• Seba K
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Tschechien Giro 2025

Et 17-dags eventyr af Seba Læs mere
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    5. september 2025

    Tag 5 Srní - Český Krumlov (Krumau)

    9. september 2025, Tjekkiet ⋅ 🌙 11 °C

    Startbereit um 07:15 Uhr war es früh genug um einen langen Tag nach Český Krumlov (Krumau) zu bewältigen. Sinn hat es gemacht, weil am Folgetag Landregen angesagt wurde und ich so die Pause gut nutzen könnte, um eine Perle der tschechischen Städte zu besichtigen.
    Bei doch recht frischer Temperatur und an der Grenze zum Handschuhe tragen führte der Weg durch die dünn besiedelten Landschaften des grenznahen Böhmerwaldes. Hinter Modrava schloss ich auf dem Eurovelo 13 auf, der "Eiserne Vorhang-Radweg". Nach 10 km bog ich rechts ab und erreichte über eine Bergkuppe mit 1272 m die Quelle der Moldau. Zugänglich gemacht wurde der Quelltopf über einen hölzernen Rundweg und man konnte dadurch gut das Blubbern der Quelle beobachten. Viel war übrigens nicht los. Es ist zugegeben auch nicht der siedlungsnahe Weg. Erst nach weiteren 10 km gelangte ich in die nächstgelegenen Ortschaft Kvilda. In Kvilda das Frühstück in einer Bäckerei nachgeholt, war es nun eine Frage der Zeit, bis ich in Krumau an der Moldau ankommen würde. Erstmal stetig sinkend und mit Rückenwind im Nacken bis zum großen Lipno-Reservoir, fuhr ich an grünen Landschaften vorbei, die anders wie auf der deutschen Seite wirklich nur für Vieh und Heu genutzt werden. Kein Mais weit und breit.
    45 km mit stetigem auf und ab waren am Stausee zu bewältigen, bis am Ende die Stadt Lipno zu sehen war.
    Die reine Fahrzeit betrug hier bereits 6 Std. Für mich normalerweise ein guter Richtwert für eine Tagestour.
    Den vorhergesagten Regen desto trotz, war es die vernünftige Entscheidung, die 35 km noch durchzuziehen. Und ein großes Plus war immer noch das leichte und stetige Gefälle.
    Der Mittellauf der Moldau wird in diesem Bereich viel für den Wassertourismus wie Kanu- und Bootsfahrten genutzt. Zahlreich sah man sie auf den Wasser. Nach geduldigen 1,5 Std. ab Lipno, erreichte ich Stadt.
    Den ersten Eindruck bekam ich, als junge Kanuten auf einer Wasserrampe die seitlich fließende Kaskade umfuhren. Das ganze im historischen Hintergrund.
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  • Tag 6 Stadtbesichtigung Český Krumlov

    10. september 2025, Tjekkiet ⋅ ☁️ 14 °C

    Pausentag in Krumau. Die Stadt bietet mit ihrer Größe und ihrer historischen Fassade eine ideale Möglichkeit für einen Zwischenstopp. Es macht Freude, durch die engen, teils verwinkelten Gassen zu gehen. Fassaden sind bemalt, wie wenn die Häuser vor 400 Jahren so entstanden sind. Burg und Mantelbrücke sind als Kulturerbe ausgewiesen. Alles auf einem engen Raum. Für den Weg vom Hostel, dass auf der einen Seite liegt hin zur Mantelbrücke auf der anderen Seite, war kein Kilometer dazwischen.Læs mere

