Tag 5 Langkofelhütte -> Plattkofelhütte
4. juli 2024, Italien ⋅ ☁️ 2 °C
An Tag 5 unserer Tour verließen wir die Langkofelhütte und kehrten zur Plattkofelhütte zurück.
Allerdings nicht direkt, denn den Weg kannten wir bereits und nach dem gestrigen Ruhetag waren die Beine wieder etwas erholt für einen längeren Marsch.
Gestartet haben wir mit der Überquerung der Langkofelscharte, bei der wir einmal den Gebirgsstock hindurchgingen und diesen an seinen niedrigsten Austrittspunkt (abgesehen vom Kar) überquerten.
Gestartet an unserer Hütte (2256 m) hieß das Zwischenziel Toni-Demetz-Hütte (2685 m).
Gleich zu beginn gab es mit gewonnener Höhe bessere Einblicke auf die schroffen Felswände, die am Boden in einem Gelände aus Schutt und Kies übergingen.
Vor zwei Tagen bereits auf ~2950 m hinaufgestiegen, sollte doch diese Höhe kein Problem darstellen?
Die ersten Gespräche ergaben das Gegenteil. "Einige Schneefelder und teils eisige Stellen sind zu queren.", "Grödeln sind empfehlenswert, zumindest bergab."
Die schattige Lage des Kars machte es möglich, dass sich Schnee und Eis lange hielten.
Trotz der Vorwarnung entschieden wir uns die Passage zu gehen. Der Grund war ersten, dass wir bergauf unterwegs waren und das ist im Schnee viel angenehmer, wie abwärts zu gehen. Der zweite war einfach und was mich zugegeben die ganze Zeit wunderte, dass es die meistgegangene Tour war, die wir während des ganzen Aufenthaltes gegangen sind. Menschenketten schlängelten sich die Serpentinen hinunter. Und viele dieser Wanderer waren alles andere als erfahrene Berggeher. Teils Turnschuhe mit besseren Profil, sog. Trailschuhe, gehörten zur Ausrüstung.
Bei so einer Masse waren die Schneefelder mit Sicherheit ausgetreten und die Eisflächen mussten diese Leute ja auch irgendwie überwinden.
Also entschieden wir uns die Tour zu gehen und entgegen der Massen an Wanderern, langsam hinauf zu steigen. Im unteren Teil war es nicht unbedingt angenehm, da der Normalweg nicht gegangen werden konnte. Vielmehr bildete sich ein Ersatzweg, bei dem durch lose, steinige Passagen kleine Brocken losgetreten wurden.
Einige Pausen wurden eingelegt, um die Gruppen, die von oben kamen passieren zu lassen. Hier konnten wir auch erfahren, warum das hier so eine beliebte Tour darstellt. Mit dem Lift geht es hierbei zur Toni-Demetz- Hütte um dann über die Scharte und einer halbe Runde den Langkofel entlang wieder am Parkplatz zu landen. Man spart sich quasi den Aufstieg. "Nichts für uns" wird sich auch meine Begleiterin gedacht haben. Oder "Noch nicht"?
Am zweithöchsten Punkt unserer Tour angekommen, folgte der Abstieg zum Sellajoch bei wieder spektakulärer Aussicht. Und wieder kann ein kreativer Mensch sich nichts besseres ausdenken, was Gottes Werke in einem Zeitraum schaffen, den wir uns Menschen nicht einmal annähernd vorstellen können.
Die riesigen Felsterassen zwischen Sella- und Pordoijoch muten an einen Steinbruch an. Doch sind diese Terrassen allesamt natürlich entstanden.
Nach einer kurzen Einkehr, ein bisserl oberhalb des Sellajochs, führte der direkte Weg zur Plattkofelhütte am Friedrich-August-Weg entlang.
Ramas gutes Auge erspähte Edelweiß inmitten anderer Pflanzenarten. Für uns beide das erste Mal, dass wir diese seltene Pflanze sehen durften und das war gewiss mit der Überquerung der Scharte das Tageshighlight.
An der Plattkofelhütte angekommen wurde uns noch ein Glockenkonzert eines Ziegen- und Kuhorchestars geboten.
Der Abend klang dann mit gutem Essen aus in der Hütte, die entgegen zur Langkofelhütte einen kleinen Luxussprung machte, mit fließenden Strom, durchgehener Beheizung der Räume und WIFI, zumindest in der untersten Etage.Læs mere












