• Tag 16 Otterndorf - Zittau

    20. september 2025, Tyskland ⋅ 🌙 17 °C

    Die Reise neigte sich dem Ende. Nicht, weil es so geplant war. Es war mehr eine Entscheidung die sich im Laufe der letzten Tage ergeben hat. Nach zehn Tagen in der Tschechischen Republik, war genügend erlebt. Und das was ich eigentlich noch sehen wollte, ist Stoff für eine mögliche zukünftige Fahrt.
    So ging es erst einmal geplant nach Zittau ins Dreiländereck.
    Hierfür überquerte ich die Grenze zu Tschechien im Laufe der Tagestour zwei weitere Male.
    Nach dem ersten Grenzwechsel und dem Folgen des Kirnitzsch-Baches, überraschten mich die Dörfer auf der Tschechischen Seite. Gut herausgeputzt, sauber, ruhig und viele Wanderer unterwegs. Die Umgebindehäuser brachten viel Farbe und Abwechslung mit hinein.
    Das Umgebindehaus ist ein lokaler Baustil, bei dem wie beim Fachwerk eine Stützkonstruktion auf Holz genutzt wird und zusätzlich zur Lastverteilung hölzerne Rundbogen eingezogen werden. Das Haus wird mit den Holzbögen sozusagen umbunden. Was noch zu erkennen ist: Es gibt einen Arbeitsbereich und einen Wohnbereich. Während die eine Seite an Fachwerk erinnert, ist die andere Seite verputzt oder ähnliches.

    Nach gut 10km Ortsdurchfahrt durch Oderwitz und dem zweiten Grenzwechsel blickte ich auf das Zittauer Gebirge. Eine heimelige Landschaft, die mit ihren historischen Umgebindehäusern, leichten Hügeln und bis zum Horizont hin mit höheren Bergen abschließend, eine doch recht paradiesische Landschaft bildet.
    In Zittau selbst wechseln sich in den Straßenzügen renovierte, wie leerstehende Gebäude ab. Die Stadt ist wahrscheinlich auch etwas gestraft mit ihrer Lage im Dreiländereck. Mit rund 46.000 Einwohnern im Jahr 1950 sinkt die Bevölkerungszahl stetig. Schon vor der Wende 1990 war selbst zwischen befreundeten Sowjetstaaten kein offener Grenzverkehr vorhanden. Nach der Wende ist die ökonomische Entwicklung der neuen Bundesländern ja bekannt.
    Læs mere