  • Tag 7 Český Krumlov - Zvíkov

    11. september 2025, Tjekkiet ⋅ ☁️ 15 °C

    Es geht weiter entlang der Moldau Richtung Prag und nach dieser wundervollen Stadtbesichtigung ist es Zeit weiter zu ziehen. Ich verlasse das Moldautal vorerst und fahre auf ein hügeliges Plateau. Am Horizont sind bereits die Türme des AKW Temelín zu erkennen. Das wahrscheinlich nächstgelegene von Ingolstadt, nach dem aus von Isar II.
    Budweis, die bekannte Bierstadt, erreiche ich nach 30 km. Hier öffnet sich das Tal erstmals in ein breites Becken. Die Stadt Budweis erlebte ich als Ortschaft mit historischer Altstadt, mit Plattenbausiedlungen am Ortsrand als Budweis der vergangenen Jahrzehnte und mit neuen Häusern am Ufer als Budweis der Gegenwart.
    Nach einem kurzen Stopp beim Fahrradgeschäft und einer Bäckerei geht es nun weiter, den Fluss entlang Richtung Prag. Einen direkten Moldau-Radweg gibt es glaube ich nicht. Aber direkt hinter Budweis könnte man diesen nicht verfehlen. In steilen, kurzen Anstiegen und steilen Abfahrten fährt es sich abwechslungsreich und die Zeit vergeht wie im Flug. Mittlerweile ist aus der ausgedehnten Ebene wieder ein enges Tal geworden. Höhenmeter mache ich allerdings nicht nur im Talkessel. Als es wieder auf das hügelige Plateau geht, erlebe ich Landschaften, wie ich sie vom Vogtland kenne. Ausgedehnte Nadelwälder, Dörfer mit Häusern, die seit den 90ern Farbe bekamen, kleine enge Straßen die diese Orte verbinden und auf jeder dieser Straße kann man Höhenmeter sammeln, verbunden mit einer weiter Aussicht am Scheitelpunkt.
    Einige Auf und Abs später erreiche ich am Abend Zvíkov. Einen kleinen Touristenort, der durch einer markanten Burg direkt am Zusammenfluss zweier größerer Flüsse gelegen ist. Malerisch nimmt die Burg hier die letzten Flächen der spitz zulaufenden Landzunge ein.
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  • Tag 8 Zvíkov - Praha (Prag)

    12. september 2025, Tjekkiet ⋅ ☁️ 14 °C

    Prag, der größere Zwischenstopp auf meiner Reise. 110 km und nicht ganz soviele Höhenmeter als am Vortag sollten machbar sein, um am Ende des Tages in der Landeshauptstadt, die gleich mal ~12% der Einwohner von Tschechien beheimatet, anzukommen.
    Die erste Hälfte verlief ruhig. Stopp auf einer größeren Brücke über einer weiteren Moldau-Kaskade. Eine Stunde später schaffte ich es gerade noch so rechtzeitig, einen Schauer unter einer Überdachung eines ehemaligen kleinen Kaufmannsladen zu entfliehen.
    Weit später, ca 30km vor Prag, querte ich den letzten größeren Stausee. Die Moldau verläuft die letzten Kilometer vor der Stadt in einem engen Tal, eingefasst von steilen Hängen, wie sie wohl die Winzer gerne nutzen. Der Verkehr beginnt ebenfalls zu steigen und leider bot dieses enge Tal keinen Platz für einen Radweg. Im Feierabend-Verkehr war es nicht sonderlich schön die Straße mit den Autos und Motorrädern teilen zu müssen. Das Navi leitete mich mittels eine Fähre über den Fluss. Die Überfahrt kostete umgerechnet 80 Cent. 40 Cent für mich und die andere Hälfte für das Fahrrad. Da der Fährmann nicht bereit war zu wechseln, denn nur Kronen hätte er gewechselt, gab ich ihn einen Zwickel und war einfach nur froh darüber, weg von dieser vollen Straße zu sein.
    Auf der anderen Uferseite begann der Radweg hinein nach Prag. Breit wie er war, bot er Fahrradfahrern, Läufern und Inlineskatern genügend Platz. Spät am Nachmittag erreichte ich dann den Vyšehrad, ein markanter Punkt am Eingang im Süden von Prag, der bereits in Bedřich Smetanas Komposition zur Moldau Erwähnung fand. Ab hier fließt der Fluss wieder in einem ausgedehnten Becken.
    Bis zum Hostel, was direkt in der Innenstadt liegt, nahm der Verkehr nochmals zu und die Radwege-Verhältnisse verschlechterten sich. Hier war mir klar, dass ich die zwei Pausentage keine größeren Kreise mit dem Rad drehen werde.
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  • Tag 9 Praha

