst. Stück für Stück kämpften wir uns voran bis wir schließlich
um 22 Uhr, genau bei Einbruch der Dunkelheit die Hütte auf 2256 m erreichten.
Drinnen wurden wir dann mit etwas zum Trinken und einer warmen Suppe empfangen. Der Hüttenwirt auf der Langkofelhütte hatte kein Stress. Er meinte, dass wir erst einmal in Ruhe essen können und später würde er uns das Lager zeigen. Die meisten Gäste waren zu dieser Zeit schon im Bett.
Später folgten wir dann. Ein erlebnisreicher Tag ging zu Ende.Læs mere












