• Tag 14 Telnice - Otterndorf

    18. september 2025, Tjekkiet ⋅ 🌙 10 °C

    Angefangen mit einem Frühstück, was, wie die Tage zuvor üppig für mich angerichtet wurde. Warum für mich? Es war bereits die dritte Nacht infolge, wo ich alleine in einer Unterkunft verbrachte und so auch der einzige Gast, der am Morgen bekocht werden musste. Absolute Nebensaison. Ein bisschen konnte ich mit dem Gastgeber, gebürtig aus der Ukraine und seit 20 Jahren in Tschechien lebend, unterhalten.
    Es war wohl einer der ersten Tage, wo er den Kamin anschürte. Er meinte: "Es ist kalt oder?" Ich sagte: "Das muss es wohl auch für einen Skiort :)".
    Tatsächlich war es zur Abreise um 11 Uhr nicht so krass kalt. Neun Tage zuvor auf der Fahrt zur Moldau-Quelle, war es schon frischer, sodass es grenzwertig ohne Handschuhe war. An diesem Tag war das zumindest um diese Uhrzeit nicht mehr der Fall.
    Es ging erst einmal zurück zur Hochebene.
    Meinen Tageshöhpunkt hatte ich mit dem Hohen Schneeberg ziemlich am Anfang. Eigentlich mehr ein Plateau, das sich aus der Umgebung empor hebt. Die Auffahrt hat es dennoch in sich gehabt. Ein wahres Brett, wie man in der Radfahrer-Sprache sagt.
    Oben erwartete mich dann ein aussichtsreiches Panorama, und zwar wolkenverhangen mit Blick bis zum nächsten Baum.
    Ein weiterer Radler folgte und er sagte mir, dass es eine Hütte weiter hinten gibt. Die hat wahrscheinlich auf.
    Auf dem Weg dahin traf ich auf eine Gruppe Tschechen, die es ganz amüsant fanden, wie ich über den holprigen Wald- und Wiesenweg fuhr. Sie meinten sie hatten ihren freien Tag und würden ein Teambuilding veranstalten.
    In der Hütte wurde ich daraufhin auf eine Runde Becherovka eingeladen. Mit ein wenig Geduld zog der Nebel auf und davon und ein weiterer Aussichtsturm wollte bestiegen werden. Oben gab es abermals ein grandioses Panorama, welches nicht nur den Blick Richtung Tschechien beinhaltete, sondern erstmals auch den Blick auf die deutsche Seite. Das Elbsandsteingebirge und die Sächsische Schweiz lagen vor mir. Was auch das Tagesziel war.
    Ein paar Kilometern noch auf tschechischen Boden, dann sollte ich Deutschland, bzw. Sachsen erreichen. Durch den malerischen Bielagrund gelangte ich in Königstein zur Elbe. Diese überquerte ich an dieser Stelle mit einer Fähre. Nur ein paar Kilometer flussaufwärts bog ich in Bad Schandau in das enge Kirnitzschtal ein. Jetzt ging es direkt durch den Nationalpark Sächsische Schweiz. Die beeindruckenden Felsformationen blieben mir an diesem Tag im Gedächtnis. Ich könnte nicht sagen: "Nur die Alpen sind schön!". Genauso wenig wie: "Nur die Kanaren sind schön!". Das Elbsandsteingebirge hat zwar keine hohen Berge, Meer oder große Seen zu bieten, aber es ist auf seine Art und Weise mit zahlreichen Formen des Gesteins einzigartig und den Kopf kann ich garnicht so weit bewegen, um alle die bizarren Formen der Umgebung zu erfassen. So fiel der Entschluss am folgenden Tag einen der zahlreichen Wandermöglichkeiten zu unternehmen, nahe.
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