    13. september 2025, Tjekkiet ⋅ ☁️ 12 °C

    Im Hostel waren wir in einem 6-Bettzimmer untergebracht. Wir, das waren eine Australierin, ein Brasilianer, ein Mexikaner, ein Japaner und zwei Deutsche. An Internationalität hat es also nicht gemangelt.
    Mit Aaron, einem der Zimmermitbewohner ging es ein wenig die Stadt erkunden. Zuerst führte der Weg ins Nationalmuseum. Hier mussten wir leider feststellen, dass es nur mit einer mindestens eintägigen zuvor erstellten Reservierung möglich war, hinein zu gehen.
    Als zweite Möglichkeit sind wir zum Militärmuseum gelaufen. Auf dem Weg dorthin haben wir einen Aussichtspunkt gesehen, der erst einmal interessanter war, ein Monument auf dem Veitsberg. Ein toller Ausblick ganz oben von der Plattform und erstaunlicherweise war kaum etwas los.
    Anschließend sind wir in das Militärmuseum gegangen, dass die Konflikte Tschechiens in der Europäischen, und nach dem zweiten Weltkrieg in der Weltgeschichte zeigt.

    Für die meisten Mitbewohner hieß es am Abend das Nachtleben der Stadt erkunden. Fast logisch, es war Freitag und dafür ist die Stadt ja auch bekannt.
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  • Tag 11 Praha - Libochovice

    15. september 2025, Tjekkiet ⋅ 🌙 10 °C

    Nach zwei Tagen in Prag war es Zeit geworden weiter zu ziehen. Gut hat es ja gepasst , denn das Wetter war nach zwei Tagen wieder etwas trockener gemeldet. Sonderlich schwer ist mir der Abschied nicht gefallen. Die Stadt ist mir einfach eine Nummer zu groß. Wenn ich die Wahl habe, dann lieber kleine Orte mit vielen Sehenswürdigkeiten, wie Krumau. Für die nächsten Tage war allerdings mehr Landaufenthalt im Norden Böhmens geplant, mit etwas mehr Wander-Anteil.
    Für die diestägige Fahrt sollten die letzten ~60km bis zum Zusammenfluss von Moldau und Elbe absolviert werden. Dann hätte ich meine erste komplette Flusstour geschafft.
    Hinter Prag wird das Tal nochmals eng und die ausgeschriebene Radroute 7 führt mal mehr, mal weniger gut hin zur Mündung. Viele Bikepacker waren hier zu sehen.
    Ab einem bestimmten Punkt durchbricht der Fluss dann das eingeengte Tal.
    Wie in Bedřich Smetanas Komposition zur Moldau fließt sie in ihrem letzten Abschnitt sehr sanft dahin und hat viel von ihrer einstige Kraft weggegeben.
    Auf der weiten grünen Ebene, wie sie an Schleswig-Holstein erinnert, ist weit hinten auf einer Anhöhe bereits Mělník zu erkennen. Auf zwei Übergängen überquert man einmal den Moldau-Kanal, dann die Elbe und nach ~430km Flusskilometern ist es geschafft.
    Laut Internetrecherche bezeichnet man in Tschechien das Mündungsgebiet als Zusammenfluss der beiden Flüsse. Zahlreiche Artikel kann man lesen, warum es seltsam ist, dass die Moldau als längerer, wasserreicherer und historisch gesehen für Böhmen wichtigerer Fluss in die Elbe mündet und nicht anders herum. Fragestellungen wie: Warum liegt Hamburg nicht an der Moldau?

    Ein kurzer Abstecher auf den Weinberg und man hat Richtung Norden einen hervorragenden Weitblick.
    Die nordböhmischen Gebirgszüge mit imposanten Kegelbergen lassen sich schon schwach erkennen. Das ist die Richtung, da geht's hin.
    Regengeladene Wolken queren meinen restlichen Weg nach Libochovice, dass unweit der Hazmburk liegt, ein Wahrzeichen des sogenannten Tschechischen Mittelgebirges.
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  • Tag 12 Libochovice - Milešov

    16. september 2025, Tjekkiet ⋅ ⛅ 16 °C

    Nicht konstant in eine Himmelsrichtung. Das war das Motto an diesem Tag, durch das Tschechische Mittelgebirge, was ich 2023 mehr zufällig bei einer Tour entlang des Erzgebirges sah. Damals war bereits klar: "Da geht's nochmal hin!"
    Man kann von einer weiten Ebene sprechen, gespickt mit einzelnen Kegelbergen.
    Diese Berge kann man hinaufsteigen und hat traumhafte Weitblicke in das Böhmische Becken.
    Man könnte meinen, in Lanzarote zu stehen.
    Genauso war das Wetter allerdings an diesem Tag. Trocken wie es gemeldet war, wehte ein böiger Wind von Westen, der die Radfahrt in der ersten Hälfte zu einer wahren Geduldsprobe machte. Einen Aussichtsberg steuerte ich an. Der Wanderweg im Komoot aufgezeigt, war nicht wirklich vorhanden, so entschloss ich mich den abgegrasten Hang hinaufzusteigen. Oben erwartete mich ein, wie einige Zeilen zuvor beschriebenes Panorama mit grandiosem Rundumblick in das Mittelgebirge mit seinen kegelförmigen Inselbergen. Im Norden sah man bereits in das Erzgebirge, dessen Südrand gesäumt von Braunkohle-Tagebaustätten und deren Kraftwerken ist. Hier war es 2023, als der Blick das erste Mal in diese Bergwelt ging.
    Nach einer Brotzeitpause am gut gelegenen Sitzplatz fuhr ich in der zweiten Hälfte wieder in Richtung Start. Der Wind schob jetzt über die Anstiege und es dauerte nicht allzulange, bis ich nahe der diestägigen Unterkunft ankam. Diese war gerade mal 22 km vom Ausgangspunkt der Tagestour entfernt.
    Reingehen konnte ich noch nicht. Die Gastgeberin bat mich, bis 19 Uhr durchzuhalten. Es war kein Problem, denn die Nachbarortschaft bot ein gutes (und günstiges) Restaurant.
    Am Folgetag war eine Wanderung zu einem der größeren Gipfel geplant. Dieser lag auf dem Weg zur nächstgrößeren Stadt Teplice. Möglicherweise ein guter Ort für eine Unterkunft und mit keinen 30km Entfernung, konnte ich mir am nächsten Morgen Zeit lassen, es gab keinen Stress.
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  • Tag 13 Milešov - Telnice

    17. september 2025, Tjekkiet ⋅ ☁️ 12 °C

    Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es auf den Milešovka, auf deutsch Milleschauer oder Donnersberg genannt. Ein bekannter Berg, ist er der höchste des Tschechischen Mittelgebirges. Über 200 Höhenmeter konnte ich mit dem Fahrrad erklimmen bis es die nächsten 250 Höhenmeter zu Fuß weiter ging. Es bereitet mir zugegeben immer Freude, auch mal eine Wanderung mit einzubeziehen. Ein Bike & Hike, bei dem man soweit es geht mit dem Fahrrad fährt, um den Rest, der nicht mit dem Fahrrad machbar ist, zu Fuß zu laufen. Es ist eine gute Abwechslung zum täglichen Radfahren.
    Ein gut ausgebauter und beschilderter Wanderweg führt nach oben. Auf dem Gipfel steht ein Observatorium, oder auch Aussichtspunkt. Die gibt es hier tatsächlich wie Sand am Meer. Noch auf der Weiterfahrt des Tages werde ich auf zwei weitere Punkte mit guter Aussicht treffen.

    Zurück zum Wegpunkt gelaufen, wo es wieder in die Radklamotten ging um weiterzufahren. In Teplice lag eine angenehme längere Abfahrt hinter mir. Nach einer kurzen Pause in einem Café, indem ich 2023 übernachtete, war der Entschluss gefasst, dass noch genügend Zeit war eine Unterkunft im Erzgebirge zu suchen. Von 837 Meter Höhe, was der Milleschauer hoch war, ging es auf 808 Meter zurück, der Höhe des Mückenberges. Über eine Hochebene, die weite Weideflächen für die Rinderhaltung bot, gelangte ich nach Telnice, einem Skiort. Hier war eine Herberge gefunden, was außerhalb des Winters vermutlich ziemlich einfach war, denn es gab fußläufig nichts weiter. Keine Restaurants, keine Bars. Aber ein gemütliches Bed & Breakfast, indem ich außer dem Besitzer die Nacht alleine verbrachte.
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  • Tag 14 Telnice - Otterndorf

    18. september 2025, Tjekkiet ⋅ 🌙 10 °C

    Angefangen mit einem Frühstück, was, wie die Tage zuvor üppig für mich angerichtet wurde. Warum für mich? Es war bereits die dritte Nacht infolge, wo ich alleine in einer Unterkunft verbrachte und so auch der einzige Gast, der am Morgen bekocht werden musste. Absolute Nebensaison. Ein bisschen konnte ich mit dem Gastgeber, gebürtig aus der Ukraine und seit 20 Jahren in Tschechien lebend, unterhalten.
    Es war wohl einer der ersten Tage, wo er den Kamin anschürte. Er meinte: "Es ist kalt oder?" Ich sagte: "Das muss es wohl auch für einen Skiort :)".
    Tatsächlich war es zur Abreise um 11 Uhr nicht so krass kalt. Neun Tage zuvor auf der Fahrt zur Moldau-Quelle, war es schon frischer, sodass es grenzwertig ohne Handschuhe war. An diesem Tag war das zumindest um diese Uhrzeit nicht mehr der Fall.
    Es ging erst einmal zurück zur Hochebene.
    Meinen Tageshöhpunkt hatte ich mit dem Hohen Schneeberg ziemlich am Anfang. Eigentlich mehr ein Plateau, das sich aus der Umgebung empor hebt. Die Auffahrt hat es dennoch in sich gehabt. Ein wahres Brett, wie man in der Radfahrer-Sprache sagt.
    Oben erwartete mich dann ein aussichtsreiches Panorama, und zwar wolkenverhangen mit Blick bis zum nächsten Baum.
    Ein weiterer Radler folgte und er sagte mir, dass es eine Hütte weiter hinten gibt. Die hat wahrscheinlich auf.
    Auf dem Weg dahin traf ich auf eine Gruppe Tschechen, die es ganz amüsant fanden, wie ich über den holprigen Wald- und Wiesenweg fuhr. Sie meinten sie hatten ihren freien Tag und würden ein Teambuilding veranstalten.
    In der Hütte wurde ich daraufhin auf eine Runde Becherovka eingeladen. Mit ein wenig Geduld zog der Nebel auf und davon und ein weiterer Aussichtsturm wollte bestiegen werden. Oben gab es abermals ein grandioses Panorama, welches nicht nur den Blick Richtung Tschechien beinhaltete, sondern erstmals auch den Blick auf die deutsche Seite. Das Elbsandsteingebirge und die Sächsische Schweiz lagen vor mir. Was auch das Tagesziel war.
    Ein paar Kilometern noch auf tschechischen Boden, dann sollte ich Deutschland, bzw. Sachsen erreichen. Durch den malerischen Bielagrund gelangte ich in Königstein zur Elbe. Diese überquerte ich an dieser Stelle mit einer Fähre. Nur ein paar Kilometer flussaufwärts bog ich in Bad Schandau in das enge Kirnitzschtal ein. Jetzt ging es direkt durch den Nationalpark Sächsische Schweiz. Die beeindruckenden Felsformationen blieben mir an diesem Tag im Gedächtnis. Ich könnte nicht sagen: "Nur die Alpen sind schön!". Genauso wenig wie: "Nur die Kanaren sind schön!". Das Elbsandsteingebirge hat zwar keine hohen Berge, Meer oder große Seen zu bieten, aber es ist auf seine Art und Weise mit zahlreichen Formen des Gesteins einzigartig und den Kopf kann ich garnicht so weit bewegen, um alle die bizarren Formen der Umgebung zu erfassen. So fiel der Entschluss am folgenden Tag einen der zahlreichen Wandermöglichkeiten zu unternehmen, nahe.
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  • Tag 15 Wanderung im Elbsandsteingebirge

    19. september 2025, Tyskland ⋅ 🌙 15 °C

    Das Elbsandsteingebirge lässt sich wohl am besten zu Fuß erkunden. Deswegen eine Wanderung in dieses tolle Konstrukt unseres beeindruckenden Planeten.
    Am Morgen war übrigens der letzte Tag, wo ich alleine am Frühstückstisch saß. Viermal infolge war das und am Abend sollte sich die Hütte dank der Wochenendbesucher füllen.
    Drei von diesen "Wochenendbesuchern" übernachteten mit mir im Matratzenlager und alle drei waren Alleinreisende. Ihr Ziel war es den Malerweg in ein paar Etappen oder komplett zu absolvieren. Es war ein interessanter Austausch beim Abendessen. Es ging um verschiedene Wanderungen, Glaubensansichten oder Dinge wie das Berufsleben.
    Der Tag endete so sehr angenehm.
    Was ich im Elbsandsteingebirge mitnehmen konnte, war, außer schöner Landschaften, dass Komoot viel zu viele Wege angezeigt hat, von denen vielleicht die Hälfte nur ausgeschrieben war. Für die nächste Wanderung brauche ich wohl anderes Material in Software- oder Kartenform.
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  • Tag 16 Otterndorf - Zittau

    20. september 2025, Tyskland ⋅ 🌙 17 °C

    Die Reise neigte sich dem Ende. Nicht, weil es so geplant war. Es war mehr eine Entscheidung die sich im Laufe der letzten Tage ergeben hat. Nach zehn Tagen in der Tschechischen Republik, war genügend erlebt. Und das was ich eigentlich noch sehen wollte, ist Stoff für eine mögliche zukünftige Fahrt.
    So ging es erst einmal geplant nach Zittau ins Dreiländereck.
    Hierfür überquerte ich die Grenze zu Tschechien im Laufe der Tagestour zwei weitere Male.
    Nach dem ersten Grenzwechsel und dem Folgen des Kirnitzsch-Baches, überraschten mich die Dörfer auf der Tschechischen Seite. Gut herausgeputzt, sauber, ruhig und viele Wanderer unterwegs. Die Umgebindehäuser brachten viel Farbe und Abwechslung mit hinein.
    Das Umgebindehaus ist ein lokaler Baustil, bei dem wie beim Fachwerk eine Stützkonstruktion auf Holz genutzt wird und zusätzlich zur Lastverteilung hölzerne Rundbogen eingezogen werden. Das Haus wird mit den Holzbögen sozusagen umbunden. Was noch zu erkennen ist: Es gibt einen Arbeitsbereich und einen Wohnbereich. Während die eine Seite an Fachwerk erinnert, ist die andere Seite verputzt oder ähnliches.

    Nach gut 10km Ortsdurchfahrt durch Oderwitz und dem zweiten Grenzwechsel blickte ich auf das Zittauer Gebirge. Eine heimelige Landschaft, die mit ihren historischen Umgebindehäusern, leichten Hügeln und bis zum Horizont hin mit höheren Bergen abschließend, eine doch recht paradiesische Landschaft bildet.
    In Zittau selbst wechseln sich in den Straßenzügen renovierte, wie leerstehende Gebäude ab. Die Stadt ist wahrscheinlich auch etwas gestraft mit ihrer Lage im Dreiländereck. Mit rund 46.000 Einwohnern im Jahr 1950 sinkt die Bevölkerungszahl stetig. Schon vor der Wende 1990 war selbst zwischen befreundeten Sowjetstaaten kein offener Grenzverkehr vorhanden. Nach der Wende ist die ökonomische Entwicklung der neuen Bundesländern ja bekannt.
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  • Tag 17 Zittau Abschlussrunde

    21. september 2025, Tyskland ⋅ 🌙 20 °C

    Abschlussrunde in Zittau. Vom Hotel aus ging es erst nach Polen. Es war kein ganzer Kilometer bis zur Grenze. Linksseitig die Neiße hinauf überquerte ich ein wenig später die Grenze zu Tschechien. Rechts in einem Wald hinein und in ein paar weiteren hundert Metern war das Dreiländereck erreicht. An dieser Stelle gibt es keinen Grenzübergang nach Deutschland, dass die gegenüberliegende Flussseite einnimmt. Irgendwie ein schönes Ende, auch wenn Grenzen ja eher was für unsere Köpfe sind, statt ein real existierendes Gebilde. Wenn es das wäre, dann wäre wohl die Tschechische Republik ein gutes Muster dafür. Egal von welcher deutschen Landesgrenze aus man dieses Land betreten will, man muss erst über ein Gebirge gelangen. Und das war für die Radreise durchaus interessant, denn dahinter wartete wieder eine leicht andere Kultur, eine andere Mentalität und eine andere Landschaft.

    Daten zur Tour:
    Tage gesamt: 17
    Länder: 4
    Gesamtlänge: 1.178,2 km
    Davon Wandern: 39 km
    Höhenmeter gesamt: 14.468 m
    Davon Wandern: 1.178 m
    Höchster Punkt: Černá Hora, nähe Moldauquelle, Böhmerwald (1272 m)
    Niedrigster Punkt: Elbe bei Königstein, Sachsen (200 m)
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    Slut på rejsen
    21. september 2025